IfX^V*^^::^ ^% ^ r'"^ Mv '^' •-; . ;- ^ ^%^ -m ^v^>s> .,\ c OF COMPARATIVE ZOÖLOGY, AT HARVARD COLIECE, CAMBRIDGE, MASS. jFowutictJ I)» jjvfbntc suöscifpifon, in iSGl. From the Library of LOUIS AGASSIZ. No./SZ- , SITZUNGSBI^RICHTE DEB KAISERLICHEN AKiDEfflie DER WlSSEKCHAFTEi MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE. SECHSUNDVIERZIGSTER BAND. WIEN. AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDHUCKEREI. IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN, BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 1863. SITZUNGSBERICHTE MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CLASSE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. XIVI. BAND. I. ABTHEIIUNG. Jahrgang 186^2. — Heft VI bis X. (Hit 32 Cafcln.) WIEN. AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRÜCKEREI. IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN. UUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 18G3. INHALT. Seit« XVI. Sitzung vom 5. Juni 1862: Übersicht 3 Reuss , Die Foraininiferen des norddeutschen Hils und Gault. (Mit 13 Tafeln.) 5 XVII. Sitzung vom 20. Juni 1862: Übersicht 101 Auszug aus einem Schreiben des Herrn Dr. R. A.Philipp i an das w. M. Herrn Director Eduard Fenzl, ddo. Santiago den 3. April 1862 104 XVIII. Sitzung vom 26. Juni 1862: Übersicht 108 Hyrll, Über den Poriis crotaphltico - buccinatorius beim Menschen. (Mit 1 Tafel.) 111 XIX. Sitzung vom 10. Juli 1802: Übersicht 117 Langer, Über das Gefässsystem der männlichen Schwell- organe. (Mit 1 Tafel.) 120 XX. Sitzung vom 17. Juli 1862: Übersicht 170 Dieaing, Nachlräge zur Revision der Turbellarien 173 Sehr auf , Zur Charakteristik der Mineralspecies „Anhydrit" . 189 XXI. Sitzung vom 24. Juli 1862: Übersicht 192 Fitzinger, Über das System und die Charakteristik der natür- lichen Familien der Vögel 194 Peters, Über den Lias von Fünfkirchen. (Mit 1 Tafel.) ... 241 Kner, Über die drei Fiscbgatlungen Pterophyllum, Symphy- sodon und Monocirrhus Heck. (Mit 2 Tafeln.) . . . 294 XXII. Sitzung vom 9. October 1862: Übersicht 30ä Reuss, Die Foraminiferen - Familie der Lagenideen. (Mit 7 Tafeln.) 308 Voigt, Beiträge zur Dermatoneurologie, nebst der Beschrei- bung und Abbildung eines Systems neu entdeckter Linien an der Oberfläche des menschlichen Körpers und der von denselben begrenzten Hauptverästelungs- gebiete der Hautnerven 343 XXIII. Sitzung vom 16. October 1862: Übersicht 349 Zittel, Die obere Nummulitenformation in Ungarn. (Mit 3 Tafeln.) 353 XXIV. Sitzung vom 23. October 1862: Übersicht ...... 396 Pokorny, Ein Monstrum mit Aprosopie. (Mit 1 Tafel.) . . . 399 VI Seile XXr. Sitzung vom 6. November 1862: Übersicht 411 Heller, Untersuchungen über die Litoralfauna des adriatischen Meeres. (Mit 3 Tafeln.) 415 XXVI. Sitzung vom 13. November 1862: Übersicht 449 Ettingshauseri, Const. R. v. Beiträge zur Kenntniss der Fliichen- Skelete der Farnkräuter 452 XXVII. Sitzung vom 20. November 1862: Übersieht 467 XXVIII. Sitzung vom 4. December 1862: Übersicht 469 XXIX. Sitzung vom 11. December 1862: Übersicht 472 XXX. Sitzung vom 18. December 1862: Übersicht 47S Kner , Über die sog. Spornschuppen der Fische und ihre Bedeutung für die Systematik 477 SITZUNGSBERICHTE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DERWISSENSCHAFTEN. MATHEMATISCH -NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE. XLVI. BA«fD. EKSTE ABTHEILÜNG. Enthält die Abhandlungen aus dem Gebiete der Mineralogie, Botanik, Zoologie, Anatomie, Geologie und Paläontologie. XVI. SITZUNG VOM 5. JUNI 1862. Herr Prof. Dr. Aug. Em. Reuss übermittelt eine Abhandlung: „Die Foraminiferen-Familie der Lagenideen, monographisch darge- stellt*^ Herr Dr. M. A. F. Prestel in Emden übersendet eine Abhand- lung, welche den Titel führt: „Die Windesrichtungen ausgedrückt durch algebraische Formeln, sowie Anwendung der letzteren einer- seits zu einer genauen und zugleich übersichtlichen Darstellung der Vertheilung der Winde über dem Atlantischen Ocean in der vom Äquator nach den beiden Angelpunkten der Erde gehenden Richtung sowie ihrer jährlichen periodischen Verschiebung, andererseits zu einer naturgemässen Gliederung der Windesgebiete in der Zone der veränderlichen Winde". Herr Lambert v. West, Studirender am hiesigen k. k. poly- technischen Institute, überreicht eine Abhandlung über ein „neues Princip für Schiffdampfmaschinen". An Druckschriften wurden vorgelegt: Academie Imperiale de Medecine, Memoires. Tome XXIV. Paris, 1860; Tome XXV, T" partie. Paris, 1861; 4o— Bulletin. Tomes XXV & XXVI. Paris, 1859—1861 ; So- Akademie der Wissenschaften, königl. bayer. zu München, Sitzungsberichte. 1861. II. Heft. 3. München, 1861; S^- Annale n der Chemie und Pharmacie, herausgegeben von Friedr, Wo hier, J. Liebig und Herrn. Kopp, N. R. Band XLV, Heft 3; Band XLVI, Heft 1& 2. Leipzig lind Heidelberg, 1862; 8«- Astronomische Nachrichten, Nr. 1361. Altona, 1862; 4"- Austria, XIV. Jahrgang, XXL & XXIL Heft. Wien, 1862; 8o- .Berlin, Universität, Akademische Gelegenheitsschriften aus den Jahren 1861—1862. Berlin; 4o- Comptes rendus des seances de rAcademie des sciences, Tome LIV, No. 17 & 18. Paris, 1862; 4o- i* Cos mos, XI^AnriiSe. 20^ Vol., 2^ & 22" Livraison. Paris, 1862; 8»- Enzmann, Karl, Die Specialgesetze der Ernälirung sämmt- llcher Organismen und ihre sehr wesentlichen Beziehungen zur Pathologie und Therapie im allgemeinen Grundgesetz: Cc Hh Oo Nn+pO^qCOa + rHO + sNHg. Dresden, 1862; 8o- Eröffnung, Die feierliche, des pathologisch- anatomischen und chemischen Institutes im k. k. allgemeinen Krankenhause am 24. Mai 1862. Wien; 8«- Gesellschaft, königl. physikalisch-ökonomische, zu Königsberg, Schriften. II. Jahrgang. 1861. 1. Abth. Königsberg, 1861; 4o- — physikalisch-medicinische zu Würzburg. Würzburger natur- wissenschaftliche Zeitschrift. II. Band, 3. (Schluss-) Heft. Würzburg, 1861; S»- — Würzburger medicinische Zeit- schrift. III. Band, 1. Heft. Würzburg, 1862; So- Göttingen, Universität, Akademische Gelegenheitsschriften aus den Jahren 1861 —1862. Berlin, Göttingen, Leipzig; 4» & 8o- G r e i f s w a hl, Universität, Akademische Gelegenheitsschriften aus den Jahren 1861 — 1862. Braunschweig & Greifswald; 4» & 8o- Jahrbuch, Neues, für Pharmacie und verwandte Fächer, heraus- gegeben von G. F. Walz und F. L. Winckler. Band XVII, Heft 3. Heidelberg, 1862; So- Land- und forstwirthschaftliche Zeitung, XII. Jahrg., Nr. 16. Wien, 1862; kl. 40- Mittheilungen des k. k. Genie-Comite, Jahrgang 1862. VH. Band, 1. Heft. Wien, 1862; 8o- Societe Imperiale d'emulation d'Abbeville, Memoires. 1857, 1858, 1859 & 1860. Abbeville, 1861; So- Wiener medicinische Wochenschrift, XII. Jahrgang, Nr. 21 & 22. Wien, 1862; 4o- Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts- Gesellschaft, XI. Jahrgang, Nr. 16. Gratz, 1862; 4o- Zeitschrift für Chemie und Pharmacie von E. Erlenmeyer, V. Jahrgang, Heft 6—8. Heidelberg, 1862; So- — des österreichischen Ingenieur- Vereines. XIV. Jahrgang, 3. & 4. Heft. Wien, 1862; 4o- Die Formniniferen des norddeutschen Hils und Gault. Eine Monographie von dem w. M. Prof. Dr. Aug. Em. Reuss. (Mit 13 lithog-iapliirten Tafeln.) (Vorgelegt In der Sitzung vom 27. Februar 1862.) Die Kenntniss der Forarainiferen der mittleren und unteren Kreide hat bisher nicht gleichen Sehritt gehalten mit jener der jünge- ren Kreideschichten. Während aus dem Senoiiien und Turonien seit einer Reihe von Jahren eine Fülle der mannigfaltigsten und zierlich- sten Formen dieser winzigen Wesen bekannt geworden ist, schwebte bisher ein tiefes Dunkel über den Foraminiferen des Hils und Gault, und wären von manchen Seiten nicht wenigstens einzelne Arten der- selben namhaft gemacht worden, so hätte man über die Anwesenheit derselben in der unteren Abtheilung der Kreideformation leicht ganz in Zweifel gerathen können. Meine in der letzten Zeit vorgenommenen Untersuchungen, deren Resultate ich auf den folgenden Blättern mit- theile, beweisen aber nicht nur, dass dieser Zweifel ganz unbegrün- det wäre, sondern auch,, dass Gault und Hils vielmehr einen grossen ungeahnten Reichthum an Foraminiferen beherbergen , von denen ein nicht unbedeutender Theil denselben eigenthümlich und daher für dieselben charakteristisch zu sein scheint. Ihrer genaueren Kenntniss kann aber auch ein grösserer Werth erst jetzt beigelegt werden, seit Herrn von Strombeck's treffliche Untersuchungen ein helles Licht über die Gliederung der unteren Kreide des nordwestlichen Deutschlands verbreitet haben Selbst die wenigen früher bekannt gewordenen Arten können zur Charakteristik der einzelnen Schichten kaum benützt werden, da man noch vor Kurzem alle dunkeln Thone der Kreide, sie mochten von welchem Alter immer sein, für Hilsthon anzusprechen gewohnt war. Ihre Sonderung ist freilich oft mit Schwierigkeiten verknüpft, besonders wenn sie, was nicht selten der 6 R e u s s. Fall ist, arm an bezeichnenden Petrefiteten sind. Aus diesem Grunde war ich auch gezwungen, die Foraminiferen mancher Schichten als nicht scharf bezeichnend auszuscheiden, weil es bisher nicht möglich war, das geologische Niveau, welchem sie angehören, mit Sicherheit zu bestimmen. Übrigens habe ich überall so viel als möglich das von V. Strombeck angegebene Schema *) als massgebend im Auge behalten. Das Material zu meinen Forschungen, die sich bisher freilich nur auf wenig zahlreiche Fundorte beschränken, verdanke ich der gütigen Mittheilung theils des Herrn Kammerrathes v. Strombeck in Braunschweig, theils des Herrn Apothekers Märten s in Berck- lingen und des Herrn Forstmeisters v. Unger in Seesen, besonders aber meinem hochverehrten Freunde, Herrn Salineninspector A. Schlönbach in Liebenhalle bei Salzgitter, der mir mit unermüde- ter Bereitwilligkeit zahlreiche Schlämmproben und schon ausge- lesene Foraminiferen aus den verschiedensten Gesteinsschichten zur ') V Strombeck hat dasselbe in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesell- schaft XIII. Bd., 1. Heft, p. 22 angeführt. Er unterscheidet von unten nach oben: 1. Unteren Hils, bestehend aus mächtigen Kalkliiinken mit den meisten Versteine- rungen des mittleren Hils, jedoch ohne Toxaster complanatus. 2. Mittleren Hils: identisch mit den inarnes de Hauterive in der ScKweiz. 3. Oberen Hils. a) Unteren: Elligserbrinker Schichten. hj Mittleren: Thonbänke, voll von Ostrea Couloni var, aquila. e) Oberen: Thonbank mit Crioceras Emerivi. Den unteren und mittleren Hils betrachtet v. Strombeck als das Äquivalent der Wealdenbildung. Im Teufoburger Walde sind die Versteinerungen von 3 a, ö und e in einer nicht trennbaren mächtigen Sandsteiubildung vereinigt, welche der Hauptmasse des lower Greensand parallel steht. 4. Unteren Gault (= Aptien d'Orb.), a) Unteren = Speetonclay, über dessen Zugehörigkeit zum unteren Gault oder zum obern Hils jedoch Herr v. Strom heck noch immer einige Zweifel ausspricht. Er wird besonders durch Belemnites Brunsvicensls v. Strombeck eharakterisirt. h) Thon mit Ainmonites Martini von beschränktem Vorkommen, im Übrigen nicht sehr abweichend von der folgenden Etage. c) Oberen: Gargasmergel, den französischen bei Apt entsprechend. 5. Mittleren Gault: a) Thone mit Ammonites Milletiaims und vielen Thoneisensteingeoden. b) Thone mit Auimonites tardifurcatus mit koprolithenartigen Concretionen und Thoneisensteingeoden. 6. Oberen Gault. aj Thone mit Belemnites- minimiis und koprolithenartigen Concretionen. I'J Flammenmergel. Die Foraminiferen des norddeutschen Hils und Gault. I unbeschränkten Verfügung stellte. Durch diese Unterstützung wurde meine Arbeit allein möglich gemacht. Die im oberen Gault West- phalens gefundenen Arten habe ich schon früher an einem andern Orte *) veröffentlicht. I, Ich will zuerst die Fauna der untersten Kreide, des Hils es, näher beleuchten. Die ersten Foraminiferen aus diesen Schichten machte Fr. Ad. Römer, der erste wissenschaftliche Bearbeiter der Versteinerungen der norddeutschen Kreideformation , namhaft »). Leider sind aber, wie schon erwähnt wurde, die Schichten, denen sie entnommen sind, nur sehr unsicher angegeben, so dass ich nur jene, welche mir selbst wieder aufzufinden gelang, benützen konnte. Überdies sind die Römer'schen Beschreibungen so lückenhaft und die Abbildungen grösstentheiis so unvollkommen, dass es unmöglich wird, manche derselben in der Natur wieder zu erkennen. Es ist dies wohl aus der sehr mangelhaften Kenntniss erklärlich, welche man zur Zeit der Publication des angeführten Werkes von den Foraminiferen überhaupt besass. Römer führt im Ganzen 16 Arten an, die wohl grössten Theils aus den Elligserbrinkschichten, zum Theile vielleicht auch aus dem Speetonclay stammen, und zwar 3 Arten von Nodosaria (N. [Denta- lina] linearis, paucicosta und hnmilisj; 2 VaginiiUna (V.Kochi wnA harpa); Margimdina comma; 5 Cristellaria {Planularia Bronni, Anomaiina auricula, Robnlina Münsteri, R. crassa und Ehrenbergi); 4 Rotalia {R. sulcata, Gyroidina caracolla, Plamilaria Orbignyi und ornata) und endlich Haplophragmium (Spirolina) aequale. Von diesen Arten habe ich nur: Dentalina linearis, Nodosaria humilis (^= GlanduUna mutahilis m. var.), Vaginulina harpa, Cristellaria Bronni, Cr. nuda (= Anomalina auricula ^öm.^, Cr. Münsteri, von welcher Cr. crassa offenbar nicht zu trennen ist, Rotalia caracolla, R. sulcata und Haplophragmium aequale unter den von mir gefundenen Formen wieder zu erkennen vermocht. Planulina Orbignyi und ornata und Robidina Ehrenbergi sind in Beschreibung und Abbildung zu mangelhaft dargestellt, als dass überhaupt eine Identificirung mit einer der von mir beobachteten 1) Sitzungsber. d. k. Akad. der Wissenschaften in Wien. 1839. Bd. 40, p. 147 ff. 2} Fr. Ad. Römer die Versteiaerung-en des norddeutschen Kreide^ebirges mit Ifi lithoyr. Tafeln. 1841. 8 Rens«. Formen möglich wäre. Endlich Nodosaria paucicosta, Vaginulina Kochi und Marginulina comma, deren Bilder wohl erkennbar sind, hatte ich nicht das Glück wieder zu finden. An ihrem wirklichen Vor- handensein kann aber um so weniger gezweifelt werden, als ich den Hils von nur wenigen Fundorten zu untersuchen Gelegenheit hatte und mir von jedem derselben nur kleine Proben zu Gebote standen. Dass ich sie aber nicht weiter berücksichtigte, findet in der nicht genauen Bestimmung der Schichte, in der sie lagern, seine Erklärung. Übri- gens kann trotz der bedeutenden Zahl der von mir entdeckten For- men von einer vollständigen Erschöpfung desForaminiferenreichthums des Hrlses keine Rede sein. Es werden ohne Zweifel immer noch neue Formen beobachtet werden , ohne dass aber dadurch eine wesentliche Änderung in der Gesammtphysiognomie der Fauna her- vorgebracht werden dürfte. Einen Nachtrag zu den frühern Angaben lieferte Römer 1842 9» in welchem er vier neue Foraminiferenspecies aus dem Hilsthon von Eschershausen (wahrscheinlich dem Spectonclay vom Spechtsbrink zwischen Grünenplan und Eschershausen) beschrieb. Es sind : Vagi- nulina striatula, Frondicularia hastata, Cristellaria (Plamilaria) crepidularis und orbiculata, von denen ich aber nur Frondicularia hastata und Cristellaria crepidularis wieder zu finden im Stande war. Später 3) hat Cornuel Beschreibungen und Abbildungen der von ihm in den argiles osireennes (Neocomien superieur = Urgo- w/ew d'Orb.^ von Wassy entdeckten Arten geliefert. Er führte an: Nodosaria clava; 4 Dentalinen (D.monile — v. Ha g e n. — , antenna, intermedia und chrysalis) ; 4 Marginulinen (M. crassa, mutabilis, gracilis und lata); 3 Vaginulinen (Planularia longa, reticulata Corn. nnä suhcostata A'Ovh.) ; 3 Cristellarien (Cr. lituola — non Reu SS — , excentrica und voluta, welche aber wohl nur verschiedene Formen und Entwickelungsstufen einer und derselben Species sind); ferner Operculina angularis, Rotalia submarginata d'Orb. ; 2 Tex- tilarien (T. spica und subelongata d'Orb,^, und endlich eine Nube- cularia.heiiAeve wurde von Cornuel für Molluskeneier angesehen, von d'O rbig ny 3) dagegen in drei Species, Placopsilina Cornuelana, 1) Leonh. u. Bronn's Jahrb. 1842, p. 11t. 2) Meiiioires de la soc. g-eol. de France. 1848. 2de Ser. III. 1. p. 2S0. T. 1,2. 3) Prodrome de paleont. straligi-. 1830. II. p. HO, 111, wo d'Orbigny sämmliiclie Cornuel'sche Arten aufzählt. Die Foiaminiferen des norddeutschen Hils und Gault. 9 Webbma flexuosa und W. irregularis gesondert, von denen aber die ersten zwei oftenbar verschiedene theils spirale, theils nicht Spirale Formen derselben Species darstellen. Merkwürdiger Weise scheint, mit Ausnahme der überdies noch zweifelhaften Webbina irregularis, im deutschen Hilse keine dieser Arten vorzukommen. Endlich hat Koch die Zahl der bekannten Formen noch durch die Beschreibung von 4 Arten vermehrt. Es sind : Vagimd{?ia dis- cors und Dimkeri, Frondicularia coiicinna und Nodosaria pyra- midalis, von denen aber die letzte auf ein sehr unvollständiges Frag- ment gegründet ist. Überdies scheint der angeführte Fundort zwi- schen Grünenplan und Holtensen vielmehr dem Speetonclay, als dem Hilsthone anzugehören. Ich hatte bisher Gelegenheit, obere Hilsschichten von folgenden Fundorten zu untersuchen: 1. von der Grube Glückauf bei Gitter unweit Salzgitter; 2. in NO. von Scharrel, unweit Neustadt am Rübenberge; 3. in NW. von ßercklingen; 4. vom Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig; S. aus der Thongrube bei dem Kohlen- schachte beiOberg; 6. vom kurzen Kamp bei Engerode ; 7. aus dem Schürfe in der unteren Landwehr unweit Salzgitter; 8. aus dem Schürf Ludwig südlich von der Grenzlerburg bei Salzgitter, und 9. vom südöstlichen Abhang des Oesel bei Wolfenbüttel. Von den genannten Fundorten gehören 3-6 und 8 der tiefsten Schichte des oberen Hilses, der Elligserbrinkschichte (Za des Strombeck'schen Schemas), 4*5 dagegen der obersten Schichte des oberen Hilses, den Criocerasschichten (3 c des Strombeck'schen Schemas) an. Von den übrigen untersuchten Proben ist mir nicht mit Sicherheit be- kannt, welcher Etage des oberen Hilses sie zuzuschreiben sind; bei Nr. 9 ist es selbst zweifelhaft, ob sie dem oberen oder mittleren Hilse angehöre. Aus dem mittleren Hilse habe ich Proben von der Tackwelle bei Bercklingen — der typischen Localität — , von Langenberg bei Ocker und von Achim bei Börsum der Untersuchung unterzogen; der letztgenannte Fundort ist jedoch etwas zweifelhaft. Aus dem untern Hils kenne ich bisher keine Foraminiferen und es ist auch kaum wahrscheinlich, dass derselbe bei seiner Zusammen- setzung aus festen Kalkbänken dergleichen liefern wird. Ich habe im Hils des nordwestlichen Deutschlands bisher 67 wohl bestimmte Species beobachtet. Es liegen mir aber noch Bruchstücke 10 oder schlecht erhaltene Schalen einer nicht unbeträchtlichen Änzah' anderer Arten vor, deren genaue Bestimmung unmöglich oder doch sehr unsicher war, die daher vorläufig bei Seite gelegt werden mussten. Von der oben angegebenen Zahl gehören 58, also der grösste Theil, dem obern Hils an, während der mittlere Hils mir bisher nur IS Species geliefert hat. Zur bequemeren und rascheren Übersicht lasse ich hier eine tabellarische Zusammenstellung aller Arten folgen, in welcher auch die verschiedenen Schichtengruppen, in denen einzelne derselben liegen, namhaft gemacht sind. wcompta m.... Schlüiibachi m. „ truHcata m „ arguta Rss „ cristellurioides m. „ acinniiiafa m , „ intninescens m. ... „ orthonota m „ sparsicostata m. . . „ harpa Rom „ incrassata m Frondicularia fusiformis m..., „ concinna Koch. Rhahdogoniiim acuiangidum m. „ articulatuni m. „ insigne m „ Märtensi m.. . . Amphimorphina striata m. ... Dentalinopsis subtriqnetra m. . Glandidina mutabilis m Haplophragmiimi aequale Rom. sp.. Nodosaria tiibifcra m „ sccptrum m „ hactroides m „ lamelloso-costata m Dentalina nana m „ siliqiia rn „ psi'iidocJirysalis m „ iiK'pfa m „ Hilscana m „ hainiilifera m „ linearis Rom. sp Vaginulina margimdoides m denudata m Oberer Hils 1 + Die Foriiniinifeien des norddeutschen Hils und Gault. 11 Oberer Hils 5 1 1 CO 1 i 1 1 1 1 1 1 l 1 i tS g 1 1 CO a c + i + + + + . + . 4- + ' + -i- + + + • • + + + + • + , ' • + • + Müller i rn „ striatocostata m 5, acuticostata m ,, foeda m Schlönbachi m . -1- + „ exilis m . varalleltt m . . • • cephalotes in 4- „ Stro?nbecki m „ proloaphaera m „ tricarinella m „ pyraniidata m + + + + + V - + - dilecta tn . . ... nulclii'lln 1)1 . „ nmla Rss plana m Dunkeri in stibanoulata in Rom er i in „ Münsteri Rom. sp macrodisca tn Rohiiliiia nodosa in Glohdina prisca m Textilaria titi'vis d'Orb. Boliviiia tcxtilarioides in Rotalia cavcicolla Rom Aus der vorstehenden Liste ergibt sieh, dass die bezeichneten Arten sich folgendermassen auf die einzelnen Familien der Foramini- feren vertheilen. Die kieselschaligen Lituolideen haben nur eineSpe- cies — 1-46 Proc. — geliefert. Den Rhabdoideen gehören 33 Arten — d. h. 49*2 Proc. — an, und zwar den Nodosarideen 11, den Vaginu- linideen 13, denFrondicularideen 8 und denGlandulinideen 1 Species. Die Cristellarideen sind durch 29 Arten — 43*2 Proc. — vertreten. Die Polymorphinideen und Rotalideen zählen nur je eine Species — 1-46 Proc. — und endlich die Textilarideen zwei Arten — 3 Proc. 12 R e u s 8. Von den einzelnen Gattungen liefert: Haplophragmium R s s 1 Art. „ , . ,,^ , i Nodosaria A^ Orh 4 Arten/ NodosarmA "'•''• | fl«(„K,M d'0,-b. 7 . j"" Vaginidina d'Orb 13 „ Frondiciilaria D e f r 2 „ Rhabdogonium Rss 4 „ Amphimorphina Neugeh 1 „ Dentalinopsis Rss 1 „ GlanduUna d'Orb 1 „ l Cristellaria d'Orb 21 „ ] Cristellaria L&m. } Margi7iulma d'Oi'h 7 „ >29. ( Rohidina d' r b 1 „ ) GlohuUna d'Orb 1 „ Textilaria Defr 1 „ Bolivina d'Orb 1 „ Rotalia Lam 1 „ Am reichsten vertreten durch Arten erscheinen mithin die Gat- tung Cristellaria (29 Arten) mit ihren Unterabtheilungen Marginu- lina (7), Cristellaria (21) und Robulina (1); Vaginulina (13), und Nodosaria (11) mit den Gruppen Nodosaria (4) und Dentalina (7). Zunächst kommen Rhabdogonium (4) und Frondicularia (2). Alle übrigen Gattungen haben nur je eine Art geliefert. Es spiegelt sich darin der eigenthümliche Charakter der Foraminiferenfauna desHilses ab. Derselbe beruht auf dem ungemeinen Vorwalten der Rhab- doideen und Cristellarideen und ^us den ersteren besonders der Nodosarideen, Vaginulinideen und Frondicularideen. Vorzüglich die ungemeine Menge der echten Vaginulinen, die in den übrigen Kreide- etagen — etwa den Gault noch ausgenommen — nur selten erschei- nen, und der Rhabdogonien, welche die Frondicularien der höheren Kreideschichten zu ersetzen scheinen, tritt sehr auffallend hervor und kehrt in keinem Niveau irgend einer andern Formation in diesem Masse wieder. Zwei andere Gattungen aus der Gruppe der Frondi- cularien tragen noch zur elgenthümlichen Physiognomie der Hils- foraminiferen bei, nämlich Dentalinopsis, die bisher nur im mittleren Hils vorgekommen ist, und AmphimorpJwia , die zuerst in den mio- cänen Tertiärschichten nachgewiesen worden war. Hierzu kommt nun Die Foraminiferen des norddeutschen Hils und Gault. 1 3 noch eine ungemeine Anzahl von Marginiilinen und Cristellarien, welche in reicher Entwickelung aber auch bis in manche jüngere Tertiärablagerungen hinauf, und bis unter den Lias hinab reichen. Dagegen bieten die in den jüngeren Schichten der Kreideformation und noch mehr in den Tertiärgebilden so reichlich vertretenen Polymorphinideen und Textilarideen im Hils nur sehr wenige und seltene Repräsentanten dar. Die anderwärts so artenreichen Rota- lideen beschränken sich auf eine Art, die nur hier und da in etwas zahlreicheren Individuen auftaucht. Die schon im Gault eine nicht unbedeutende Fülle, wenn auch nicht von Arten, doch von Individuen entfaltenden Uvellideen scheinen dem Hils ganz zu fehlen oder darin doch nur sehr sparsam vorzukommen. Ich habe wenigstens in meinem ziemlich reichen Materiale bisher noch keine Spur davon wahrge- nommen. Eben so konnte ich bisher auch nicht ein Exemplar aus den Familien der Miliolideen, OrbituHtideen, Polystomellideen und Nummulitideen, welche freilich in der Kreideformation überhaupt seltene Gäste sind — die ersten spärlichen Vorläufer ihres in der Tertiär- und Jetztzeit sich entwickelnden Reichthums — entdecken. Ein anderer auffallender Charakter der Foraminiferenfauna des Hilses besteht darin, dass unter der beträchtlichen Menge von Arten, die derselbe bisher schon geliefert hat, der bei weitem grösste Theil nur eine sehr geringe Individuenzahl darbietet. Nur Vagmulinaharpa Rom., Cristellaria Münsteri^öm. &^., Cr.foeda.m., Globidina prisca m., Rotalia caracolla Rom. und Haplophragmium aequale Rom. sp., von denen daher auch Römer schon die Mehrzahl kannte, liegen an mancher Localität in einer etwas reicheren Individuenfülle beisammen. Durch diese Erscheinung wird der Eindruck von beson- derer Mannigfaltigkeit und Runtheit, den dieForaminiferen des Hilses in dem Reschauer hervorbringen, recht wohl erklärt. Ein dritter besonders wichtiger Charakterzug derselben liegt endlich darin, dass die weitaus überwiegende Anzahl der Arten dem Hils eigenthümlich ist und nur wenige in jüngere Schichten hinauf reichen. Die Foraminiferenfauna des Hilses wird dadurch eine so ab- geschlossene und charakteristische, dass sie keine Verwechslung mit den Faunen anderer Kreideetagen gestattet und unter allen Ver- hältnissen leicht erkannt werden kann. Von den erwähnten 67 Arten sind nämlich 41 (beinahe 61*2 Proc.) bisher ausschliesslich in den beiden oberen Etagen des Hilses gefunden worden. Nur 26 Arten 14 R e u s s. (38-8 Proc.)sind, wenn auch meistens in geringer Anzahl, in höhern Kreidesehichten vorgekommen. Doch auch von diesen liegen 14 Spe- eies, also mehr als die Hälfte, im Speetonclay, dessen Foi-aminiferen, wie weiter unten dargethan werden soll, sich mehr an jene des Hilses, als an jene des Gaultes anschliesst, und zwar 9 Arten (^Dentalina Imearis Rom. sp., Vagmulina truncata m. , F. harpa Rom., Fron- dicularia concinna Koch, Cristellaria Sclilönbachi m., Cr. tricari- nella m., Cr. Dimkeri m., Cr. Miinsteri Rom. sp. und Rotalia caracolla Rom.) im Speetonclay allein, 4 Arten {Nodosaria lamel- loso-costata m., Glandiilina mutabilis m., Marginidina robusta m. und Cr. Römeri m.) im Speetonclay und Gault, und endlich eine Species (Haplophragmium aeqiiale Rom. sp.^ im Speetonclay und in der oberen Kreide zugleich. Acht Arten (Nodosaria bactroides m., Dentalina nana m., Marginidina acuticostata m., Cristellaria cephalotes m. , Cr. grata m., Cr. pidchc'lla m., Cr. macrodisca m. und Globulina prisca m.) besitzt der Hils gemeinschaftlich mit dem Gault. Vaginuli?ia ar- guta m. theilt der Hils mit dem Gault, in welchem die Species ihren Hauptsitz hat, und wahrscheinlich auch mit dem Cenoman. Dentalitia siliqua m. und Cristellaria nuda m. tauchen in einem weit höheren Niveau, in der obern Kreide, wieder auf, während da- gegen Textilaria tiirris d'Orb., eine Species der obern Kreide, in vereinzelten Exemplaren nochmals im Hilse zum Vorschein kömmt. Übrigens weicht die Cristellaria nuda des Hilses von den Formen der weissen Kreide von Rügen im Habitus etwas ab, ohne dass die Unterschiede mir zu Trennung in zwei verschiedene Species genügend zu sein scheinen. Wie schon früher erwähnt wurde, hatte ich bisher keine Gelegenheit, Foraniiniferen aus dem unteren Hilse zu untersuchen. SämmÜiehe von mir beobachtete 67 Arten gehören dem mittleren und obern Hilse an, sind aber unter beide sehr ungleich vertheilt. Der mittlere Hils hat bisher nur 15 Arten geliefert, von welchen 6 (Vagitmlina murginuloides und denudata m., Rhabdogonium Märtensi m. , Dentalinopsis subtriquetra m. , Cristellaria plana m. und Bolivina textilarioides m., mit Ausnahme der Cristellaria durch- geheiids sehr autfallende Formen) demselben eigenthümlich sind. \)yq\ kvi^w (Vaginulina cristellarioides m. und sparsicostata m. und Rhabdogonium aculangidum m.J theilt er mit dem oberen Hilse; Die Foratniniferen des norddeutschen Hils und Gaulf. 1 Ö ebenso viele Species (Dentalina linearis Rom. sp., Cristellaria Dunkeri m. und Cr. Münsteri Rom. sp.) mit diesem und dem Spee- tonclay; zwei Arten (Cristellaria Römeri m. und Rotalia cara- colla Rom.) mit dem Gault; Textilaria turris d'Orb. endlieh mit der oberen Kreide. Die weit grössere Anzahl der Arten (58 Sp.) hat der obere Hils geliefert, dem 32 derselben eigenthümlich zuzukommen sehei- nen. Mit höheren Kreideschichten besitzt er 23 Arten gemeinschaftlich, von welchen jedoch 3 Arten auch im mittleren Hilse vorkommen. Die grosse Mehrzahl derselben (20 Arten) liegen im Gault, besonders in den an den Hils zunächst angrenzenden Schichten, dem Speetonclay. Eine Species (Haplophragmium aegnale Rom. sp.^ findet sich überdies noch in der obern Kreide. Zwei Arten (Dentalina siliqua m. und Cristellaria nuda R s s.) kommen im oberen Hils und in der obern Kreide zugleich vor. Was die Vertheilung der Foraminiferen des obern Hilses auf die einzelnen UnterabtheiUingen betrifft, so kann ich sie leider nicht in vollem Umfange durchführen, da es mir bei mehreren der unter- suchten Thonproben unbekannt blieb, welchem Niveau des oberen Hilses sie entnommen waren. Ich kann diese Nachweisung nur für 43 Foraminiferenspecies liefern; IS Arten bleiben mir in dieser Beziehung zweifelhaft und ich muss die Entscheidung der Zukunft überlassen. Von den Ersteren sind 24 Species bisher nur in den obersten Schichten des Hilses — der Criocerenbank — , welche über- haupt den grösstenForaminiferenreichthum zu beherbergen scheinen, vorgekommen; 12 Arten haben die tiefsten Schichten des oberen Hilses — die Elligserbrinkschichten — geliefert, während 7 Arten in beiden zugleich gefunden wurden (Vaginulina harpa Rom., Frondicularia concinna Koch, Rhabdogoniiim acutanguhim m., Margimdina Parkeri m., M. MiiUeri m., M. dispar m. und Cristel- laria Münsteri Rom. sp.J. Vier dieser Species gehen jedoch nicht nur durch den gesammten oberen Hils hindurch; sondern Vaginulina harpa und Frondicularia concinna steigen bis in den Speetonclay hinauf; Rhabdogonium acutangnlum reicht in den mittleren Hils hinab; Cristellaria Münsteri endlich ist durch den Speetonclay, den oberen und mittleren Hils verbreitet. Die auf den vorangehenden Seiten auseinandergesetzten Eigen- thümlichkeiten der Foraminiferenfauna des Hilses beschränken sich 16 R e u 8 s. nicht auf Deutschland, sondern scheinen sich in gleicher Weise in dem französischen oberen Neocomien wieder zu finden. Wenigstens sehen wir dieselben in der Foraminiferenfauna derargiles ostreennes, welche Cornuel schon vor vierzehn Jahren beschrieben hat, deut- lich ausgeprägt. Von den 20 namhaft gemachten Arten gehören 9 (also 4S pCt., beinahe die Hälfte der Gesammtzahl, wie bei dem deutschen Hils) den Rhabdoideen, und zwar 6 den Nodosarideen, 3 den Vaginulinideen; ferner 5 Species (2S pCt.) den Cristellari- deen, je 2 Arten (10 pCt.) den Lituolideen und Textilarideen, je eine Art (S pCt.) den Rotalideen und Nummulitideen. Der hervor- stechende Charakter liegt also auch hier in dem überwiegenden Vor- walten der Rhabdoideen (und zwar der Nodosarideen und Vaginu- linideen) und der Cristellarideen. Auch im französischen Neocomien sind die blattförmig zusammengedrückten Vaginulinen (Citharinen) und die Cristellarideen vorwiegend, während andere Familien nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Es findet daher in dieser Beziehung mit dem deutschen Hils eine vollkommene Übereinstim- mung Statt. H. Noch weit spärlicher, als bei dem Hils, sind die mir vor- liegenden Vorarbeiten über die Foraminiferen des Gaults. Bisher hat noch niemand eine umfassendere Bearbeitung derselben geboten. Unter den von Fr. A. Römer aus dem Hilse beschriebenen Arten gehört eine Anzahl auch dem Speetonclay an. In meiner Arbeit über die Foraminiferen der westphälischen Kreidegebilde ») habe ich aus dem Gault und zwar durchgehends aus dem Minimusthon von Rheine 41 Arten namhaft gemacht und grossentheils zum ersten Male beschrieben und abgebildet. Von die- sen gehört eine Art {Cormispira cretacea Rss.) den Miliolideen an, 6 Arten {Ataxophragmium Presli und d'Orbignyi Rss., Tritaxia tricarinata Rss., VerneidVma Mi'msteri Rss., Gaudryina pupoides d'Orb. und o.ri/cowa Rss.) den Uvellideen; 21 Arten den Rhabdoideen, und zwar 14 (^Nodosaria nana, duplicicosfata, obscura, prismatica und tetragona Rss., Dentalina subrecta, commutata, distincta, cylindroides, catemda, strangidata, sororia, legumen Rss. und D.acideata d'Orb.) den Nodosarideen, ^ (VaginuUna trausversalis. ij Sitzungsher. d. k. Akad. d. Wiss. in Wien, 1860, Bd. 40, p. 147 ff. Die Foraminiferen des norddeutschen Mils und Gault. 1 7 arguta, bicostiilafa und iiotata Rss.) den Vaginulinideen, 2 {Frondi- cularia gaulthia und guestphalica Rss.) den Frondicularideen und 1 hvi(PleiirostomeUa fusiformis Rss.') den Pleurostomellideen ; fei-nec 6 Arten (Marginulina soluta und inaequalis Rss., Cristellaria tri- pleura, acuta, secans Rss. und rotulata Lann. sp.) den Cristellari- deen; 3 Arten {Proroporiis complanatus, Te.vtUaria parallela und hoUvinoides Rss.), den Textilarideen und endlich 4 Species (Rotalia polyraphes und umbonella, Rosalina marginata Rss. und Glo- bigerina cretacea d'Orb.) den Rotalideen. Ausserdem finden wir in Morri's catalogue of british l'ossils (2 edit. p. 32 ff.) noch 20 Species aus dem englischen Gault ver- zeichnet. Es sind aus Aen\]\Q\\'\AQQv\'.Gaudrymapupoides d'Orb.und Verneuilinn (Tritaxia?) tricnrinata d'Orb.; aus den Rhabdoideen: Nodosaria ohsciira R s s.,Dentalmagracilis d' r b., D. legumen R s s., D. snlcata Nils., Vagimdlna costalata Rom. und strigillata Rss., Frondicularia Cordai und inversa Rss., Flabellina cordata Rss.; aus den Ci-iste1larideen : Cristellaria complanata Rss., Cristellaria obsoleta Jones, rotidata Lam. sp. und triangidaris d'Orb.; aus den Polymorphinideen: Bnlimina obliqiia und obtnsa d'Orb.; aus den Textilarideen: Textilaria coiicinna Rss. und endlich aus den Rota- lideen: Rotalia caracolla Rö ni. und Rosalina ammonoides Rss. Von diesen habe ich bisher nur 7 Arten (Gaudryina pupoides, Nodo- saria obscura, Dentalina legumen, Cristellaria rotulata und trian- gulär is, Rotalia caracolla und Rosalina ammonoides) in dem deut- schen Gault wieder gefunden. Auf die übrigen, deren Vorkommen im Gault mir aus eigener Erfahrung nicht bekannt Lst, und für deren vollkommen richtige Restimrnung ich daher auch nicht sicher ein- stehen kann, nehme ich desshalb auch hei der Reurtheilung der Foraminiferenfauna des Gaultes keine Rücksicht, um so weniger, als sie sämmtlich Typen angehören, die ohnehin im Gault meistens viel- fach vertreten sind und daher auf das Gesammtbild der Fauna nicht ändernd einwirken würden. Die von mir untersuchten Gesteinsproben stammen aus sehr verschiedenen Etagen des Gault, von den jüngsten Schichten dess- halb bis zu den tiefsten herab. Ich hatte Proben: 1. aus dem Flammenmergel vom Mahnei'berg bei Salzgitter; vom Wege von Grossdöhren nach Olhei; vom Reutel bei Salzgitter und vom Nordwestabhange des Stobenberges bei Liebenburg; Sitzb. d. maUiein.-natuiw. Cl. XLVI. Bd. I. Ahth. 2 18 Heu SS. 2. aus dem Minimuslhon von Eilum bei Schöppenstedt; von der Heininger Ziegelei; von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salzgitter; von Neu- Wallmoden; von der Haver- lahwiese bei Steiniah; aus einem Röhrengraben am nordwest- lichen Fusse des Stobenberges bei Liebenburg; aus einem Röhrengraben im nordwestlichen Theile des Sommerholzes bei Kniestedt; aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Llebciiburg und endlich von Rheine in West- phalen; 3. aus dem Milletianusthon von Kleinlopke bei Hildesheim; von der Ziegelei bei Peine und von Vöbrum bei Peine; 4. aus dem Tardefurcatustlion von Quitzern bei Querum unweit Brannschweig, und vom Mastbruch bei Braunschweig; 5. aus den Gargasmergeln vom Mastbruch bei Braunschweig und von Bettmar; 6. aus dem Speetonelay von der Moorhütte bei Braunschweig; vom Spechtsbrink oder Spechtsborn zwischen Grünenplan und Eschershausen und aus dem nordwestlichen Theile der Thon- grube bei Ohrum unweit Wolfenbüttel. Die Proben des Spee- tonelay von anderen Fundstätten haben keine Foraminiferen geliefert , ebenso wie die versteinerungsarmen dunkelblauen schieferigen Thone, welche in der Umgegend von Braunschweig zwischen die Gargasmergel und den Speetonelay eingelagert sind. Welcher Etage endlich die Probe aus dem untern Gault bei Drispenstedt bei Hildesheim zuzurechnen sei, vermag ich nicht zu entscheiden. In den verschiedenen Etagen des Gaultes von den vorbenannten Localitäten habe ich bisher 121 Species mit Sicherheit nachzuwei- sen vermocht. Eine nicht unbedeutende Anzahl musste ich jedoch wegen zu fragmentärer Beschaffenheit oder wegen des zu schlechten Erhaltungszustandes als unbestimmbar bei Seite legen. Es dürfte daher in der Folge noch eine wesentliche Bereicherung der Forami- niferenfauna des Gaultes zu hoffen sein. Die bestimmten Arten habe ich zum Behufe schnellerer und leichterer Übersicht in folgender Tabelle zusammengestellt, aus der sich zugleich ihr Vorkommen in den einzelnen Etagen des Gault und in anderen Kreideschichlen ergibt. Die Foiaminif'eren des norddeutschen Hils und fiault ly Haplophragmium aeq. Rom. sp. „ nonioninoides m Nubecularia irregid. d'Orb. sp Alaxophragmhim Presli Rss „ Orhignyi Rss Verneuilina Mihisteri Kss. Tritaxia tricarinata Rss. . . „ pyramidata m Gaudryina oxycona Rss. . . „ pupoides m Plecanium, parallelum m. . . Cornuspira crclacea Rss. . . Hauer ina antiqiia m Lagena apiculata Rss.imr.ellipi Nodosaria tetragona Rss. . „ inflata Rss „ nana Rss „ prismatica Rss „ bacfroides m „ dnplicicostata Rss. . „ lamellosocostata m. . „ nuda m. . . .- Dentalina oligostegia Rss. „ subrecta Rss „ nana in „ cylindroides Rss. . . . „ strangulata Rss „ distincta Rss „ catemda Rss „ commutata Rss „ sororia Rss „ linearis Rom. sp.. . . „ legumen Rss „ deflexa m „ xiphioides m „ aculeata d'Orb Vaginulina angustissima m „ striolata m „ Strombecki m „ notata Rss „ bicostidata Rss „ transversalis Rss. . . „ truncala m „ arguta Rss „ recta m „ paucistriata m. ... „ discors Koch ,, harpa Rom 20 Vaginulina paucicostata m. . . . Frondicularia hastata Rom. . . . „ gaultina Rss „ Ungeri m „ filocincta in „ guestphalica Rss „ coneinna Koch Rhabdogonhim Slrombecki vi. . Glandulina mritabilis m , Lingtdina nodosaria m Pleurostomella subnodosa Rss. . „ fusiformis Rss. . . Marginulina inaequalis Rss „ linearis m „ solnta Rss „ calliopsis m „ aequivoca m „ tenuissima m „ acuticostata m „ robusta m „ turgida m Cristellaria Schlönbachi in „ linearis m „ incurvata m „ perobliqua m „ cephalotes in. „ tricarinella m „ crepidularis Rom. sp „ pachynota m „ tripleura Rss „ triangularis d'Orb „ Bronni Rom. sp „ grata m „ planinscida in „ piilchella ni „ nuda Rss „ tiirgidula Rss „ subaperta m . . . . „ Dankeri m „ siilcifera m „ acuta Rss „ ovalis Rss „ Römeri d'Orb „ stibalata m „ secans Rss „ rotulata Lam. sp „ impressa m „ Münsteri Rom. sp Die ForamiiiiferL'ii des norddeutschen Hils und Gault. 21 Crislellaria macrodisca m. . . Robitliiia discrepans m Glohiäina prisca m „ tubcrculata d'Orb PyriiUiia obtiisu m Proroporus complanatus Rss. „ Schnitzet m Textilaria pygmaea m „ conulus Rss „ bolivinoides Rss Botalia nonionina m „ involuta Rss. var „ nitida Rss „ polyraphes Rss „ lenticula Rss „ i'eticidata m „ iimbonella Rss „ Schlönbachi in „ caracolla Rom „ semiglobosa m „ inflata Rom Rosalina ammonoides Rss. . . „ complanata Rss. ear. . „ nitens m „ Schlönbachi m „ inflata m „ rndis m „ marginata Rss Glubigerina cretacea d'Orb, . Gruppirt man die in der vorstehenden Liste verzeichneten Arten nach den Familien, denen sie angehören r^ so ergibt sieh folgendes Schema: Haplöphragmkim Rss. . . . 2 i Nubecularia D efv 1| Ataxophragmium Rss. ... 2 Verneuilina A'' Ovh 1 Tritaxia Rss 2) 8 Gmidrylna d' r b 2 Plecaiiium Rss 1 Cormispira Schltze 1 Haueriiia d^Orb 1 22 LiUfena Walk Nodosarin A' vh 8. Dentniina d'Orb 14^ ... 22 Va pCt.) erlangt. Dagegen sind die Lagenideen und Pleurostomellidcen, welche im llilse gar nicht vertreten erscheinen, neu hinzugekommen. Eben so ist die Zahl der \m llilse sehr sparsamen Polymorphinideeu auf ö Arten (4 pCt.), jene der Rolalideen sogar auf 19 Arten (lö-2 pCt.) gestiegen. Die im llilse feblenden kieselschaligen Uvellideen tauchen plötzlich mit 8 Arten ((i-4 pCl.) auf. Diesem entsprecbend bat sich auch die Artenzahl der einzel- nen Gattungen verändert. Die grösste Artenfiille bietet immer noch Cristt'Uariii dar. Die Zalil der für den llils so cliarakteristischen Die Forniiiiiiifcien das iiordili'utsclien Nils und Gault. Co Vaginulinen hat absolut und noch mehr relativ abgenommen. Die Menge der Rhabdogonien ist auf eine Species herabgesunken, welche überdies noch auf die tiefsten, dem Hils zunächstliegenden Schich- ten des Gaults, den Speetonclay beschränkt ist. Die Gattungen Defitnlinopsis und Amphimorphina sind gänzlich verschwunden. Ihre Stelle haben Formen eingenommen, die sich in den höheren Kreideschichten vielfach wiederholen, während sie dem Hils ganz oder doch grösstentheils fremd sind. Es ist die Zahl der Rotaliaarten auf 11 gestiegen. Die Gattung Rosalma ist mit 7 Arten, Pleuro- stomella, Ataxophragmium , Gaudryina und Tritaxia mit je zwei Arten, Verneuilina, Plecanium, Cornuspira, L«//ewa mit je einer Species neu aufgetaucht. Und gerade manche dieser neu oder in reicherer Fülle aufgetretenen Arten zeichnen sich hin und wieder auch durch einen besonderen Individuenreichtlium aus, wie er im Bereiche des Hilses überhaupt beinahe nirgend beobachtet wird. Besonders Ataxophragmium fVOrbigmji und Presli Rss., Tritaxia tricarinata Rss. , Hapluphragmium aequale Rom. sp., Cristellaria rotulata Lam. sp. , Rolalia involuta Rss. var. , R. polyraphcs und lenticula Rss., Rosalina ammonoides und compla?iata Rss. var. zeichnen sich an manchen Localitäten durch ihr häufiges Vor- kommen aus. Wenn daher auch die Foraminiferenfauna sich in mancher Be- ziehung an jene des Hilses anschliesst und noch manche Eigenthüm- h'chkeit mit derselben gemeinschaftlich hat, so entfernt sie sich doch in anderer Hinsicht nicht unbedeutend davon und nähert sich mehr der Fauna der jüngeren Kreideschichten. Der Gault bildet in dieser Beziehung gleichsam ein vermittelndes Zwischenglied zwischen dem Hils und den höheren Kreideetagen. Dies geht schon daraus hervor, dass es gerade Formen der oberen Kreide sind;, welche, im Hilse gänzlich fehlend, im Gault plötzlich in nicht unbeträchtlicher Indi- viduenanzahl hervortreten, wie z. B. Ataxophragmium Presli und d'Orbigtiyi, Tritaxia tricarinata, Cristellaria rotulata, Rotalia jyolyraphes, involuta und lenticula, Rosalina ammonoides und com- planata. Noch klarer leuchtet diese Behauphmg ein, wenn wir die Fau- nen der einzelnen Etagen des Gaiiltes einer sorgsamem Prüfung unterziehen. Die unterste Etage des Gaultes — der Speetonclay — schliesst sich nicht mir in ihren Lagerungsverhältnissen, sondern 24 R e u s ». auch in Beziehung auf ihre Foraminiferenfauna so nahe an den Hils an, dass letztere noch beinahe alle Eigenthümlichkeiten der Hiis- fauna an sich trägt. Vom mittleren Hilse an kann man, was die Fo- raminiferen betrifft — und auf diese allein beschränkt sich unsere Betrachtung — bis in den Speetonclay einen allmählichen Übergang ohne allen Sprung verfolgen. Erst oberhalb des Speetonclay, in den höheren Gaultschichten , gibt sich die Annäherung an die jün- geren Kreideetagen in den Foraminiferen deutlicher und in höherem Masse zu erkennen. Keine der vorerwähnten Formen der oberen Kreide geht bis in den Speetonclay hinab, während nicht wenige Species des Hilses bis in den Speeton hinaufreichen. Die grösste Annäherung des Gaultes an die obere Kreide — in Beziehung auf die Foraminiferen — gibt sich dagegen in den jüngsten Gaultschich- ten, im Minimusthoiie und im Flaminenmergel kund; besonders bei letzterem, der nur sehr wenige Arten vom Typus der Hilsfauna mehr umschliesst, findet dies im höchsten Grade Statt. Zur Erläuterung des Gesagten soll eine flüchtige Betrachtung der Faunen der ein- zelnen Hilsetagen dienen. Der Speetonclay hat bisher 35 Arten geliefert, welche sich auf folgende Gattungen und Familien vertheilen: Hnplophrugmiiim Rss. . . . Ij NubeculariaDeiv Ij Hauerina d'Orb 1 iNodosaria d'Orb. . . . . . 3| [DentaUna d'Orb. . . . . . Ij VaginnlinaA'Ovh 4f Frondicularia Defr 2| q) ' ' ' ^^ Rhabdogonium Rss 1] Glandidina d'Orb Ij Liiigulina d'Orb \\ Marg Imilina ä'Ovh Ij Cristcllaria d'Orb u! 16 Robidina d' r b l) Rotalin d'Orb 3 35 Wie im Hilse gehört also auch hier die weit überwiegende Mehr- zahl der Arten (29 = 82-8 pCt.) den Cristellarideen und den Rhab- doideen und unter diesen besonders den Vaginulinideen, Nodosari- Die Foraiiiinifereii lies iioiddeutscheii Hils und Gault. /CO deen und Frondicularideen an. Von den drei Rotalideenarten theilt der Speeton die einzige etwas häufiger vorkommende — R. cara- colla Rom. — mit dem Hilse; die beiden anderen seltenen Species scheinen ihm eigenthümlich zu sein. Die Polymorphinideen und Uvellideen sind gar nicht vertreten. Das Fehlen der letztgenannten Familie theilt er ebenfalls mit dem Hilse. Von den erwähnten 35 Arten sind 11 (VaginuUna discors Koch, V. paucicostata m., Frondicularia hastata Rom., Rhabdo- goiiium Stromhecki m., LinguUna nodosaria m., Cristellaria linea- ris m.', Cr. crepidularis Rom. sp., Cr. Brotini Rom. sp., Robulina discrepiüis m., Rot.alia semiglobosa m. und R. sidcata Rom.) bis- her nur im Speetoiiclay gefunden worden. Die andern 24 Species hat derselbe mit anderen Kreideschichten gemeinschaftlich. Von diesen kommen aber 16 — also mehr als die Hälfte — auch im Hils vor. Im obern Hils allein kehren wieder 6 Arten {Nubecularia irre- gidaris d"Orb. sp., Vagiimlina truncata m., K harpa Rom., Froii- dicularia concinna Koch, Cristellaria Schlö?ibachi und tricarinella m.);im obern Hils und zugleich in den höheren Gaultschichten drei Arten {^Nodosaria lamelloso-costata m., Glandulina mutabilis m. und Margimdina robusta m.); im obern Hils und der obern Kreide zwei Species {Rhabdogonium aequale Rom. sp. und Cristellaria ?iuda m.y, im mittlem Hilse Äo^a^m caracolla Rom.; im mittlem und obern Hils Dentalina linearis Rom. sp., Cristellaria Dunkeri m. und Cr. Milnsteri Rom. sp. ; endlich im mittlem Hils und den höheren Gaultschichten zugleich Cristellaria Römeri d'Orb. Mit den jüngeren Gaultetagen hat der Speetonclay 4 Species gemeinschaft- lich (Nodosaria nana Rss., Cristellaria incurvata m., Cr. suba- perta m. und Cr. subalata m.); mit dem Gault und der obern Kreide zugleich drei Species (^Nodosaria inflata Rss., Cristellaria acuta Rss. und Cr. rotulata Lam. sp.). Hauerina antiqua m. begegnen wir merkwürdiger Weise wieder im braunen Jura, ohne dass es bisher möglich gewesen wäre, in den dazwischen liegenden Schich- ten eine Spur davon aufzufinden. . Die angegebenen Daten setzen es ausser allen Zweifel, dass in Reziehung auf seine Foraminiferen der Speetonclay eine viel nähere Verwandtschaft mit dem Hils be- sitzt, als mit den höhern Etagen des Gault. Hierbei muss jedoch bemerkt werden, dass der grösste Theil der hier in Rede stehenden Arten vom Spechtsbiink zwischen Grünenplan und Eschershausen 26 stammen, aus Schichten, deren geologisches Niveau noch nicht mit völliger Sicherheit bestimmt ist *)• Der Martinithon hat mir bisher noch iteine Foraminiferen ge- liefert. Die Gargasmergel haben mir bis jetzt nur 9 Species von Foraminiferen dargeboten; dieselben scheinen überhaupt arm an diesen Fossilresten zu sein. Mit Ausnahme zweier Arten, der Cri- stellaria planiuscula m. und der Rosalina Schlönhachi m., die ich noch aus keiner andern Schichte kennen gelernt habe, gehören sie alle den anderen, besonders jüngeren Gaultschichten und der obern Kreide oder be iden zugleich an. Nur Cr. subaperta m. und die kos- *) Herr v. Strombeck in Braunschweig theilt mir brieflich folgendes Profil nebst nachstehenden Bemerkungen mit, die ich mir hier wieder zu geben erlaube. a Flammenmergel, h Minimnsthon , e Quader, d Gargasraergel, e Spee- tonclay oder (?) versteinerungsarme Thone, /'anscheinend thoiiiger Untergrund. Ostrea Couloni var. aquila liegt in Fragmenten umher; g Flötz von Eisensand- stein, h Elligserbrink -Schichte, i Wealdenbildung. (Was mit vollen Linien begrenzt ist, ist Thatsache, das Punktirte Hypothese.) Von der mit a bezeichne- ten Stelle sind die untersuchten Proben entnommen. Herr v. Strombeck äussert sich darüber folgendermassen : „An der Stelle a liegen viele kleine Uni- und Bivalven , die der Benennung noch harren und die an anderen Localitäten ganz unten im Speeton liegen ; fer- ner damit zusammen eine Unzahl Fragmente von Belemnites Ewaldi , welcher im nördliclien Deutschland nirgend anders, als im Gargasmergel und im Martinithone gefunden wird. Ich weiss in der That nicht zu sagen, welchem Niveau die Stelle angehört. Es könnte wohl sein, dass hier ein Bergsehliipf vorliegt. Bis auf Weiteres möchte ich indessen glauben , dass daselbst unterster Speeton ansteht, und dass Aar B. Ewaldi &\is oberem Niveau herabgeschwemmt ist. Ich vermag aber die Zweifel nicht zu lösen, die darin bestehen, dass weder an dieser Localität, noch überhaupt irgendwo am Hilse wahrer Speetonclay, der sonst durch die Häu- figkeit von Belemnites Bninswicensis leicht zu erkennen ist, bekannt ist. Die Foraiiiiniferen des norddeutscheu Hils und GQuIt. /C7 mopolitische Cristellaria rotulata Lam. sp. reichen bis in den Spee- tonclay hinab; keine dringt dagegen bis in den Hils vor. Daher fehlen auch die für diesen so bezeichnenden Gattungen Vaginulina, Dentalinopsis, Rhabdogonium u. s. vv. ganz. Noch geringer ist die Zahl der Arten, die mir aus dem Tarde- furcatusthon bekannt geworden sind. Es sind ihrer im Ganzen nur 6. Drei derselben, Dentalina nana m., MarginuUna robusta m. und Cristellaria macroclisca m. erscheinen auch im Hils, die zweite überdies noch im Speetonciay, die erste im Minimusthon. Rotalia nonionina m. ist auf den Tardefurcatuslhon beschränkt; Cornu- spira cretacea Rss. steigt durch fast alle Etagen des Gault bis in die weisse Kreide hinauf. Textilaria bülivinoides m. habe ich nur noch im Minimusthon angetroffen. Im Milletianusthon steigt die Zahl der Arten schon bis auf 13. Beinahe die Hälfte derselben, Vaginulina angustissima m., Cristel- laria pachynota m., Pyrulina obtusa m., Rotalia reticulata m., Rosalina nitens und rudis m. sind mir ausserhalb der in Rede ste- henden Schichten noch nirgend begegnet. Mit dem obern Hils haben diese nur zwei Species {M. acuticostata m. und Cristellaria grata m.), mit dem Minimusthon dagegen 5 Arten gemeinschaftlich. Cornuspira cretacea Rss., Cristellaria tria7igularis d'Orb. uudGlo- bigerina cretacea d'Orb. kann man bis in die weisse Kreide hinauf verfolgen. Im Ganzen schliesst sich die Fauna des Milletianusthons in ihrem Habitus sehr an jene des Minimusthones an. Diese letztere ist ohne Zweifel die reichste unter den Special- faunen des Gaultes, denn sie ist bisher schon auf 81 Arten gestie- gen und umfasst daher mehr als drei Fünftheile der Gesammtzahl der bekannten Gaultforaminiferen. Ihr Charakter ergibt sich am besten aus nachstehender Zusammenstellung nach Gattungen und Familien: Haplophragmium Rss 1 Ataocophragmium Rss. . . -^ ^] Ver tieuilina d' rh li Tritaxia Rss 2/ Gaudry ina d' Orh 2l Plecatiiiim Rss 1 Cornuspira Schnitze 1 28 LagenaW-A\k T { Nodosaria d'Orb. . . . . ..... 20] \ Dentalina d'Orb. . . .12) Vagimilina d'Orb 7\ 3S Frondicularia Defr 4l Glandulinu d'Orb l' Pleurostomellu Rss 2/ iMargimdina d'Orb 8) _ ICristellaria (i:Orh 12) GlobuUna d'Orb 1 Proroporiis E h r b 2) . Texülaria Defr 2j BotaliahAm 6| Rosalina d^Ovh 4) 11 Globigerina d'Orb l) 81 Hier haben die Rhabdoideen schon das Übergewicht über die Cristellarideen erlangt und auch die Rotalideen und Uvellideen haben sich zu einer grösseren Bedeutung emporgeschwungen. Unter den Rhabdoideen herrschen die Nodosarideen weit über die übrigen Abtheilungen vor, während die Vaginulinen von der Höhe ihrer Entwickelung tief herabgesunken, die Rhabdogonien ganz ver- schwunden sind. Die Arten, welche die grösste Individuenfülle ent- falten, gehören mit Ausnahme des Ha'plophragmiimi nonioninoides, der Cot'?mspira cretacea und weniger Cristellarien durchgehends den Uvellideen und Rotalideen an, also Typen, die ihre vorzügliche Elitwickelung innerhalb der Kreideformation in den oberen Etagen derselben finden. Von den erwähnten 81 Arten habe ich 34 (also beinahe 42 pCt.) bisher nur im Minimusthon gefunden; 47 Species dagegen traf ich auch in anderen Etagen der Kreideformation an. Von diesen reichen 9 bis in den obern Hils, eine Art in den mittlem Hils, 4 Arten bis in den Speetonclay herab. 7 Arten liegen nur noch in anderen Schichten des Gaiilt. 29 Species (3S-8 pCt.) endlich stei- gen bis in die obere Kreide hinauf, — ein hinreichender Grund für die grosse Annäherung der Foraminiferenfauna des Minimusthones an jene der jüngsten Kreideschichten. Die Foramiiiiferen des norddeutschen Hils und Gault. 29 Noch viel deutlicher tritt diese in der jüngsten Etage des Gault — dem Flammenmergel — hervor. Die fijr die tiefern Schichten der Kreidegebilde charakteristischen Vaginulinideen und Frondicu- larideen sind beinahe ganz verschwunden und von den 18 Foramini- ferenarten, welche der Flammenmergel bisher dargeboten hat, reicht nur je eine bis in den obern Hils und in denSpeetonclay hinab; drei Arten tauchen auch in den tieferen Gaultschichten wieder auf; llSpe- cies aber (61 pCt.) erheben sich bis in die weisse Kreide, GlobuU7ia tuherculaia d'Orb. erscheint selbst noch in den miocäiien und plio- cänen Tertiärschichten wieder. Nur eine Art, Vagimd'ma striolata m. dürfte nach den bisherigen Beobachtungen dem Flammenmergel eigenthümlich zukommen. Verzeichniss sämmtlichep Arten des Hils und Gault und Beschreibung der neuen Arten, A. Foraminiferen mit porenloser Schale. I. Mit kalkig-kieseliger Schale. 1. Farn. LitiioJidea. Haplophragniium Reuss. 1. H. aeqnale Rom. sp. (Taf. I, Fig. 1 — 7). Römer, Ver- steinerungen des norddeutschen Kreidegebirges p. 98, Taf. XV, Fig. 27. Römer bildet nur eine, überdies seltenere Form dieser äusserst wandelbaren Species ab. Diese grosse Veränderlichkeit wird hervorgebracht theils durch die verj^^chiedenen Altersstufen und den davon abhängenden Grad der Eiitwickeliing, theils durch die grosse Neigimg der meistens unregelmässigen Kammern zur Veränderung in Form und Grösse. Die Zahl derselben ist gewöhn- lich nicht gross. Ihre Grösse, wenn auch veränderlich, ist doch in der Regel bedeutender, als bei den übrigen Arten der Gattung. Besonders findet dies bei den letzten Kammern Statt. Das Gehäuse ist bald ziemlich schmal und dann fast cylindrisch, bald breiter und in diesem Falle gewöhnlich etwas; wenngleich immer nur schwach, zusammengedrückt. Die ersten Kammern sind klein und zu einer bald^ vollständigen, bald unvollständigen kleinen Spira eingerollt, die etwas stärker zusammengedrückt ist, als der gerade gestreckte Theil des Gehäuses und denselben entweder gar nicht oder nur wenig an Breite übertrifft. Die Näthe der letzten Kammern, bei 30 Kens s. denen Breite und Höhe in sehr wechselndenoi Verhältnisse stehen, sind zwar schmal, aber mitunter ziemlich tief; jene zwischen den Anfangskammern immer seicht, oft selbst undeutlich. Die letzte Kammer zieht sich rasch zur stumpfen Spitze zusammen und trägt die Mündung. Selten sind 2 — 3 kleine Mündungen vorhanden; gewöhnlich ist dieselbe einfach und grösser, offenbar durch das Zusammenfliessen mehrerer kleinerer entstanden, daher mehr weni- ger lang gezogen, spaltförmig oder selbst unregelmässig gelappt. Die Schale rauh, kalkig-kieselig. Häufig im oberen Hils vom Bobnenkamp bei Querum unweit Braunschweig; seltener im Speetonclay zwischen Grünenplan und Eschershausen u, a. a. 0. Ganz analoge Formen, welche ich bisher von jenen des Hilses nicht zu unterscheiden vermag, gehen, wiewohl viel seltener, bis in den Pläner und die oberen Senonmergel (z. B. Westphalens) hinauf. 2. H. nooioninoides (Taf. I, Fig. 8). Eine Nonioninen-Form von Haplophragmium. Unter den zahl- reichen, meistens vielfach verdrückten Exemplaren hat sich bisher noch keines mit gerade angesetzten Endkammern gefunden. Das ziemlich grosse (bis 0-75 Millim.) Gehäuse ist beinahe kreisrund, scheibenförmig, zusammengedrückt, mit abgerundetem Rücken und beiderseits mit engem seichten Nabel. In der letzten Windung 8 — 12 schmal- dreieckige, wenig gewölbte Kammern, durch nicht sehr tiefe, fast gerade Nathfurchen geschieden. Die Septalfläche der letzten Kammer halbelliptisch, höher als breit, gewölbt. Die Mün- dung wie bei Nonionina, eine halbmondförmige Spalte am unteren Kammerrande. Die Schale sehr uneben, mit groben unregelmässig körnigen Rauhigkeiten bedeckt. Häufig im Flammenmergel am Wege von Grossdöhren nach Olhei, sehr selten in jenem vom Nordwestabhange desStobenberges bei Liebenburg; gemein im mittleren Miniinusthon vom Röhren- stollen im Sommerholz bei Kniestedt, sehr vereinzelt im Minimus- thon von der Ziegelei bei Heiningen und von Neu- Wallmoden. Nuhecularia Defr. 1. N. irregalaris d'Orb. sp. (Oeufs des mollusques Cor- nuel in mem. de la soc. geol. de Fr. 1848, 2'^^ ser. III. I, p. 259. Taf. IV, Fig. 37. — Webbina irregularis d'Orbigny prodr. de Die Koraminifereii des norddeiitsohen Hils und Gault. 31 paleont. stratigr. II, pag. 11, No. 783.) Kleine, breit-eiförmige, flach gewölbte Kammern sind zu einfachen, unregelmässig hin und her gebogenen Reihen verbunden. Sie sind an beiden Enden stark verschmälert und daher durch tiefe Einschnürungen von einander gesondert. Mit der sehr dünnen ebenen Unterseite sind sie auf andere Gegenstände aufgewachsen. Die letzte Kammer mündet am vordem Ende mit einer engen halbrunden, etwas unregelmässigen Öffnung aus. Die freie Oberfläche der Schale ist mit feinen Rauhig- keiten bedeckt. Sehr selten im Speelonelay im nordwestlichen Theile der Thongrube von Ohrum bei Wolfenbüttel. 2. Farn. Uvellidea Rss. Ataxophragmiutn Reuss. 1. A. Presli Reuss. {Balimina Presli Rss. in Haidin- ge r's ges. naturwiss. Abhandl. IV. I. pag. 39. Taf. III, Fig. 10.) Sehr verbreitet von den oberen Gaultschichten aufwärts. Im Flammenmergel vom Mahnerberg bei Salzgitter und von Reutel, am Wege von Grossdöhren nach Olhei und am nordwestlichen Fusse des Stobenberges bei Liebenburg; im Minimusthon von Rheine in Westphalen, von der Ziegelei im Norden von Wallmoden, vom Röhrenstollen im Sommerhoiz bei Kniestedt, von der Ziegelei bei Heillingen und am Wege von Grossdöhren nach Olhei. Zu den zahl- reichen, in den Sitzungsber. der k. Akad. d. W, 1859, ßd. 40, p. 226 angeführten Fundorten im Gebiete desSenon, des Pläners und Ceno- mans kann ich noch hinzufügen: den ßakulitenthon von Hochpetsch und vom westlichen Fusse des breiten Berges bei Rannai (Röhmen); den Planer von Schwetz und vom Sauerbrunnen bei Bilin (Röhmen); das Cenoman von Reutel, vom Flöteberg bei Liebenburg, von Neu- W^alhnoden und von Langeisheim (Norddeutschland). 2. Ä Orbignyi Reuss. (Bulirriina d'Orhiguyi Reuss, Kreide- versteinerungen Röhmens pag. 38, Taf. XV, Fig. 74.) Nicht viel weniger verbreitet als die vorige Species , gewöhnlich in ihrer Gesellschaft. Im Flammenmergel von Reutel, vom Wege von Grossdöhren nach Olhei und vom Nordwestabhange des Stobenberges bei Liebenburg; im Minimusthone von Eilum, von 32 R e u s s. der Ziegelei bei Heiningen, von Wallmoden, vom Flötenberg bei Liebeiibnrg, vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt, von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salzgitter, vom Wege von Grossdöhren nach Olhei, aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenburg, so wie im Minimusthon von Rbeine in Westphalen. Geht durcb das Cenoman und den Pläner bis in die Mucronatenkreide hinauf. Zu den in den Sitzungsber. der k. Akad. d. W. 18S9, Bd. 40, p. 226 namhaft gemaehfen Fundstätten füge ich noch hinzu: die obere Kreide von Wendebrück bei Braunschweig und den cenonianen Pläner von Neu -Wallmoden, von Langeisheim und vom Flötebeig bei Lie- benburg. A. Presli und cf Orbignyi gehören zu den verbreitetsten und gemeinsten Foraminiferen des sonst daran nicht sehr reichen unteren Pläners (Cenomans) und Flammenmergels. Im Hils habe ich sie dagegen noch nie gefunden. Verneuilina d'Orb* 1. V. JHünsteri Reuss. (Reuss in den Sitzungsb. der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, 1859. Bd. .40, pag. 227. — Denksch. der kais. Akademie der Wissenscb. 1854. VU, pag. 71, Taf. XXVI, Fig. 5.) Gehört hauptsächlich dem Senon und dem Pläner an. Selten ist sie im Cenoman und innerhalb des Gaults ist sie bisher nur im Minimusthon von Rheine in Westphalen sehr selten vorgekommen. Tritaxin Reuss. 1. Tr. tricarioata Reuss, (Reuss in den Sitzungsberichten der kais. Akademie der Wissenschaften, 1859. Bd. 40, pag. 84.) Gehört ebenfalls vorzugsweise der oberen Kreide an; selten ist sie im Cenoman, noch seltener im Gault, innerhalb dessen ich bisher nur im Minimusthon von Rheine einzelne Exemplare ange- troffen habe. 2. Tr. pyraniidata ni. (Taf. I, Fig. 9). — Viel grösser als vorige Art (bis 1-68 Millim. lang), verkehrt dreiseitig-pyramidal, scharf dreikantig, mit ebenen oder meistens seicht ausgehöhlten Seiten- flächen, unten ziemlich scbarf zugespitzt, obon mit kurzer, sehr stumpfer Spitze oder beinahe zugerundet. Zahlreiche niedrige, fast quere alternirende Kammern, 11 — 12 in einer Reibe, stehen in drei regelmässigen Längsreihen über einander und werden durch Näihe Die Foramiiiifereii des norddoitschen Ilils und Gault. 33 gesondert, die zwar seicht und schmal, aber stets viel deutlicher sind, als bei Tr. tricarhiata. Die rundliche Mündung steht auf oder wenig unter dem Scheitel der letzten Kammer. Das rauhe Gehäuse ist oftmals verbogen. Diese Species scheint in der oberen Kreide nur selten zu sein und von der Tr. tricariiiata vertreten zu werden. Ich fand sie nur im Kreidodetritus von Charing (Kent) und im Cuvierimergel von Langelslieim. Dagegen scheint sie in der mittleren Kreide ihren Hauplsitz zu haben. Ich kenne dieselbe aus dem Cenoman vom Mahnerberg und vom Fleischerkamp bei Salzgitter; von Reutel, vom Flöteberg bei Liebenburg und von Langeisheim; aus dem unteren Flammenmergel vom Nordwestabhange des Stobenberges bei Lie- benburg und vom Mahnerberg bei Salzgitter, endlich aus dem Mini- musthon vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt und aus dem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Lie- benburg. In tieferen Schichten der Kreideformation habe ich sie noch nicht gefunden. Gautlvyina «l'Orb« 1. Cr. oxycona Reuss. (Sitzungsber. der k. Akad. d. W. 18S9, 40. Rd. p. 229, Taf. 12, Fig. 3.) — Hauptsächlich im Senon und im Pläner zu Hause; schon selten im Cenoman. Sehr vereinzelt im Minimusthon von Rheine (Wesiphalen) und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. 2. G. pnpoides d'Orb. (Sitzungsber. der k. Akad. d. W. 1859, 40. Rd., p. 229.) — Insbesondere der weissen Kreide angehörend, doch auch selten im Pläner. Sehr vereinzelt im Flammenmergel des Nordwestabhanges des Stobenberges bei Liebenburg und im Mini- musthon vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt und von Rheine in Westphalen. Auch im Gault von Folkestone. Plecanium Reuss. i) 1. PI. paralleloiii Reuss. (Textilaria parallela Reuss. Sitzsber. der k. Akad. d. W. 1859, 40. Rd., p. 233, Taf. XII, Fig. 7.) — 1) Reuss, Entwurf einer systematischen Zusaniinensteliunfj der Foiatninifereii in den Sitzb. d. k. Akad. d. Wiss. 1861, Bd. 44. AMh. 1, pucr. .S83. Sitzb. d. mathem.-naturw. Cl. XLVI. Bd. I. Abth. 3 34 K e u s s. Sehr selten iniMiminustlione von Rheine in Westphalen und im unte- ren Minimiisthone vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniesledt. II. Mit kalkiger porcellanartiger Schale. 1. Miliülidca Schnitze. a) CORNUSPIRIDEA m. Cornuspira Schulixe. 1. C. crctacca Reuss (Taf. I, Fig. 10 — 12). (Reuss in den Silzungsber. der k. Akad. d. W. 1859, 40. Rd., p. 177, Taf. I, Fig. 1 .) — Die regelmässigen Formen dieser Speeies stimmen mit der I. c. gegebenen Beschreibung der westphälischen vollkommen überein; nur ist die ringförmige Anwachsstreifung viel weniger deutlich, mitunter gar nicht sichtbar. Sehr häufig kommen aber sehr abnorm gebildete Schalen vor. Oft zeigen die Windungen ihre nor- male Gestalt, liegen aber nicht in einer Ebene, sondern sind in einer offenen Spirale eingerollt, wodurch das Gehäuse eine konische Form erhält (Fig. 12a von oben, b von der Seite gesehen). Oder es sind die dünnen inneren Windungen ganz regellos zu einem Knäuel zusammengeballt, der als ein bisweilen kugeliger Knopf in der Mitte des Gehäuses hervorragt, bald auf der einen, bald auf der andern Seite stärker. Um denselben legen sich dann erst die letzten äusser- sten Windungen, in normaler Weise in einer Ebene liegend, herum. Diese sehr veränderlichen abnormen Formen können von den nor- malen specifisch nicht gesondert werden, da sie in den wesentlichen Merkmalen damit völlig übereinstimmen und sich die anomale Ein- rollung bald nur auf die innersten Umgänge beschränkt, bald wieder den grössten Tbeil derselben ergreift. Sie sind bisher nur im Tar- defurcatusthon von Quitzern bei Querum, im Milletianusthone von Klein-Lopke bei Hildesheim und im Gargasmergel von Bettmar gefunden worden, wo sie sehr häufig sind, während die in ihrer Gesellschaft vorfindige Normalform eine seltene Erscheinung ist. Die letztere ist dagegen weit verbreiteter, besonders in der oberen Kreide. Zu den zahlreichen 1. c bezeichneten Fundorten füge ich noch hinzu: den Cuvierimergel von Langeisheim, den Rakulitenthon vom westlichen Fusse des breiten Berges bei Rannai (Böhmen) und nie Foi-ariiiniferen des norddeutschen Hils und Gault. 3«) den Planer zwischen Kostenblatt und Milleschau und von Neu-König- gi'ätz (Böhmen). Im Gebiete des Gault habe ich sie bisher angetroffen im mitt- leren Flammenmergel vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Knie- stedt, im Minimusthon von Rheine in Westphalen, von Eilum, vom Röhrenstollen im Sommerholz und von der Ziegelei von Söhlde zwischen Peine und Salzgitter, und wie schon oben berührt wurde, im Milletianusthon von Klein-Lopke bei Hildesheim und im Tarde- furcalusthon von Quitzern. 2. Peneroplidea. Hauerina d'OrB. 1. H. antiqua m. (Taf. II, Fig. 1). — 0-7 Millim. gross, im Um- risse rundlich, 4 — Slappig, zusammengedrückt, beinahe scheiben- förmig, mit schmalem abgerundeten Rücken. Der letzte Umgang besteht aus 4 — 5 breiten, wenig gebogenen, kaum gewölbten, oft mehr weniger unregelmässigen Kammern von sehr ungleicher Grösse, Die Näthe stellen schmale, nicht sehr tiefe Furchen dar. Die Mitte des Gehäuses beiderseits in wechselndem Masse, aber nie sehr stark, vertieft. Die letzte Kammer zieht sich allmählich zusammen und ihr stumpfes Ende wird ganz von der rundlichen oder halbrunden, ziemlich grossen, von einem schmalen Rande eingefassten Mündung eingenommen. Die Schale kalkig, compact, porenlos. Sehr selten im Speetonclay vom Spechtsbrink zwischen Grü- nenplan und Eschershausen : nicht selten dagegen im braunen Jura mit Ammonites coronatns aus der Thongrube bei Bündheim. B. Foramiiiifereii mit poröser Schale. I. Mit einfach fein poröser Schale, 1. Rhabdoidea Schnitze. a) LAGENIDEA Reuss. Ijogena H'alk. 1, l. apicnlata Reuss var. elliptica (Taf. II, Fig. 2). — Reuss in Haidinger's gesamm. naturwiss, Abhandl, IV, p. 22, Taf, I, Fig. 1. Die Exemplare des Gaultes stimmen mit jenen aus den galizischen Miicronatenschichten in der kurzen Zuspitzung des unte- ren Endes des glatten Geliäuses überein, weichen aber durch die weit schmälere elliptische Form desselben ab. Ich glaube jedoch nicht, dass dieses Kennzeichen allein zur Aufstellung einer beson- deren Species genügt. Sehr selten im Minimusthon von der Ziegelei von Söhlde zwi- schen Peine und Salzgitter. b) NODOSARIDEA Reuss. IVo(lo»ari(t d'Orb. a) Nodosaria dOrb. 1. N. tetragona Reuss. (Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissensch. 1859, Bd. 40, p. 181, Taf. II, Fig. 1.) Sehr selten im Minimusthon von Rheine in Westphalen und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. Manche Exemplare von letzterem Fundorte zeigen auf den Seitenflächen der letzten Kammern eine Spur eines feinen Längsrippchens. 2. N. Inflata Reuss (I. c, p. 180). Diese meist nur der weissen Kreide und dem Pläner angehörige Species habe ich bisher sehr vereinzelt im Minimusthon von Rheine in Westphalen und im Speetonclay der Thongrube von Ohrum unweit Wolfenbüttel angetroiTen. 3. N. nana Reuss (1. c. p. 179). — Scheint der oberen Kreide zu fehlen. Sie liegt sehr selten im Minimusthon von Rheine in West- phalen, von Eilum und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Knie- stedt, sowie auch im Speetonclay vom Speehtsbrink zwischen Grü- nenphin und Eschershausen. 4. N. prismatica Reuss (I.e. p. 180, Taf. II, Fig. 2). — Taf. II, Fig. 3. — Sehr selten im Minimusthon von Rheine in Westphalen, und aus dem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenburg, so wie im Milietianusthon von Kleinlopke bei Hil- desheim. Die norddeutschen Schalen besitzen stets weniger Kammern als die westphälischen, und die ersten Kammern sind äusserlich kaum geschieden. Die Foriiiiiiiiirereii des noiddeiitsclien llils und Gacilt. 37 5. N. tabifera m. (Taf. II, Fig. 4). — Sehr klein, nur 0-84 Mil- lim. lang, an beiden Enden zugespitzt, nach abwärts sieh sehr lang- sam und gleichmässig verscinnälcind. 6 — 7 sehr wenig gewölbte, treppenförmig abgesetzte Kammern, sämmtlich höher als breit und durch seichte aber deutliche Natheinschnürungen gesondert. Die erste Kammer sehr klein, die kurze stumpfe untere Spitze des Ge- häuses bildend. Die folgenden Kammern nehmen langsam und gleich- mässig an Grösse zu und besitzen eine elliptische Gestalt. Die letzte Kammer ist am längsten und am meisten gewölbt. Am oberen Ende zieht sie sich allmählich zur ziemlich langen röbrigen Spitze zu- sammen. Über die Oberfläche des Gehäuses verlaufen* 11 — 13 schmale, durch etwas breitere Zwischenrinnen gesonderte Längs- rippchen herab, die an den untersten Kammern gewöhnlich je zwei sich verbinden. Sehr selten im oberen Hils von Gitter bei Salzgitter. 6. N. sceptruni m. (Taf. II, Fig. 3). Der vorigen Species sehr ähnlich und nur wenig grösser (1-33 Millim.), aber durch die con- vexeren Kammern und die Beschaffenheit der Längsrippen leicht unterscheidbar. Das Gehäuse ist schlank und verdünnt sich nach abwärts sehr allmählich zur wenig scharfen Spitze. 8—9 Kammern von elliptischer Gestalt, massig gewölbt und durch tiefe regel- mässige Einschnürungen getrennt. Sie nehmen von der ersten sehr kleinen und schmalen an sehr gleichmässig an Höhe und Breite zu. Die oberen sind wenig höher als breit. Die letzte zieht sich allmäh- lich zur dünnen röhrigen Spitze zusammen. 9 — 10 schmale flache Rippen, deren abwechselnde viel feiner sind, mit viel breiteren Zwischenrinnen zieren die Oberfläche des Gehäuses. Sehr selten im oberen Hils (3. c. Strombeck) vom Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig. 7. N. bactroides m. (Taf. II, Fig. 5). — Gehört mit den vorigen zwei Arten zu derselben Gruppe und stimmt auch im Habitus damit überein. Das Gehäuse ist jedoch stets viel grösser (2*7 Millim.) und verdünnt sich unten nicht zur Spitze, sondern endet viel stumpfer. Im Gegentheile ist die erste, mit einer sehr kurzen Stachelspitze versehene Kammer etwas dicker als die 2 — 3 nächstfolgenden. Erst die oberen nehmen wieder allmählich und langsam an Dicke zu. Nur die obersten drei Kammern sind etwas gewölbt, elliptiscfi, höher als breit und durch seichte Niithe abgeschnürt. Die älteren sind O O R e u s s . cyliiidrisch, viel niedriger, ohne Nathfurchen und zum Theile äusser- lic'h nicht unterscheidbar. Die letzte höchste zieht sich wie bei den vorigen Arten zu einer röhrigen Spitze zusammen. Im obersten Theile des Gehäuses unterscheidet man 8 — 9 schmale, durch flache breitere Zwischenrinnen getrennte Längsrippchen, die nach abwärts an Zahl abnehmen und näher an einander rücken. Sehr selten mit der vorigen Art, aber auch im Minimusthon vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. Noch zweifelhaft im Minimusthon von Eilum. 8. N. dnplicicostata Reuss (I. c. p. 35, Taf. I, Fig. 5). Sehr selten im Minimusthone von Rheine in Westphalen. 9. N. lamelloso-costata m. (Taf. II, Fig. 6). — 0-91 Millim. lang, ziemlich schlank, sieh nach abwärts nur sehr langsam und wenig zur stumpfen Spitze verschmälernd. 11—12 Kammern, nie- driger als breit, ungleich; die ersten äusserlich wenig geschieden, die übrigen mit sehr ungleichen queren Näthen. Zehn schmale hohe lamellöse Längsrippen, durch breitere Furchen gesondert, laufen ohne Unterbrechung über die Schale herab. Auf den jüngsten Kam- mern schiebt sich zuweilen zwischen je zwei derselben eine kurze sehr dünne ein. Die letzte Kammer zieht sich oben sehr rasch zu- sammen, so dass sie beinahe abgestutzt erscheint. Die Mündung sitzt auf einer kurzen und dünnen centralen röhrigen Verlängerung. Sehr selten im oberen Hils vom Ruhnenkamp bei Querum un- weit Braiinschweig, im Speetonclay von der Moorhütte bei Braun- schweig und im Minimusthon vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. 10. N. obscnra Reuss. (Verstein. d. böhin. Kreideform. p. 26, Taf. XIII, Fig. 7 — 9.) — Eine Form der oberen Kreide. In den Bakulitentlionen von Luschitz und Kystra in Böhmen, in der weissen Kreide Englands, in den Mucronatenmergeln des Hilgenberges bei Hamm in Westphalen. Sehr selten auch im Minimusthon von Rheine in Westphalen und nach Morris auch im Gault von Folkestone und im Grünsand von Warminster. 11. N. nuda m. (Taf II, Fig. 8— 9j. — 0-6 Millim. lang, ge- rade, an beiden Enden stumpf, beinahe walzenförmig und in der gesammten Länge gleichdick, mit 4 — 5 sehr wenig gewölbten fast cylindrischen Kammern, welche etwas höher als breit sind und dtu'ch sehr seichte Natlivertiefungen von einander gesondert werdtMi. Die Die Fdiamiiiifereii des uorddeutsclieii Hils und Giiiilt. «>!) erste Kammer sehr stumpf, die letzte iti eine sehr stumpfe, bisweilen etwas excentrische Spitze endigend. Dadurch neigt sich unsere Spe- cies offenbar zu den Dentalinen hin und liefert einen neuen Beweis, dass diese von den Nodosarien gar nicht getrennt werden können. Die Schalenoberfläehe ist glatt und eben. Sehr selten im Minimusthon vom Röhrenstolien im Sommer- holz bei Kniestedt. 12. Nebst den vorgenannten Arten habe ich in den verschie- denen Etagen des Hilses und Gaultes noch schlecht erhaltene oder fragmentäre Schalen mehrerer anderer Arten gefunden, welche keine nähere Bestimmung erlaubten. Einzelne Bruchstücke aus dem oberen Hiisthone im kurzen Kamp bei Engerode stimmen vollkommen mit jenen überein, welche Koch (Paläontographica I, p. 173, Taf. XXIV, Fig. 8) unter dem Namen N. pyramidalis beschrieben und abgebildet hat. ß) Dentalina d'Orb. 1. D. oligosteglaRe uss. (Beuss in Hai dinge r's gesammelten naturwissensch. Abhandlungen IV, 1, p. 2S, Taf. I, Fig. 10.) Eine Species der weissen Kreide, in den oberen Senonmergeln des Hilgen- berges bei Hamm in Westphalen , in den Mucronatenmergeln von Nagorzani in Galizien, in den böhmischen Bakulitenthonen, im Kreide detritus von Cluiring in England vorfindig. — Selten kommt sie auch im Minimusthon vom Röhrenstollen im Sommerbolz bei Kniestedt vor. 2. D. sabrecta Reuss. (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wis- sensch. 18o9, Bd. XL, p. 182, Taf. I, Fig. 10.) — Sehr selten im Minimusthon von Rheine in Westphalen. Eben so selten im oberen Senon des Hilgenberges hei Hamm und im Pläner von Rheine. 3. D. nana m. (Taf. II, Fig. 10, 18.) — Sehr klein (0-63 Mii- lim. lang), verhältnissmässig dick, mit gerundetem Bauch- und Rlickenrande, sich nach abwärts nur wenig verschmälernd und stumpf endigend. Sechs etwas schräge nicht gewölbte Kammern mit sehr schmalen linearen Näthen , breiter als hoch. Die letzte Kammer schief-oval, sich oben excentrisch stumpf zuspitzend, die Mündung beinahe rückenständig, wodurch die S|tecies sich manchen Margi- nulinen nähert. Die Schalenoberfläche glatt. 40 R e u s s. Sehr selten im oberen Hilsthon vom Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig und von Gitter bei Salzgitter und im unteren Minimusthon vom Röhrenstolien im Sommerbolz bei Kniestedt, so wie im Tardefurcatusthon von Quitzern bei Querum. 4. D. siliqua m. (Taf. II, Fig. 11). — Verbältnissmässig kurz (0-65 Millim.) und dick, im Querschnitte rund, fast gerade, daher der Rückenrand sehr wenig eingebogen. Beide Enden kurz zuge- spitzt. Das Gehäuse verschmälert sieh nach unten nur langsam und zieht sich dann rasch zur kurzen, schwach vorwärts geneigten Spitze zusammen. Fünf Kammern, fast eben so hoch als breit, walzig, mit linearen, kaum vertieften, beinahe horizontalen Näthen. Die letzte Kammer am höchsten, schief-oval, sich gegen den Rücken hin zur kurzen gestrahlten Spitze verdünnend. Schalenoberfläche glatt. Sehr selten im oberen Hilsthon (3 c) vom Bohnenkamp bei Que- rum unweit Braunschweig, so wie auch im Pläner am Lindnerberge bei Hannover. 5. D. pscudochrysalls m. (Taf. II, Fig. 12). — Eine durch die Kürze und Dicke des Gehäuses sehr auffallende Form. Dasselbe (0'69 Millim lang) verdünnt sich nach abwärts nur wenig und endigt unten sehr stumpf. 5 — 6 Kammern, mit Ausnahme der letzten viel niedriger als breit, durch kaum sichtbare quere Näthe geschieden. Die letzte ist doppelt so hoch als jede der übrigen, bauchig-eiförmig mit beinahe centraler, stumpfer, kurzer, gestrahlter Spitze. Die Schalenoberfläche glatt. Die Species steht sehr nahe der D. chrysaUs Corn. (Mem. de la SOG. geol. de Fr. 2. ser. III, 1, p. 251. Taf. I, Fig. 21), die sich aber durch ein dünneres Gehäuse, zahlreichere Kammern und die Kürze der letzten Kammer hinreichend unterscheidet. Sehr selten im oberen Hilsthone in Gesellschaft der vorigen Species. 6. D. inepta m. (Taf. II, Fig. 13). — In Beziehung auf die Kürze und verhältnissmässige Dicke des (0-84 Millim. langen) Gehäuses stimmt diese Art mit der vorigen überein. Dasselbe bleibt beinahe in seiner gesammten Länge gleich dick und zieht sich unten ziemlich rasch zur stumpfen Spitze zusammen. Oben ist dasselbe kurz und schief zugespitzt. Fünf undeutliche quere Kammern. In der unteren Hälfte des Gehäuses ist äusserlich gar keine Abtheilung in Kammern wahrnehmbar; nur die obersten drei Kammern sind Die Foraminiferen des norddeutschen Hils und Gault. 4 1 durch sehr seichte Näthe gesondert und beinahe eben so hoch als breit. Die letzte Kammer läuft oben in eine sehr kurze und excen- trische, gegen den Rücken des Gehäuses hin gerückte Spitze aus. Sechs grobe, scharfrückige, durch breitere Zwischenrinnen geschie- dene Längsrippen, zwischen welche sich nach oben hin bisweilen viel feinere einschieben. Diese Species habe ich nur selten in dem oberen Hilsthone aus dem zweiten Schürfe in der untern Landwehr bei Salzgitter gefunden. 7. D. cylindroides Reuss. (Taf. II, Fig. 16. — Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. 1859, Bd. 40, p. 185, Taf. I, Fig. 8.) Im Minimusthone von Rheine in Westphalen und aus einem Bohr- loehe im Norden von der Ziegelei von Heiningen. Ausserdem auch im Senonien Westphalens. 8. D. strangolata Reuss (1. c. p. 185, Taf. II, Fig. 6). — Im Minimusthone von Rheine in Westphalen und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniested t, immer sehr selten. 9. D, distiDcta Reuss (1. c. p. 184, Taf. II, Fig. 5). — Sehr seilen im Minimusthone der beiden vorhin erwähnten Localitäten und von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salzgitter. Eben so selten im unteren Senon von Osthaide bei Hamm. 10. D. catenula Reuss (1. c. p. 185, Taf. HI, Fig. 6). — Sehr selten im Minimusthone von Rheine, verbreiteter im oberen und unteren Senon in Westphalen. 11. D. Hilseana m. (Taf. II. Fig. 14). Sehr klein (0-56 Millim.), gerade, nur sehr langsam und wenig sich nach abwärts verschmä- lernd. Vier Kammern, durch undeutliche, sehr wenig schräge Näthe von einander geschieden. Die erste läuft unten in eine kurze, nur wenig vorwärts liegende Spitze aus; die zweite ist kürzer, walzig; die dritte kömmt der ersten an Höhe gleich und wölbt sich nur wenig; die letzte ist am höchsten, etwas schief-oval und verdünnt sich sehr allmählich zur stumpfen, etwas excentrischen Spitze. Die Schale glatt. Die Species ist der vorerwähnten D. distincta sehr ähnlich und unterscheidet sich von derselben nur durch die etwas schrägen Näthe und die excentrische Lage der Spitze der Anfangskammer. Sie dürfte daher nur als eine Varietät der D. distincta anzusehen sein. 42 R e u s s. Sehr selten im oberen Hilsthone in Nordost von Scharrel und in der Thongrube bei dem Kohlenschachte bei Oberg. 12. D. hamniifera m. (Taf. II, Fig. 17). — Ebenfalls der vori- gen Art und der D. distincta nahe verwandt, aber durch die Beschaftenheit der ersten Kammer auffallend verschieden. Das Gehäuse ist ziemlieh schlank und in der gesammten Länge beinahe gleich breit, wenig gebogen. Die erste der vier Kammern, aus welchen das Gehäuse besteht, ist etwas angeschwollen und dadurch dicker als die übrigen, elliptisch, am unteren Ende mit einer hakenförmig vorwärts gekrümmten Spitze versehen ; die übrigen drei Kammern sind kaum gewölbt, durch sehr seichte, schmale Näthe gesondert, höher als breit. Am wenigsten tritt dieses Übergewicht der Länge bei der zweiten kürzesten Kammer hervor. Die letzte Kammer ist sehr schief-eiförmig und verschmälert sich allmählich zur stumpfen rückwärts gerichteten Spitze. Sehr selten im oberen Hilsthone (3 c) vom Bohnenkamp bei Querum unweit ßraunschweig. 13. D. comnmtata m. (1. c. p. 183, Taf, II, Fig. 4). — Sehr selten im Minimusthone von Rheine in Westphalen. 14. D. sororia m. (D. iotermedia Reuss, 1. c. p. 186, Taf. II, Fig. 8.) — Der Name musste umgeändert werden, weil Cornuel schon 1848 (Mem. de la soc. geol. de France. II, 1, p. 251, Taf. I, Fig. 20) eine D. intermedia aus dem argile ostreenne von Wassy beschrieben hat. Unsere Species findet sich nur sehr selten im Minimusthone von Rheine in Westphalen und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. 15. D. linearis Rom. (Taf. II, Fig. 15). — Römer in den Verstein. des norddeutschen Kreidegebirges p. 95, Taf. XV, Fig. 5. — Die Römer'sche Abbildung stellt offenbar nur ein Bruchstück ohne Anfangstheil dar. Überdies ist die Beschreibung so unvoll- ständig, dass es sich nicht mit Sicherheit entscheiden lässt, ob die von mir am gleichen Fundorte gefundene Species wirklieh die Römer sehe sei. Die indifferente Form des Gehäuses macht die Entscheidung noch schwieriger. Unsere Species ist klein (1-26 Millim.), ziemlich schlank, wenig gebogen. Nach unten verschmälert sie sich allmählich zur wenig scharfen Spitze. Die oberen Kammern sind etwas schief-elliptisch. Die Foramiiiit'ereii des noidtleutsclieii ilils und Gaiilt. 43 wenig höher iils breit, durcli deutlich vertiefte Näthe geschieden ; an den unteren walzigen ist äusserlich beinahe keine Spur der Begrenzung wahrzunehmen, daher auch die Gesammtzahl der Kam- mern nicht sicher bestimmt werden kann. Die Näthe verlaufen nur wenig schräge. Die letzte Kammer ist etwas schief-eiförmig und zieht sich zu einem kurzen, fast centralen Schnabel zusammen. Die Schalenoberfläche glatt. Selten im oberen Hilsthone von Gitter bei Salzgitter, im mitt- leren aus dem Steinbruche bei der Tackwelle' zwisclien Schöppen- stedt und Berklingen, im Speetonclay am Spechtsbrink bei Eschers- hausen. 16. D. legamen Reuss. (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wis- sensch. 1859, Bd. XL, p. 187, Taf. III, Fig. 5.) — Geliört Vorzugs- weise dem Senonien, seltener dem Pläner an. Zu den 1. c. namhaft gemachten zahlreichen Fundorten füge ich noch hinzu: den Anan- chytenmergel von Langeisheim, den Planer von Neuköniggrätz, von Weisskirchlitz und in Nordwest von Kutschlin, über dem dortigenHippu- ritenkalke liegend (Böhmen). Sehr selten tritt sie im Gault auf und zwar im Minimusthone von Rheine in VVestphalen und vom Röhren- stollen im Sommerholz bei Kniestedt. Nach Morris soll sie auch im Gault von Folkestone zu Hause sein. 17. D. deflexa m. (Taf. II, Fig. 19). — Ähnelt im Habitus zwar sehr der vorigen Species, unterscheidet sich aber durch die viel weniger zaiilreichen Kammern und die anders gebaute erste Kammer, denn das kleine, nur 0-84 Millim. lange, schlanke, sebr wenig gebogene Gehäuse besteht nur aus vier Kammern, die sämmt- lich viel höht^r als breit sind. Die erste Kammer ist schmal-oval, unten ohne jede Spur einer Stachelspitze. Die folgenden Kammern nehmen ziemlich rasch an Höhe, nur wenig aber an Dicke zu. Die letzte Kammer ist mehr als doppelt so hoch als breit, schief- • und schmal-eiförmig mit nacli rückwärts gewendeter stumpfer Spitze. Die seichten Näthe haben einen schrägen Verlauf. Sehr selten im untern Gault von Drispenstedt bei Hildesheim. 18. D. xiphioides m. (Taf. HI, Fig. 1). — 1-4 Millim. lang, sehr schlank, vollkommen gerade, im grössten Theile der Länge gleich- breit, und sich erst nicht weit vom hintern Ende zur scharfen, etwas excentrischen Spitze zusammenziehend. 7 — 8 sehr schräge walzige Kammern; nur die obersten sind schwach gewölbt und 44 R e u 8 s. werden durch sehr seichte Näthe geschieden. An den älteren Kam- mern erscheinen diese nur als feine, durclischeinende Linien. Die letzte Kammer ist am höchsten und verschmälert sich am oberen Ende langsam zur kurzen fast rückenständigen Spitze. Schalenober- fläche glatt, glänzend. Sehr selten im Minimusthone am Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. 19. D. acoleata d'Orb. (Mem. de la soc. geol. de France. IV, 1, p. 13, Taf. I, Fig. 2, 3.) Von dieser Species, die im Senonien aller Länder verbreitet ist, kommen auch im Minimusthone Norddeutsch- lands hin und wieder einzelne Bruchstücke vor. Die zahlreichen eben beschriebenen Arten, deren Zahl aber nach mehreren vorliegenden, zur Bestimmung nicht genügenden Bruchstücken keineswegs erschöpft ist, gehören merkwürdiger Weise sämmtlich der Abtheilung mit glatter ungerippter Schale an. Doch fand ich auch einige unbestimmbare Fragmente von gerippten Arten, welche aber jedenfalls eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Gerade das entgegengesetzte Verhältniss findet, wie wir weiter unten sehen werden, bei der Cristellariengru-ppe MarginuUna Statt. c) VAGINULINIDEA Reuss. Vaginulina d'Orb. 1. V. marginuloldes m. (Taf. III, Fig. 2). — Verlängert (1-26 Millim.), oben am breitesten, nach unten sich allmählich zur sehr stumpfen Spitze verschmälernd; im unteren Theile schwach vorwärts gebogen, sehr stark zusammengedrückt, mit ebenen Seiten- flächen und gerade abgestutztem Rücken. 9 — 10 Kammern. Die erste am weitesten vorwärts gerückt, ein kleines Kügelchen dar- stellend; die folgenden immer breiter werdend, ungleich, sehr niedrig und schräge, etwas gebogen. Sie werden durch seichte Näthe, in welchen ein fadenförmiges Leistchen liegt, gesondert. Die letzte Kammer nicht liöher, als die vorhergehende, oben sehr schräge abgestutzt, am Rückenwinkel kurz zugespitzt. Die Schalen- oberfläche glatt. — Unterscheidet sich von den Marginulinen, zu welchen sie einen Übergang bildet, nur durch die starke Compres- nie Foiamiiiifereii des nonideutschen Jlils und Gaiilt. 45 sion des Gehäuses und durch den Mangel des die Mündung tragen- den Sehnabels. Sehr selten in dem mittleren Hilsthone an der Tackwelle zwi- schen Schöppenstedt und Berklingen. 2. Y. angastlssima m. (Taf. III, Fig. 3). — Es ist die längste und schmälste der blattförmig zusammengedrückten Vaginulinen. Das Gehäuse ist daher auch sehr zerbrechlich und wurde nur in Bruchstücken gefunden, deren grösstes, vier Kammern zählend, hier abgebildet ist. Es ist oben lang zugespitzt und sehr schräg abge- schnitten. Die Seitenwände verlaufen beinahe parallel, so dass die fast lineare Schale sich nach abwärts nur sehr langsam verschmälert. Die Kammern sind niedrig rhomboidal, sehr schräg und flach, durch seichte Näthe gesondert. Über beide Seitenflächen des Gehäuses verlaufen schmale und niedrige ununterbrochene Längs- rippchen herab, die in den Näthen nur etwas flacher erscheinen. Je eines dieser Rippchen liegt zunächst an dem Rücken- und Bauch- rande des Gehäuses, wodurch diese abgestutzt erscheinen. V^on der ähnlichen V. strigiUata Reuss (die Versteinerungen der böhm. Kreideformation II, p. 106, Taf. XXIV, Fig. 29) aus den Bakulitenthonen von Luschitz unterscheidet sich unsere Species durch die lineare, nicht ti'ianguläre Form des noch viel schmäleren Gehäuses, durch die schmäleren Kammern und durch die längs- gerippte, nicht gestrichelte Schalenoberfläche. Sehr selten im Milletianusthone von Klein -Lopke bei Hil- desheim, 3. V. denadata m. (Taf. III, Fig. 4).— 1-20 Millim. hoch, stark verlängert, scheidenförmig, im untersten Theile etwas vorwärts gebogen, seitlich zusammengedrückt, im Querschnitte schmal- eiförmig. Der Rücken ziemlich scharfwinkelig, der Bauchrand mehr gerundet. Sehr zahlreiche (13 — 14), niedrige, beinahe quere Kam- mern, welche durch massig vertiefte Näthe gesondert erscheinen. Die letzte oben schräg abgestutzt. Die ersten fünf sehr kleinen Kammern sind etwas vorwärts gebogen; die übrigen stehen in gerader Reihe über einander. DieSchaienoberfläche glatt, unverziert. Sehr selten im mittleren Hils an der Taokwelle zwischen Schöp- penstedt und Berklingen. 4. V. incompta m. (Taf. III, Fig. 5). — Sehr klein, nur 0-48 Millim. hoch, dreiseilig, oben schräg abgeschnitten und am 46 • R e 11 s s. Rücken zugespitzt, unten sehr stumpf endigend, in ihrer ganzen Ausdehnung stark und gieichinässig zusammengedrückt. An dem Rücken- nnd Bauchrande, welche nur schwach zugerundet sind, verläuft jederseits eine sehr feine Leiste bis auf die erste Kammer herab. Nur fünf Kammern, deren erste halbelliptisch und sehr gross ist. Die anderen sind vierseitig, niedrig, schräge und kaum gebogen. Sie werden durch schmale, aber deutliche vertiefte Näthe geschie- den. Die Schalenoberfläche glatt, ohne Verzierung. Sehr selten im oberen Hilsthone der Grube Glückauf bei Gitter unweit Salzgitter. 5. V. Schlönbachi m. (Taf. III, Fig. 6). — Sehr klein (0-4Millim. lang), schief-dreiseitig, sehr wenig gebogen, oben zugespitzt, unten sehr stumpf. Der winkelig-gerundete Rückenrand wenig gebogen; der beinahe abgestutzte Bauclirand schwach concav. Vier Kammern, die erste gross und kugelig gewölbt; die übrigen gleichförmig zusammengedrückt, niedrig vierseitig, durch schmale vertiefte Näthe gesondert. Die Septalfläche der letzten Kammer linear, sehr schräge, massig gebogen. Jede Seitenfläche des Gehäuses trägt in ziemlich gleichen Abständen drei sehr zarte Längsrippchen, welche sich bis auf den oberen Theil der ersten Kammer erstrecken. Sehr selten in Gesellschaft der vorigen Art. 6. V. strlolata m. (Taf. III, Fig. 7). — l-12Millim. hoch, schief- dreiseitig, stark zusammengedrückt, oben schräge abgeschnitten und am Rücken zugespitzt, unten sehr wenig vorwärts gebogen, am Rücken- und Bauchrande senkrecht abgestutzt und jederseits mit einer schmalen Leiste eingefasst. 6 — 7 niedrige, schlage, flache Kammern, deren unterste äusserlich durch schmale Leistchen gesondert sind. Bei den jüngeren Kammern sind diese Leistchen nur im vordem Theile der Nath vorhanden, während auf der hintern Hälfte der Kammerwand 1 — 3 sehr kurze erhabene Längsstreifchen sichtbar werden. Sehr selten im Fiammenmergel aus einem Wasserrisse im Norglich. Sehr selten im Milletianustlione von Vöhrum bei Peine. 16. Cr. triplcura Reuss (I. c. p. 211, Taf. IX, Fig. 3).— Sehr selten im Minimusthon von Rheine in Westphalen. 17. Cr. triangularis d'Orb. (Mem. de la soc. geol. de Fr. 1840, IV, 1, p. 27, Taf. II, Fig. 21, 22.) — Eine Species des Senonien. Findet sich aber auch sehr selten im Milietiaiiusthone von Vöhrum bei Peine und nach Morris im Gault von Folkestoue. 18. Cr. Bronai Rom. sp. (Taf. VII, Fig. iZ. — Planularia Broimi Rom. Verstein. des deutsch. Kreidegeb. p. 97, Taf. XV, Fig. 14.) — Kurz (0-43Millim. hoch) und dick, sichelförmig gebo- gen, massig zusammengedrückt, oben breit und schräge abgeschnit- ten, am untern Ende stumpf und vorwärts gebogen. 7 — 8 Kammern ; die ersten S — 6 sehr klein und zu einer unvollkommenen Spira ein- gerollt, die folgenden geradreihig, niedrig, wenig schräge, etwas gewölbt und durch seichle Näthe gesondert. Der Rücken winkelig; die Bauchseite stumpf, viel breiter; der Querschnitt eiförmig. Die letzte Kammer oben gewölbt, am Rücken sehr kurz zugespitzt. Die Schalenoberfläche glatt. Selten im Speetonclay vom Spechtsbrink zwischen GrCmenplan und Eschershausen. 19. Cr. pyraniidata m, — Der Cr. tvianguluris d'Orb. ähnlich, klein, bald kurz und dick, bald mehr verlängert, dreiseitig-pyrami- dal, oben breit abgestutzt, mit dem unteren verdünnten Ende vor- wärts gebogen. 6 — 9 Kammern; die ersten drei sehr klein, haken- förmig vorwärts gekrümmt; die folgenden niedrig-dreiseitig, mit beinahe queren, nur vorne etwas herabgebogenen tiefen, aber schmalen Näthen. Der Rücken scharfkantig, die Bauchseite abge- stutzt, eine breite, massig gewölbte Fläche bildend. Die Septalfläche der letzten Kammer abgestutzt, dreiseitig, gewölbt. Die feinge- strahlte Mündung auf einem sehr kleinen rückenständigen Höcker sitzend. Sehr selten im oberen Hils vom Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig. 20. Cr. grata m. (Taf. VII, Fig. 14). — Der Cr. harpa Reuss (die Foraminiferen des westphäl. Kieidegebirges in den Sitzungsber. Die ForainiiiitVion dus norildeiiUclion Ilil.s und (.auK. 7 1 der kaiserl. Äkadeniie der Wissenseil. 18S9, Bd. XL, pag. 211, Taf. X, Fig. 1, 2) aus dem oberen Senon des Hilgenberges äiinlich, 0-42 Millim. lang, oval, oben /Aigespitzt, unten i^tumpF, zusammen- gedrückt, besonders im unteren Tbeile, am Rücken scharfwinkelig. S — 9 niedrige, wenig gebogene, kaum gewölbte Kammern, die rasch an Breite zunehmen und deren letzte sehr stark nach vorne geneigt sind. Der spirale Theil sehr klein, kaum ein Sechstheil der Ge- sainmthöhe des Gehäuses einnehmend. Die Septalfläche der letzten Kammer lang, schmal, verkehrt-lanzettlich, gewölbt, steil abfallend. Die Mündung gestrahlt. Sehr selten im oberen Hilsthon von der Grube Glückauf bei Gitter unweit Salzgitter, so wie im Milletianusthone von der Ziegelei l)ei Peine. 21. Cr. dilecta m. (Taf. VII, Fig. 12). — Manchen Formen der Cr. Immilis m. sehr ähnlich, aber doch hinreichend davon verschie- den. Das Gehäuse sehr klein, 0-56 Millim. hoch, oblong, unten gerundet, oben kurz zugespitzt, zusammengedrückt, mit schwach bogenförmigem Rücken. Die Baiiciiseite ist nocii scharfwinkeliger, so dass der Querschnitt sehmal eiförmig wird. 6 — 8 Kammern, die unteren 3—4 vorwärts gekrümmt. Die übrigen drei in gerader Reihe über einander stehend, niedriger als breit, aber nicht so gedrängt, wie bei Cr. humilis; die letzten zwei sehr schräge. Äusserlich wer- den die Kammern durch schmale niedrige Leistchen von einander getrennt. Die Schalenoberfläche glatt. Sehr selten im oberen Hilsthone von Gitter bei Salzgitler. 22. Cr. planluseula m. (Taf. VII, Fig. 15). — Sehr klein, 0-38 Millim. hoch , verlängert-eiförmig, unten gerutidet, oben kurz zugespitzt, mit sehr wenig gewölbten fast ebenen Seitenflächen, scharfwinkeligem Rücken und abgestutzter, eine schmale dreieckige ebene Fläche bildender Bauchseite. 7 — 8 niedrige Kammern, deren 4 Spiral eingerollt sind, die übrigen in gerader Reihe über einander stehen. Der spirale Theil ragt kaum über den Bauchrand des Gehäuses vor. Die gebogenen Näthe nur durch Linien angedeutet. Die Septalfläche der letzten Kummer steil abschüssig; die Mündung gestrahlt. Sehr selten in den Gargasmergeln von Mastbruch. 23. Cr. pnlchella m. (Taf. VIII, Fig. 1). — 7 Millim. hoch, breit-oval, oben kurz zugespitzt, unten gerundet, stark zusammen- 72 R e u s s. gedrückt, mit seharfwinkeligem Rücken, Die Kammern nehmen rasch an Grösse zu, sind niedrig-dreieckig, eben und werden durch sehr feine, nur bei stärkerer Vergrösserung sichtbare Näthe geson- dert. Im letzten Umgange zählt man deren 10 — 12. Die Septalfläche der letzten Kammer ist schmal-herzförmig, unten durch den vor- letzten Umgang wenig ausgeschnitten, steil abschüssig. Die Schale glatt, glasig glänzend. Sehr selten im oberen Hilsthone des Schurfes Ludwig bei der Grenzlerburg bei Salzgitter, in den Gargasmergeln von Mastbruch und im Minimusthone vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Knie- stedt, von der Ziegelei bei Heiningen, von Neu-Wallmoden und aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenbiirg. 24. Cr. nuda Reuss (Taf. VIII, Fig. 2). — Reuss in den Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissensch. Rd. XLIV, p, 328, Taf. VI, Fig. 1—3. — Anomalina auricula Römer, Verstein. des norddeutschen Kreidegebirges p. 98, Taf. XV, Fig. 26. — Die Exemplare aus der unteren Kreide (bis 077 Millim. hoch) weichen in einigen weniger wesentlichen Merkmalen von jenen aus der Schreibkreide von Rügen ab. Das Gehäuse ist eiförmig, unten breit gerundet, oben zugespitzt, stark zusammengedrückt, mit scharf- winkeligem Rücken , ohne Nabelscheibe oder Nabelvertiefung. 10 — 11 sehr niedrige, dreieckige wenig gebogene ebene Kammern, deren Begrenzung sich nur im intensiveren Lichte durch die durch- scheinenden Scheidewände zu erkennen gibt. Die Septalfläche der letzten Kammer schmal lanzettlich, nicht gewölbt. Die Schalenober- fläche glatt glänzend. Selten im oberen Hilsthone in Nordosten von Scharrel unweit Neustadt am Rübenberge, im Hils vom Bohnenkamp bei Querum unweit Rraunschweig und im Speetonclay von der Moorhütte bei Braunschweig. 25. Cr. plana m. (Taf. VllI, Fig. 3). — 0-98 Millim. hoch, ver- längert, sichelförmig gebogen, stark und gleichmässig zusammen- gedrückt, mit ebenen Seitenflächen, stumpfem Rücken- und Bauch- rande. 8—9 Kammern, die ersten 4—5 in einer halben Spirale vor- wärts gebogen, die folgenden beinahe gerade übereinander stehend, niedrig, flach, schräge, mit deutlichen linearen Nätben. Die letzte Kammer oben sehr schräge abgestutzt. Die ForaininiftTen des iiorddeiitsclien Hils und Gaiilt. Tö Sehr selten im mittleren Hils an der Tackwelle zwischen Schöppenstedt und Berklingen. 26. Cr. turgidala m. (Taf. VIII, Fig. 4). — Ähnlich der Cr. iimbilicata Reuss (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissenseh. Bd. XLIV, p. 327, Taf. VI, Fig. 6) aus der weissen Kreide von Rügen. Das beiläufig 063 Millim. lange Gehäuse vollkommen in- volut, fast kreisrund, nur wenig verlängert, massig gewölbt, am Rücken von einem schmalen scharfen Flügelsaum umgeben, in der Mitte sehr enge genabelt. Sechs gewölbte, durch deutliche Nath- furchen geschiedene, wenig gewölbte Kammern. Die Septalfläche der letzten Kammer wenig gewölbt, halbelliptisch, am unteren Rande durch die vorletzte Windung nur wenig ausgeschnitten. Die gestrahlte Mündung sitzt auf einem kleinen Höcker am Rückenwifi- kel. Die Schale glatt, glasig glänzend. Sehr selten im Minimusthon von der Ziegelei bei Söhlde zwi- schen Peine und Salzgitter und im Milletianusthone von der Ziegelei bei Peine. 27. Cr. subaperta m. (Taf. VIII, Fig. 5). — 1-05 Millim. im Durchmesser haltend, kreisrund, stark zusammengedrückt, wenig gewölbt, am stärksten im Centrum. Der Rücken scharfwinkelig, zu- weilen selbst sehr schmal geflügelt. Der nicht vollkommen umfas- sende letzte Umgang lässt einen Theil der in Gestalt eines flachen Knöpfchens vorragenden inneren Umgänge wahrnehmen. Er besteht aus 8 — 9 flachen, wenig gebogenen, durch undeutliche Nathlinien gesonderten Kammern. Die Septalfläche der letzten Kammer schmal verkehrt-herzförmig, am unteren Rande tief ausgeschnitten, gewölbt. Die Mündung kurz gestrahlt. Die Schale glatt, glasig-glänzend. Sehr selten im Minimusthon vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt (die geflügelte Varietät); in den Gargasmergeln von Mastbruch bei Braunschweig, im Speetonclay vom Spechtsbrink zwischen Grünenplan und Eschershauseii. 28. Cr. Donkeri m. (Taf. VIII, Fig. 6) — Durchmesser 105 Millim. Das Gehäuse beinahe kreisförmig, nur nach oben etwas in eine stumpfe Spitze verlängert, massig gewölbt, im Umfange scharf gekielt, mit einer sehr kleinen flachen Nabelscheibe. Zehn schmale wenig gebogene Kammern, äusserlich mit Ausnahme der letzten, die bisweilen schwach vertiefte Näthe darbieten, nur aus den durch- scheinenden Scheidewänden zu erkennen. Die Kammern nehmen 74 R e 11 s s. rascher an Breite zu, als es sonst bei vollkommen involuten Cristel- laria-Arten zu geschehen pflegt. Die Septalfläche der letzten Kam- mer hoch dreieckig, durch den vorhergehenden Umgang tief ausge- schnitten, wenig gewölbt. Die Mündung gestrahlt. Die Schalenober- fläche glatt, glasig-glänzend. Selten im mittleren Hils an der Tackwelle zwischen Berklingen und Scböppenstedt; im oberen Hils vom Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig und im Speetonclay vomSpechtsbrink zwi- schen Grünenplan und Eschershausen. 29. Cr. sübaugulata m. (Taf. VIII, Fig. 7). — 0-9i Millim. im Durchmesser haltend, fast kreisrund, oben sehr stumpf zugespitzt, massig zusammengedrückt, am Rücken scbarfwinkelig, vollkommen Spiral, obne Nabelscheibe. Acht dreieckige flache Kammern mit kaum vertieften geraden Nathlinien. Die Septalfläche der letzten Kammer schmal-herzförmig, von oben nach unten gewölbt, jederseits von einem schmalen Leistchen eingefasst, im unteren Theile einge- senkt. Der peii [»herische Rand des Gehäuses wird durch die etwas vorragenden Kammerecken schwach gewinkelt. Die Schalenober- fläche glatt, glasig-glänzend. Sehr selten im oberen Hilsthone aus dem Schürfe in der unteren Landwehr bei Salzgitter. 30. Cr. sulcifera m. (Taf. VKI, Fig. 9). — Besitzt grosse Ähn- lichkeit mit der Cr. WilUumsoni Reuss aus der weissen Kreide von Rügen (Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissenscb. 1861, Bd. XLIV, p. 327, Taf. VI, Fig. 4), von der sie sich leicht durch den Mangel des schmalen Flügelsaumes und die grössere Kammer- zahl unterscheidet. Das 0-56 Millim. hohe Gehäuse ist breit-eiförmig, oben kurz zugespitzt, unten gerundet, stark zusammengedrückt, am Rücken scbarfwinkelig, aber nicht geflügelt. 7 — 8 schmal-dreieckige, wenig gebogene, besonders im vorderen Theile gewölbte Kammern. Die Näthe sind daher vertieft, besonders stark in der Nähe des Rauch- randes. Die letzte Kammer ist am meisten gebogen und senkt sich bis zur Windung herab; ihre Septalfläche schmal-eiförmig, unten ziemlich tief ausgeschnitten, von oben nach unten stark gewölbt, beiderseits von einer sehr niedrigen Leiste eingefasst. Die Mündung sitzt auf einem kleinen gestrahlten Höcker. Sehr selten im Minimusthone von Eilum. Die Koriiminiferen des iiordileiitsclieii llils und Gault. /O 31. Cr. acuta Reuss. (Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissensch. 1859, Bd. XL, Taf. X. Fig. 3.) — Sehr selten im Plä- ner, am verlireitetsten im Gault. Im Minimusthone von Rheine in Westphalen; von Drispcnstedl hei Hildesheini (unterer Gault), von Eilum, aus einem Grahen zwischen dem Stohenherg und dem Sölen- hai bei Liebenburg, von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salzgitter, vom Röhrenstollen im Somiuerholz bei Kniestedt, von der Haverlahwiese bei Steiniah und von der Ziegelei bei Heiningen. Sehr selten auch im Speetonclay von Gross-LatYerde, in der Thongrube von Ohrum unweit Wolfenliiittel und im Flammenmergel vom Mah- nerberg bei Salzgitter. 32. Cr. ovalis Reuss. (Verstein. der böhm. Kreideformation I, p. 34, 35, Tuf. Vlll, Fig. 49: Taf. XH, Fig. 19; Taf XIII, Fig. 60 bis 63.) Verbreitet im Senon und im Pläner (Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissensch. Bd. XL, p. 213). Sehr selten auch im Minimusthone von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salz- gitter, von der Ziegelei bei Heiningen und vom Röhrenstolleu im Sommerliolz bei Kniestedt; so wie im Gargasmergel von M;tstbruch ht\ Braunschweig und von Bettmar. 33. Cr. Römeri m. (Taf. VIH, Fig. 9). - Bis 112 Millim. gross, fast kreisrund, in der Mitte ziemlich stark gewölbt, am Rücken scharf gekielt. 11 —12 sehr schmale schwach gebogene Kammern, die äusserlich durch schmale Nathleistchen geschieden werden. Diese laufen in der Mitte des Gehäuses zu einer bisweilen unregel-. massigen kleinen flachen Nabelscheibe zusammen. Die Septalfläche der letzten Kammer dreiseitig, durch den vorletzten Umgang tief ausgeschnitten, wenig gewölbt. Schalenoberfläche glatt. Diese Form schliesst sich, wie Cr. Mänsteri Rom. sp., nahe an Cr. rotulata Lara. sp. an und könnte vielleicht auch nur eine Form der letztgenannten vielgestaltigen Species darstellen. Auffal- lend wäre es dann nur, dass sich die typische Form derselben noch nicht im Hils vorgefunden hat. C. Römeri fand ich im mittleren Hils an der Tackwelle zwi- schen Scliöppenstedt und Berklingen , im Speetonclay im nordwest- lichen Theile der Thongrube von Ohrnm unweit Wolfenbültel und sehr selten auch im obern gelben Minimusthone vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt, so wie in jenem aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenburg. 76 R e u s s. 34. Cr. snbalata m. (Taf. VIII, Fig. 10; Taf. IX, Fig. 1). — Durchmesser: bis 0-84 Millim. Gehäuse beinahe kreisrund, nur oben sich in eine kurze Spitze verlängernd, massig gewölbt, vollkommen involut, ohne Nabelscheibe oder Nabelvertiefung, am peripherischen Rande mit einem schmalen Flügelsaume. 7 — 9 dreieckige, sehr wenig gebogene, tiaehe Kammern im letzten Umgange, welche äusserlich durch schmale niedrige radiale Leisten geschieden wer- den, die in verschiedenem Grade, jedoch am stärksten immer zunächst dem Centrum vorragen. Die Septalfläche der letzten Kam- mer verkehrt -herzförmig, am untern Rande tief ausgeschnitten, beiderseits von einem sehr schmalen Leistchen eingefasst. Selten im Minimusthone von Eilum und Wallmoden, aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenburg und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. Sehr selten auch im Speetonclay vom Spechtsbrink zwischen Grünenplan und Eschershausen. 35. Cr. secans Reuss. (Sitzungsber. der k. Akad. d. W. 1859, Bd. 40, p. 214, Taf. IX, Fig. 7.) — Selten im Minimusthone von Rheine in Westphalen, aus dem Bohrloche im Norden von der Ziegelei bei Heiningen und vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt. 36. Cr. rotalata Lam. sp. (Sitzungsber. der k. Akad. d. W. 1859, Bd. 40, p. 213.) — Die gemeinste und verbreitetste Species der Kreideformation; sie geht durch alle Schichten derselben hindurch mit Ausnahme des Hils, in welchem ich sie noch nicht gefunden habe. Zahlreiche Fundorte sind 1. c. angeführt; ihre Zahl lässt sich jedoch noch sehr vermehren. Im Gebiete des Gault kenne ich sie aus dem Flammenmergel vom Mahnerberg bei Salzgitter, von Reutel und vom Nordwestabhange des Stobenberges bei Liebenburg; aus dem Minimusthon von Rheine in Westphalen, von Eilum, Neu- Wall- moden, aus dem Bohrloche im Norden von der Ziegelei bei Heinin- gen, von der Ziegelei bei Söhlde zwischen Peine und Salzgitter, vom Röhrenstollen im Sommerholz bei Kniestedt, aus einem Graben zwischen dem Stobenberg und dem Sölenhai bei Liebenburg; aus den Gargasmergeln vom Mastbruch, aus dem Speetonclay vom Spechtsbrink zwischen Grünenplan und Eschershausen und im nord- westlichen Theile *der Thongrube von Ohrum unweit Wolfen- büttel. Die Fornminiferen des norddeutschen Hils und G»uU. 77 37. Cr. impressa m. (Taf. IX, Fig. 2). — 1-05 Millim. hoch, fast kreisrund, nur wenig verlängert, am Rüfiken scharf gekielt, ziemlich stark gewölbt, vollkommen involut, mit kleiner, sehr flacher Nabel- scheibe. Sechs fast gerade dreieckige Kammern , rasch an Breite zunehmend, flach. Die Näthe gerade, gegen den peripherischen Rand hin etwas eingesenkt, übrigens linear. Die Schale glatt, glän- zend. Die Septalfläche verkehrt -herzförmig, unten tief und weit ausgeschnitten, seicht vertieft, mit schmalen leistenartig erhabenen Seitenrändern. Sehr selten in den Gargasmergeln von Bettmar und vom Mast- bruch bei Braunschweig, so wie im Flammenmergel aus einem Wasserrisse im Norden von Olhei. 38. Cr.fflünsteri Rom. sp. (Taf. IX, Fig. ZA')—RohulinaMün- steri^öm. Versteiner. des norddeutsch. Kreidegeb. p. 98, Taf. XV,* Fig. 30. —RobuUna crassa Ron»., i. c. p. 98, Taf. XV, Fig. 32.— In der Grösse sehr wechselnd bis 1-2 Millim., beinahe kreisrund, mehr weniger gewölbt, am stärksten in der Mitte der Seitenflächen, welche mit einer bald kleinen und flachen, bald grossen vorragenden Nabelscheibe besetzt ist. Der Rücken scharfwinkelig. Das Gehäuse vollkommen involut. 9 — 11 schmale, etwas gebogene dreieckige Kammern; bald sind nur die letzten durch schwach vertiefte Näthe geschieden, während die Begrenzung der. übrigen nur an den durch- scheinenden Scheidewänden erkannt werden kann; bald — bei den gewölbteren Exemplaren — treten die Näthe als sehr schmale und niedrige Leistchen hervor. Die Septalfläche der letzten Kammer drei- seifig, durch den vorhergehenden Umgang massig tief ausgeschnitten. Cr. crassa Rom. stimmt mit Cr. Münsteri in der Gestalt des Gehäuses, in der Zahl und Form der Kammern vollkommen überein und unterscheidet sich nur durch die stärkere Wölbung, die grössere und convexere Nabelscheibe und die leistenartig vorstehenden Näthe. Ich vermag jedoch nicht beide Formen zu sondern, da beide Extreme durch zahllose Mittelformen verbunden werden. Übrigens steht die Species der Cr. rotulata Lam. sp. sehr nahe, die nur durch etwas stärker gebogene Kammern, deren Zahl ebenfalls sehr veränderlich ist, abzuweichen scheint. Vielleicht ist Cr. Münsteri überhaupt nur eine Form der sehr wandelbaren Cr. rotnlata. Im oberen Hils weit verbreitet, wenn auch nirgend häufig; bei Gitter unweit Salzgitter, bei Scharrel, im kurzen Kamp bei Engerode, 78 e 11 s s. in der Thongrube hei dem Kohlenschacht bei Oberg, am Siidost- abhange des üsel bei Wolfenbüttel, am Bohnenkamp bei Querum unweit Braunschweig; doch auch im mittleren Hils an der Tackwelle zwischen Berklingen und Schöppenstedt, und im Speetonclay zwi- schen Grünenplan und Eschershausen. 39. Cr. macrodisca m. (Taf. IX, Fig. 5). — 0-63 Millim. gross, kreisrund, sehr bauchig, am Rücken scharf gekielt. Eine sehr grosse dicke Nabelscheibe bedeckt beinahe die Hälfte des Gehäuses. Nur 7 — 8 wenig gebogene flache Kammern, die äusserlich durch undeut- liche lineare Näthe gesondert werden. Die Septalttäche der letzten Kammer verkehrt-herzförmig, seicht vertieft, beiderseits von einer schmalen erhabenen Leiste eingefasst. Sehr selten im obern Hilsthone am südöstlichen Abhänge des 'üsel bei Wolfenbüttel und im Tardefurcatusthone von Quitzern bei Querum. c) iSohulina «1'Orb. 1. R. nodosa m. (Taf. IX, Fig. 6). — Höchstens 063 Millim. im Durchmesser haltend, beinahe kreisförmig , seitlich stark zusam- mengedrückt, im Umkreise winkelig, mit scharfwinkeligem Rücken. 7 — 8 dreieckige, wenig gebogene ebene Kammern, durch wenig erhabene Nathleisten geschieden, welche zunächst dem peripheri- schen Rande etwas knotig anschwellen und, über denselben hinaus- ragend, das Gehäuse etwas winkelig machen. Bisweilen erhebt sich dasselbe im Centrum zu einer kleinen flachen Nabelscheibe. Die Septalfläche der letzten Kammer eiförmig, an der Basis durch den vorhergehenden Umgang tief ausgeschnitten, flach, jederseits von einem schmalen Leistchen eingefasst. Die Mündung eine senkrechte, schmal-elliptische Spalte darstellend. Sehr selten im oberen Hilsthone in Nordwesten von Berklingen. 2. ß. discrepans m. (Taf. IX, Fig. 7). — Der Anfangstheil des zusammengedrückten, 063 im längeren Diameter messenden Ge- häuses ist fast vollkommen kreisrund. Nur der Endtheil richtet sich schräge etwas in die Höhe, so dass das Gehäuse schwach in die Länge gezogen erscheint. Dasselbe ist übrigens vollkommen involut und scharfwinkelig. Im letzten Umgange zählt man acht schmale, wenig gebogene Kammern, von denen nur die letzten durch seichte Nathfurchen geschieden sind. Die Begrenzung der übrigen ist nur Die Foiaminifeien des noi n,i,(l.l(Mit.selu>n llils und fiaiill. 91 19. Vagioulina sjx'c. — Ain Kücken und ßauclie scliinTwiukelig, in der Mitte am dicksten und von da aus gegen die Seiteiirändei* hin sich aümählich verdünnend, im Ganzen stark zusammengedrückt. Die an dem vorliegenden Bruchslücke allein erlialtenen unteren Kammern sind sehr niedrig, so dass die dieselben begrenzenden schrägen feinen Leistclien einander sehr nahe liegen. Die obere Hiilfte des Gehäuses hatte ich nicht Gelegenlieit zu beobachten. c) FRONDICULARIDEAE. 20. Frondicolaria Parkeri m. (Tai\ XII, Fig. 7). — Sehr klein (0-77 Millim.) und stai'k zusammengedrückt, von deltoidiscbem Umriss, unten sehr kurz, oben länger zugespitzt. Die grosste Breite am obern Ende des untersten Viertheils der Gesammtlänge des Ge- häuses. Fünf Kammei-n; die erste elliptisch, sehr flach gewölbt; die folgenden vier reitend, sehr wenig convex, durch breite, ziemlich tiefe Nathfurchen gesondert. Die Seitenränder abgestutzt, der Länge nach hohlkehlenartig vertieft. Sie umgeben auch die letzte Kammer ringsum. Die Schalenoberfläche glatt, rippenlos. — Sehr selten. 2i. Frondicalaria uiicrodisca R euss. (Sitzungsber. der k. Akad. d. W., 40. Bd., p. 195, Taf. V, Fig. 4.) — Sehr selten. Wurde von mir bisher ebenfalls sehr selten nur im Diluvialsande von Hanmi in Westphalen gefunden. 22, Rhabdogoninm excavatum m. (Taf. XII, Fig. 8). — 0-77 Millim. laug, im Umrisse eiförmig, im obersten Vieriheil am breitesten, nach unten sich alimählich zur stumpfen Spitze verschmä- lernd, oben kurz zugespitzt, scharf-dreikantig, an den Seitenflächen stark rinnenförmig ausgehöhlt. 7—8 Kammern; die erste klein, kugelförmig; die anderen dreikantig mit stark zusamm(Migedrückten Seitenflügeln und herabgehogeuen Ecken, Die Näthe ziemlich tief eingesenkt, stark bogenförmig. — Sehr selten. ^/^ GLANDULINIDEAE. 23, Glaiulullna uiotabllls Reuss. — Sehr selten und klein. 24, Lingalina semiornata m. (Taf. XII, Fig. 11). Im Habitus der L. nodosaria Reuss ähnlich, sehr klein (0-ö5 Millim. lang), gerade, schmal lanzettlich, unten nur wenig verschmälert, sehr stumpf. 92 . neu s s. massig zusammengedrückt. Sieben Kammern; die erste beinahe kugelig; die folgenden etwas gebogen, breiter als hoch. Nur bei den letzten zwei Kammern waltet der Höhendurchmesser vor. Die Näthe tief eingesenkt, bei den jüngeren Kammern einen kleinen nach oben convexen Bogen bildend, so dass die Kammern dort etwas ein- gedrückt erscheinen. Nur bei der ersten Kammer bilden die Näthe einen einfachen flachen Bogen. Die Seitenränder des Gehäuses gerundet. Die obere Hälfte der Kammern glatt; in der unteren Hälfte der Nath zunächst sind dieselben mit feinen senkrechten Rippen- streifchen verziert, die in der Mitte der Kammern am kürzesten sind, an den Seiten, besonders der jüngsten Kammern, sich bis über die Hälfte ihrer Höhe hinauf erstrecken. — Sehr selten. Cristellarideae, 25. Marginulina tenuissima Reuss var. (Taf. XII, Fig. 12). — Die seltenen Exemplare aus dem Gault von Folkestone unterscheiden sich von jenen ;tus dem norddeutschen Minimusthone dadurch, dass das Gehäuse beinahe gerade ist, die Kammern höher, weniger schräge und im Anfangstheile des Gehäuses äusserlich nicht erkenn- bar sind und dass die Schale eine grössere Anzahl (10 — 12) sehr feiner Längsrippchen trägt. 26. Crlstellarla exilis Reuss. — Sehr selten. 27. Cristellaria complanata Reuss. (Die Verstein. d. böhm. Kreideform. I, p. 33, Taf. 13, Fig. 54 ic. mala.) — Taf. XII, Fig. 13. — 0'77 Millim. hoch, schief-eiförmig, sehr stark zusam- mengedrückt, üben zugespitzt, unten schief-zugerundet, am Rücken scharfwinkelig, auf der Bauchseite fast abgestutzt. Zahlreiche nie- drige flache, durch ziemlich breite, wenig erhabene Leistchen geschiedene Kammern; die ersten sehr klein, zu einer vollkommenen Spii'a eingerollt. Die letzten 6 — 7 in gerader Reihe über einander stehend, sehr schräge, wenig gebogen, mit ihrem Bauchende bis zur Spira herabreichend. Die Schalenoberfläche glatt, glänzend. Sehr selten. War mir bisher nur aus den böhmischen Bakuli- tenthonen bekannt. 28. Cristellapia laevigata m. (Taf. XII, Fig. 14). - Eben so klein (0-57 Millim.) wie die vorige Species, schmal- und schief- oval, sehr stark zusammengedrückt, oben kurz zugespitzt, unten schief-gerundet und unvollkommen spiral eingerollt, am Rücken sehr Die FüraiTiiiiifeieii des noicldetitsclien Hils iiml (J;iult. 93 scharf- winkelig, auf der Bauchseite schmal ahgestufzt. Der spirale Theil lässt äusserlich nur drei undeutliche Kammern wahrnehmen; die folgenden drei geradreihigen Kammern sind ziemlich hoch und schräge. Die letzte reicht mit ihrem Bauchende his zur Spira hinab. Sie sind sämmtlich wenig gewölbt und werden durch breite, aber seichte Nathfurchen gesondert. Die Schale unverziert, stark glän- zend. — Sehr selten. 29. Crlstellaria triangalaris d'Orh. — Sehr selten. 30. Cristellaria sulclfera Reuss. — Ebenfalls sehr selten. 31. Cristellaria oligostegia Reuss. (Reuss in den Sitzungsber. der k. Akad. d. W., 40. Bd , p. 213, Tat. 8, Fig. 8.) — Taf. XIII, Fig. 2. — Wurde bisher nur selten im Diluvialsande zu Hamm in Westphalen gefunden. Die Exemplare von Folkestone, weiin auch im Umrisse etwas abweichend, stimmen doch in allen wesentlichen Merkmalen damit überein. 32. Cristellaria acuta Reuss. — Sehr selten. 33. Cristellaria rotulata Lam. sp. Diese in den Kreideschichten aller Länder (mit Ausnahme des Hilses) verbreitete Species kömmt auch im Gault von Folkestone ziemlich häufig, aber stets in kleinen Exemplaren vor. 34. Cristellaria sabalata Reuss. — Seiten. Rotaiideae, 35. Rotalia spinulifera m. (Taf. XIII, Fig. 3— o). — Eine sehr veränderliche Art, die eine bedeutende Grösse bis zu 1*19 Millim. erreicht. Das fast kreisrunde Gehäuse ist beiderseits gewölbt, auf der Spiralseite weniger, bisweilen fast flach, auf der Nabelseite stärker, mitunter fast niedrig konisch; besonders bei jüngeren Exemplaren ist dies der Fall. Grosse Individuen sind stets viel flacher. Der Rücken ist im Umkreise scharf gekielt, ja oft mit einem dünnen Flügelsaum eingefasst, der selten ganz, gewöhnlich in mehr weniger zahlreiche, sehr ungleiche i kleinere und grössere Spitzen zerschnitten ist. Die grösseren erscheinen oft, aber keineswegs immer, als Verlängerungen der Septalrippen und sind oft etwas rückwärts gekrümmt. Sehr oft findet man aber auch Stacheispitzen über die ganze Peripherie des Rückens sehr ungleich und sehr unre- gelmässig vertheilt. Drei Umgänge, der letzte mit 8—9 gebogenen flachen Kammern, welche durch radiale Rippen äusserlich geschie- den werden. Letztere wechseln in ihrer Beschaffenheit sehr. Bei manchen Exemplaren, besonders solchen, deren Rücken nicht oder wenig dornig ist, ragen sie nur wenig vor und sind nicht scharf. An den älteren inneren Kammern werden sie sehr breit und flach und nur ein kleiner Theil der Kammerwandung erscheint als tiefe Grube eingesenkt. — An anderen Schalen ragen die Rippen als sehr scharfe, blätterige, etwas schräg rückwärts gerichtete Leisten vor, deren oberer Ranrl, wenigstens nach aussen hin, nicht selten eben- falls mit kleinen Spitzchen besetzt ist. Zwischen den beiden beschrie- benen Extremen gibt es alle denkbaren Zwischenstufen. Auf der Nabelseite fliessen die Radialrippen in der Mitte in einen bald flachen, bald stärker hervortretenden Höcker zusammen, in welchem meistens blos eine, bei allen Exemplaren aber auch mehrere Gruben tief eingesenkt sind. Bei genauerer Untersuchung zeigt es sich, dass jede derselben einer kleinen accessorischen Kammer ent- spricht. Es wird dadurch gleichsam ein Übergang zu den Asterigerinen gebildet, bei denen diese Adventivzellen jedoch mehr regelmässig gestellt sind und symmetrische Formen besitzen. Die Mündung ist eine kurze und schmale Spalte in der Mitte des inneren Randes der letzten Kammer. R. spimdifern ist die häufigste Speeies unter allen Foramini- feren des Gaults von Folkestone. 36. Rotalia Carpenterl m. (Taf. XIII, Fig. 6). Viel kleiner als die vorige Species, höchstens 0*5 Millim. im Durchmesser haltend, beinahe kreisrund, niedergedrückt, linsenförmig, auf der Nabelseite gewöhnlich etwas stärker gewölbt als auf der entgegengesetzten; der peripherische Rand scharf gekielt, zuweilen selbst schmal geflügelt, ganz oder sehr fein und spitzig gezähnelt. Dem Rande zunächst ist die Schale gewöhnlich stärker niedergedrückt. Zwei Umgänge, die jedoch fast immer sehr undeutlich sind. Die letzte besteht aus 8 — 9 gebogenen Kammern. In der Mitte der Nabelseite eine kleine centrale Nabelscheibe, die aber von der Umgebung nicht scharf abgegrenzt ist. Die Kammern werden durch gewöhnlich kaum vorragende und nur an der abweichenden Farbe erkennbare Radialleistchen gesondert. Die Mündung eine kurze enge Spalte. — Nicht selten. 37. Rotalia polyraphes Reuss. — Gemein. Die Foraminiferen des noiddeufsehen Hils und Gault. 9ö Polystomellideae» 38. Nonionina bathyomphala m. (Taf. XIII, Fig. i). — Sehr klein, nur 0-39 Millim. im Durehmesser haltend, fast kreisrund, ziemlich stark zusammengedrückt, am Rücken gerundet, mit weitem tiefen Nabel. Der letzte Umgang mit neun schmalen gebogenen, massig gewölbten Kammern, welche durch ziemlich tiefe Näthe geschieden werden. Die Septalfläche der letzten Kammer eiförmig, am untern Rande nur wenig ausgeschnitten , massig gewölbt. Die Mündung gross, halbelliptisch; die Schale fein punktirt, — Sehr selten. 39. Nouionina spec. — Es liegt ein einziges wohl vollständiges, aber schlecht erhaltenes Exemplar vor. Das massig zusammen- gedrückte, kreisrunde, rundrückige Gehäuse ist in der Mitte stark genabelt; die schmalen gebogenen zahlreichen Kammern werden äusserlich nur durch feine Nathlinien begrenzt. Die Species ist offenbar der miocänen N. Soldanii verwandt, wenn auch davon verschieden. Wie aus der vorhergehenden Darstellung sich ergibt, sind mir aus dem Gault von Folkestone im Ganzen 39 Arten Foraminiferen bekannt geworden, von denen jedoch vier Arten nicht näher der Species nach bestimmt werden konnten, so dass nur 35 vollkommen bestimmte Species übrig bleiben. Von diesen sind jedoch 11 Arten bisher von keinem anderen Fundorte bekannt geworden. Es erübri- gen daher zur V^ergieichung nur noch 24 Species. Von den erwähnten 35 Arten gehören: den Lituoiideen 1 „ üvellideen 4 „ Miliolideen 1 „ Rhabdoideen 15 und zwar den Nodosarideen . 5 „ Vaginulinideen 5 „ Frondicularideen 3 „ Giandulinideen . 2 „ Cristellarideen 10 „ Rotaiideen 3 „ Pölystomellideen 1 35 9& Pi e u s s. Die artenreichsten Familien sind daher die Rhabdoideen, die Cristellarideen, die Uvellideen und die Rotalideen, ein Charakter, der den Gault überhaupt und die höheren Schichten desselben insbeson- dere auszeichnet. Die meisten Arten umfassen die Gattungen Cristel- laria (9), Vagitndina (3), Nodosaria und Rotalia (3), Dentalina, Ataxophragmmm, Tritaxia und Frondicularia (2). Die grösste Zahl der Individuen liefern Rotalia spimilifera und polyraphes, Ataxophrafjmium d'Orbignyi und Presli und dann zunächst Rotalia Carpenteri und Cristellaria rotidata. Alle anderen Species sind nur sparsam vertreten , also ganz dieselben Eigenthümlichkeiten, welche wir an dem norddeutschen Minimusthone wahrgenommen haben. Geht man zu der nähern Vergleichung der einzelnen Arten über, so ergibt sich, dass der Gault von Folkestone unter den 24 Arten, die sich in anderen Schichten wiederfinden, 19, also bei- nahe 80 pCt. , mit dem Minimusthone Norddeutschlands gemein- schaftlich hat. Von diesen liegen anderwärts 5 nur im Minimusthone allein, 2 in diesem und in tieferen Gaultschichten, eine zugleich im Flammenmergel; 9 Arten gehen nebstdem bis in die obere Kreide hinauf. Nur drei Species sind im Hils gefunden worden und von diesen nur eine (Cristellaria exilis) im Hils allein. Cristellaria complannta war bisher nur aus den obern Kreideschichten Böhmens, Cristellaria oligostcgia und Frondicularia microdisca von secun- därer Lagerstätte aus dem Diluvialsande Westphalens bekannt gewesen. Auch aus diesen Verhältnissen geht mithin die grösste Übereinstimmung der Foraminiferenfauna von Folkestone mit jener des norddeutschen Minimusthones, so weit sie zwischen zwei ent- fernten Localitäten nur möglich ist, hervor. Fernere umfassende Untersuchungen werden gewiss noch weitere Beweise dafür an die Hand geben. Die Foramiiiifereii des norddeutschen Hils und Gault. 97 Erklärung der Abbildungen. Tafel I. pjg. 1_7. Haplophragmium aeqnale Rom. sp. Verschiedene Formen und Entwickelungsstufen. a Seitenansicht, b ohere Ansicht. „ 8. Haplophragmium nonioninoides m. a Seitenansicht, b Mündungs- ansicht. „ 9. Tritaxia 2}yramidata m. a seitliche Fiächenansicht , b seitliche Kantenansicht, c obere Ansicht. , „ 10. Cornuspira cretacea Rss. Typische Form, a Seitenansicht, b ver- ticaler Durchschnitt. „ li, 12, Cornuspira cretacea'^ss.. var. irrcgularis iinsAemTAvA.dyiYcai\\&- thon von Quitzern. a Flächenansicht, b Randansicht. Tafel II. Fig. 1. Hauerina antiqua m. a Flächenansicht, b Miindungsansicht. „ 2. Lagetia apiculata Rss. var. eliiptica. Seitliche Ansicht. „ 3. Nodosaria sceptrum m. a Seitenansicht, b die letzte Kammer stärker vergrössert. „ 4. Nodosaria tubifera m. Seitenansicht. „ 5. „ bactroides m. Seitenansicht. „6. „ lamellosocostata m. Seitenansicht. „ 7. „ prismatica Rss. Seitenansicht. „ 8, 9. „ mida m. Seitenansicht. „ 10, 11. Dentalina nana m. Seitenansicht. „ 12. „ pseudochrysalis m. Seitenansicht. „13. „ inepta m. Seitenansicht. „ 14. „ Hilseana m. Seitenansicht. „ 15. „ linearis R'6 m. sp. Seitenansicht. „ 16. „ cylindroides Rss. Seitenansicht. „ 17. „ hamulifera m. Seitenansicht. „ 18. „ nana m. Seitenansicht. „ 19. „ deflexa m. Seitenansicht. Tafel III. Fig. 1. Dentalina xiphioides m. Seitenansiclit. „ 2. Vaginulina marginuloides m. a seitliche, b obere Ansicht. „ 3. „ angustissima m. Seitenansicht eines Bruchstückes. „ 4. „ denudata m. a Seitfenansicht, b Querschnitt. „ S. „ incompta m. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 6. „ Schlönbaehi m. a Seitenansicht, b Bauchansicht. „ 7. „ striolata m. Seitenansicht. „ 8. „ Strombecki m. Seitenansicht. „ 9. „ truncata m. Seitenansicht. „ 10 — 12. „ discors Koch. Seitenansicht. Sitzb. der mathem.-naturw. Cl. XLVI. Bd. I. Ahth. 7 98 Heu s s. Fig. 13. Vaginulina argula Rss. Bruchstück aus dem Flammenmergel von Liebenburg, a seitliche Ansicht, b Querschnitt. „ 14, 15. „ recta m. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 16. „ paucistrlata ni. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 17. „ cristellarioides m. a seitliche, h obere Ansicht. Tafel IV. Fig. 1. Vaginulina acvminata m. Seitenansicht. „ 2. „ intnmeseens m. Seitenansicht. „ 3. „ orthonota m. a Seitenansicht, b Ansicht eines Theiles des Rückens, c Querschnitt. „ 4. „ sparsicostata m. a Seitenansiclit eines etwas fragmentä- ren Exemplares, b Querschnitt der Rückenseite. „ 5. „ harpa^'öm. a Seiten-, 6 Rückenansicht. „ 6. Dieselbe, a Seiten-, b obere Ansicht. „ 7. Dieselbe. Seitenansicht. „ 8. Vaginulina paiicicostata m. a Seiten-, b Rückenansicht. „ 9. „ incrassata m. a Seiten-, b Rückenansicht. „ 10. Frondicularia hastata R ö m. „ 11. „ Ungcri m. a Flächen-, J Randansicht. „ 12. „ filocincta m. a Flächen-, b Randansicht. „13. „ concinna Koch. „ 14. Rhabdogonium acvtangulum m. a seitliche, b obere Ansicht. Tafel V. Fig. 1. Rhabdogonium articulatum m. \ „ 2. „ insigne m. ( .... , , , . • , . „ „ , , . } a seitliche, 6 obere Ansicht. „ S. „ Slrombecki ni. ( „ 4. „ Märtensi m. ) „ 5. Allomorphina striata m. Seitenansicht. „ 6. Dentalinopsis semitriquetra m. a Seitenansicht von der Kante aus, b ein Theil der Seitenansicht von einer Fläche aus. „ 7 — 11. Glandulina mutabilis m. Seilliche Ansicht. Lingidina nodosaria m. a Seitenansicht, b obere Ansicht. Marginulina inaequalis Rss. „ Parken tti. „ linearis m. \ a Seitenansicht, b Querschnitt. calliopsis m. aequivoca m. tenuissinia m. Jonesi m. a Seitenansicht, b Querschnitt. Tafel VI. Fig. 1 . Marginulina Müllcri m. \ „ ., • ■ - » rw u •»« ^ ^ ) a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 2. „ striafocostata m. ) „ 3. „ acuticostata m. a Seitenansicht, ö Querschnitt. Die Foraminiferen des norddeutschen Hils und Gault. 99 Fig. 4. Marginnlina dispar m. „ 5, 6. „ robusta m. „ 7. „ turgida m. „8. „ inaequalis R SS. „ 9, iO. Cristellaria gracilissima m. „ 11 — 13. „ foeda m. „ 14, 15. „ Schlönbachi m. a Seitenansicht, ä Querschnitt. „ 16. „ humilis m. a Seitenansicht, b Bauchansicht. „ 17. Dieselbe, a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 18. Cristellaria incurvata m. ) „ ., .„ ... > a Seitenansicht, Querschnitt. „ ly. „ exilts m. ) Tafel VII. Fiff. 1, 2. Cristellaria parallela m. \ ^ ., o 11- f o Seitenansicht, b Querschnitt. „ 3. „ perobliqua m. ) „ 4. „ hamiformis m. „ 5, 6. „ cephalotes m. „ 7. „ Strombecki m. i o, • o . 1 { a Seitenansicht, b Quer- „ o. „ protosphaera m. ) , , » x. f. , ■ • ,, I durchschnitt. „ y. „ tricarmeUa m. »10. „ crepidularis Rom. »11- ., pachynota m. a Seitenansicht, b Mündungsansicht. n 12. „ dilectn m. a Seitenansicht, 5 Querschnitt. „ 13. „ Bronni Rom. sp. \ » 1"^- ,, grata m. \ a Seitenansicht, 6 Bauchansicht. „ 15. „ planiuscula m. ) Tafel VIII. Fig. 1. Cristellaria pulchella m. \ „ 2. „ nuda R s s. var. f " Seitenansicht, b Mündungsansicht. „ 3. „ plana m. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 4. „ turgidula m. „ S. „ siibaperta m. „ 6. „ Dunkeri m. „ 7. „ subangidata m. ) " Seitenansicht, b Mündungsansieht. „8. „ sulcifera m. »9. „ Römeri m. »10. „ subalata m. Seitenansicht. Tafel IX. Fig. 1. Cristellaria subalata m. Mündungsansicht. n 2. „ impressa m. n 3. „ Münsteri Rom. sp. » *• « Münsteri Rom. sp. var. crassa l a Seitenansicht, ö Mün- »5. „ macrodisca m. [ dungsansicht. „ 6. Robulina nodosa m. »7. „ discrepans m. 100 R e u s s. Die Foramii)ifereii des noiddeutschen Hils und Gault. Fig. 8. Globulma prisea m. «Seitenansicht, J Querschnitt. „ 9. Pyrulina obtiisa m. „ 10, Proroporus Sckultzei 771. ) ^ . . ,^ , , . • ,. , , ^ ., . ( a oeitenansicht, 6 obere Ansicht. „ 11. Textüana pyginaea m. ) Tafel X. Fig. 1. Bolivina textilarioides m. «Seitenansicht, 6 Randansicht. „ 2. Rotalia nonionina. a Spiralseite, b Mündungsansicht. „ 3. „ lenticula R s s. \ " „' " „ ,,.. i ,. / a Spiralseite, 6 Nabelseite, c Randansicht. „ 5. „ bchlonbacni m. 1 „ 6. „ caracolla Rom./ „ 7. „ hemisphaerica m. a Spiralseite, b Nabelseite. Tafel XI. Fig. 1. Rotalia hemisphaerica m. Randansicht. " „■ „ ",. , ' ? a Spiralseite, 6 Nabelseite, c Randansicht. „ 6. ßosalma coinptanaia RS s. V.) „ 4. „ nitens m. «Spiralseite, ^ Nabelseite. „ 5. „ Schlönbachi m. ^ 6. „ inßata m. \ a Spiralseite, 6 Nabelseite, c Randansicht. „ 7. „ riidis m. ) Tafel XII. Fig. 1. Cristellaria linearis m. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 2—4. „ tricarinella m. aus dem Speetonclay von Ohrum. a Seiten- ansicht, b Querschnitt. „ S. Nodosaria ortkopleura m. a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 6. „ Jonesi m. „ 7. Frondicidaria Parkeri m. « Flachenansicht, 6 Randansicht. „ 8. Rhabdogonium excavatum m. a Flächenansicht, b Kantenansicht, c obere Ansicht. 5, 9. Vaqinulina eurynota m. \ ^ ., ■ , . , ^ . ■^, ,^ , \ a Seitenansicht, b Querschnitt. „ 10. „ vrotosphaera in. ) „ 11. Lingidina semiornata m. a Seitenansicht, b obere Ansicht. „ 12. Marginulina temiissima in. „ 13. Cristellaria complanafa R SS. \ ^ .^ • u, r r» u -i* ^ , ^. > ß öeitenansicnt, b Querschnitt. „ 14. „ laevigata m. ) Tafel XIII. Fig. 1. Nonionina bathyomphala m. ) „ ., . , , , »«.. j . , , ^ ^ .„.,.. ^ \ a Seitenansicht, b Mundungsansicht. „ 2. Cristellaria oligostegia n SS. } „ 3. Rotalia spinulifera in. a Spiralseite, b Nabelseite. „ 4, S. Dieselbe. | o • i -x z xt l i •< n j • v« „ „ ,. ^ . ) a Spiralseite, b Nabelseite, c Kandansicht. „ o. Rotalia Carpenteri m. ) I^eur.s. Die Koraniiiiiffrrn des iiorddnilsclirn llil.s ii. (iaiill . Taf. 2 cu M ^^^C: ^ \ -^z . ...'^ / /. Hnplophraijmiiini (ufiiinie ttiim sp S. ]f. nuo,„ /.,.l)./,nrnr>.9 llo„> . .y, H! D.n,H,Nlrpidf., itss // /). liomnliJrrt, ,„ . /g /) ,/,,/■/ f,r„ ,„ Si(,,iiiii^-,sb.d.k .lk,i,l (lU- ni.Tili Hriliinv CI X[,V/l'„i r \bll. I«(;'> Kcur.s, Die b'ornmitiilV iiorddciilM-heii llils u. (.aiill 3- a I UeiitiiliiKi .rifiliKiiilis m. f . Ihf/ir/u/i/in mnrijiiiiiliiioKlrs m 3 1' 'n//;usli.r.rimfi rri . 'f. I' ilniudafd III .7 /' iillviii/jKl in l> I- .M/Um /iiirlii lil J. r xl/iiiliitn ni . H.l' Stniiiihrfl,-! III ■ ' !> I' IniiK-iitii in ■ //J /?.. r f/,.irt,rs l,«rh /.l . f. .sb il k..\k.i.l..l W iii.iiti.iiiiluru-, CI \1AI l')d 1 Ablli lacr' Reufs. Die FoiMtniiiilVrcii ilrs nordilciilsclicii llils ti. (Iniill , T,tf. IV. / l'iifiinulinii uriuiiiiiiila m 'i T uUu.iiicArefis i?i . 3 V mtlioiidtu vi- '/. r .yjor.iicni-tutn in: 5 J T. /uir/Ki ßmii . /l I paauiinhitii m PI' inn-ds.uila m lO.I'HmliriiliniiiTinsliiliiJIniii II Fr.Vmieri vi l'i . Fr. niociitrtd in l.'i Fi: roiiniiim lotli l'i hli(i/itloiirni,'im anitomiiiliim w. »Sif,Miiij:"sb.(l.k..\ka.l.il W. iii.-illi.ii;itiiru-,( I.Xl,Mli(l.l..\l)lli, KSo;. Ih'iir.s. Die KoiviimiiilViTii lU^^ nonl.IciilM-lirn llils ii (I.miII \ T.if V ^ ^^ |/ ^^^ l,hiM.„,„nn.m „rl,„,l>,l.,w ,., . '( ,tl^ . u,s;;p„ ,n . 3.11h. Stromirr}:, ,,/' ü" /,"!"!''" '" > ■l"'/>l"'"Orrjl„„„ .slriala m. ß . Jh;,/n/i,n,/m.^ uhlrwuclro. i''i M te,nu.s:.,„n, m . 19 M .hwr.u ni .Sil/.i.ni-'.sl..il.k.Al<.ul.l,\V,„i.ill,.Mah.nv.ri.XL\lB,l.],.\l)ih. LSC? Heiifs. J)ic Koraiiii)iilVrcii des iiurddcul.sc '.icn llil.s u. liaiiK I yi<,r,i,i,N/,i,n .\li,l/rn ,„ . " \l f/n,iti„oshil(i r,i I M ,„ iiti( n.slnia m. 'l. .1/ ,l,sff„r ///, / fj 1/ 1,'hinlfi /// / )/■ l,n,/nl,, in H.M. n„ir,p,„//.v Av.v. 'J ,0 (nsle/hiiiii iu„ ^^trrm rn/J I '> /h fori/a Ji/ ^ l't-l.i. Cr. SiJi/(,Tihacru' in . Ih // d /iiu/iiln m /i (, iri(iiniii/(> jii . 10 Cr , ,,/f. ,„ Sil'Äiiii^'sl) il.k Akail.d W. lUfilli italurw Cl^ lAllid I..\h(li . 18()?. ncnls Dm- KoraiiimifiToii dri^ iior.Ulrul.scIi.Mi Ulis ii (iaull Taf.VlI I?, (n.\lrl/fnni i>iirtill>//i ,11 :i fr prn>h////iin in '/.■'' fr ri/ilnihj/rs /, fr S/r,nnb,Tl,a H . Cr. prolo.yiluura /// '■> . Cr InaunHlln M /O fr rrr/MfMon. /!om .y, 'I . Cr ,„>rh,j,H,l„ >n I''. Cr ,hlcrN, m . n Cr.nronn, llom . .s/, l'fCr'fral,, ,n. I.y Cr. f,lanii,.',n>/a m SiUiitii>'sb.d.k..Aka»L(l.W. matli.iialurvv.('l>;i.\1R(l L.Ahtli. 18fi?. RpiiTs. Die ForainitiilVrtMl des iionidciil.scIuMi llils ii daiill \ Tal'.V: / frixIr/hiiNi /iiiliJii//a in 'i fr ni/ild fiss . vfir 3 Cr plfiria in '/ . CrliiniHliilii III .; Cr .riiliii/iciiii in 6 . fr Diinhrri i J ('/■ /.iibniii/ii/nlii III M Cr. .'.ii/aferii in U . Cr. Hoiiirri m lO Cr snhiiliifii m SiCAUiiü'sb.il k .\kait.il W. iiimIIi iialiirw 1'IX.LM tjd L.Ablli 18«?. nciir.s. Die I Tal'. IX ■^^. 9\ .^^ ^f^ I / ^/,v/^M„/„ ,„,/.„/„/„ ,„ ?. Cr „npr,:...n „, J 4 Cr Mun.Hrn /tom . ,p . .i.(r iii,irn,,li.w ///. Iji.liii/iini rfoilnsii ni ; II . di.rrrepan.^ n, H.f'Mwhna pris,;, n, H h,n,lu,o o/,/u.,>, n> /O. l'rornporn.s Mn,üza II Tr.'-Iiliiriti /ii/(jiinietl m Silv.inin'sli il k .\kiul il H' inalli.nnhnu- \\\\S] !;,| ].,lblli. USÜ2 Ih'iirs Die Koi'.'uiiitiilVrni des tiiiKhirdisilini llils >i ('>.iiili T.il'.X. IV / l'/iiliniiKi li'.ililiinoi^lix III 'f . Ilololiii 'I II rrlinililll, III .; /t..Ml/lJll/iln/l / It luiiiinplianiiii ,11 .Sit7,iinf(st) dl' Akadd W rti,ilh M-iLiirw CI \\M\U\ \.\\AV 1«( Aw d.lc.k ^d-'i. St.3-at;dr'i-k';t .1 n Im (im In flx.i li II . nininillii llmii Uciils Die Kor.niiiiiircrcii des iionliliMilscIicii llil.s ii. ('..iiill Tc.r XI. /. ßoUi/ta ht iiii.vf.,htterica in . 'i fl .yiiUatn Rnm ■i Ro.talina complonato Rss. mir. 't Ii tiitcti.t rn J If.Schönhm-hi m. f. II. iiiFIntn m 7 P riiili.i m SifAiiMo-sb dk .\l;nd.il\V.ti-.(ili iwiMirw.CI XL\Tll(l Utah. 1862. Ut'iir.s. Die Koivuiiiriilncii des iinrddciU. seilen Mils ii li.iiill. X i iM "fc" 'ä f j i w I / Crii-h-lliirid liiiiiirix in ". Ji Cr Iriforivi'llfi '» . .i , .Voi/ii.tiiri'i (ir//lo/i/niri, n, <; J.JoiK'.si ,1, 7. Frn,/t/iri,/rinn l'nrl:se Venae circumfiejcae penis 150 Langer. genannt werden. Während die seitlichen Rüekenvenen unmittelbar an der Oberfläche sich entwickeln , so dass die Stellulae nach der Auflösung der Albuginea frei zu Tage liegen, treten diese durch Lücken des Rindennetzes aus, und wurzeln daher in den tieferen Schichten des Schwellnetzes. Ich habe diese Stämmchen einigemale direct vom Schwellnetze aus injicirt, und als kurze Zapfen durch die runden Lücken des Rindennetzes austreten gesehen. Diese Venen sind es, welche die namentlich von Kobelt besprochene Communication des Corpus cav ernosum penis, mit dem S chafte ä es Corpus cav ernosum uretkrae vermitteln. Wie ich glaube ist aber diese Communication keine directe, keine solche nämlich, dass die Venen des einen in den andern Schwellkörper übergingen, sondern nur eine mittelbare, indem die aus dem Corpus cavernosum urethrae austretenden Zweige unmittelbar neben der Urethra mit den in dem Corpus cavernosum j)enis entstehenden zu den auf dem Rücken des Penis hinaufgehenden, also beiden gemeinschaftlichen Venae circumflexae sich vereinigen, wofür auch die Iiijectionsversuche von Kohlrauscli sprechen. Die an den Schenkeln des Schwellkörpers austretenden soge- nannten Venae profundae mit Corrosionsmasse zu füllen , ist mir bis jetzt nur theilweise gelungen. Die rückläufige Injection dieser Venen hat grosse Schwierigkeiten, weil es, der vielen Anastomosen wegen, welche der Plexus Santorini eingeht, schwer möglich ist, den hinreichenden Injectionsdruck zu gewinnen, und dann weil viele Klappen vorhanden sind. Von den Schwellräumen aus die tiefen Venen zu füllen gelingt, wie allgemein bekannt ist, schon desshalb schwer, weil jedes Bälkchen eine Klappe vorstellt, und die ge- füllten centrillen Räume die peripherischen comprimiren, wodurch der Injectionsmasse der Weg abgeschnitten wird. Es ist mir einige- mal gelungen wenigstens Stückchen der hinteren tiefen Venen vom Schwellnetze aus zu füllen, welche nach der Corrosion kurze Zapfen bildeten. Die Vene, welche etwas dorsahvärts unmittelbar neben dem Vereinigungswinkel der beiden Schenkel entsteht, habe ich mit Corrosionsmasse dennoch zweimal von den Schwellräumen aus, ein andermal mit weicherer Harzmasse vom Plexus Santorini aus injicirt. Kohlriiusch hat bereits die Erfahrung gemacht, dass der Übergang in die Venen bei geringerer Ausdehnung der Räume leichter erfolgt, als bei stärkerer Anfüllung. Dies benützte ich denn auch. über tias Gefiisssystem der nüiinlichen Scliwellorgane. 151 um die Ve?me profundae mit einer leicht flüssij^en , nicht plasti- schen Masse darzustellen. Ich injicirte nämlich die Arterien und konnte durch den Übertritt der Masse in die Schwellräume, und aus diesen in die Venen, wenigstens die Wände derselben färben und sie durch Aufschlitzen der Wandungen in den Schwellkorper verfolgen. Ich habe also doch einige Erfahrungen gemacht, welche genügen dürften, um über die Ursprungs weise der Venae pro- fundae zu einer Vorstellung zu gelangen. V^or Allem mnss ich darauf aufmerksam machen, dass die Venae emissariae inferiores nicht obertlächlich entspringen , sondern in der Tiefe des Schwellnetzes wurzeln, dass dies also bei den tiefen Venen, welche die Reihe der unteren Venen absehliessen, wohl auch der Fall sein dürfte. Dies bestätigten denn auch die kurzen Stümpfe, welche ich an den Schenkeln mit Corrosionsmasse dargestellt habe, und die Möglichkeit mit Sonden die Hohlräume der geöffneten Venae profundae anstandslos in die Tiefe verfolgen zu können. Wich- tiger scheint mir aber die Frage zu sein, ob die grossen S c h w e 1 1 V e n e n, ohne ihr Kaliber zu ändern, d i r e c t in die ausführenden Venen übergehen, sodass die inneren Schwell- venen des Schenkels zugleich die Stämme der Venae profundae wären. Dies ist, wie ich glaube, nicht der Fall. Ich sah nämlich, dass die Venae profundae sich nicht mit einem Lumen in das Corpus cavernosum öffnen, sondern dass in ihnen gleich wie sie die Tunica ulbuginea durchbohrt haben, eine Trabe- cularbildung auftritt, mit kleineren und grösseren Lücken; nur die grösseren Lücken führen direct in die grossen inneren Schwellräume, so dass die Venae profundae theils aus grösseren theils aus kleineren Abzweigungen des Schwellnetzes zusammengesetzt werden. Als ich so die vorhin erwähnten Zapfen einiger Stümpfe der hinteren Venae profundae entzwei gebrochen, fand ich sie auch aus mehreren Stämmchen gebildet; und dasselbe Bild zeigten auch jene aus den Schenkeln austretenden Venen, welche ich sowohl von innen als auch von aussen gefüllt habe. An der corrodirten Vene konnte ich nämlich deutlich einen grösseren aus der Tiefe kommenden Ast, und mehrere kleinere Äste unterscheiden, welche aber noch unter dem Rindennetze wurzelten. An den von aussen injicirten konnte ich förm- lich eine dendritische , allseitig im Inneren sich ausbreitende Rami- fication verfolgen. 1 52 Langer. Nach diesen Erfahrungen glaube ich mich daher dahin ausspre- chen zu können, dass auch die Venae profundae keine unmit- telbaren Fortsetzungen der grossen Schwellvenen sind, sondern mit verschieden grossen, jedenfalls feineren Zweigen, entstehen, also in einer neuen Ramification wurzeln. Damit steht in Verbindung, dass man die Schwellräume auch im Schenkel gegen die Peripherie kleiner werden sieht. Im Wesentlichen entstehen sie also auf dieselbe Weise, wie die Dorsalvenen, nur mit dem vielleicht nicht unwichtigen Unterschiede, dass sie grösstentheils im Innern des Schwelhietzes, die dorsalen dagegen hauptsächlich, wenn nicht ausschliesslich an der Oberfläche ihren Ursprung nehmen. Ich glaube, dass diese Anordnung der tiefen Venen des Penis, nämlich dass Wurzeln derselben in der Tiefe, dann das Durchtreten derselben durch die oberflächlichen Schichten des Schwellnetzes genü- gende Momente abgeben dürfte, um bei raschem und reichlicherem Zuflüsse der Iiijectionsmasse eine Stauung derselben zu veranlassen, und den Austritt derselben aus diesen Venen zu verhindern, während die Masse durch die oberflächlich wurzelnden dorsalen Venen, bei hinreichendem Drucke anstandslos austreten kann. Wenn man bedenkt, dass das Schwellnetz arteriellerseits in kleineren Gefässen wurzelt, im Rindennetze nämlich und in den Zapfen, venenwärts wieder in feinere Ramiflcationen übergeht, die erst nach wiederholter Vereinigung die ausführenden Venenstämme bilden, so hat man alle Anhaltspunkte um das Schwellnetz der Corpora cavernosa penis für ein räumlich entwickeltes Wunder netz anzusehen, welches bezüglich der Venae dorsalis ein unipolares, bezüglich der Venae profundae ein bipolares ist. Es ist dies eine für die Verhältnisse des Blut- laufes nicht unwichtige Thatsache. Schliesslich muss ich noch erwähnen, dass ich den Schwell- körper auch bei einem neugeborenen Knaben injicirte, und die Injectionsmasse ganz compress in die Venae profundae und in einen Theil des Santorin'schen Geflechtes übergehen sah. Ich habe aber die Sache «bis jetzt nicht weiter verfolgt, um die Bedingungen dieses Übertrittes, und etwa bestehende Verschiedenheiten des Baues der Corpora cavernosa angeben zu können. über das Gefasssystem der miinnlicheii Sohwellorgane. 1 53 C. Das Corpus caTernosom arethrae. Zu diesem rechne ich blos den Schaft des sonst so genannten Schwellkörpers, nämlich Kohelt's Corpus spongiosum urethrae und seine Erweiterung den Bulbus. SeitKobelt ist dieser Theil des männlichen Geschlechtsapparates vonJarjavay genauer unter- sucht worden, der auch Corrosionspriiparate hetiützte. Was die äussere Form des Harnröhren -Schweilkörpers anbelangt, so finde ich sie nicht spulrund, vielmehr von zwei convexen Flächen begrenzt, welche beiderseits in stumpfen Rändern sich vereinigen; in der Mitte der oberen Fläche verlauft eine nach hinten stumpfe, vorne aber besonders in der Eichel ziemlich steil aufgeworfene Leiste. Dass der Harncanal nicht central in dem Schafte verlauft, sondern nach unten von einer viel mächtigeren Schichte des Schwellkörpers bedeckt wird als nach oben, ist allgemein bekannt, eben so dass der Bulbus ein fibröses Septum besitzt, durch welches er wie die beiden Corpora cavernosa penis in zwei Hälften geschieden wird. Dass diese Scheidung aber bis zum vollkommenen Abschlüsse der Räume der beiden Hälften geht, mit Ausnahme der unteren Fläche, wo ein schmaler Saum von Quergefässen gebildet wird, und dass das vollkommene Septum allmählich sich verschmälernd, also bei Zunahme der Communication bis zum freien Theile des Penis nach vorne fortlauft, das hat erst Jarjavayan Corrosionspräparaten nachgewiesen. Ich kann diese Beobachtung vollkommen bestätigen. In Bezug auf die Arterien ist bereits anfangs mitgetheilt worden, dass der Schaft des Harnrölirenschwellkörpers reichlicher, als dies Kobelt und Jarjavay antfegeben haben, mit Zweigen versehen werde, nämlich durch die Rami 'performites der Arteriae corporis cav. penis. Die von Kobelt erwähnten Arteriendivertikeln Arteriae helicinae habe ich im Schafte nicht gesehen, wohl aber im Bulbus. Über die An Ordnung der Venen des Schwellkörpers hat Kobelt, wie schon Moreschi zeichnete, nur bemerkt, dass sie ein Rete mirabile bilden, dessen Gefässausbreitung unter Beibe- haltung eines fast gleichen Kalibers gerade zu nach vorwärts zur Eichel streben; nur nach innen lösen sich die Venenwindungen 154 Langer. auf der Schleimhautfläche der Harnröhre in eine feine Gefässent- wickelung auf. Im Bulbus sind wesentlich dieselben Verhältnisse, nur sind die Venenschlingen zahlreicher und ihre Lumina grösser. Jar- javay will dagegen an der unteren Fläche die spongiöse Form, an der oberen dagegen mehr den Charakter eines Rete mirahile gefun- den haben. Der Bulbus ist nach ihm durcligehends spongiös. Ich unterscheide am Schafte des Corpus cavernosum urethrae zwei sehr verschiedene Antheile des Schwellnetzes, nämlich einen äusseren und einen inneren. Bei unvollkommener Injection des äusseren Antheiles zeigen die Corrosionspräparate diesen Unterschied ganz auffallend (siehe Fig. 12). Der äussere Antheil ist der eigentliche Schwellkörper, der innere Antheil enthält nur das der Harnröhrenwand eigenthümliche Venennetz. Das innere umgibt die Harnröhre ganz gleichmässig, während das äussere Schwellnetz die excentrische Lagerung der Urethra bedingt, es bildet nämlich im Querschnitte einen Halbmond , dessen sehr ver- schmälerte Hörner sich ober der Urethra berühren. Ist nun die Injection nicht vollständig, so kommen die beiden Hörner nicht zur Berührung, und es bleibt ein Theil des Venennetzes der Schleim- haut, welches sich leicht anfüllen lässt, nach oben unbedeckt, wie es eben in der Fig. 12 abgebildet ist. Der äussere Antheil oder das eigentliche Schwellnetz besteht, wie es auch Kohlrausch beschreibt, aus dicht beisammen liegenden und anastomosirenden Venen mit einfachen oder ramificir- ten spaltförmigen Lücken. Es geht mit vergrössertem Kaliber der centralen Venen ohne bestimmte Grenze in das Schwellnetz des Bulbus über, der Bulbus ist daher blos eine Fortsetzung dieses Schwellnetzes. Die untere Fläche zeigt eine dichtere kurzmaschige, dem groben Rindennetze der Corpora cavernosa ähnliche Lage, welche theilweise auch die obere Fläche überkleidet, und hier, besonders in der vorderen Hälfte von den Wurzeln der ausführen- den Venen unterbrochen wird. Offenbar bezieht sich die Bezeichnung Wundernetz, welche Jarjavay gebraucht, auf diese Venenwurzeln. Die Regelmässigkeit dieser oberflächlichen Lage wird durch grössere gewundene Gefässe unterbrochen, welche mit den etwas kleineren, ebenfalls gewunde- nen Gefässen ein continuirlich fortlaufendes Netz darstellen. Diese Rinde der unteren Fläche ist nicht selten streckenweise durch über das Gefäsisystem der mäunlichen Schwellorgane. loö mediane Spalten getheilt, wie es auch Jarjavay zeichnet, W3lche einer Fortsetzung des Septum bidbi entsprechen. An der unte- ren Fläche des Bulbus habe ich solche Spalten nie gesehen, und gerade diese Schichte ist es , v/elche die Communication der beiden Bulbushälften vermittelt. Die Zweitheilung des Schaftes des Corpus cavernosum urethrae ist noch deutlicher an der oberen Fläche bemerkbar; nur in der hin- teren Abtheilung sieht man in grösseren Strecken die beiden Hälften sich vollständig vereinigen, indem die Gefässe übertreten; vorne aber bis zur Eichel sind längere Spalten sichtbar; die Wurzeln der ausführenden Venen der beiden Hälften laufen oft parallel neben einander, die mediane Spalte begrenzend, ohne sich zu verbinden und nur stellenweise sieht man Gefässchen auf die andere Seite hinüber treten. An einer Urethra fand ich aber ihrer ganzen Länge nach eine obere mediane Spalte verlaufen. Im inneren des Schwell- körpers und unter dem Harncanale von der Wurzel des Gliedes angefangen geht das Netz der einen Seite nicht durch Quergefässe, sondern durch schiefe Anastomosen in das der anderen Seite über, £0 dass beide Hälften zu einem gleichförmigen Ganzen ver- schmelzen. Schon mit einer Loupenvergrcsseruiig bemerkt man an guten Injectionen in der compacteren Rindenschichte sowuhl von den grö- beren als auch von den feineren Gefässen kurze Stämmchen abzwei- gen, welche sich ramificiren und mit Zweigchen anderer ein fei- nes Netz bilden. Dieses Netz habe ich bisher nicht als eine con- tinuirHch fortlaufende Schichte darstellen können, dagegen die grö- beren Gefässe bündelweise umspinnen gesehen, und zwar nicht nur jene Gefässe, welche an der oberen Fläche die Wurzeln der austretenden Venen formiren, sondern auch stellenweise die grösse- ren Gefässe im Inneren des Schwellnetzes, Diese feinen inneren Gefässe entsprechen den feinen intratrabecularen Gefässzweigungen in den Corpora cavernosa pe7iis. An der Oberfläche des Bulbus ist es mir nicht gelungen Bestandtheile dieses Netzes zur Ansicht zu bekommen , nur an der dem Septum zu sehenden Fläche desselben habe ich ähnliche feine Verzweigungen der Venen und Theile eines solchen Netzes wahrgenommen. Sind nur die Stämmchen und nicht auch die feineren Verzweigungen injicirt, so haben sie eine Ähnlichkeit mit jenen Zapfen, welche ich 156 Langer. im Corpus cav. penis beschrieben habe; hier konnte ich sie aber in ihren weiteren Ra mificationen bis in das feinere Netz an mehreren Stellen verfolgen. Der innere Antheil oder das Venennetz der Urethra besteht aus kleineren parallelen Längsgefiissen, welche durch kleine gewun- dene Quergefässe mit einander anastomosiren und feine longitudinal verlaufende spaltförmige Maschen bilden; auf diese folgen gegen die Schleimhaut feine Längsgefässe, welche schliesslich in die Capilla- rien der Urethralschleimhaut übergehen. Nach aussen stehen diese Venen mit den Venen des eigentlichen Schwellnetzes in unmittelbarer Communication. Es dürfle kaum zu bezweifeln sein, dass diese An- ordnung der inneren Venen auf die Ausdehnung berechnet ist, welche auch bei nicht erigiitem Gliede, nämlich während des Har- nens vor sich geht. Die beschriebene Längsanordnung der Venen habe ich nach Injection aller Schwellräume, also an aufgequollenen Gliedern dargestellt. Ausser den Capillarien der Urethralschleim- haut habe ich keine feinen Gefässramificationen in dieser Abtheilung des Harnröhrenschwellkörpers gefunden. Bei nicht erigirtem Gliede bilden diese Capillarien uiiregelmässige, von gewundenen Gefässchen begrenzte Maschen, bei erigirtem Gliede ziehen sich die Maschen mehr in die Länge, und in der ausgespannten Schleimhaut werden die Maschen breiter und wie überhaupt Flächennetze unregelniässig vieleckig. Alle diese Einrichtungen deuten auf eine noch während der Erection des Gliedes bestehende Ausdehnungsfähigkeit des Durchmessers der Urethra. Ich bin daher mit Kohlrausch ganz einverstanden, wenn er gegen Kobelt behauptet, dass der Canal durch die Erection nicht geöffnet wird; Kobelt hat eben den Un- terschied der beiden Gefässgruppen nicht gekannt, während Ja rja- vay diese Venen als Bestandtheile der submucösen Schichte be- schreibt, er meint aber, dass sie innerhalb des Schaftes des Harn- röhrenschwellkörpers keine regelmässige Röhre bilden. Sappey hat diese Gefässe mit Quecksilber injicirt. Die äussere Schichte, das eigentliche Schwellnetz, endiget mit dem Bulbus, die innere Schichte geht aber im submucösen Bindegewebe der Pars memhranacea fort, durch die Pars pro- tatica bis in die ßlasenvemn, welche convergirend in das Orifichim urethrale eintreten. Da Kobelt diese Schichte nicht unterschied, so betrachtete er die Venen der Pars prostatico -membranacea über das Gefässsystem der männlichen Sehwellorgane. lo7 urethrae als eine directe Fortsetzung des Harnröhren- Schwell- körpers, wogegen bereits Kohlrausch Einsprache gethan hat. Die Injection dieser suhmucösen Venen habe ich mehrmals ohne besondere Schwierigkeiten, selbst mit einer leichter flüssigen Harz- masse ausgeführt, indem ich den Tubus direct in das Corpus cav. nrethrae brachte; auch Arterien-Injectionen führten zum Ziele. Was die feine Vertheilung der Arterien anbelangt, so finde ich, dass alle von der Bulbo urethralis angefangen direct zur Schleimhaut der Harnröhre Zweige entsenden, welche dort in die Capillarien zerfallen; ich habe durch diese Capillarien nicht nur Theile des inneren longitudinalen Schwellnetzes, sondern auch des äusseren injicirt und den Zusammenhang der Arterien und Venen ununterbrochen verfolgen können. Andere Zweige der Arterien bleiben in dem eigentlichen Schwellnetze. Dass Zweige der Arterien in die feinen Netze, welche die gröberen Gefässe umspinnen, über- gehen und auf diese Weise den Kr eislauf d urch Capil- larien zum Abschlüsse bringen, habe ich durch Begegnung der Injectionsmasse in dem feinen intratrabecularen Netze nachwei- sen können. Ob aber auch directe Übergänge im Schafte vor- kommen, ist mir zweifelhaft geblieben; dass dies aber im vorderen, nämlich dem Eichelantheile der Fall sein dürfte, ist mir sehr wahr- scheinlich geworden, doch werden sie nicht so häufig sein, wie im Corpus cav. penis ; im Bulbus aber habe ich den unmittel- baren Übergang wahrgenommen; es wiederholen sich hier dieselben Verhältnisse, wie im Corpus cav. penis. 1)2^^ gröbere Rinden- netz nimmt nämlich Zweige der Arteria hulbosa auf, welche den- selben Durchmesser wie die Endzweige der Arteria cavernosa pe7iis haben. In Fig. 13 ist dieser Übergang abgebildet. Die Übergänge müssen auch im Inneren des Bulbus sehr zahlreich sein, denn es ist nichts leichter als den ganzen Bulbus von den Arterien aus, selbst mit plastischer Harzmasse schon bei geringem Drucke zu injiciren. Die Vetiae efferentes sind von Kobalt, Sappey und Jarja- vay genau beschrieben, nur bezüglich ihrer Wurzeln will ich be- merken, dass auch sie aus kleinern zu einem Stamme sich vereinigen- den Gef'ässchen entstehen. Die grösste derartige Radiation sieht man unmittelbar hinter der Eichel. Während die vorderen ausführenden Venen des Schaftes ihre Wurzeln nach hinten entsenden, gehen die Wurzeläste der hinteren Yenae efferentes nach vorne. Es reprä- 158 Langer. sentiren daher die Venenconvolute des Corpus cavernosum ure- ^Ärae ebenfalls ein Wundernetz, das aber strenge genommen nur für den Bulbus bipolar genannt werden kann, weil eben die grösseren Venen desselben wieder in kleine Wurzeln der VeJiae ejfe- rentes übergehen; im Schafte ist eine mehr continuirliehe Zunahme der Venen von den feinen Arterienzweigen in die Veiiae efferentes wahrzunehmen. Desshalb ist auch eine Injection der Venae efferentes des Schaftes durch directe Einbringung des Tubus in das Schwell- netz leichter zu bewerkstelligen, während sich die Venae efferentes bulbi auf diese Art nicht constant, und leichter durch eine Arterien- injection füllen lassen. D. Die Eichel. Die Eichel wird stets als eine unmittelbare Fortsetzung des Harnröhrenschwellkörpers betrachtet, ohne dass man über die Art des Zusammenhanges Näheres angegeben hätte, erst Jarjavay hat sieh mit diesem Gegenstande beschäftigt und ganz neue Angaben gemacht. Selbst über die Formverhältnisse des Organes haben die Untersuchungen von Jarjavay manches neue ergeben. So beschreibt noch Kobelt die Eichel als einen soliden Kegel, der das verjürsgte Ende des Ruthenschaftes trichter- oder mantelförmig umhüllt. Dass die Eichelsubstanz an der unteren Fläche dem Frenulum entspre- chend median getheiit ist, hat erst Jarjavay hervorgehoben, ob- wohl eine ähnliche Zeichnung auch bei Moreschi vorkommt. In der Tiefe dieser verschieden breiten Furche sieht man an Corro- sionspräparaten das vordere Stück des Schaftes des Harnröhren- schwellkörpers, so dass bei Hyp^spadiasie nicht die Eichel, sondern nur das Eichelstück der Urethra widernatürlich zur Spaltung kommt. Doch kommen nicht nur mediane Theilungen der Harnröhre durch ein schmales Septum , sondern auch Divergenzen des gespaltenen Harnröhrenschwellkörpers auch ohne Hypospadiasie vor, v/ie ich es an einem Gliede mit kurzer aber sehr stumpfer und breiter Eichel gesehen habe. Macht man hinter der Eichelkrone einen mit ihr parallelen, also schief auf die Richtung des Penis geführten Durchschnitt, am besten an einem Präparate, dessen Corpora cavernosa mit verschieden gefärbten Massen injicirt sind, so findet man ober dem Querschnitte über da» Geßsssystem der männlichen Schwcllorgane. loö der Corpora cavernosa penis zwischen ihnen nnd der Eichelkrone einen aus Durchschnitten grösserer Venen gebildeten schmalen Halbmond, dies sind die Wurzeläste der Vena dorsalis penis; die früher querliegende Spalte des Urethralrohres beginnt hier die sagit- tale Richtung anzunehmen, wobei sie ganz an die obere Fläche der äusseren Umrandung des Harnröhrenschwellkörpers gelangt. Zwi- schen der oberen Wand der Urethra in der Furche zwischen den beiden Schwellkörpern befindet sich abermals ein Venenconvolut, welches im Durchschnitte ein Dreieck formirt. Dieses entspricht dem bereits früher angegebenen Grat, den das Eichelstück der Urethra nach oben besitzt. Einen solchen Durchschnitt hat Jarjavay PI. I, Fig. 6 abgebildet. Durchschnitte, die noch weiter nach vorne durch die Substanz der Eichel selbst geführt werden, zeigen die Abnahme der Durchmesser der Corpora cavernosa penis, wie es früher schon Mayer, später Kohirausch beschrieben haben, ferner die Anordnung der Schwellräume der Eichelsübstanz. Man sieht den Durchmesser der das Schwellgewebe bildenden Gefässe gegen die äussere Peripherie der Eichel immer mehr, und zwar gleichmässig abnehmen, so dass man eine besondere Rindenschicht wie am Corpus cavernosum penis nicht unterscheiden kann. Hausmann, Kobeltund Jarjavay nennen die Anordnung der Eichelgefässe ein Retc mirabile venosum, dessen vielfach ana- stomosirende Venenwindungen mit ihren feinsten Endschlingen sich gegen die Eichelobertläche hin zusammendrängen. Diese Anord- nung der Schwell gefässe ist am schönsten an Corrosionsprä- parnten zu beobachten, deren Gefässe nicht zu stark gefüllt wurden. Man sieht, wenn man das Corpus cavernosum urethrae beseitiget hat, im Innern der Eichel die groben Venen sich vielfach verzweigen und durch Anastomosen zu einem Netze verbinden, an Bruchflächen, wie die Gefässe dieser Netze gegen die Oberfläche immer feiner werden, und sich immer mehr verschlingen, wodurch der An- schein eines compacteren Netzes zu Stande kommt, trotzdem dass die Maschen des Netzes nicht wesentlich kleiner geworden sind. Diese Präparate aber könnten zu der Meinung verleiten, dass die Ramification eben nur gegen die Oberfläche der Eichel gerichtet ist, sich daher im Wesentlichen in der Eichel die Anordnung in den Corpora cavernosa wiederholt. Dies ist aber nicht der Fall. 160 Langer. Hat man nämlich Corrosionen besser injicirtei- Präparate vorsieh (siehe Fig. 14), so findet man, dass diese Ramification eben so gut im Innern der Eichel, zwischen den gröberen Antheilen des Schwell- netzes vor sich geht, wie an der Oberfläche, und dass daher das Netzwerk der groben Venen gleichmässig von einem allmählich feiner werdenden Netzwerke durchzogen ist. Während die Gefässe des groben inneren Schwellnetzes der Corpora cavernosa penis nur durch die dünnen Balken geschieden sind, in den Zwischenräumen derselben also ein feines Netzwerk nur weniger entwickelt als Balkennetz Platz findet, ist hier so zu sagen dem die feineren Gefässe führenden Parenchyme mehr Platz eingeräumt. Dies ergibt einen weiteren Unterschied der beiden Arten der Schwellkörper. Während nämlich im Corpus caver- nosum peuis nur aus dem groben Rindennetze in das feinere und an den Querbüseheln vorne am Septum annähernd wenigstens eine all- mähliche Abnahme der Venen bis in die feinen Zweige, also eine sogenannte terminale Ramification beobachtet wird, dagegen im Innern kleine Äste an die Seiten grosser in sogenannter lateraler Ramification mittelst der Zapfen angefügt sind, kommt in der Eichel durchgehends auch im Innern eine allmähliche Verjüngung der Zweige, eine termi- nale Ramification vor. Während ferner im Corpus cavernosum penis feinere venöse Zweige nur an derPeripherie und vom Rindennetze der Arteriencanäle abgesehen im Innern höchstens stellenweise, gewiss aber nicht als eine besondere Astfolge vorkommen, ist dies im In- nern der Eichel durchgehends der Fall. Die feiftsten netzförmig ver- bundenen Gefässe erreichen im Innern und an der Oberfläche der Eichel höchstens einen Durchmesser von 0*015 Linien, repräsen- tiren daher ein wahres Capillarsystem. Die Darstellung dieser Netze erfordert viele Vorsicht; die Corrosion darf nur langsam fortschreiten und die Reinigung muss sehr behutsam vorgenommen werden , um die feinen Gefässe nicht wegzuspülen, sonst bekommt man eben nur mehr oder weniger gewundene feine Gefässstümpfchen zu Gesicht, welche höchstens Andeutungen einer noch feineren Ramification wahrnehmen lassen. Die oberflächlichste Schichte bildet ein sehr feines, continuir- liches capillares Netz, welches das Netz der Schleimhaut ist und in die Papi llen feine Schlingen entsendet, deren Schenkel aber nicht über das Gefässsystera der männlichen Schwellorgane. 1 6 1 einfach, sondern wie es scheint auf die Erection berechnet gewunden sind und bei der Scheitehuisicht wie Knöpfchen aussehen. Um die Anordnung der Papillen an der Oberfläche der Eichel wahrnehmbar zu machen, dürfte als das kürzeste Verfahren das zu empfehlen sein, die Eichel in verdünnte Salpetersäure zu tauchen; die Epidermis trübt sich und die zwischen den Papillenreihen be- findlichen dickeren Leistclien derselben bezeichnen als weisse netz- förmig verbundene Linien die Lage der in ihren Lücken befindlichen Papillen. Hat man eine mit Blut gefüllte Eichel zu diesem Versuche genommen und zieht dann die Epidermis ab, so gehen die Spitzen der Papillen mit, und man hat Gelegenheit, die verknäuelten Gefäss- schlingen auch bei grösseren Vergrösserungen betrachten zu können. Die Verzweigungen der Arterien geschehen dichoto- misch, ohne dass die Zweigchen Anastomosen eingehen; selbst die feinste Ramification, wie ich sie an der Oberfläche genauer verfolgen konnte (siehe Fig. IS), behält diesen Charakter. Die Zweigclien ver- laufen gewunden durch die Lücken des Schwellnetzes von innen nach aussen und umspinnen bündelweise die venösen Gefässe. Die feinsten capillar gewordenen Zweigchen übergehen in das beschrie- bene Netz, so dass der Kreislauf in der Eichel, wie ich glaube ausnahmslos durch Capillarien sich abschliesst. Es ist mir gelungen das Capillarnetz von beiden Seiten zu füllen, und die verschiedtn gefärbten Massen in dem Netze zur Be- gegnung zu bringen. Schon von vorne herein konnte ich auf diese Übergangsweise rechnen, da es mir gelungen ist, von den Arterien aus das feine innere Netz ganz und selbst das oberflächliche Netz theilweise zu füllen, was alles nicht möglich gewesen wäre, wenn grössere Übergänge vorhanden wären. Die Injectionsmasse ist in die feinen Venenwurzeln eingedrungen, ohne bis in die grösseren Venen- stämme zu gelangen. Ich sah zwar auch die Farbstoff'e in grösseren Zweigen sich be- gegnen, ich konnte aber die JRamification in arteriell gefärbten Zweig- chen zurück bis in das feine Netz Verfolgen, so dass der Übergang nicht unmittelbar, sondern durch diesesNetz geschehen sein musste. Ich habe wohl auch Fälle gesehen, in denen die Injection der feinen Netze von der Dorsalis aus nicht so vollständig gelungen ist, dann sah ich aber die Arterien der Corpoi^a cavernosa penis inji- cirt, so dass die Ablenkung des arteriellen Stromes keineswegs in 162 Lh n ge r. die Venen, sondern in die grösseren aber variablen Anastomosen der Arterien vor sieb ging. Von der Vena dorsalis penis aus ist es mir zweimal gelungen selbst die Papillen der Oberfläche zu injiciren. Eine Erfahrung, die ich bei Gelegenheit einer Injection der Eichel gemacht, will ich nicht verschweigen, weil sie auf einen un- mittelbaren Übergang hinweisen könnte, den ich aber nicht in die Eichel, sondern in den Eicheltheil des Harnröhrenschwellkörpers verlegen würde. Ich injicirte nämlich zuerst durch die Vena dorsalis das venöse Scbwellnetz, dann erst die Arterien und fand, dass nur wenig Arterien in der Eichel sich füllten, die Masse aber doch aus den Arterien in die inneren Venae efferentes der Eichel und in das Schwellnetz des Corpus cavernosa nrethrae eingedrungen ist. Frei- lich waren einzelne Partien des Netzes im Innern der Eichel und am vorderen Ende der Harnröhre gefüllt, doch schien ihre Zahl zu klein, als dass der Übergang durch diese Netze mit Sicherheit angenommen werden konnte, obwohl er bei der leicht flüssigen Injec- tionsmasse, welche ich dabei verwendet, immerhin noch möglich wäre. Sollte ein solcher unmittelbarer Übergang noch im Innern der Eichel vorkommen, so könnte ich gegenüber den ganz sicheren früher besprochenen Erfahrungen nur an die Möglichkeit von Varianten denken. So viel ist aber sicher, dass beim Menschen keine solchen unmittelbaren Übergänge vorkommen, wie sie Hausmann an der Oberfläche des Knotens der Eichel des Hundes allenthalben wahr- genommen haben will. Den Zusammenhang des Harnröhrenschwellkör- pers mit der Eichel beschreibt Ja rj avay ganz richtig, doch wie mir scheint etwas zu complicirt; er lässt nämlich den Schaft des Harnröhrenschwellkörpers an der Eichel angelangt sich theilen (faisceaux directs) und bis an die Seite der Harnröhrenmündung fortlaufen; indem sie sich dort zurückbiegen und breiter werden {faisceaiuv refiechis), erzeugen sie die beiden dorsal sich vereini- genden Seitenlappen der Eichel, deren freier Rand die Eichelkrone darstellt. Die Knickungswinkel sind die beiden Seitenlefzen der Harnröhrenmündung. Es dürfte vielleicht einfacher sein, die Eichel als einen unge- fähr nierenförmig ausgeschnittenen Mantel zu betrachten, der von der Rückenseite her über die vorderen Enden der Corpora cavernosa penis herabgebogen ist, und an den Umrandungen der Harnrölirenmün- über das Gefässsysfem der müniilichen Scliwellorgane. 163 dung mit der Urethra verschmilzt; da dies Ostium urethrale der Rückenseite näher liegt, so muss sich das Endstück der Harn- röhre, um dahin zu gelangen, etwas nach aufwärts krümmen, wobei die Wandungen derselben gleichzeitig eine andere Lage bekommen. Während nämlich hinter der Eichel die Urethra von einer oberen und unteren Wand gebildet wurde und ein Querschnitt eine Quer- spalte bildete, faltet sich nun die Schleimhaut so, dass sich die Wände der verticalen Spalte des Orificium e.r/erw//m entsprechend auch vertical lagern; der Querschnitt der Urethra ist desshalb anfangs ^ förmig, wird aber später zu einer Längsspalte. Bei dieser Umgestaltung der Urethra spaltet sich unten, dem Frenulum entspre- chend, der Harnröhrenschwellkörper, nach oben besteht aber eine solche Spaltung nicht, indem die an der Rückenseite desselben befindlichen grösseren Venenconvolute sich zu einem Grat auf- thürmen, und das anfangs erwähnte an Durchschnitten sichtbare- Dreieck formiren. Da sich also die obere Wand nicht spaltet, so kann strenge genommen nicht von zwei Schenkeln des Harnröhrenschwell- körpers die Rede sein. Bei Hypospadiasie geschieht, wie ich aus zwei Präparaten ersehe, die Spaltung der unteren Urethralwand schon vor dem Eintritte in die Eichel, die beiden Hälften gehen weit aus ein- ander, und verbinden sich oben wie gewöhnlich mit der Eichel. Dass die obere Urethralwand sich nicht spaltet, ist an solchen Präparaten deutlich wahrzunehmen. Den Zusammenhang des Schwellkörpers der Eichel mit dem der Urethra vermitteln die Venae ejferentes der Eichel, die in das grobe dorsal liegende Schwellnetz der Urethra übergehen; die die beiden Schwellorgane verbindende Ramification des Venenconvolutes liegt also so, dass die feineren Zweige in der Eichel, die gröberen im Harnröhrenschwellkörper liegen , und das Venenconvolut an der Dorsalseite der Urethra nicht blos die Veiiae ejferentes des Harn- röhrenschwellkörpers, sondern auch zum Theile die der Eichel ent- hält. Dieses Convolut entspricht dem von Kobelt entdeckten, aber nur unvollständig gekannten Venennetze zwischen der Urethra und dem Corpus cavernosum penis , es ergiesst sein Blut durch die ersten Venae circumflexae in die Vena dorsalis. Den grossen Plexus, der ober den Corpora cavernosa aus der Eichel sich entwickelt und die Vena dorsalis bildet, hat Jarjavay ganz richtig abgebildet. Sitzb. d. matbem.-iiniurw. C!. XLVI. Bd. I. Abth. 12 164 Lansjer. Die Eichel obwohl mit dem Ilarnröhrenschwellkörper in Ver- bindung, kann also doch als eine selbstständige Bildung betrachtet werden, indem eigentlich nicht die Schwellräume beider ein Ganzes bilden, sondern nur die Venae efferenies beiden gemeinschaftlich sind. Die Capillaricn der Urethralschleimhaut aber sind eine Fort- setzung der Capillarien in der Eieheloberfläche. Die von Jarjavay beschriebenen Papillen am Beginn der Urethra habe ich injicirt dargestellt, und finde sie bis dahin in die Tiefe gehen, wo die Urethra seilliche Wandungen bekömmt, also im Umfange der sogenannten Fossa navicularis. Den inneren Antheil des Venennetzes, nämlich den mit den longitudinalen Maschen, verliert die Urethra in der Eichel, indem in der submukösen Schichte der Fossa navicularis weniger gestreckte als gewundene Vencnzweigchen bemerkbar sind. Die vom freien Rande der Eichel aus den oberflächlichen, feinen Netzen derselben entspringenden kleinen Venne effereiites, welche Kobelt angibt, habe ich neben dem Frenulum mit der grösseren im Frenulum liegenden Vene injicirt, dagegen kann ich die von Kobelt besprochene Communication der Eichel mit den Corpora cavernosa poiis wie die zwischen dem Corpus cavernosum urethrae und penis für keine directen Anastomosen der Netze, sondern nur für gemeinschaflliclie Abzugscanäle beider halten. E. Der Flexas Santorini. Ich wünschte schliesslich die Aufmerksamkeit auf eine eigen- thüml iche S t r u c t u r der Wandungen der den Plexus San - torini bildenden Venen zu lenken, welche ich vor einiger Zeit bei der Präparation der ßeckeneingeweide an ihnen beobachtete. Es ist dies eine trabeculare Anordnung der bindegewebigen und Muskelelemente der Venenwände, wie sie an anderen Körperstellen, etwa den Sinus cavernosus der harten Hirnhaut ausgenommen, sonst nirgends vorzukommen scheint. Als ich mich in der Literatur umgesehen, fand ich, dass bereits Santorini von dieser areolaren Anordnung an der Innenfläche der Venen seines Labyrinthus Keniitniss halte. Er sagt'): Ilorum ') Observalioiit's.aiiiildniieae pag. 104. über das GefiisssysttMii dpi- milnnlicliiMi Scliwclloipnne. 1 65 sinunm demum interiorem parietani facicm saeplus, certis pothsi- mum in locis haud laevem reperl; sed vel retif'ormi ßhraram duclii, eoqtie exHanti sie e.vasperaiam vidimus, vel quibusdam transversim ductis colUgatam lacertulis, ut vel ad firmandos parie- tes, seil potius ad refluentem sanguinem retardandum id inslilutum existimem. Bochdalek i) ist ebenfalls auf die Sache gekommen, deutet sie aber anders, indem er die Trabekeln in die Lückeu des Venen- netzes verlegt, und in dem Plexus das cavernöse Geflecht dei' Corpora cavernosa in grösserem Massstabe wiederholt sich vorstellt, aber gerade die dünnen Wandungen der Venen sind die Träger dieser trabecularen Bildung. Auch von Sappey^) wird an den volumi- nösen Stämmen des Phwua prostaticus eine reticulare Anordnung beschreiben. Wenn man bei der Präparation die an der Seite der Prostata liegenden grossen Venen schlitzt, so gruppirt sich das in ihnen ent- haltene Blut auf der Venenwand zu sehr regelmässigen Flecken. Bei der Betrachtung mit der Loupo erkennt man allsogleich den Grund dieser Erscheinung in erhabenen netzförmig verbundenen Balken, deren Maschen kleine Bluttropfen aufnehmen (siehe Figur 16). Schlitzt man darauf die ganze Reibe der Venen dieses Plexus, so findet man diese Balken verschieden deutlich entwickelt und gruppirt. An Orten, wo das Netzwerk besonders entwickelt ist, da sieht die innere Oberfläche der Vene ungefähr so aus, wie das hintere Ende einer Schlangenlunge ; einzelne Trabekeln ziehen frei durch das Gefässrohr, andere sind an die Wand angelöthet, verzweigen sich und übergehen dann in feine bald loiigitudinale, bald transversale Bündel, welche man noch eine Strecke weit in der den Lücken ent- sprechenden sehr dünnen Wand verfolgen kann. Da wo anastomo- tische Äste einmünden, sieht man die Balken dem Winkel entspre- chend verstärkt und von hier aus gleichsam wie aus einem Centrum sich strahlTg vertheüen, und mit "den Biilken an den Wänden der beiden V^enen sich verbinden. In der Regel ziehen an den längeren Venen in der Längsrichtung derselben zwei, da wo die Bildung sich ') Prager Vierlcljahrschrift. 18^4. 3 Bd. pag. 121. •^) L. c. p. 49. 166 n ge allmählich verliert, aber nur ein dickerer Balken, dessen Elemente sich überkreuzen und in der Mitte des Balkens kleine longitudinale Maschen erzeugen; von diesen grösseren Balken treten seitlich theils gröbere, theils feinere Querbalken ab, von denen die ersteren in die Querbalken des gegenüber liegenden Längsbalkens übergehen, die letzteren aber in den Querbündeln der feineren Venenwand sich auflösen. Wo nur ein Längsbalken sich befindet, übergehen alle, bald früher bald später in die Wand. Wo der Plexus Sa7itori7ii dichter ist, wie zwischen den Schenkeln des Penis, und die Venen mehr Zellenräume darstellen, da ist ein mehr gleichmässiges areolare Balkengewxbe mit sternförmigen Radiationen zu finden. Hier werden die Öffnungen der einmündenden Zweige förmlich sphinkterartig umgeben. Wo Klappen vorkommen, heften sich die Bälkchen an den ange- hefteten Rand des Halbmondes an, und von den beiden Hörnern gehen bündelweise feine Bälkchen in die Venenwand ein. Diese Bildung ist in der ganzen Ausdehnung des Santorin- schen Labyrinthes constant zu finden; sie kömmt in der Vena pu~ denda communis, in dem Geflechte an der Symphyse, neben der Prostata und Harnblase vor. Da wo die Geschlechtsvenen mit den Venen anderer Organe sich verbinden, hört die Bildung auf, so an der Pudenda im For. ischiadicum minus, an dem Blasengeflechte da wo es aufsteigt und zu Stämmen sich verbindet. Auch die ana- stomotischen Zweige, welche zu dem Geflechte der Vena obtura- toria gehen, besitzen diesen Bau nicht mehr. Die Trabekeln werden an den Grenzen immer feiner und feiner, und lassen sich endlich nur mehr mit guten Loupen und bei guter Beleuchtung erkennen. An dem hinteren Ende der Vena dorsalis penis ist das Geflecht nur durch eine netzförmige Anordnung der Bündel angedeutet, welche aber nicht über die Oberfläche austreten. Der Grad der Eutwickelung ist aber nicht constant, wie es mir scheint, nimmt diese Trabecularbildung mit dem Alter etwas zu. Die günstigste Methode diese areolare Anordnung in den Venen- wändon zur Auslebt zu bringen, scheint mir die zu sein, die Venen- wand zuerst mit Carmin zu tingiren, dann mit Essigsäure und Glycerin durcbsichtig zu machen. Nacb einem oder zwei Tagen ist das Ganze so durchsichtig, dass man jedes Bündel der Venenwand selbst mit grösseren Vergrösserungen verfolgen kann. über das Gefässsyslem der männlichen Schwellor^jane. 167 Bei dieser Präparation wird man sich auch überzeugen, dass diese Trabekehi zum grössten Tlieile aus contractilen Faser- zellen bestehen. Die oblongen Kerne sind leicht nachweisbar, und an dünneren Stellen kann man auch die Umrisse der Spindelzellen ausnehmen. An solchen Präparaten, die längere Zeit schon in Essig- Glycerin lagen, kann man auch ziemlich leicht die spindelförmigen langen Faserzellen isoliren. Diese eigenthümliche Structur der Venenwände kommt an dem Plexus Santorini des Weibes ebenfalls vor, und Hess sich rudimentär auch an einzelnen Zweigen der Arteria uterina nachweisen. Zum Schlüsse will ich noch jene Punkte hervorheben, welche in Bezug auf den Mechanismus der Erection berücksichtiget werden müssten. Bezüglich der arteriell en Zuflüsse dürften sich wohl für den Moment der beginnenden Erection kaum andere Quellen nach- weisen lassen, als die in anderen Organen bestehenden , falls sich nämlich die von Suc quet vor Kurzem gemachte Angabe bestätigen sollte, dass directe Communicationen arterieller Zweige mit dem Venensysteme allenthalben vorkommen; einen Unterschied würden aber nur die zahlreicheren directen Übergänge im Penis bedingen. In der That hat auch die Erscheinung des Erröthens grosse Ähnlichkeit mit der Erection; wie in dem einen, so müsste man sich auch in dem anderen Falle den Zufluss des arteriellen Blutes ver- mehrt denken, und dies Hesse sich am leichtesten nach Kolli ker's Hypothese durch eine Relaxation der Tunica media der Arterien und wahrscheinlich auch des musculösen Balkengewebes erklären. Wenn auch der rasch sich mehrende Blutzutluss als genügende Erklärung für die Volumszunahme des Gliedes angesehen werden könnte, so genügt er doch nicht, um dem Gliede auch jene Steifig- keit zu geben, die er bei der Erection annimmt, und die gewiss auch wenigstens theilweise auf vermehrten Blutdruck zurückzuführen ist. Kohlrausc h hat sich bereits dahin ausgesprochen, dass es nicht blos der vermehrte Blutzutluss, sondern auch der gehemmte Abfluss ist, welche die Erection bedingen. Wenn nun Kölliker das Beste- hen von Apparaten gänzlich in Abrede stellt, welche den Rückfluss des Blutes hemmen könnten, so glaube ich schon in dem anatomischen 1 Öö L ii n g e r. Verhalten der Kreislaufsorgane des Penis, von der Betliätigung der Musculatur ausser den Organen ganz abgesehen, manche Verhält- nisse dargelegt zu haben, welche eine Anstauung des Blutes zu Stande bringen können. Es ist dies die eigenthümliche Ursprungs- und Austrittsweise der Ve?iae jfi'oßüidae penis. Indem diese Venen keine directen Fort- setzungen der grossen Schwellvenen sind , sondern neuerdings mit feineren Wurzeln und zwar in der Tiefe mit variablen Lumen beginnen dann durch die oberflächlichen Schichten durchtreten, so dürfte insbesondere bei grösserem Zuflüsse des arteriellen Blutes der Lauf des venösen Blutes bedeutend verzögert, wenn nicht voll- kommen gehemmt werden. Die von J. Müller nicht mit Unrecht Veiiae emissariae genannten Rückenvenen dürften dabei in so lange den Abfluss des Blutes besorgen, als das Missverhältniss zwischen Zu- und Abfluss noch nicht gehoben ist. Trotz der Anastomosen des Plexus Santorini mit den äusseren Schamveiien und den Verstopfungsvenen dürfte die eigenthümliche musculöse Trabecularbildung in den Wandungen dieser Venen auch ein nicht unerhebliches Hinderniss dem Abflüsse darbieten, besonders wenn man sich diese Musculatur während der Erection contrahirt denkt. Ist die Hypothese von der Relaxation der Arterienwände gegründet, so muss zwischen diesen und den Wänden des Plexus Santorini offenbar ein antagonistisches Verhältniss bestehen. Erklärung der Abbildungen. Flg. 1. Die Oberfläche des Schwellnetzes aus der Mitte des Gliedes mit dem Rindennetze. Vergrösserung 3. „ 2. Vorderes Ende eines Schwellkörpers des Penis ^ mit der Ramification der inneren Schwellvenen; vom Septum aus aufgenommen. Vergrös- serung 3. „ 3. Das grobe und feine Rindennetz des Corpus cavernosum penis. Vergrösserung i2. „ 4. Dasselbe, nur unvollständig injicirt. „ S. Ramification einer Arterie mit zwei Endquästchen. Vergrösserung 3. über das Gefasssystem der männlichen Scliwellorgane. 169 Fig. 6. Das Rindennetz, nicht compress injicirt, mit Begegnung der Injections- massen und bei *,* mit Übergängen einzelner Endäste der Arterien in dasselbe. Vergrösserung 12. „ 7. Oberflächliches Rindennetz mit Arterien- und Venenzweigchen, von den Arterien aus injicirt. Übergang der letzteren in einen zapfenförmigcn Anhang des Rindennetzes, in welchem sich beide Injectionsmassen begegneten. Vergrösserung ungefähr 10. „ 8. Partie des inneren Schwellnetzes aus der Wurzel des Penis mit einem Übergangszapfen, dessen Spitze arteriell, dessen Basis venös injicirt ist. Vergrösserung 12. „ 9. Ein ähnlicher, aber ramificirter Zapfen, venös injicirt, aus der Mitte des Penis. Vergrösserung 12. „ 10. Arteria cavernosa petiis, mit den Vasa vasorum. a ein Arterien-, b ein Venenzweigchen. Vergrösserung etwa 10. „ 11. Vasa vasornm in dem Arteriencanal, vom Schwellnetze aus injicirt. Vergrösserung etwa 10. „ 12. Oberfläche des Corpus cavernosum urethrae, aus der Mitte des Schaftes; beide Antheile des Scliwellnetzes sind sichtbar. Vergrösserung 3. „ 13. Von der Oberfläche des arteriell injieirten Bulbus mit dem Übergange eines Arterienzweigchens in das Schwellnetz. Vergrösserung 12. „ 14. Von der Oberfläche der Eichel, das Schwellnetz mit dem feinen Capillar- netze. Vergrösserung 12. „ 13. Arterienzweigchen von der Oberfläche der Eichel. Vergrösserung etwa IS. ,, 16. Die Innenwand eines Zweiges des Plexus Santorini. Vergrösserung 3. 170 XX. SITZUNG VOM 17. JULI 1862. Das c. M. Herr Prof. H. Hlasivvetz in Innsbruck übersendet folgende Abhandlungen: a) jjBeiträge zur Kenntniss einiger Fhiorverbindungen*' von Herrn L. Pfaundler. h) „Über die Einwirkung des Broms auf Glycerin"" von Herrn L. Barth. Herr Dr. A. Sehrauf übermittelt eine Notiz: „Zur Charakte- ristik der Mineralspecies Anhydrit". Herr Dr. C. M. Diesing übergibt „Nachträge zur Revision der Turbellarien". Herr Dr. A. Boue theilt mit, dass der Präsident der geogra- phischen Gesellschaft in Paris, Herr d'Avezac, einen geschicht- lichen Versuch über die seculare magnetische Declination heraus- zugeben beabsichtige, worin er auf die Boussole-Andeutungen in älteren geographischen Karten Rücksicht nehmen wird. Herr Dr. J. Wiesner überreicht eine von ihm gemeinschaft- lich mit Herrn Dr. Ad. Weiss verfasste Abhandlung: „Über das Verhalten des Kupferoxyd-Ammoniaks zur Stärke". Herr Prof. Schrötter ergänzt seine in der Sitzung vom 10. Juli gemachte Mittheilung über das Thallium und spricht insbe- sondere über die Lage der grünen Linie desselben im Spectrum, sowie über die Leistungen des Spectralapparates mit neun Prismen. An Druckschriften wurden vorgelegt: Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Berlin, Monats- bericht. Mai 1862, Berlin; S«- — Beiträge zur Entwickelungs- geschichte des Meerschweinchens. Von C. B. Reichert. I, Abtheilung. Mit 8 Kupfertafeln. (Aus den Abhandlungen d. k. Ak. d. W. zu Berlin 1861.) 4o- Astronomische Nachrichten Nr. 1369. Altona, 1862; 4o- Austria, XIV. Jahrgang, XXVIII. Heft. Wien, 1862; 8o- 171 Bericht des k. k. Krankenhauses Wieden vom Solar-Jahre 1860. Mit 1 lith. und 34 gedruckten Tabellen. Wien, 1862; 4o- Cosmos, XP Annee, 2V Volume, 2" Livraison. Paris, 1862, 8o- Hoffmann, Robert, Ergebniss-Bericht der agricultur-chemischen Versuchsstation zu Prag im Jahre 1861. Prag, 1862; 4<»- Jahrbuch, Neues, für Pharmacie und verwandte Fächer. Heraus- gegeben unter Mitwirkung des Directoriums von Dr. F. Vor- werk in Speyer. Band XVH, Heft 4 und 5. Heidelberg, 1862; 80- Land- und forstwirthschaftliche Zeitung, XH. Jahrgang, Nr. 20. Wien, 1862; kl. 4o- Mittheiingen aus J. Perthes' geographischer Anstalt, Jahr- gang 1862. VI. Heft, nebst Ergänzungsheft Nr. 8. Gotha ; 4o- Mortillet, Gabriel de, Note sur le Cretace et le Nummulitique des environs de Pistoja (Toscane). (Dal Vol. HI. degli Atti della Societä italiana di Scienze naturali in Milano.) S«- — L'homme fossile. (Extr. de la Revue savoisienne, Avril 1862.) Annecy; 8o' Planta mour, E., Observations asfronomiques faites ä TObserva- toire de Geneve dans les annees 1857 et 1858. Geneve, 1861; 40. — Resume meteorologique de T annee 1860 pour Geneve et le Grand St. Bernard. (Tire de la Bibliotheque Universelle de Geneve, Aout 1861.) Geneve, 1861; S«- — Note sur les va- riations periodiques de la temperature et de la pression atmo- spherique au Grand St. Bernard. 80- Saint-Genois, Le Baron Jules de, Voyages faites en Terre Sainte par Thetmar, en 1217 et par Bou chard de Strasbourg, en 1175, 1189 ou 1225. (Extr. du T. XXV. des Mem. de 1' Acad. R. de Belgique.) 4o- Sharswood, William, The Miscellaneous Writings. Vol. I. Copy, Nr. 1; pp. 1 — 16. Philadelphia, 1862; 8o- Society The Royal Dublin, Journal. Vol. HI, No. 20—23. Dublin, 1861; 8o- — The Royal Asiatie, of Great Britain et Ireland, Journal. Vol. XIX, Part. 3. London, 1862; 8o- Survey, The Geological, of India, Memoirs. Vol. HI, Part. 1. Cal- cutta, 1861; 8o- — Annual Report of the Geological Survey. 172 of India and of the Museum of Geology. Fifth Year, 1860, 1861. Calcutta, 1861; So- Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, Archiv. 15. Jahr. Neubrandenburg, 1861; S"- Wiener medicinische Wochenschrift, XII. Jahrgang. Nr. 28. Wien, 1862; 40- Wo eben -Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts-Gesellschaft. XI. Jahrgang, Nr. 19. Gratz, 1862; 4«- 173 Nachtrüge zur Revision der Turhellarien. Von dem w. M. Dr. R. M. Diesing. Die Nachträge zur Revision der Strudelwürmer, welche ich hiermit der kaiserlichen Akademie überreiche, sind zwar nicht um- fangreich, aber durch das Hinzukommen von Verbindungsgliedern zwischen einzelnen Gruppen inhaltschwer i). Unter sechzehn als neue Arten beschriebenen Formen haben sich vier, sämmtlich aus der Tribus der Rhynchocoelen, als Typen neuer Gattungen herausgestellt. Zwei davon sind ausgezeichnet durch das vorher in dieser Tribus unbekannte Vorhandensein von Gehörorganen, die dritte durch die Eigenthümlichkeit von acht schiefen Längsfalten auf jeder der beiden Kopfseiten; durch die Kenntniss der vierten von Keferstein aufge- stellten Gattung Prosorhochnius hat sich gezeigt, dass in der Abthei- lung der Rhynchocoela porocephala nicht nur in den Familien der Typhlonemertineen und Eunemertineen, sondern auch in der der Loxorrhochmideen sowohl ein endständiger als ein unterständiger Rüssel vorkommt. Durch die fast gleichzeitige Reendigung der Arbeiten von Cla- parede und Keferstein mit meiner Revision der Turhellarien ist eine Ungleichförmigkeit in der Nomenclatur entstanden; ich habe daher in den nachfolgenden Rlättern gesucht, diese neuen Rereiche- rungen mit meiner jüngsten systematischen Anordnung in Einklang zu bringen. Prof. Keferstein gibt am Schlüsse seiner Arbeit über die Nemertinen noch einen Anhang über Balanoglossus clavigems *) Diese Nachträge sind nachstehenden Abhandlungen entnommen: Ed. Graeffe: Beobachtungen über FTadiaten und Würmer in Nizza: Neue Denk- schriften der allgemeinen schweizerischen Gesellschaft für die gesammten Naturwissenschaften. Band XVH. Zürich, 1860. 4. Claparede: Etudes anatomiques sur les Annelides, Turbellaries, Opalines et Gregarines observes dans les Hebrides in: Memoires de ia Societe de Physique et d'Histoire naturelle de Geneve. Tome XVI. Premiere Partie. 1861. 4. Keferstein: Untersuchungen über niedere Seethiere. Leipzig, 1862. 8. Abdruck aus der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Band XII, Heft 1. 1862. 174 D i e s i n g-. Delle Chiaje, den er Gelegenheit hatte mit seinem Freunde Dr. E. Ehlers in Neapel zu beobachten, und welcher, wie er ganz richtig bemerkt, seit Chiaje mit Ausnahme einer beiläufigen Stelle bei Quatrefages (Anal, des sc. nat. 3. ser. VI. 1846, 184) nicht mehr in der Literatur erwähnt worden ist. Weder Delle Chiaje, noch Quatrefages und Keferstein haben ein bestimmtes Ur- theil über die systematische Stellung dieses räthselhaften Wurmes ausgesprochen. Ich halte es jedenfalls für sieher, dass er nicht zu den Strudelwürmern zu ziehen sei; dagegen ist es mir aber mehr als wahrscheinlich, dass er zu der Tribus der Sipunculideen gehört und zwar in die Familie der Schizorhynchelideen, in nächste Nähe der Gattung Bonellia, von der er sich übrigens durch äussere und innere Organisationsverhältnisse wesentlich unterscheidet, gestellt werden müsste. Nachdem der Schluss von Prof. Leuckart's Jahresbericht für das Jahr 18o8, worin die von Dalyell (Powers of the Creator Vol. II.) beschriebenen und abgebildeten Rhynchocoelen aufgeführt und zum Theil gedeutet werden, mir früher nicht zur Hand war, so kann ich die betreffenden Citate erst in diesen Blättern beifügen. SUBORDO I. TURBELLARIA DENDROCOELA EHRENBERG i). SECTIO II. DIGONOPORA STIMPSON. Familia XII. lieptoplanidea. 4*. CentrostoDiam Jlertensii CLAPAREDE. Corpus ovale, marginibus integris, lacteo-album, passim fla- vidum. Ocelloriim acervi duo subelliptici in fine primae corporis quinfae partis. Os in medio corporis, oesophago multilobato. Aper- iura genitalis mascula in initio uKimi corporis trientis, feminea ultimi corporis quadrantis. Longit. ultr. 8"'. Centrostomum Mertensii Claparcde 1. c. 147 — 148 (cum anatom.). Tab. VII. 11—12. *^) De larva Dendrocoeli g-eneris incerti , ad oras Scotiae lecta coufer Claparede 1. c. 132. Tab. V. 1. Nachträge zur Revision der Turl)eliarien. 1 T O Habita culum. Ad Laminarias ad oras occidentales Scotiae, autumno (Claparede). Diese von Herrn Claparede als neu aufgestellte Art bietet das besondere Interesse, dass sie unter den acht bekannten dieser Gat- tung die erste ist, welche in europäischen Meeren gefunden wurde. Familia XIV. Eurylepticlea. 7*. Proceros auritus. Corpus foliaceum, ovatum, albidum, tractu intestinali ejusque ramificationibus rufo- brunneis, transparentibus. Pseudotentacula auriculaeformia. Ocellonim acervi duo, singulus ad basin pseudo- tentaculi; ocelli in pseudotentaculis basilares. Os subterminale par- vum. Äpertura genitalis mascula ante medium, feminea in medio fere corporis. Longit. y,", latit. max. 4'". Corpuscula bacillaria parenchymati corporis abunde inimersa, nunc sin- gula, nunc plura cellulis nucleolatis inclusa. Penis cordiformis elongatus, apice spinulosus. Eurylepta aurita Claparede I. c. 144 — 146 (cum anatom. et de natura hepatica ramulorum intestinalium). Tab. VII. S — 10. Habitaculum. Ad Laminarias ad oras Scotiae occidentales, autumno (Claparede). Da nach der neueren Begrenzung zur Gattung Eurylepta nur jene Arten, deren GeschlechtsöfTnungen vor der MundöfTnung lie- gen, gezählt werden, jene aber, bei welchen diese Öffnungen hinter dem Munde sich befinden , zur Gattung Proceros gehören , so kann die vorliegende Species nicht bei Eurylepta hltihcin , sondern muss zu Proceros gezogen werden. SUBORDO n. TURBELLARIA RHABDOCOELA EHRENBERG '). TRIBUS I. ARHYNCHOCOELA SCHULTZE. Familia VI. Otopliora. Monotns paradoxns DIESING: Rev. d. Turbell. H. 212 adde: Convolufa paradoxa Claimrede 1. c. 12S — 130 (de hermaphroditismo successivo, de organis genitalibus, de organis urticationis etc.). Tab. V. 1—10. ') De lai'va Rhabdoeoeli generis incerti , ad oras Scotiae lecta confer Claparede I. c. löl. Tajj. V. 2, 1 76 D i e s i n g. Habitaculo adde: Ad oras occidentales Scotiae, aulumno (Claparede). Herr Claparede hält die von Herrn Prof. Schmidt unter dem Namen Convoliita Diesingii aufgestellte Art für nicht verschieden von der so eben angeführten. Monotus unipunctatns DIESING: Rev. d. Turbell. IL 213 adde: Monocelis unipunctata Oerstcd? Claparede 1. c. 137. VII. 4 (penis). Habitaculo adde: Ad insulam Sky, Hebridarum, autumno (Claparede). Faiiiilia VII. Vorticiiiea. TarbeHa nigrovenosa DIESING: Rev. d. Turbell. H. 223 adde: Mesostonium marmoratum SchuUze. — Claparede 1. c. 131 — 132 (et de org. genital.). Tab. XII. 1. 2. Habitaculo adde: Ad insulam Sky, Hebridarum, autumno (Cl apared e). Vortex qnadriocalatos FBEY et LEUCKART. — Dies. Ray. d. Tur- bell. II. 227 adde: Claparede I. e. 134 (cum notit. variis). Tab. VI. 3. Habitaculo adde: Glesnäsholm ad littora Norvegiae , et autumno ad insulam Sky, Hebridarum (Claparede). 12*. Vortex FingaliaDos. Corpus fusiforme, albidum. Os retrorsum situm , oesophago protractili, cylindrico, retrorsum directo. Ocelli posteriores niagis inter se remoti quam anteriores. Äpertura genitalis in ultima cor- poris quinta parta. Longit. ultra 1/4'". Enterostomuin Fingalianum Claparede 1. c. 135 (cum anatom.). Tab. VI. 11 — 13. Habitacnlum. Ad insulam Sky, Hebridarum, autumno (Cla- parede). Durch die Vereinigung der Gattungen Allostoma Beneden und Telostoma Örsted mit der Gattung Vbrtea.', von welcher sie vorzugsweise nur durch den nach hinten liegenden Mund sich unterschieden, erscheint auch die Selbstständigkeit des von Herrn Claparede aufgestellten Geschlechtes Enterostomum als nicht haltbar. Nachtläge zur Revision der Tiirbellarien. 1 77 Faniilia IX. Celiclotidea. Monops lioeatus DIESING: Rev. d. Tiirbell. II. 230 adde: Monocelis lineata Oersted. — Claparede 1. c. i37. Habitaculo adde: Ad oras meritlionales et occidentales Nor- vegiae et autumno ad insulas Hebridas, communis (Claparede). Monops agilis DIESING: Rev. d. Turbell. II. 230 adde: Monocelis agilis Schnitze. — Claparede 1. c. 137. Habitaculo adde: Ad oras meridionales et occidentales Nor- vegiae et autumno ad insulas Hebridas, communis (Claparede). TRIBUS II. RHYNCHOCOELA SCHüLTZE. Subtribus I. Rhynchocoela aporocephala. Familia XVII. Oyratriciiiea. S*. Cryrator caledonicus. Corpus subcylindricum. Proboscis conica. Os in secunda cor- poris quinta parte. OcelU i\\^v\, lente crystallina instructi. Penis retrorsum situs, compressus, contortus, dimidia parte anteriore spi- nulis capitellatis armatus. Longit. ultra i/V". Prostomum caledonicum Claparede 1. c. 132 — 134. Tab. V. 5. Habitaculum. Ad insulam Sky, Hebridarum, autumno (Cla- parede). Familia XVIII. Borlasiea. a. Proboscis terminalis, Borlasia Neesii DIESING: Rev. d. Turbell. H. 249 adde: Gordius fuscus Dalyell: Powers of the Creator II. 83. 84. Tab. XII. Amphiporus Neesii Oersted. — Lenckart: in TroscheTs Arch. 18S9. II. 187. Habitaculo adde: Ad littora Scotiae (Dalyell). Borlasia linearis DIESING: Rev. d. Turbell. II. 250 adde: Cephalothrix lineata Oersted. — Claparede 1. o. ISO (de proboscidis pilis longis rigidis). Habitaculo adde: Ad insulam Sky, Hebridarum, autumno (Cl aparede). 178 Diesing. Borlasia? longissima. Corpus teretiusculum utrinque parum attenuatum, flavido-gri- seum. Caput corpore continuum, antice truncatum lobulo angusto brevi ciliato. Proboscis inermis, papulosa, papillis conicis. Os di- stantia, latitudinem capitis decies superante, ab apice capitis remo- tum. Longit. 8" — 1'6"'. Corpuscula duo ovalia antrorsum attenuata, proboscidem limitantia, in- certae functionis. — Corpus mucum tenacem copiose excernit. Cephalotrix longissima Keferstein 1. c. 57 et 6S, anatom. : 67, 71 (de proboscide inermi), 79- Tab. VI. 6—10. Habitaculum. Sub saxis corpus in formam coni, Tubificis instar, convolutum vel in formam reticuli complicatum, raro, St.Vaast la Hougue (Keferstein). Nach schärferer Begrenzung der Gattung Cephalotrix wäre dieser Wurm, da ihm Augen fehlen, nicht zu dieser, sondern wahrscheinlich eher zur Gattung Borlasia, obwohl er sich auch von dieser durch ein gewimpertes Läppchen am Vorderende zu unter- scheiden scheint, zu stellen. ß. Proboscis infera. Talencinia ornata Quatrefages. — Dies. Rev. d. Turbell. II. 2S2 adde: Gordius anguis Dalycll 1. c. 8S— 87. Tab. XIII. 7—10. Valencinia ornata Quatrefages. — Leuckart 1. c. 187. Habitaculo adde: Ad littora Scotiae (Dalyell). Familia XIX. Ommatophora. Ommatoplea peronea DIESING: Rev. d. Turbell. II. 255 adde: Var.? Gordius taenia Dalyell 1. c. 83. Nemertes peronea Quatrefages. — Leuckart 1. c. 187. Habitaculo adde: Ad littora Scotiae (Dalyell). Ommatoplea rosea DIESING: Rev. d. Turbell. II. 256 adde: Vermieulus rubens Dalyell 1. e. 90. Tab. X. 13 — 18. Polystemma roseum Oersted. — Leuckart 1. e. 188. Habitaculo adde: Ad littora Scotiae (Dalyell). Nachträge zur Revision der Turbollarien. 179 19*. Ommatoplea ocellata. Corpus teretiusculum medio crassissimum utrinque paium atte- nuatum, stato expaiiso depressum, flavidum. Capni corpore conti- nuum. Proboscis inermis, papillis elevatis, rigidis, plerumque in apices duas vel tres uncinatas divisis. Os ab apice capitis distanlia latitudiiiem capitis septies superante remotmn. Ocelli plures versus apicem capitis. Loiigit. 10'", crassit. 1/2 — 1'"; statu expanso lougit. 4"2"', latit. 1/4"'. Cephalotrix ocellata Keferstein 1. c. 57 et 63, anatom.: 67, 71 (de pro- boscide inermi) 67, 79, 80, 88. Tab. VI. 11-16. Habitaculum. Sub saxis, raro, St. Vaast la Hougne (Kefer- stein). Wegen Vorhandensein von nicht zwei, sondern mehreren Augen zur Gattung Ommatoplea zu ziehen. Der Charakter derselben müsste durch die Kenntniss der vorliegenden Art dahin berichtigt werden, dass der Rüssel bewaffnet, selten unbewaffnet ist, und die Wundöff- nung vorne oder hinter dem Kopfe liegt. Familia XX. Mleruraea. Micrura fasciolata HEMPPilCU et EIIRENBERG. — Dies. Rev. d. Turbell. II. 259 adde : . Pilidiiim gyrans Claparede 1. c. 151 (de evolutione). Habitaculo adde: Ad oras Hebridarum, autumno (Clapa- rede). Subtribus II. Rhynchocoela porocephala. Familia XXIII. Prorliyiicliidea. Prorhynchos? serpentinns LEICKART. Planaria serpentina Dubjell 1. c. 122. Tab. XV. 20. Prorhynchus? serpentinus LeuckartX. c. 188. Habitaculum. In Scotia (Dalyell). Familia XXV. Typliloiieiiiertiiiea. Characieri familiae adde: Otolithi nuili vel plures otolithothecis pluribus inclusi. Sitzh. (1. niatiiem.-natm w. CI. XLVI. B.l. 1. Ahtli. 1.3 180 niesing. SubfiimUia I. ANotophora. Otolithi iiulli. Proboscis infera ;>ut terminalis. a. Proboscis infera. Cerebratulus marginatus RENIER? Keferstein I. c. 66, 67, 70, 71, 80, 86 (anatoni.). Tab. VII. 3. 4. 5. Da der Verfasser nirgends die Lage des Rüssels an dem von ihm untersuchten aus Neapel stammenden Thiere angibt, so muss es dahin gestellt bleiben, db er den eigentlichen Cerebratulus mar- ginatus Renier oder Meckelia Somatotomus Leuckart vor Augen gehabt habe. ß. Proboscis terminalis. Meckelia olivacea RATHKE. — Dies. Rev. d. Turbell. II. 280 adde: Gordius fragilis üalyell 1. c. 54-62. Tab. VI— VII. Meckelia olivacea Rathke. — Lctic/cart J. c. 187. Habitaculo adde: Ad oras Scotiae (Dalyell). Meckelia Borlasii DfESING: Rev. d. Turbeü. II. 285 adde: Gordius maximus Dalyell i. c. 63—70. Borlasia Angliae Oleen. — Leuckart I. c. 187. Habitaculo adde: Ad oras Scotiae (Dalyell). NachZ>a/?/t"// (Leu ciiart's Auszug) umschlingt dieser Wurm gern fremde cylindrische Gegenstände. Dalyell beobaciitete Individuen von 10' Länge und bewahrte ein Exemplar mit den daraus hervorgegangenen Theil- siücken fast S Jahre lang auf. In einem Jahr und 10 Monaten wuchs dasselbe von einem kleinen 3" langen Würmchen zu einer Länge von 21/2 Fuss heran. Gleichzeitig änderte sich die Färbung immer mehr und mehr in's Dunkle. Der Rüssel ist roth. Suhfnmilia IL Otophora. Otolithi plures otolithothecis plu- ribus inclusi. Proboscis terminalis. LX*. OTOTYPHLONEMERTES DIESING. Oerstediae spec. Keferstein. Corpus depressiusciilum. Caput corpore continuum. Cephalo- poriAno, circnlares, marginales. Pro/^osc/s terminalis, intus papu- losa, pugione et burseolis aciculiferis duabus instructa. Os ventrale. Nacliträg-e zur Hevisioii der Tmlieilaiien. 181 aiitrorsum situin. Ocelli nulli. OtoUthi plures otolitothecis qiiatiior inclusi. Sexus discretus. Anus tenninalis posticiis. Maricolae, henii- sphaerae borealis. Organon latenile (corpusculum solidum ad quod cephaloporiis singnlus diicit) parvum, parte atteniiala cum cerebello junctum. 1. Ototyphlonemertes Refersteinii DIESING. Corpus antice et postice truncatum , pellucidiim, alltidiini. Longit. 21/2'", latit. ad Ve'". Oerstedia pallida Keferstein 1. c. 60, anatora. : 69, 79, 80, 84. Tab. V. 8. 9. Habitaculum. St. Vaast la Hougiie specimen uniciim juve- nile, simul cum Ditactorrkochmate mmidilla (Keferstein). Dieser Strudeiwurm ist durch das gleiciizeitige Vorkommen von einem Rüssel und von mehreren Gehörsteineheu, welche in vier Kapseln eingeschlossen sind , und durch den Mangel von Augen so ausgezeichnet, dass er zur Feststellung dieser neuen Galtung be- rechtigt. Hinsichtlich des Artnamens habe ich mir erlaubt, zur Erinnerung an den in jüngster Zeit um die Kenntniss der Rhyn- chocoelen so sehr verdienten Entdecker dieser Species, letztere mit seinem Namen zu bezeichnen. Fainilia XXVI. liOxorrhochmidea. Characteri familiae adde: Otholithi nulli, rarius plures otolithothecis pluribus inclusi. Proboscis infera aut terminalis. Subfamilia 1. A>iotophora. Otolithi nulli. Proboscis infera aut terminalis. «. Proboscis infera. LX**. PROSORHOCHMÜS KEFERSTEIN. Corpus depressiusculum, parum mutabile. Caput corpore cou- tinuum , plica transversali terminali subbilabiatum , labiis medio emarginatis , lobo dorsali transversali instructum. Cephalopori duo foveaeformes marginales. Proboscis infera, pugione et bur- seolis aciculiferis 2 — 3 instructa. Os ventrale, antrorsum situm, Ocelli quatuor in formam trapezi dispositi. Sexus discretus. 13* 182 D i e s i n g. Anus terminalis posticus. Vivipara. — Maricolae , hemisphaerae borealis. Organon laterale (corpusciilum solidum ad quod singulus eephaloporus ducit) bilobum; lobo longiore cercbellum attingente. 1. Prosorhochinus Claparedii KEFERSTEIN. Corpus retrorsum atteimatum, postice truucatum, aurautiacuni subtus brunrrescens. Capiä truucatum. Cephalopori ocellis anterio- ribus juxtapositi. Proboscis iiitus papulosa, burseolis aciculiferis in adultis tribus in jiivenculis duabiis instructa. Ocelli posteriores mi- nores. Longit. ad 10'"; longit. prolium ocellis 2, 4 imo 6 instruc- torum in cavo corporis materni %'" — 4". Prosorhochmus Claparedii Kcferstein 1. c. 55 et 61 — 63, anatom. : 70, 74 (de proboscide armata) 79, 84, 89—90 (de vivipartu et de evo- lutione). Tab. VI. 1—5. Habitaculum. St. Vaast la Hougue, sub saxis marinis speci- mina duo aestate (Keferstein). Diese von Herrn Prof. Keferstein aufgestellte neue Gat- tung, welche der Gattung Tetrastemma in vieler Hinsicht nahe steht, unterscheidet sich von dieser wesentlich durch den unterstän- digen Rüssel, welcher in dieser Familie hier zum ersten Male auf- tritt; hierzu kommt noch das Vorhandensein eines Kopfläppchens. Wenn auch die Kopfspalten bei Prosorhochmus nicht entschieden als schiefe oder Querspalten erscheinen, so glaubte ich doch dieses Thier zu den Loxorrhochmideen zählen zu sollen, und zwar um so mehr, als die Gattung Tetrastemma ausser Arten mit schiefen oder queren Kopfspalten auch solche enthält, bei welchen sie beinahe kreisrund sind. j3. Proboscis terminalis. Tetrastemma varicolor OERSTED. — Dies. Rev. d. Turbell. H. 289 adde: Claparc'de 1. c. 149, 150 (de armatura proboscidis). Tab. V. 6. H a b i t a c u 1 adde : Ad insulam Sky , Hebridarum , autumno (Claparede). Tetrastemma variegatum LE UCKART. Corpus obesum, rubro et albo variegatum, linea dorsali clara. Longit. 8'". Nachtrüge zur Revision der Turbellarien. 1 öd Vermiciilus variegatus Ihdyell 1. c. 91. Tab. X. 2S. 26. Tetrastemma variegatum Lenckart 1. e. 188. Habita(!iilum. Ad littora Seotiae (Daly eil). Tetrastenima Colnber lelwkaut. Macula magna obscura inter par primum et secundum ocelloruin. Vermiculus Coluber Dalydl 1. c. 91. Tab. X. 22. 23. Tetrastemma Coluber Leuvkurl 1. e. 188. Habitaculiim. Ad littora Seotiae (Daly eil). Tetrastenima algae LEUCKAIlT. , Planaria algae Dah/ell 1. c. 117. Tab. XVI. 24. Tetrastemma algae Lenckart 1. e. 188. HabiUculum. Ad littora Seotiae (Daly eil). Tetrastenima? album leuCKaRT. Planaria alba Dalyell I. c. 116. Tab. XVI. 11. Tetrastemma? album Lenckart \- c. 188. Habitaeulum. Ad littora Seotiae (Dalyell). 2. Ditactorrhochuia ülandilla. Corpus depressum, postiee truncatum, albidum vel rosaceum, h;iud raro in globubim con^ractile. Caput subdiscretum, ovale, an- tice truncatum. Cephalopori a margine ad quartam corporis latitu- dinis partem protracti, horizontales, pariim arcuati, antice convexi. Prohoscis intus papulosa, papillis conicis lateribus foliaceo-emargi- natis vel lobatis, pugione et burseolis aciculiferis duabus instructa. Os sub cerebello situm. Ocelli numerosi magnitudinis inaequalis in acervos quatuor plerunique consociati. Longit. 15'" — ^^/z", latit. 2 — 4"'. Organon laterale (corpusculum solidum ad quod singuius cephaloporus ducil) ovale vel pyriforme filo longo flexuoso cum cerebello junctum. Polia Mandilla Qualrefages : in Annal. des sc. nat. 3. ser. VI. 203, 204. Tab. VIII. I. et Is Tab. IX. (tabulas non vidi). — Idem Rech. anat. et phys. Tab. XV, 1 et 2 (non vidi). Nemertes Mandilla Dieaing : Syst. Helm. I. 274. — Idem Rev. d. Turbell. II. 303. Borlasia Mandilla Kcferstein 1. c. 58, anatom.: 67, 69, 70, 71, 72 et 73 (de proboscide armata), 79, 80, 82, 88. 184 D i e s i I) ;;•. Habitaculum. Prope St. Vaast la Hougue copiose (Quatre- fages), ibidem sub saxis, aestate (Keferstein). Eine Abbildung in Gainiard's Voyage en Scandinavie u. s. \v. Taf. C, Fig. 1 — 22, welche einen Wurm darstellt, der sich durch zwei an der Unterseite des Kopfes quer neben einander gestellte halbmondförmige Kopfspalten auszeichnet, gab mir die Veranlassung zur Aufstellung der Gattung Ditactorrhochma. Da die von Kefer- stein als Borlasia MandiUa besciiriebene und abgebildete Art die- selben Charaktere darbietet, so nehme ich keinen Anstand, sie als zweite Art der genannten Gattung beizuzählen. LXIIP. PTYCHODES UIESING. Borlasiae spec. Keferstein. Corpus depress'um, parum mutabile. Caput corpore continuum, utrinque fovea triangulär! instructum. Cephalopori marginales duo transversales, singulus plicis immersis 8 oblique longitudinalibus suprainipositis. Prohoscis terminalis, intus papillosa, pugione et burseolis aciculiferis 8 — 10 praedita. Os ventrale, antrorsum situm. Ocelli numerosi. Seams discretus. Anus terminalis posticus. Mari- colae, hemisphaerae borealis. Organon laterale (corpusculum solidum ad quod singulus cephaloporus ducit) ovale s. quadrangulare filis pluribus cum cerebeilo junctuin. Vasa late- ralia cum vase dorsali canaliculis fransversis munerosis capillaribus juncta. — Sanguis ruber. 1. Ptychodes splendida DIESING. Corpus utrinque acutum, dorso medio rufo-brunneo vel rosaeeo fasciis longitudinalibus 5 albis, reliqua parte rosaceo-album. Pro- hoscis intus papillis elevatis, uno latere denticulatis, apice corpus- cula ovalia interdum pedicellata gerentibus obsessa, pugione magno armata. Ocelli utrinque in series duas longitudinales dispositi. Longit. 1—2". latit. med. 2"'. Corpus ciliis vibrantibus brevibus gracillimis obsessum mucum copiosum darum et tenacem excernit. Borlasia splendida Keferstein 1. c. S9, anatom.: 68, 79, 80, 82, 84, 86. Tab. V. 10—18. H a b i t a c u 1 u m. Ad Ostreas specimina duo, St. Vaast la Mougue, aestate (Keferstein). N«clitiiiye zur Hevisioii der T.irl.ellarien. 185 Das von Kef er stein unter dem Namen Borlasia splendida aufgeführte Tliier zeiclniet sich durch das Vorhandensein einer An- zahl von schiefen Längsfalten (vom Verfasser Rillen genannt) am Kopfe oberhalb der Kopfspalten aus, welcher sehr eigenthündiche Bau mich veranlasste, die in Rede stehende Form als den Typus einer eigenen Gattung anzusehen. Kef er stein betrachtet im Allgemeinen die Kopfspalten der Nemertinen nicht als wirkliche Öffnungen, sondern nur als Ein- senkurigen der Haut. Die im Innern des Körpers liegenden Seiten- organe, welche er für solide Körper erklärt, setzen sich nach ihm an die Kopfspalten und zwar an einer Stelle derselben, wo die äussere Haut und Musculatur ganz fehlt, derart an, dass die so entstandene rundliche Öffnung der Körperbedeckung durch sie geschlossen wird und sie mit dem umgebenden Wasser in directe Berührung treten. Er wäre geneigt, diese Seitenorgane als zu einer Sinnesthätigkeit bestimmt, anzunehmen. Die obenerwähnten schiefen Längsfalten bei Ptycliudcs unterscheiden sich dadurcli von wahren Kopfspalten, dass sie keine Seitenorgane besitzen. Snhf'amUia IL Otophora. Otolithi plures otolithotiiecis pUiri- bus inclusi. Proboscis terminalis. LXIV*. OTOLOXORRHOCHMA DIESING. Tetrasteminatis spec. Graeffe. Corpus depressum cilialum. Caput corpore conliiiunm. Ceplia- lopori duo .... Proboscis terminalis, pugione et burseolis aciculi- feris duabus instructa. Os . . . . Ocelli 4 in quadrangulum dispositi, Oifo/iV/« numerosi capsulis pluribus inclusi, ocellis interpositi. Sexus et amis .... Maricolae, hemisphaerae borealis. 1. Otoloxorrhochuia Graeffei DIESING. Corpus angustum, postice acutum, flavoviride. Caput rotiin- datum. Proboscis pugione magno manubrio medio consti-icto insi- dente et burseolis duabus, aciculas 1 — 2 includentibus Instructa. Ot', Ptychodes splendida 12. — Tetra- stemma albnm 11, algae 11, Coluber 11, spec. 13, varicolor 10, variegatum 10, Turbella nigrovetiosa 4. — Valencinia oriiata 6. — Vermictilns Coluber 11, crassus 15, Uneatus 15, rnbeiis (J, variegatns 11. Vortex Fingalianiis 4, quadrioculatus 4. 11 r. Zur riiiirakterislik der Miiiernlspi'cies „Aiiliydrit" . 1 o9 Zur Charakteristik der Mineralspecies „Anhydrit^^. Von Dr. Albrecht Schraaf, riistos-AHjuueten am k. k. Hof-Mineralien-Cahinctc. Dr. Fuchs in Cluiisthal hat in der berg- und hüttenmännischen Zeitung vom 28. Mai 1862 einen Fund von Anhydritkrystallen von Stassfurth am Harz bekannt gemacht, welche Krystalle mit Schwer- spath isomorph sein sollen. Derselbe sandte einige an das k. k. Hof- Minerah'en-Cabinet und durch die Güte des Herrn Directors Dr. Moriz Hörn es erhielt ich dieselben zur näheren Untersuchung. Die Krystalle kommen in salzhaltigem Gyps eingewachsen vor und bilden eine Combination des Prisma (011) mit dem Doma (210). Die Flächen (011) sind rauh und matt, die von (210) sehr gestreift, oftntals treppenförmig gekrümmt. Fuchs nennt die Flä<;he (Oll)rf, und (210) M und gibt für dd = 841/3«, für MM = HO» als annäherungsweise mit dem Anlegegoniometer erhalten an. Meine Messungen ergaben für (Ol I) (OTl) = 85p, für (210) (210) = 60», letztere Messung mit dem Retlexionsgoniometer an kleinen nicht treppenförmigen Krystallen erhalten. Diese letzt- erwähnte Ausbildungsweise von M an allen grösseren Krystallen ist Ursache der Variation des Winkels und der Angabe von Fuchs. Meine Winkelmessungen stimmen mit den Angaben Mi Her 's üborein: SehiMur MüKt (011) (OTl) = 85" 84o 34' (210) (210) ^ 60 58 40 Diese Flächen d und M sind ferner sicher der Ordnung der Prismen angehörend, da die Spaltungsrichtungen sich als normale Abstumpfung der Kanten erweisen. Die Spaltungsrichlungen sind in der Leichtigkeit, sie nach den verschiedenen Pinaki)idtlächen zu erhalten, kaum zu unterscheiden, doch fand ich im Gegensatze zu Fuchs auch an diesen Krystallen die Beobachtungen Miller's bestätigt, welcher die scliwerer zu erhaltende Theilbarkeit parallel der Fläche 010 angibt. 190 S c li r a u f. Die zwei Flächen d und M sind bisher an Anhydrit noch nicht beobachtet und so wie der säulenförmige Habitus für denselben neu. Diese besprochenen krystallographischen Verhältnisse weisen vollkommen auf die Meinungen Miller's hin, welcher gegen die Iso- morphie mit Schwerspath sprach, eben so ergibt sich aus allen fol- genden Untersuchungen, dass die Harzer Anhydritkrystalle mit denen von Aussee ident sind. Fuchs erhielt als Resultat einer Analyse schwefelsauren Kalk mit nur 0*S o/o Wasser, ich fand die Dichte eines grossen Krystalles von Stassfurth = 2-983, eines von Aussee = 2-956. Die Härte beider ist nahe 3, doch scheinen die Krystalle von Aussee etwas schwerer spaltbar und härter zu sein. Die optischen Verhältnisse beider zeigen sich ebenfalls ident. Nach den Untersuchungen von Grailich und Langi) ist die Orientirung für die Krystalle von Aussee abc und der scheinbare Axenwinkel AB = 70 — 72, die Untersuchung von Platten aus Stass- further Krystallen gespalten ergab mir dasselbe Resultat und zwar so gleichförmig, dass sich uurch die optischen Phänomene der Fundort nicht unterscheiden lässt. Die Axen liegen in der Zone (210) (210) und die erste Mittellinie coincidirt mit (010). Aus dieser vergleichen- den Charakteristik ergibt sich hiemit die Identität der Krystalle vom Harz mit denen von Aussee. An Exemplaren des ersten Fundortes hat aber Hausmanna) die Isomorphio mit Schwerspath nachzuweisen gesucht; seine angegebenen Winkel sind wohl nicht vollkommen übereinstimmend mit den von Fuchs, allein die säulenförmige Form beider lässt erwarten, dass nur die treppenförmige Ausbildung Ursache der Discordanz der durch den Anlegegoniometer erhaltenen Winkel ist. Es folgt somit aus meinen Reobachtungeii, dass 1. die Anhydrite vom Harz mit denen von Aussee in ihren physikalischen Eigenschaften vollkommen übereinstimmen; 2. einen für Anhydrit vollkommen neuen Habitus mit neuen Flächen bilden; 3. dass deren Winkel von den Miller'schen Angaben ableitbar sind; 4. es bestätigt sich die von Hausmann für die Harzer Krystalle angegebene Isomorphie mit Schwerspath nicht, wenn man nicht zu eiuer couiplicirten Transfor- mation der Iridiees schreiten will. 1) SiUb. d. k. Akaii. d. Wissensch. Wien, XXVM. 2. 2) Po gg. Auü. 83. ßd. S72. Zur Charakteristik der Mineralspecies „Anhydrit". 191 Was diesen letzten Punkt und die liiefür nöthigen Quellen betrifft, so kann ich nur auf die oben citirte Untersuchung und Messung (von Aussee-Anhydriten) von Grailich und Lang ver- weisen. Ich bemerke nun schliesslich, dass die Messungen von Haüy, welche mit den späteren genauen Miller'schen nicht überein- stimmen, ebenfalls an Exemplaren von Aussee durchgeführt wurden. 192 XXI. SITZUNG VOM 24. JULI 1862. Das hohe k. k. Ministerium des kaiserl. Hauses und des Äussern übermittelt einen vom k. k. General -Consul in Alexandrien einge- sendeten Reisebericht: „Recenti scoperte siil fiwtie bianco" von Herrn Andrea de Bono, zur beliebigen wissenseiiafllieben Benützung. Herr Director K. v. Littrow übergibt im Namen eines unge- nannten Verfassers ein versiegeltes Schreiben zur Aufbewahrung. Das c. M., der Prälat von Kremsmünster, Herr Augustin Resl- huber, übersendet einen Subscriptionsbeitrag von 100 fl. ö. W. für das in der Stadt Weil in Württemberg zu errichtende Kepler-Monument. Herr Eng. M a t zenaner, k. k. Telegraphen-Inspector in Wien, übermittelt vier auf den Translator bezügliche Actenstücke und ersucht dieselben durch eine Commission prüfen und constatiren zu lassen, ob ihm die Priorität dieser Erfindung gebühre? Herr Berg-Ingenieur .1. Bürgl zu St. Gertraud bei Tüffer in Untersteiermark, übersendet die Beschreibung einer von ibm erfun- denen Vorrichtung zur Verhinderung der Dampfkessel-Explosionen, mit dem Ersuchen um deren Beurtheiiung. Folgende Abhandlungen wurden eingesendet: i. „Das Meteoreisen von Sarepta" von Hrn. HofrathW. Haidinger. 2. „Über die Wirkung der IntercostalmuskeJn" von Herrn Prof. Dr. A. E. Jendrässik in Pest. 3. „Beiträge zur Anatomie des Lymphgefässursprunges" von Herrn Dr. Wladimir Tomsa in Wien. Herr Prof. R. Kner überreicht eine Abhandlung „über die drei Fischgattungen /'/6'>o/»Ä^//ww, SympJiysodoii u. Monocirrlms Heck." Herr Dr. L. Fitzinger legt eine Abhandlung „über das System und die Charakteristik der natürlichen Familie der Vögel" vor. Das c. M. Herr Prof. Dr. K. Peters übergibt eine Abhandlung „über die Liasformalion von Fünfkirchen". Herr Dr. E. Reitlinger, Assistent am hiesigen k. k,. physika- lischen Institute überreicht eine von ihm gemeinschaftlich mit Herrn 193 Luka Zerjaii, Eleven an demselben Institute, verfasste Abhandlung „über Schichtung durch Entladungsschläge der Leidner Flasche". Herr Prof. Dr. Chr. A. Voigt macht eine Mittheilung: „Beiträge zur Dermatoneurologie"^. An Druckschriften wurden vorgelegt: Akademie der Wissenschaften, k. ungarische zu Pest, Jahrbücher. Band 1 — 9. Pest, 1833 — 1859; 4o- — Magazin für Wissen- schaft. Jahrgang I — XI. 1834 — 1844. Pest; So- Aus tria, XIV. Jahrgang, XXIX. Heft. Wien, 1862; S«- d'Avezac, Apercus historiques sur la houssole et ses applications ä l'etude des phenomenes du magnetisme terrestre (Lue ä la Societe geologique 20 Avril 1860) ; 8o- — Anciens temoignages historiques relatifs ä la houssole (Lue ä la Societe de geo- graphie de Paris 19 Fevrier 1858); 8o- Comptes rendus des seances del'Academie des sciences.Tom. LV. No. 1. Paris, 1862; 4o- Cosmos, XP Annee, 21" Volume, 3" Livraison. Paris, 1862; 8o- Gewerbe-Verein, nieder-österreichischer, Verhandlungen und Miitheilungen, Jahrgang 1862, 8. & 9. Heft. Wien , 1862; So- Land- u. forstwirthschaftl. Zeit.. XH. Jhg. Nr. 21. Wien,1862. kl.4o- Nardo, Giov. Domenico, Prospetti sistematici degli animali delle provincie venete e del mare adriatico e distinzione delle specie in gruppi relativi alla loro geografia fisica ed all' interesse economico statistico che presentano. Venezia, 1860; 8o- — Congetture e successive illustrazioni sulla derivazione del nome geografico Recoaro. (Estr. dal Vol. 7. Serie 3 degli Atti deir i. r. Istituto Veneto.) S«- — Cinque specie di animali invertebrati presentate in dono alle raccolte naturali dell' i. r. Istituto Veneto dal Sig. Pietro Andrea Saccardo. (Estr. dal Vol. 6, Serie 3 degH Atti dell' Istituto stesso.) 8o- Pfeiffer, Franz, Berthold von Regensburg. I. Band. Wien, 1862; So- So ciete Imperiale de Medecine. de Constantinople, Gazette medi- cale d'Orient. VP Annee, No. 3. Constantinople, 1862; 4o- Wiener medic. Wochenschr., XII. Jahrg. Nr. 29. Wien, 1862; 4o- Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereines, XIV. Jahr- gang. V. Heft. Wien, 1862; 4o- 194 Über das System, mid die Charakteristik der natürlichen Familien der Vögel. Von de/n w. M. Dr. Leop. Jos. Fitzinger. II. Abtheilang. Es sind nunmehr sechs volle Jahre verflossen, seit ich der geehrten Chisse die erste Abtheilung meiner Abhandlung: „Über das System und die Charakteristik der natürlichen Familien der Vögel" zum Drucke vorzulegen die Ehre hatte, und dennoch bin ich jetzt erst in der Lage, den zweiten Theil dieser Arbelt überreichen zu können, welcher sich der früher, im XXI. Bande der Sitzungs- berichte der mathematisch -naturwissenschaftlichen Classe der kais. Akademie der Wissenschaften erschienenen Abtheilung unmittelbar anreiht. Obgleich das hierin in Vorschlag gebrachte, auf natürliche Ver- wandtschaften gegründete System in seinen Grundzügen bereits festgestellt und auch bezüglich der Begrenzung der einzelnen Familien schon damals beinahe vollendet war, so ergaben sich doch beider näheren Ausführung desselben so bedeutende Schwierigkeiten, dass ich fast in Zweifel gerieth, ob ich jemals im Stande sein würde, dieselben bewältigen zu können, indem es sich darum handelte, für die einzelnen Familien durchgreifende Charaktere zu ermitteln. An diesen Schwierigkeiten sind auch alle Versuche gescheitert, welche von so vielen Naturforschern der neueren und neuesten Zeit in dieser Bezieluing gemacht wurden, und jedem Ornithologen ist es aus der Erfahrung bekannt, dass es viel leichter ist, nach der Auf- fassung der Ähnlichkeiten in den körperliehen Formen im Allgemeinen wie im Besonderen, so wie auch in der Lebensweise und den Sitten, die natürlichen Familien als solche zu erkennen und auch abzugrenzen, als Kennzeichen aufzufinden, welche allen einzelnen Gliedern der- übe das System uiul die Cliartikleiistik der naliirl. Familien der Vögel. 1 95 selben ohne Ausnahme zukommen, denn häufig sind die Unter- scheidungsmerkmale nur solche, welche sich wohl durch die Sinne wahrnehmen, nicht aber durch Worte ausdrücken lassen. Schon bei Bearbeitung der ersten Abtheilung meiner Abhand- lung, welche die Ordnungen der Papagcivögel (Psiäacini), der Tag- Raubvögel (Rnptatores), der Nacht-Raubvögel (NocturniJ und der Klettervögel (Scansores) , und aus der Ordnung der Gangvögel (Ambulatores) die beiden Unterordnungen der Schreitfiisser (Gres- sorii) und Kegelschnäbler (Conirostres) umfasst, war es bei den Tag-Raubvögeln und noch mehr bei den Kegelschnäblern keine leichte Aufgabe, Kennzeichen ausfindig zu machen, durch welche sich die einzelnen Familien von einander unterscheiden. Noch weit grössere Hindernisse stellten sich mir aber bei der Bearbeitung der Unterordnungen der Hakenschnäbler füncirostres), Rabenschnäbler (Coracirostres), Pfriemenschnäbler (SubiilirostresJ und Dünnschnäbler (Te7itti7^ostres) eiügegen, welche der vorliegende zweite Theil meiner Abhandlung nebst der Ordnung der Sperrvögel (Hiantes) umfasst, da die Schwierigkeit, für die dem Naturforscher als natürliche Familien sich darstellenden Gruppen möglichst scharfe und zugleich auch durchgreifende Charaktere aufzufinden, bei diesen drei Unterordnungen um so grösser wird , als bei manchen der dahin gehörigen Familien zuletzt nur noch ein einziges, und zwar häufig scheinbar völlig bedeutungsloses Kennzeichen erübriget, dieselben von den verwandten Familien abzugrenzen. Ich bin weit entfernt, diese meine Arbeit für eine völlig gelun- gene zu betrachten und kenne die Mängel genau, welche derselben anhängen, ohne dass ich jedoch im Stande wäre, dieselben zu besei- tigen. Indess hoffe ich dadurch wenigstens irgend etwas zur schär- feren Charakteristik der natürlichen Familien beigetragen zu haben und zähle desshalb auf die Nachsicht meiner Fachverwandten, deren Beurtheilung ich diesen Theil meiner Abhandlung auch nur als einen schüchternen Versuch übergebe. 3. Unterordnung. HAKE]\SCH!VÄBIiER (ÜNCIROSTIIES). Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist stark, weder kegel-, noch messer- oder pfriemenförmig, flach- oder zusammengedrückt und endiget in eine Hakenspitze. Die Mundspalte ist tief und bisweilen bis unter die Augen reichend. Die Zunge ist frei. Sitzh. der inathem.-iiaturw. Cl. XLVI. Bd. I. Abtli. 14 196 Dr. F i t zi iig e r. 1 . Familie. SaiiiiiitYÖgel (Liothrices). Der Schnabel ist flaeligcdrückt. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwärts fjebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben aus- gerandet. Die Mundspalte ist tief, l)is unter die Augen reichend. An der Schnabel- wurzel befinden sich schwache Schnurrborsten. Die Nasenlöcher sind von einer hiiutigcn Membrane halb verschlossen und werden weder von den Schnurren, noch von den Stirnfedern überdeckt. Die Dillonkante ist ziemlich stark nacli aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe bis gegen ihre Mitte verwachsen. Die Schnabelfirste ist ziemlich stark flachgedrückt. Liothrix Strick I. Liotlirix Strickl, (Parus fnrcatns Tenim.^ Minlii Hodgs. (Blinla ignotincta Hodgs.^ Propariis Hodgs. fSiva vinipectns fioel.^ Inais L e s s. (Aiiais Clemenciae Lcss.J Balicassins Bonap. Balicassius Bonap. (Corvns bcdicassins Linn.^ Dicroiuus Bonap. (Dicrmns macrocercns Vieill.^ Bhuchanga Hodgs. (Lanius malabariciis Lath.^ Dieranostreptus Beichenb. (Edofius megarhynchus Quoy, Gaim.) Dissemurus Glog. (Edolius setifer Temm.^ Bliringa H o d g s. (Edolius remifer Temm.^ Hedolias Agass. (Lanius forficatus Linn.J Chibia Hodgs. (Edolius barbata J. Gray.^ Chaptia Gray. Chaptia Hodgs. (ChajJtia miiscipetoides Hodgs.^ Musicus B e i c li e n b. (Edolius musicus Vieill.^ Melaenornis Gray. Melaenornis Gray. (Melasoma edolioides Swains.^ Melanopepla Gab. (Muscicapa auronitens Licht.^ Irena Horsf. ( Coracias puella Latli.^ über das System und die Charakteristik der natiirl. Familien der Vogel. 199 6. Familie. Raupenfresser (Campophague). Der Schnabel ist flachf^edrückt. Der Oberkiefer endiget in eine ziemlich stark nach abwärts gebogene Hakonspilze und ist am Rande hinter derselben ausgerandet. Die Wundspalte ist ziemlicli tief. An der Schnabelwurzel befinden sich schwache Schnurrborsfen. Die Nasenlöcher sind von einer häutigen Mem- brane halb verschlossen und werden ganz oder zum Theile von den Schnurren oder den Stirnfedern überdeckt. Die Dillenkante ist ziemlich stark nach aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe nur an ihrem Grunde ver- wachsen. Die Schnabelürste ist ziemlich stark flachgedrückt. Ptilogenys Swa in s. Ptilügoiiys Swains. (PiifogotKdns chtcrmis Swains.^ Myiadesles Swains. (Mnsciatpa armillata Vieill.^ Sericolius Boriap. (^Sericol'uis cincreiis ßonap.^ Hypocolios Bonap. (HypocoUus ampelinus Bonap.^ Pericrocotus Boie. (Mnscicdpa miniuta Teinm.^ Campophaga Agass. Cumpopliaga Agass. (^Campephaga nigra Vieill.^ Eiioampopliaga Fitz. (Ceblepliyris melas Müll.^ Cyrtes Reichen h. (Titrdus phoeniceus Lath.^ Lanictei'us Less. (Lanictcrus xcmthornoides Less.^ Lobotos Reiclieiib. (Ceblepyris lobatns Temn).^ Ceblepyris Cuv. {Ceblepyris cacsia Lieht.J Pliladela Pueber. (Cnmpepliaga Boyeri Uoiwh. Jacq.J Gratiealiis Cuv. {Corviis papueiii^is Gmel.^ Yolvocivora Hodgs. (Ceblejjhyris lugnbris Siindev.^ Pteropodocys Gould. {Pleropodocys phasianellKS Gould.^ Edoiisoma Hodgs. {Ceblejjhyris marescotis Gray.^ Symmoi'phiis Gould. (Symmorplms lencopygius Gould.^ Lalage Boie, (Turdiis terat. Bodd.^ Micropus Swains. (Turdus chalcocephalm Temm.J Oxynotus Swains. (Lunius ferrngineus Lath.^ 7. Familie. Sperlings-Würger (Tihjrae). Der Schnabel ist flachgedrückt. Der Oberkiefer endiget in eine ziemlich stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben ausgerandet. Die Mundspalte ist ziemlich tief. An der Schnabelwurzel befinden sich schwache Schnurrborsten. Die Nasenlöcher sind offen und werden ganz oder zum Theile von den Schnurren oder den Stirnfedern überdeckt. Die Dillen- kartte ist ziemlich stark nach aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe nur an ihrem Grunde verwachsen. Die Schnabelfirste ist gewölbt und nur sehr wenig flachgedrückt. 200 Dr. Fi t zi II per. Uuerula Vi eil I. (Mtiscicapa rubricolUs Ginel.^ liipaugas Cab. Lipaugns Cab. {Muscicapa simplex Licht.^ Poliochriis R e i c h e n b, (Muscicapa cinerea Neuw.^ Heteropelma Boiiap. {Pipi'a unicolor Meueir.J Scbiffoi'iiis Bonap. (Schiffornis major Bonap.^ Aulea Bonap. (Ampelis hypopyrrha Vieill.^ Laniocera Less. (^Laniocera sanguiiiaria Less.^ Turdampelis Less. (Turdampelis lanioides Less.^ Tltyra Gray. Tityra Vi ei II. (Lanius cayamis h\\\x\.) Erator Kaup. (Lanius inquisitor Licbt.^ Platypsaris Bonap. (Psnris latirostris Boiia[).^ Bathmidiirus Cab. (Pachyrhynchus variegatus Spix.^ Pachyramphus Gray. (Psaris Cuvieri Swains.^ Callopsaris Bonap. (Vireo versicolor Hartl.^ Ornitbion Hartl. (Ornithion merine llartl.^ 8. Familie. Binden-Würger (Taeiiiopterae). Der Schnabel ist flacligednickt. Der Oberkiefer endiget in eine ziemlich stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande liinter derselben aiisgerandet. Die Mundspalte ist ziemlich tief. An der Sehnabelwurzcl befinden sich schwache Schnurrborsten. Die Nasenlöcher sind von einer häutigen Mem- brane halb verschlossen und werden weder von den Schnurren, noch von den Stirnfedern überdeckl. Die Diilenkantc ist sehr schwach nach aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe nur an ihrem Grunde verwaclisen. Die Schnabelfirste ist gewölbt und nur sehr wenig (laehgedrückt. Taenioptera Bonap. (Lanius nengetns h\n.y FlaTicoIa Swains. Fluvieola Gray. (Oenanthe clymazura Vieill.^ Sericoptila Schiff. (Ada cyanirostris d'Orb.^ Ochthoeca Cab. (Fluvieola oenanthoides d'Orb.^ Ciiipolegus Boie. (Muscicapn comata Licbt.^ Liekenops Co mm. (Sylvia perspicillatn Latb.^ Arundinicola d'Orb. La fr es n. (Todus leucocephalus VaW.J Alectruras Gray. Alectrurus Vieill. (Alectrurus iricolor Vieill.^ Yetapa Less. (Muscicapa psalura Temm.^ Gubernetes Sucl). (Muscicapa yipera Licbt.J Copurus Strick I. (PlatyrhyncJius filicauda Spix.J liiier (liis System und die Cliaraklerislik der iiatiiil. Faniiliea der Voj;el. 20 1 9. Familie. Köms^-\y är^er (TymnniJ. Der Schnabel ist flacliüfedrückt. Der Oberkiefer endiget in eine sebr stark nach abwärts gebopfene Hakenspifze und ist am Hände binter derselben aus- gerandet. Die Mnndspalle ist ziemlieb tief. An der Scbnabelwurzel bclinden sich starke Sebnurrborsten. Die Nasenlöeber sind von einer liäutigen Membrane halb verschlossen und werden zum Tbeile von den Schnurren oder den Stirn-« federn überdeckt Die Dillenkante ist ziendich stark naeh aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Miffelzelie nur an ihrem Grunde verwachsen. Die SchnabeKirste ist ziemlich stark flachgedrückt. IHachetornis Gray. (Muscicapa Joaziero Spix.J Scaphorhyüchus Neuw. (Liinius pitangua Liiiii.^ Saurophagas S w a i n s. Saurophagus Swaiiis. (Lcaüus sulphnratiis Linii.J Khytipterna Reiclienb. (Tyrcmnus calcaratus Swaiiis.^ Despotina Kaup. (Muscicapa ferox Gmel.^ Myiarc-hus Bonap. (Tijranmda setophugoides Bonap.^ Myiopliübiis Reichenli. (Bhiscicapa ferrugiiiea Swains.^ Oiiychopterus Reiclienb. (Tyrannus tubercidifer D'Orb.^ Myiaplianistes Reichen li. (Muscicapa obsoleta Lieht.^ Satelhis Reichenb. (Muscicapa satelliis Licht.^ Laphyctes Reichenb. (Muscicapa furcata Spix.^ Dioctes R e i c h e n b. (Dioctes pyrrholaema Reichenb.^ Tyrannns Gray. Tyrannus Cuv. (Lanius tyrannus h\n\\.) Myiotheretes Reichenb. (Tyrannus rafivcider d'Orb.J müTalus Gray. iMilvukis Swains. (Muscicapa savana Linn.^ Muscipipra Less. (Muscicapra rettdus Van Oflers.^ Mjiubias Gray. Myiobius Gray. (Muscicapa nnnciola WWf^.J Pipromorpiia Schiff. (Muscicapa oleagina Lkh\.J Myiocapla Schiff. (Myiocapta asilus Schiff.^ Cepbahiiiius Bonap. (Muscicapa supcrciliosa Gniel.^ Rampbotrigon Bonap. (Pla(yrhynchns ruficaudtis Spix.^ Myiacieptos Reichenb. (Tyrannula superciliosa Swains.^ Pyrocephalas Gray. Pyrocephaliis Gouid. (Muscicapa coronata Gmel.^ Fhilütheriis Kaup. (Muscicapa ricularis Vieill.^ 202 Dr. Fi tziiiger. Tyraiinula Swains. (^Mtiscicapa barbata Gniel.^ Sayornis Boiiap. (Tyraumda saya ßoiiap.^ Myiodynastes Bonap. (Myiodyiiastes hiteivetitris Bonap.^ Kauponiis Bonap. (Tyrannus stolidus Gosse.J Capnixus Bonap. (Tyra7mus fumigahis d'Orh.J Cariornis Bonap. (Mnscicapa cinnamomca Gmel.^ Klaenia G r a y. Elaenia Sundev. (Mnscicapa payana Lichl.^ Mionectes Gab. (Mionectcs poUocep/iala Cab.J Suiriri d'Orb. Lafresn. (Mnscicapa icternphrys Vieill.^ Loptopogon Cal». (Leptopoyon superciliaris Cab.^ Leptocciciis Gab. (Leptnrvs rvficejjs Swains.^ Myiosympotes Beichenb. (Alectnrns flavivetitris d'Oib.^ Euscarthums Neuw. Eiiscarthmus Gray. (Evscarthvms meloryplius Neuw.^ Orcbeilus Gab. (OrcheUus pileaUis Gab.^ Goloptei'us Gab. (Cüloptcrus cristatns Gab.^ Serpophaga A gass. (Serpophaya albocoronata Gould.^ Vermivora Less. (Mnscicapa cristata Ginel.J Tyrannulus Vieill. (Sylvia elata Latb.^ 10. Familie. Fliegenschnapper ('iiy^sciW/jOrtf?^. Der Schnabel ist flachgedrückt. Der Oberkiefer endiget in eine sehr stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben aus- gerandet. Die Mundspalte ist ziemlich tief. An der Schnabelwiirzel befinden sich starke Schnurrborsten. Die Nasenlöcher sind von einer häutigen Membrane halb verschlossen und werden zum Theile von den Schnurren oder den Stirn- federn überdeckt. Die Dillenkante ist ziemlich stark nach aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe nur an ihrem Grunde verwachsen. Die Schnabelfirste ist sehr stark flachgedrückt. Conopophaga Vieill. (Pipra aurita Gmel.^ Platyrhynchus Desm. Platyrbyncbus Gray. (Todus platyrhyiichiis Gmel,^ Gyclorhynebus Sundev. (Platyrhynchus olivaceus Desm.^ Platysteira Gray. Platysteira Jard. Selby. (Mnscicapa melanoptera Gmel.^ Dyapborophyia Bonap. (Platystira leucopygialis Fras.^ Lanioturdus Waterb. (Lanioturdus torquatus Waterb.^ Stenostira Gab. (Mnscicapa scita Vieill.^ über (las System und die Chnrakteristik der iiatiirl. Familien der Vögel. äOo Todirostram Giay. Todirostrum Less. (Todus cinerciis Liim.^ Musciphaga Less. (Muscicapa dlops Temm.^ llusclvora Gray. Muscivora Cuv. (Todus rcgius Gmel.^ Hirundinea d'Orb. Lafresn. (Muscicnpa f'erriiginea Linii.J Sniithornis Bonap. (Plahjrhijnchus capensls A. Smith. ^ Rhipidura Gray. Rhipidura Vig. Horsf. (Muscicapa flabdUfera Gmel.^ Sauloproeta Gab. (llhipidnra motacilloidcs Vig. Hoisf.^ Leucocerca Strick I. (Muscicupa javcuiica Sparrm.^ Ciielidorhynx Hodgs. (Chelidorhytuv hypoxantha Blyth.^ Cryptolopha Swains. (Muscicapa cinereocephala Vieill.J Tchitrea Gray. Tchitrea Less. (üpupa parndisea Linn.^ Xeocephus Bouap. (Tchitrea riifa Gray.^ Philentoma Eyton. (Muscicapa pyrrhoptera Temm.^ Trochocercus Gab. (Muscicapa cyanomelas Vieill.) Blas Less. (Platyrhynchus musicus Vieill.^ Megabyas Vor r. (Megabyas flammulatus Verr.^ Monarcha Gray. Monarcha Vig. Horsf. (Muscicapa carinata Swains.^ Arses Less. (MuscicajMt telescophtliatma Less.^ Synsposiachrus Bonap. (Monarclia triviryata Temm.^ Poniarea Bonap. (Muscicapa uigra S\)'AYvm.) Seisora Gray. Seisiira Vig. Horsf. (Turdus volitans Lath.J Piezorhyncbus Gould. (Piezorhynchus nitidus Gould.^ Myiagra Gray. Myiagra Vig. Horsf. (Myiagra rubeculoides Vig. Horsf.^ Elmiiiia Bonap. (Myiagra lougicauda Swains.^ Hypothymis Boie. (Muscicapa azurea Bodd.^ Microeca Gould. (Loxidfascinans Lath.^ Artemyias Verr. (Artemyia fuiiginosa New.) Machaerirhynchus Gould. (Machaerirhynchus flaviventris Gould.^ Hemichelidon Hodgs. (Hemichelidou faligiuosa Hodgs.^ Muscicapa Gray. 204 Dr. Kitzinger. iMuscicaita Briss. (Muscicapa grisola Linii.^ Butalis Gray. (Miiscicapa atricapilla Liim.^ Cliaridhylas ßonap. (Muscicapa hylochuris Temni.J Alseonax Cab. (Mascicapa imdnlata Vieill.^ Erythiosternia Reiclieiib. (Muscicapa parva Bechst.J Metabolus Bonap. (Colluricincla riigensis Pucher.^ Pogonocichla Cab. (Muscicapa stellata Vieill.^ Chasienipis Cab. (Muscicapa sandwichensis Gmel.^ Miiscicapukt Blyth. (Muscicapa saphira Tiek.^ Hemipus Hodgs. (Muscicapa cupitalis Mac Clell.^ Xanthopygia El ytb. (Xanthopygia leucophrys Blytb.^ Anthipes ßlytb. (Dimorpha moniliger Hodgs.^ Muscitrea Blytb. (Muscitrea cinerea Blyth.^ Muscitodus Homb. Jacq. (Platyrhynchus vaniliorensis Qiioy, Gaim.^ Pycnospbrys S t r i c k I. (Sylvia grammiceps Vcrr.^ Hyliota S w a i ns. (Hyliota flavigaster Swaiiis.J NiltaTa Gray. Niltava Hodgs. (Niltava sundara Hodgs.^ Baenopiis Agass. (Baiuopus irenoides Hodgs.^ Syornis Agass. (Phoenicura ruheculoides Vig.^ Ocbromela Blyth. (Muscicapa rufula Lafr.^ Glaueoniyias Cab. (Muscicapa melanops Vig.^ Cyanoptila Blytb. (Muscicapa cyanomclanura Ti-mm.^ Eumyias Cab. (Muscicapa indigo Morsf'.^ Sipbia Hodgs. (Siphia strophiata Hodgs.^ Digenea Hodgs. (Digenea triculor Hudgs.^ Setophaga Gray. Selopbaga Swains. (Muscicapa ruticilla Gmel.^ Myiodioctes Aiidub. (Sylvia mitrata Lalb.J Eutblypis Cab. (Motacilla canadensis Liiin.J Tbaninomanes Cab. (Muscicapa caesia Liebt.^ Basileiiteriis Cab. (Sylvia vermivora Vieill.^ Cardellina Dubus. (Sylvia mitrata Latb.^ 11. Familie. firäo-Würger (Vireones). Der Schnabel ist flaeligedriickt. Der Oberkiefer endiget in eine selir stark nach abwärts gebogene Hakenspifze und isf am Rande hinter derselben ans- gerandet. Die Mundspaltc ist ziemlich tief. An der Schnabelwurzel belinden Ülier diis System und die Charaktoristik der nafiiil. Familien der Vögel. LaniDS Briss. Lanius Gray. (Lanius cxciihilor Liiin.J Fiscus Bonap. (Lanius collaris Linn.^ Coliurio Bonap. (Lnuius schad Liim.^ Leiicometopou Bonap. (Lanius nubicus Liclit. Enncoctoims Gray. Enneocionus Boie. (Lanius coliurio I^inn.) Oloniela Bonap. (Lanius cristatus Linn.J Phoiieus Ka up. (Lanius rufus Briss.^ Cephaloplioneiis Fitz. (Lanius bucephalus Sclileg.^ Corvinella Less. (Lanius corvinus Sliaw.^ Urolestes Cab. (Lanius melanoleucus Smitli.^ fiurocephalus Smitb. (Etwücephalus auguitimens Sinilii.^ Cyclorrhis R e i c b e n b. Cyclorrhis Beichenb. (Tanagra (jidanensis Gmel.J Vireolaniiis Dubus. (Vireolanius melitophrys Dnbus.^ Falcunculus Vi ei II. (Lanius front atus Latb.^ Oreoica Gould. (Tiirdus cristatus Lew.J 206 Ür. F i t z i n g e r. Thaiunocataphas Tick. (Thamnucntaphus picatus Tick.^ Telophorus Swains. Telophorus Gray. (Turdus zeylonus Linn.J Poinatorhynehus Boie. (Laniiis erythrojyterus Shaw.^ Psalter R eichenb. (Telepltomis htigirostris Swains.^ Laniellus Swains, (Lan'ms leucogratnmiais Beinw.^ Mllaus Swains. Nilaiis Gray. (^Lmiius capensis Shaw.^ Cyanolanius Bonap. (Lanms bicolor Linn.J Calicalicus Bonap. (Lanius madaguscariensis Linn.J Prionops Vi ei II. (Lanius pliimatus Shaw.^ Colloriocincla Gray. Colluriocincla Gray. (Tvrdm hurmonicus Lath.J Beetes Reichen b. (Lanius kirrocepliahis Less.^ 13. Familie. Busch-Bürger (ThanmophiU). Der Schnabel ist zusammengedriiekt. Der Oberkiefer endiget in eine sehr stark naeh abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben gezähnt. Die Mnndspalte ist ziemlich tief. An der Schnabelwurzel befinden sich starke Schnurrborsten. Die Nasenlöclier sind otfen und werden zum Tbeile von den Schnurren oder den Stirnfedern überdeckt. Die Dilienkante ist ziemlich stark nach aufwärts gebogen. Die Aussenzehe ist mit der Mittelzehe bis zum ersten Gliede verwachsen. Tbamnophilus Vi ei II. Thaninopliilus Gray. (Lanius doliatus Linn.^ Taraba Less. (Thamnophilus stagurus Vieill.^ Bataia Less. (Thamnopl)ihis widulatns Mikan.^ Nisius Beichenb. (Thamnopliilus I^eachii Siicli.^ Othello Beichenb. (Thamnophilus luctuosus Licbt.^ Cymbolaemus Agass. (Lanius lineatns Leacb.y Laniarius Vi ei II. Laniarius Gray. (Lanius barbarus Linn.^ Sigelus Gab. (Lanius silens Shaw.^ Chlorophoneus Gab. (Lanius rubiginosus Sundev.^ Malaconotiis Swains. (Lanius icterus Cuv.^ Meristes Bonap. (Meristes chlor is Mus. Paris.^ Tschagra Less. (Lanius boulbotd Lath.^ Dryoscopus Boie. (Latiius cubla Latli.^ Rhynehastatus Bonap. (Telephonus leucorhynchus Harfl.^ über das System und die Charakteristik der iiatiirl. Familien der Vögel. 207 Chaononotos Gr;iy. (ThnmnophUiia Sabinei Gr;iy.^ Vnnga Vi ei II. (Lanins currirosti'is Gmel.^ lenopirostris Bonaj). (Vmifja .venopirosfris L;ifi-.^ fracticus Vieiil. Cracticds Gray. (Coracias vnrhis Gmel.^ Bulestes Cab, (Lanius torqnaUis Latl).^ Pityriasis Less. (Barita gymnocephala Temm.^ «. Unterordnung. RABEKSCH^ÄBIiER C<'OIlACrnOSTBES). Die Füsse sind Wandel- oder Spaitfüsse. Der Schnabel ist stark, messer- oder pfriemenförmig und endiget meistens in eine Hakenspitze. Die Mundspalte ist tief und bisweilen bis unter die Augen reichend. Die Zunge ist frei. 1. Familie. Pfeifkrähen (Phoiiigamae). Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist messerförmig. Der Ober- kiefer endiget in eine stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben stark ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und ziemlich tief. Gynmorhina Gray. (Coracias tihicea Latli.^ Strepera Less. (Granila gracuVuia White.^ Pbonigama Cab. (Parudisea viridis Liiiii.^ 2. Familie, fflandelkrähen (CoraciaeJ. Die Füsse sind Wandel- oder Spaitfüsse. Der Schnabel ist messerförmig. Der Oberkiefer endiget in eine stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben nicht ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Brachypteracias La fr. ßraehypteracias Gray. (Colnris leptosomus Less.^ Corapitta Bona p. (Brachypteracias pittoides Lafr.^ Atelornis Bonap. (Brachypteracias sqnamiger Lafr.^ Coracias Lin n. Coracias Gray. (Coracias garrula Linn.J Coraciura Bonap. (Coracias cyanogastra Cuv.^ Galgulus Reichenb. (Coracias indica Lhm.) Sigmodus T e m m. (Sigmodus caniceps Temm.^ Colaris Cuv. Colaris Gra y. (Coracias orientalis Linn.^ Eurystomiis Bonap. (Coracias madagascariensis Gmel.J 208 l>r. Fitzinger. 3. Fiimilie. Echer {GarruliJ. Die Füsse sind Wtindclfiisse. Der Schnabel ist niesserlörmig. Der 01)0- kiefcr ondiget in eine ziemlieh stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht, oder nur schwach ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und ziemlicli tief. Platylophus Swai ns. (Corims galericnlutus Qux.J (irarrolus Briss. Garruliis Gray. (Corvus (jlandarius Linn.^ Celalyca Kaup. (Gm-rulus lanceolahis Vig.J Podoces Fisch. (Podoces Panderi Fisch .J Perisoreos Bouap. (Corvus canadensh Liitri.^ Cyanurus S w ains. Cyaiiurus Gray. (Corvus cristatus Liiiii.^ Lophocorax Kaup. (Cyanocora.v diademata Boiiap.j> Cyanocorax Boie. (Coi'ims pileatiis Illi^.^ Cyanocorvus D u 1) u s. (Cyanocorvus violaceus Diibus.^ Uroleuca Gab. (Corvus cynnoleucus Neuw.^ Coronideus Gab. (Cymwcorax hyacintliiuus Cüh.) Xanthoura Bouap. (Corvus peruviimus Gniel.J Gyanolyca Gab. (Cyauocorax armillntus Gray.^ Cyaiiocitta Strickl. (Gurrnlus californicus Vig.^ Garrulina Bonap. (Cymiocorcix unicolor Diibus.^ Cissilopba Bonap. (Garrulus saublasianns Lalr.^ Calocitta Gray. (Pica Bullockii Wagl.^ Psilorhinus Büpp. (Corvus morio Licht. ^ Cissa Boie. Cissa Gray. (Corucias sinensis Latli.^ L'rocissa Gab. (Cuculus sitieusis Limi.^ Biophoriis T e m m. S c h I e g. (Biophorusparadisiacus Temm. Schleg.^ 4. F a m i 1 i e. Baumkrähen (Glaucopes). Die Füsse sind Wandel- oder Spalllusse. Der Schnabel ist messerförmig. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht, oder nur schwach aus- gerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und ziemlich tief. Callacas Forst. (Callaens cinerea Forst.^ Struthidea Gould. (Striitliidea cinerea Gould.^ frjpsirhiiia Boie. (Corvus varians Latii.^ über (las Syslem und ilie Cliarakterislik iler iiatiirl. Familien der Vög-el. 209 dilaacopis Less. Gliincopis Gray. (Glaucopis lencopteriis Temm.^ Temnnnis Bon;i|). fG/micopis temmirvs Temm.^ Dendroritta Gould. (Coracias xiagabnnda Lath.^ Couostoma Hod gs. (Conostoma oemodimn llodgs.^ Cryptorliina Wagl. (^Coi^vns senegaleims Gnicl.^ ö. Fa m i 1 i e. Fruchtkrähen (Corachiue). Die Fiisse sind Waiulelfüsse. Der Schnabel ist niesserförinig. Der Oberkiefer endiget in eine sehwach nach abwärts gebogene Hakenspilze und ist am Rande hinter derselben ziemlich stark ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reicliend. Coraeina Teniin. (^Cephuloptera ornata GcoÜV.^ Oyinnocephalos Geofir. (Corvtis calviis (jinel.^ Pyroderos Gray. (Coracias scutata Sliaw,^ (>. F a ni i 1 i e. Paradiesvögel (Paradiseae). Die Füsse sind Wandelfüsso. Der Schnabel ist messerförmig. Der Oberkiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben schwach ausgerandet. Die Mundspalle ist nur wenig nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Paradisea Liiin. Paradisea Gray. (Paradisea apoda Liiin.J Diphyllodes Less. (Paradisea niagnifica Ginel.^ Circinriunis Glog. (Paradisea regia Linn.^ Lophorhina Vieill. (Paradisea siiperha Gmel.^ Parotia Vi eill. (Paradisea anrea Gniel.^ 7. Familie. Raben (Corvi). Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist messerförmig. Der Oberkiefer endiget in keine Hakenspitze und ist am Rande hinter seiner Spitze entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Mundspalfe ist nur wenig nach abwärts gezogen und ziemlich tief. Corvus Linn. Corvus Gray. (Corvvs corax Liim.^ Corone Kaup. (Corvus corone Linii.^ Frugilegus Less. (Corvus frvgilegus Linn.^ Anomalocorax Fitz. (Corvus spletidens Vieill.J Ptei'ocorax Kaup. (Corvus scapulatus Daiid.^ Ambiycorax Bon ap. (Corvus violaceus Temm.^ 210 Dr. F i t s! i n g e r. Lycocorax Bonap. {Corims pyrrhopterus Temm.^ Physocorax Bonap. (Corvus monedtdoides Less.^ Monediila Brehm. (Corvns monednla Linii.^ Corvivultnr Agass. (Corvns albicoUis Latli.^ Gymnocorvus Less. (Corvns tristis Less.J Picathartes Less. {Corvns gyimwcephalus Temm.^ Pica Biiss. Pica Gray. (Corvns pica Liiin.^ Streptocitta Bonap. (Pica albicoUis Vieill.J Cyanopolius Bonap. (Corvns cyatiens PaW.J Gazzola Bonap. (Corvns cahdonicns Ginel.^ Pyrrhocorax Vi ei II. (Corvns pyrrliocorax Linri.^ Cercoronus Gab. (Fregilus lencopterns Vig. Horsf.J Fregilus Cuv. (Corvns gracnlns Linii.^ Nucifraga B r i s s. Nucifraga Gray. (Corvns caryocatactcs Liiin.^ Pieicorvus Bonap. (Corvns colnmbianns Wils.^ Gymnokitta Nenw. (Gymnorhinns cyanocephalns Neuw.^ 8. Familie. Pirole (Oriolij. Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Sclinabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in eine schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben ziemlich stark ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig nach abwärts gezogen und ziemlich tief. Die Schnubelspitze ist stumpf- spitzig. Die Läufe sind ziemlich kurz, die Zehen mittellang. Sphecothcres Vieill. (Spliecothera virescens Vieill.J Oriolns Li nn. Oriohis G ray. (Oriolns ga/bn/a Linn.^ Broderipus Bonap. (Oriohis Broderipi Bomp.J Baruffius Bona p. (Oriolns Barnfß Bonap. ^ Xanlhonotus Bonap. (Oriohis xanthonohis Horsf.^ Galbiilus Bonap. (Oriolns anraUis Vieill.^ Mineta V^ig. Horsf. (Oriohis viridis Lath.^ Sericulas Swains. Sericulns Gray. (Mcliphaga chrysocephala Lew.J Xanthomelus Bonap. (Oriolns anrens Linn.J Melanopyrrhus Bonap. (Sericulns anais Less.^ Analcipus Swains. (Ocypterns sanguinolentus Temm.^ Oriolialsid. Geoffr. (Orioh'a Bernieri\&\A. Geoffr.^ über das System und die Clini-akteristik der iiatiirl. Fninilien der Vögel. 211 9. Familie. Glanz-Staare (Lnmprothornithes). Die Füsse sind Wandeifüssc. Der Sehnabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinler derselben schwach ausgerandet. Die Mundspalte ist nur wenig naeh abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Die Sehnabel- spitze ist stumpfspitzig. Die Läufe sind mittellang oder nicht besonders kurz, die Zehen ziemlich lang. Ptilorliynchus Kühl. Ptilorhynchus Gray. (Ptilorltynchus holosericens Kiihl.J Aiiuroediis Cab. (^Ptilorhynchus Smithii Y\g. Horsf.^ Scissirostruin La fr. (Luniiis dubius Gmel.J Chlamydodera Agass. Chlamydodera Agass. (Ptilorhy7ichus ?iuchalis Jard.^ Sturnoides Homb. Jacq. (Sturnoides gigantem Homb. Jacq.^ Calornis Gray. (Turdas cantor Gmel.^ Aplonis Gray. Aplonis Gould. (Aplonis marginata Gould.^ Psaroides Fitz. (Lamprotornis atrifusca Peale.^ Enodes Temm. (Lamprotornis erythrophrysTemm.J laida Less. luida Gray. (Turdus aenevs Gmel.^ Urauges Cab. (Megalopterns nustralis Smitb.^ Lamprocoliiis Siindev. (Tiirdus nitens Linn.^ Cinnyricinclus Less. (Tnrdus leiicogaster Gmel.^ Onyehognathus Hartl. (Onychognathus f'ulgidus Hartl.^ Lamprocorax Bonap. (Lamprotornis fulvipennis Homb. Jacq.^ Spreo Less. (Tnrdus bicolor Gmel.^ Pyrrhochcira Pieichenb. (Turdus morio Linn.J Pilorhiniis Cab. (Ptilorhynchus albirostris Rüpp.^ Cinnamoptertis Bonap. (Lamprotornis tenuirostris Rüpp.^ Saroglossa R e i c h e n b . Saroglossa Reich enb. (Lamprotornis spilopterus Vig.^ Hartlaubius Bonap. (Turdus madagascariensis Grnel.^ Cutia Hodgs. (Cntia nipalensis Hodgs.^ Astrapia Vi ei II. Astrapia Gray. (Parndisea nigra Gmel.^ Sitzb. d. mathem.-naturw. Cl. XLVI. Bd. I. Abth. 15 212 Dr. F i t 7. i n t!r e r. Lobopsis Reichen b. (Pnradigalla carunculata Less.J i 0. Familie. Crrakeln (Graculae). Die Fiisse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Mundspalte ist ziemlich stark nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Die Schnabelspitze ist stumpfspitzig. Die Läufe sind kurz, die Zehen ziemlich lang oder mittellang. Clracala Li nn. Giacula Gray. (Gracnla religiosa Linn.^ Mino L e s s. (Mino Dumoiitii Less.J Gymnops Cuv. (Gracnla calva Gmel.^ Anipeliceps. Blyth. (AmpeUceps coronata Blyth^. Basilornis Tenim. (Pastor corythaix Wagl.J BnphagaLinn. (Bnphaga africana Linn.J 11. Familie. Staare (Sturni). Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in keine Hakenspitze und ist am Rande hinter seiner Spitze ent- weder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Mundspalte ist stark nach abwärts gezogen und tief^ bis unter die Augen reichend. Die Schnabelspitze ist stumpfspitzig. Die Läufe sind ziemlich lang, die Zehen lang. Hetaerornis Gray. Hetaerornis Gray. (Turdus pagodarnm Gmel.J Hexanemus Reichenb. (Corvus crinitiis Daud.^ Acridotheres Vi e 111. (Paradisea tristis Linn.^ Pastor Temm. Pastor Gray. (Turdus roseus Linn.^ Stiirnia Less. (Oriolus si7ietisis Gmel.^ Dilophas Vieili. (Gracnla carunculata Gmel.^ Starnns Linn. (Sturnns vulgaris Lmn.J Stornopastor Hodgs. (Stnrnns contra Linn.) Starnella Vieili. Sturnella Gray. (Stnrnns ludovicianus Gmel.^ Pezites Gab. (Stnrnns Loyca Moi.^ CreadioD Vieili. (Sturnns carnncnlatus Lath.^ 12. Familie. Kahnschwänze (QniscaliJ. Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in keine Hakenspitze und ist am Rande hinter seiner Spilze nicht über das System und die Charakteristik der natürl. Familien der Vögel. 213 ausgerandet. Die Mundspalte ist stark nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Die Schnabelspitze ist scharfspitzig. Die Läufe sind liemiich lang, die Zehen lang. Scolecophagüs S \v a i n s. (Gracnla ferrugmea Wils.^ ^uiscalos Vi eil I. (Quiscnla purpnrea Licht.^ Scaphidaras Swains. (Oriolus niger Gmel.^ 13. Familie. Irn^AdiXc; (Icteri). Die Füsse sind Wandclfüsse. Der Schnabel ist pfriemenförmig. Der Ober- kiefer endiget in keine Hakenspitze und ist am Rande hinter seiner Spitze nicht ausgerandet. Die Mundspalte ist stark nach abwärts gezogen und tief, bis unter die Augen reichend. Die Schnabelspitze ist scharfspitzig. Die Läufe sind ziemlich kurz, die Zehen mitteilang. CassicDS II 1 i g. Cassieus Gray. (Oriolus haemorrhotis Linn.^ Psarocolius Wagl. (Oriolus cristatus Gmel.^ Ciypicterus Bonap: (Cassieus Oseryi Deville.^ Archiplanus Cab. (Cassieus albirostris Vieill.^ Cassiculiis Swains. (Icterus coronatusBonüi^.J Ocyalus Waterh. (Cassieus latirostris Swains.^ Icteros Briss. Icterus Gray. (leterus vulgaris Daud.J Gymnomystax R e i c h e n b. (Icterus citrinus Spix.^ Xanthornus Cuv. (Oriolus xantlioriius Linn.^ Agelasticus Cab. (Turdus Thilius Mol.^ Hyphantes R e i c h e ri b. (Oriolus baltimore L i n n.^ Banani?oras Bonap. (Oriolus banana Linn.^ Agelains Vi ei II. Agelaius Gray. (Oriolus phoeniceus Linn.^ Hypopyrrhus Bonap. (Cassieus pyrrhogaster Tarrag.^ Aphobus Cab. (Agelaius chopi Vi ei 11.^ Amblyramphas Gray. Ainblyramphus Leach. (Oriolus ruber Gmel.^ Amblycercus C a b. (Cassieus nigerrimus Spix.J Xanthocepbalus Bonap. (Icterus icteroeephalus Say.^ Leistes Gray. Leistes Gray. (Oriolus viridis Gmel.^ Pedotribes Cab. (Oriolus guianensis Linn.^ Xanthosomos C a b. (Oriolus ieterocephalus Linn.^ IS» 214 Dr. F i t z i II ^ e r. IHolothrus Gray. Molothrus Svvains. (Emberiza pecoris Gmel.J Cyrtotes Reich enb. (Icterus maxillaris d'Orb. Lafr.^ Lampropsar Cab. (Lampropsar gtiianensis Cab.^ Dolichonyx Swains. (Emberiza oryzivora Linii.^ 5. Unterordnung-: PFRIEMENSCHMÄBL,Ea (^SUBULIROSTRES). Die Füsse sind Wandelfiisse. Der Schnabel ist ziemlich schwach, ptriemen- förmig und endiget meistens in eine Hakenspitze, Die Mundspalte ist nicht sehr tief. Die Zunge ist frei. 1. Familie. Fliegenjäger ^il/y/o^A er« ^J. Der Schnabel ist nicht sehr schwach. Die Beine sind ziemlich dünn. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwiirts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben schwach ausgerandet. Die Flügel sind kuvi, mittel- lang oder lang und gerundet. Eapetes Tf m m. Eupetes Gray. (Eupetes macrocercus Temm.^ Ajax Less. (Eupetes ajax Temm.^ Notodela Less. (Notodela diana Less.^ Dasycephala Swains. Dasycepbala Gray. (Tyrtmnus rnfescens Swains.^ Dasyopsis Reich enb. (Attila brasiliensis Less.J Agriornis Gould. (Tyranuiis lividiis Kiül.J Trichophorus Hartl. (Dasycephala syndactyla Swains.^ Sclernrus Swains. (Thamnophilus caudacutus Vieill.^ Malacopteron Eyton. Malacopleron Gray. (Malacopteron maynum Eyt.^ Alcippe Blyth. (Alcippe ajfinis Blylh.^ Trichastonia Blyth. (Trichastoma rostratum Blyth.^ Myiophonas Bonap. Myiophonus Bonap. (Turdus flavirostris Horsf.^ Myiophaga Less. (Turdus cyaneus Horsf.^ Formicivora Swains. Formicivora Gray. (Myiothera squamata Licht.^ Myrmecophila Fitz. (Sylvia .grisea Gmel.^ Herpsilochmus Cab. (Myiothera pileata Licht.J Myrmeziza Gray. (Drymophila leucopus Swains.^ Pyriglena Cab. (Myiothera domicilla Neuvv.^ über das System und die tlisirakteristik der natiirl. Familien der Vögel. 215 Holocnemis Strickl. (Sitta naevia Gmel.^ Psilor;implius Sciat. (Leptorhynchn^ guftatus Menetr.^ Macronus Gray. Macronus Jard. SeUiy. (ilfncronus ptllosiis Jard.^ Napothera Boie. (Myiothera epUepidota Temm.J Drymocataphus Blyth. (Brachypteryx nigrocnpitata Eyt.J Myiophila Fitz. {3Tuscicapa megarhynclia (^üoy, Gaim.^ Turdiiuis Blyth. (Malacopteroji macroäactylum Strickl.J Setai'ia Blyth. (Setaria albogularis Blyth.^ Turdirostnim Hay. (Turdirostrum suijerciliuris Hay,^ Cacopitta Boriap. (Myiothera loricata Müll.^ Trichixos Less. (TrichLvos pyrropyga hess.) Myiothera Temm. Myiothera Gray. {Turdus recc Gmel.^ Hypsibemon Gab. (Grallaria ruficapilla Lafr.^ Chamaeza V i g. (Myiofnrdus margmatus Neuw.J Pitta Vi ei 11. Pitta Gray. (Corvus triostegus Si^avi'm.) Eucichla Reichen b. (Pitta elegans Temm.^ Iridipitta Bona p. (Pitta Baudi Mtill.^ Melanopitta Boiiap. (Pitta cucullata Hartl.^ Erythropitta Bonap. (Pitta Macklotii Temm.^ Heleürnis Hodgs. (Paludicola nipalensis Hodgs.^ 2. Familie. Wasser-iniseln (CincliJ. Der Schnabel ist nicht sehr sehwach. Die Beine sind ziemlich dünn. Der Oberkiefer endiget in eine stark oder ziemlich stark nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht oder nur sehwach ausgerandet. Die Flügel sind sehr kurz oder mittellang und gerundet. Brachypteryx H er sf. Brachypteryx Gray. (Brachypteryoe montamis Horsf.^ Microcercus Fitz. (Microura stiperciliaris MüU.J Forniicarios Bod d. Forinicarius Gray. (Fornncarius cayanensis Bodd.^ Rhopoterpe Gab. (Formicarias torquatas Bodd.) Dysithamnus Gab. (Myiothera strictothormv Temm.^ Corythopis Sundev. (Myiothera calcarata Neiiw.^ Hypocnemis Gab. (Tnrdus cantator Bodd.J 216 Dr. Fit r i nger. Phlegopsis R e i c he nb. (Myiothera nigro-macnlaia d'Orb.J Pitys Agass. (Pipra ulbifrons Linn.^ Philepitta Isid. Geoffr. (Philepitta sericea Isid. Geoffr.^ Cinclas Bechst. (Sturmts cincliis Linii.^ 3. Familie. ^vihM^Mi^v (Timaliae) . Der Schnabel ist nicht sehr schwach. Die Beine sind nicht besonders dünn. Der Oberkiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Flügel sind sehr kurz, kurz oder mittellang und gerundet. Die Läufe sind mittellang oder nicht besonders kurz. Cinclosoma Vig. Horsf. (Tiirdus punctatns Lath.J Pellorneom Swains. (Pe/lorneiim rtificeps Swains.^ Crateropus S w aiiis. Crateropiis Gray. (Crateropus Reimvardtii Swains.^ Ischyropodus Reichenb. (Crateropus Jardinii Swains.^ Argya Less. (Ixos squamiceps Rüpp.^ Hypergerus Reichenb. (Moho atriceps Less.^ Actinodora Gould. (Actinodura Egertoni Gould.) Pterocyclns Gray. (Cinclosoma erythrocephalum Vig.^ Timalia Horsf. Timalia Gray. (Timalia pileata Horsf.J Malacocircus Swains. (Turdus griseus Gmel.^ Laticilla Rlyth. (Eiirycercus Burnesii Blyth.^ Diimetia Blyth. (Timalia hyperythra Frankl.^ Sehoenicola Rlyth. (Timalia platyura Jerd.^ Strachyrhis Agass. (Stachyris nigriceps Hodgs.^ Herpornis Agass. (Erpornis xantliocliloris Hodgs.^ Pyctoris Hodgs. (Timalia hypoleiica Frankl.^ Mixornis Hodgs. (Timalia gidaris Horsf.^ Pomatorhinus Horsf. Pomatorhinus Gray. (Pomatorhinus moiitanus Horsf.^ Pomatostomus Gab. (Pomatorhinus temporalis Vig. Horsf.^ Orthorhinus Blyth. (Orthorhinus hypoleucus Rlytb.^ Xiphorarnphus Blyth. (Xiphorhynchus superciliaris Blyth.^ fiarralax Less. Garrulax Gray. (Garrulax Belangeri Less.^ Leucodiophron Schiff. (Turdus sinensis Linn.^ über das System und die Cliaiakteristik der natiirl. Familien der Vogel. Cll Janthocincla Gould. (Cinclosoma ocellatum Vig.^ Gainpsorhyncluis Blyth. (Gampsorhynchus rufulus Blyth.^ Icteria Vi ei 11. (Muscicapa viridis Gmel.J Ceropia Agass. Ceropia Agass. (Tiirdus crassirostris Lath.^ Grammatoptila Reichen b. (Garndus striatus Vig.^ Trochalopteron Hodgs. (Janthocincla squamatum Gould.^ Donacobias Gray. Donat'obius Swains. (Turdus atricapillus Linn.J Buglodytes Bonap. (Buglodytes albicilius Bonap.^ 4. Familie. Baibalis (Pycnonoti). Der Schnabel ist nicht sehr schwach. Die Beine sind nicht hesonders dünn. Der Oberkiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Haken- spitze und ist am Rande hinter derselben entweder ziemlich stark oder nur schwach ausgerandet. Die Flügel sind mittellang und gerundet. Die Läufe sind kurz. Aodropadas Swains. (Turdus importunus Vieill.^ Crioiger Gray. Crininger Tem m. (Criniger barbatus Temm.^ Trichophoropsis Bonap. (Trichophoropsis viindis Bonap.J Jole Blyth. (Jole olivacea Blyth.^ Setorriis Less. (Setornis critiiger Less.^ Pycnoootas Kühl. Pyenoiiotus Gray. (Turdus capensis Gmel.J Haematornis Swains. (Muscicapa haemorrhoa Gmel.^ Rubigula Blyth. (Turdus dispar Horsf.^ Ixodia Blyth. (Pycnonotus cijaniventris Blyth.^ Meropizus Bonap. (Sylvia atricapilla Vieill.J Apalopteron Bonap. (Jora familiaris Kittl.J Alcurus Hodgs. (Bracliypus melanocephalus J. Gray.^ Prosecusa Reiehenb. (Lunius melanocephalus Gmel.^ Spizixos Blyth, (Spizixos canifrons Blyth.) Otocompsa Cab. (Lanius jocosus Linn.^ Hemixus Hodgs. (Hemixus flaveolus Hodgs.J Ixos Tem in. (Muscicapa Psidii Gmei.J Crocopsis Reiehenb. (Lanius bimacidatus Less.J Ixonotus Verr. (Ixonotus guttatus Verr.J 218 Dr. F i t z i n <; e r. Euptilosus Reiche II b. (Brachypns euptilotus JardJ Phyllostrephus Agass. (PhyUastrepIms capensis Swains.) Microscelis Gray. Microscelis Gray. (Turdus ainaurotis Temm.^ Trachycomus Cab. (Turdus ochrocephalus Gmel.^ Microlarsus Eyt. (Microtarsus melanoleucus Eyr.^ Hypsipetes Vig. Hypsipetes Gray. (Hypsipetes psaroides Vig.^ Ixocincla Blyth. (Hypsipetes oUvacea Jard.^ Sibia Gray. Sibia Hodgs. (Sibia picuoides Hodgs.J Malacias Cab. (Cinclusüma capistratum Vig.J Leioptih) Blytli. (Leioptila annedans Blyth.J 5. Familie. Drosseln (TurdiJ. Der Schnabel ist nicht sehr schwach. Die Beine sind nicht besonders dünn. Der Oberkiefer endiget in eine sehr schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben schwach ausgerandet. Die Flügel sind sehr kurz, kurz oder mittellang und stumpfspitzig. Die Läufe sind mittellang oder nicht besonders kurz. Bessonornis Smitl). (Turdus reclamator Vieill.^ Minins Gray. Mimus Boie. (Turdus polyglottus hmn.) Melanotis Boiiap. (Turdus melauotis Bonap.^ Spodesilaura Reichenb. (Turdus carolinensis Linn.J Methriopterus Reichenb. (Turdus rufus lAww.) Harporhynchus Cab. (Toxostoma vetula Wagl.^ Tardus Linn. Tiirdus Gray. (^Turdus viscivorus Linn.J Arceuthornis Kaup. (Turdus pilaris hiuu.J Cichloides Kaup. (Turdus Bechsteinii Naum.^ Cichloselys Bonap. (Turdus cardui Temin.^ Cicliloherminia Bonap. (Turdus herminieri Lafr.J Malacocichla Gould. (Malacocichla dryas Gould.^ Oreocincia Gould. (Turdus varius Horsf.^ Meruia Leach. (Turdus merula Linn.^ Thoracocincla Reichenb. (Turdus torquatus Liiin.^ Cichlopsis Cab. (Tttrdus aurantius Gmel.J über .las System und die Charakteristik der iiatiirl. Familien der Vögel. 219 Myiocichia Bonap. (^Turdiis ßavipes Yie\\\.J Ixoreus Bonap. (Turdus naevius Gmel.^ Anepsia Kei cheni». (Turdus borbonicus Gmel.^ Cathai'iis Bonap. (Turdus aurcuitirostris Hartl.J Monticola ßoie. (Turdus saceatilis Linn.^ Petrocossyphus Boie. (Turdus cyaneus Linn.^ Petropliila S w a i ns. (Phoenicura cindorhyucha Vig.^ Geociclila Kühl. (Turdus citrinus Lath.^ Cichlopasser Bonap. (Turdus terrestris Kittl.J Zoothera Gray. Zoütliera Vig. (Zoothera monticola Wg.J Andromedon Temm. (Myiothera Andromeda Teinin.^ Chaetops Swains. (Malurus frenatus Tenini.^ 6. Familie. Pieper (AuthiJ. Der Schnabel ist schwach. Die Beine sind dünn. Der Oberkiefer endiget iß eine sehr schwach nach abwärts gebogene Haiienspifze und ist am Rande hinter derselben schwach ausgerandet. Die Kralle der Dauinenzehe ist sehr lang und schwach gekrümmt. Die Schnabelfirste ist gerade oder schwach gekrümmt. Anthas B eclist. Anthns Gray. (Alauda spinoletta Linn.^ Pipastes Kaup. (Alauda trivialis Linn.^ Leimoniptera Kaup. (Alauda pratensis Linn.^ Cinoediurn Sundev. (Anthus chloris Licht.^ Corydulla Vig. (Anthus Richardi Vieill.^ Agrodroma Swains. (Anthus rufescens Bechst.^ Macronyx Swains. (Alauda capensis Linn.^ Lessonia Swains. (Alauda ?ii■•. Kitzinger. ßradyoniis Suudev. (Bradortiis mariqueHsis Smith.J Oreicola Bonap. (Saxicola pyrrhonota Mül!.^ Pratincola Koch. (Motacilla rnbetra Linii.^ Copsychus G ray. Copsychus Wagl. (Gracula suukiris Linn.^ Cittaeiiicla Agass. (Tnrdas macroiirus Gmel.^ Petroica Gray. Petroica Swains. (Muscicapa muUicolor Gmel.^ Erythrodryas Gould. (Muscicapa erythrogaster Latli.J Myiümoira Reiclienb. (Muscicapa toiloi Less.^ Myioscopus Reiclienb. (Muscicapa albifrons Gmel.^ Cyanecula Gray. Cyanecula Brehm. (Motacilla suecica Liiin.^ Calliope Gould. (Motacilla camtschatkensis Gme\.J Sylvania Blyth. (Bradypferus phoenicuroides Hodgs.^ Myiomela Hodgs. (Muscisylvia leucura Hodgs.^ 10. Familie. Säoger (Sylviae). Der Schnabel ist schwach. Die Beine sind dünn. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter der- selben entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Kralle der Daunienzehe ist nicht sehr lang und stark gekrümmt. Die Schnabelfirste ist fast gerade oder nur sehr schwach gekrümmt. Regulas Gray. Regiiius Cuv. (Motacilla regulus Linii.^ Phyllobasileus Gab (Begulus proreguliis PaW.J Culicipeta Blyth. (Sylvia Burkii ßurt.^ Habrornis Agass. (Äbrornis erochroa Hodgs.^ Hororriis Hodgs. (Horornis flaviiientris Hodgs.J Aedon Boie. (Sylvia galactotes Temm.^ Sylvia B o n a p. Sylvia Boiiap. (Motacilla melanocephala Gmel.^ Meiizophilus Lea eh. (Motacilla undata Bodd.^ Curruca Koch. (Motacilla atricapilla Linn.^ Epilais Kaup. (Motacilla hortensis Linn.^ Sterparola Bonap. (Motacilla sylvia Linii.^ Erythroleuca Kaup. (Motacilla passerina Gmel.^ Alsoecus Kaup. (Sylvia leucopogon Mey.^ Ül)er tlas System und die Charaliteristik der natiirl. Familien der Vög-el. 223 Adophoneus Kaiip. (Sylvia orphea Temm.^ Hypolais Cab. (Motacilla hippolais Linn.^ Chloropeta A. Smith. (Chloropeta tiafalensis Smith.^ Phylloscopus Boie. (Motacilla trochilushmw.) Phyllopneuste Boie. (Sylvia sylvicola Lath.J Neornis Hodgs. (Neortiis cacliarensis Hodgs.^ Camaroptera Sundev. (Camaroptera oUvacea Sundev.^ Lascinia Linn. (Motacilla luscinia Linu.^ Cyanotis Swains. (Sylvia omnicolor Vieill.^ Sericornis Gould, (Acanthiza frontalis Vig. Horsf.^ Acantliiza Gray. Acanthiza Vig. Horsf. (Acanthiza. nana Vig. Horsf.^ Geobasileus Cab. (Saxicola chrysorrhoa Quoy, Gaim.^ Gerygune Gould. (Psilopus alhogularis Gould.J Pyrrholaemus Gould. (Pyrrholaemus brunneiis Gould.^ Henicocichla Agass. (Motacilla anrocapiUa Gmei.^ Accentor B e c h s t. Accentor Gray. (Motacilla alpina Gmel.^ Spermolegus Kaup. (Accentor montanellus Temm.J Tarrhaleus Kaup. (Motacilla modularis Gmel.^ 11. Familie. Rohrsänger (Calamoherpae). Der Schnabel ist schwach. Die Beine sind dünn. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter der- selben schwach ausgerandet. Die Kralle der Daunienzehe ist nicht sehr lang und stark gekrümmt. Die Schnabelfirste ist fast gerade. CnliciTora Gray. Culicivora Swains. (Muscicapa stenura Temm.^ Polystictus Reiche nb. (Plafyrhynchus minimus Gould.^ Polioptila Sclat. (Motacilla caerulea Gmel.^ liocustella Gray. Locustella Kaup. (Sylvia locustella Lath.J Iduna Keys. Blas. (Sylvia caligata Licht.^ Calamodyta B o n a p. (Sylvia j)hrag7mtis Bechst.J Potamodus Kaup. (Sylvia fluviatilis Mey.J Pseudoluscinia Bonap. (Sylvia luscinioides Savi.^ Calamoherpe Boie. Calanioherpe Boie. ( Sylvia armidinacea Lath.^ 224 Dr. F i t z i n g e r. Berniei'ia B o n a p. (Bernieria major Bona ^.J Hydrocopsichus Kaup. (Turdus ariuidinnceus Linn.^ Tribiira Hodgs. (Tribura luteoventris Hodgs.^ 12. Familie. Weichschwänze (^M«/Mr(^. Der Schnabel ist sehwach. Die Beine sind ziemlich dünn. Der Oberkiefer endiget in eine schwach nach abwärts gebogene Hakenspitze und ist am Rande hinter derselben entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Kralle der Daumenzehe ist lang und nicht sehr stark gekrümmt. Die Schnabclfirste ist schwach gekrümmt. Die Nasenlöcher stehen am Grunde des Schnabels und sind von einer häutigen Schuppe überdeckt oder von einer häutigen Membrane halb verschlossen. Sphenara Licht. (Turdus brachypterus Lath.^ Atrichia Gould. (Atrichia clamosa Gould.^ Drymoica Gray. Drytnoica Swains. (Sylvia macroura Lath.^ Catriscus Cab. (Sylvia apicalis Licht.^ Malacoedus Reichenb. (Sylvia brachyptera Vieill.^ Dryinoipus Bonap. (Drymoica polychroa Temm.^ Cisticola Kaup. (Sylvia cysticola Teinm.^ Hemipteryx Swains. (Sylvia te.vtrLv Vieill.^ Splienoeacus Strick!. (MotaciUa africana Grnel.^ Horeites Hodgs. (Horeiies brunneifrons Hodgs.^ Decura Hodgs. (Suya criniger Hodgs. ^ falamanthns Gray. Calamantiius Gould. (Änthus fuliginosus Vig. Horsf.J Hylacola Gould. (Acanthiza pyrrhopyyia Vig. Horsf.^ Chthonicola Gould. (Sylvia sayitta Latb.^ Chaetornis Gray. Cbaetornis Gray. (Megalunis striatus Jerd.^ Pycnoptilus Gould. (Pycnoptilus floccosus Go^uld.J Megalaros Vig. Horsf. Megai urus Gray. (Megalurus palustris H o r s f.^ Poodytes Cab. (Sphenoeacus gvaminens Gould.J Cincloramphas Gray. Cinclorampbus Gould. (Megalurus cruralis Vig. Horsf.^ Heterura Hodgs. (Heterura sylvana Hodgs.^ imytis Less. (Malurus textilis Onoy, Gaim.^ Stipiturus Less. (Muscicapa malachura S\[2k\\.J über das System und die Charakleristik der natiirl. Familien dev Vögel. 2^5 Prinia Horsf. (Prinia famUiaris Horsf.^ Orthotomas Horsf. (Orthotomus sepium Horsf.^ Malurns Vieill. {Mulnrus cyaneus Vieill.^ 13. Familie. l».}in^e\i\a^Uv (Troglodytae). Der Schnabel ist schwach. Die Beine sind ziemlich dünn. Der Oberkiefer endiget in keine Hakenspitze und ist am Rande hinter seiner Spitze entweder nicht oder nur schwach ausgerandet. Die Kralle der Daumenzehe ist lang und entweder stark, oder nicht sehr stark, oder auch nur schwach gekrümmt. Die Schnabelwurzel ist fast gerade oder nur schwach gekrümmt. Die Nasenlöcher stehen am Grunde des Schnabels und sind von einer häutigen Schuppe überdeckt oder von einer häutigen Membrane halb verschlossen. Hylactes King. (Hylactes Tarnli K i n g.^ Rhinocrypta Gray. (Rlunomya lanceolata d'Orb. Lafr.^ Pteroptochos Gray. Pteroptochos Kittl. (Pteroptoclws rubeculn Kittl.^ Siirocluiliiius Gab. (Mernlaxis ater Less.J Triptoihinus Gab. (Malacorhynchus chilensis Kittl.^ Scytalopus Gould. (Motacilla tnageUanica Gmel.^ Troglodytes Vieill. Troglodytes Gray. (^Motacilla troglodytes Linn.^ Cistothortis Gab. {Troglodytes stell aris Licht.^ Telmatodytes Gab. (Thryothorus (iriindinaceus Vieill.^ Thryothorus Gab. (Sylvia ludovicianah 2l{\\.) Gbarnaea G a m b. (Parus fasciatus Gamb.J Pheugopedius Gab. (Turdiis coruya Licht.^ Salpinetes Gab. (Troglodytes obsoletus Say.^ Tesla Gray. Tesia Hodgs. (Tesin albiventris Hodgs.^ Oligura Hodgs. (Sylvia castaneo-coronata Biirt.^ Microiira Bonap. (Microura squamata Goidd.^ Ramphociaclos Lafr. Ritmphocinelus Lafr. (Turdus variegntus Gmel.^ Gampylorbynchus Bona p. (Campylorhynchns nuchalisCuh.) Legriocinclus Less. (Petrodromu mexicana Less.J Giiiclops Bonap. (Cinclops melanolencus Bonap.^ Tatarea Reichenb. Tatarea Reichen b. (Turdus longirostris Gmel.^ 226 Dr. Fitzinger. Eparnetos Reichenb. (^Tafarp' ronsserolle Voy. au Pole Sud.^ Hybristes Reichenb. {Thryofhoms hinciniiis Ouoy, Gaim.^ Oligocercus Gab. Ob'gocercus Gab. (Trnglodytes micrnrns Riipp.^ Eremomela Sundev. {Sylvia hrachyura Vieill.^ Cypborhinns Gab. (Cyphorhimis fhoracicus Tscb.^ Ramphocoenns Gray. (Ramphocaentis melaunrus Vieill.^ 14. Familie. leiervögel (Memirae). Der Schnabel ist schwaqji. Die Beine sind nicht besonders dünn. Der Ober- kiefer endiget in keine Hakenspitze und ist hinter seiner Spitze schwach aus- gerandet. Die Kralle der Daumenzehe ist lang und schwach gekrümmt. Die Schnabelfirste ist schwach gekrümmt. Die Nasenlöcher stehen gegen die Mitte des Schnabels und sind von einer häutigen Membrane halb verschlossen Nenara Davis. (Mennra superba Davis.^ 6. Unterordnung-: DViX;WSCHiWÄBL<£R fTEAUIHOSrnESJ. Die Füsse sind Wandelfüsse. Der Schnabel ist sehr schmächtig. Die Mund- spalte ist nicht sehr tief. Die Zunge ist entweder mit ihrer ganzen Unterseite am Grunde des Unterkiefers fest gewachsen oder frei. 1. Familie. Wiedehopfe (Upiipae). Die Zunge ist mit ihrer ganzen Unterseite am Grunde des Unterkiefers fest gewachsen und sehr kurz. Die Läufe sind kurz. Die Kralle der Daumenzehe ist lang und entweder schwach oder nicht sehr stark gekrümmt. Der Schnabel ist lang, schwach oder stark gekrümmt. Die Flügel sind lang. Der Schwanz ist lang oder mittellang und keilförmig oder abgestutzt. üpapa Linn. Upupa Gray. (Upupa Epops Linn.^ Fregilupus Less. (Upupa varia Bodd.^ Irrisor Less. Irrisor Gray. (Upupa erythrorhynchos Latb.^ Iridoptilus Fitz. (Promerops pusillus Swains.^ Lamprolopbos Des Murs. (EpimacJms lamprnlophos Cm.) Cyanepops Reichenb. (Promerops caeruleus 8haw^ Rhinopomiistes Gab. (Faicinelhis cyanomclas Vieiii.J Falcalia Isid. Geoffr. (Falculia pal/iata Isid. Geoffr.^ über «las System und die Cliarakteristik der ualiiil. Familien der Vögel. 4nit 2. Familie. Kragen- Wiedehopfe ("£/)wmc/i«^. Die Zung'e ist mit ihrer ganzen Unterseite am Grunde des Unterkiefers fest firewachsen und sehr kurz. Die Läufe sind nicht besonders kurz. Die Kralle der Daumenzehe ist lang und nicht sehr stark gekrümmt. Der Schnabel ist lang und ziemlich stark gekrümmt. Die Flügel sind lang oder mittellang. Der Schwanz ist sehr lang, lang oder mittellang und keilförmig, abgerundet oder abgestutzt. Heteralocha Cab. [Neomorpha Gouldii Gray.^ Epimachus Cuv. Epimachiis Gray. (Upupa speciosa Bodd.^ Seleucides Less. (Puradisea alba Bium.^ Craspedophora Gray. (FalcineUus magnificns Vieill.^ Ptilorbis Cäb. (Ptiloris paradisea Sv/?äns.) 3. Familie. TöpferTÖgel (Furnarii). Die Zunge ist frei, flach, nicht ausstreckbar und weder gefranst noch gepinselt. Die Schwanzfedern sind weich. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde frei. Der Schnabel ist lang, mittellang oder ziemlieh kurz und schwach gekrümmt. Die Kralle der Daumenzehe ist stark, bisweilen aber auch nur schwach gekrümmt. Die Flügel sind mittellang oder kurz. Der Schwanz ist lang, mittel- lang oder kurz und keilförmig, abgerundet oder abgestutzt. Farnarins Vieill. Fuinarius Gray. (Merops rufus Gmel.J Heleodytes Cab. (Fiirnarius griseus Swains.J Rhodinocichla Hartl. (Furnarms roseus Less.^ Cinclodes Gray. Cinclodes Gray. (Matacilla patagoiiica Gmel.^ Upvipicerthia Agass. (Upucerthia dumetoria d'Oib.^ Ochetorhynchus Meyen. (^Ochetorhynchus ruficandus Meyen.^ Loehmias Swains. (Myiothej-a 7ieniatura Licbt.^ Henicornis Agass. (Eremobius phoenicura(io\i\di.) Liumornis Gouid. Limnornis Gray. (Limnornis rectirostris Gould.^ Cirinicerthia Less. (Limnornis nniriifus l^afr.^ (jeositta Gray. Geositta Swains. (Alanda cunictdaria Vieill.^ Geobates Swains. (Geobntes brevicauda Swains.^ Cinclocertbia Gray. (Stenorhynchiis ruficandus Gould.^ Sitzl). d. madiem.-naturw. Cl. XLVI. Bd. I. Ahth. ' i6 228 Dr. Filz in g- er. 4. Familie. Maaerläufer (Tichodromac). Die Zunge ist frei, flach, nicht au.sstreckbar und weder gefranst noch gepinselt. Die Schwanzfedern sind weich. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde mit der Mittelzehe schwach verbunden Der Schnabel ist mitfellang und fast gerade. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind lang. Der Schwanz ist lang und abgerundet. Tichodroma IHig- (Certhia familiär is Linn.^ Cliuiacteris Gray, Climacteris Temin. (Certhia leucopliaea Lath.^ Rhabdornis Reichenb. (Melipliaga mystacalis Temm.^ Salpornis Gray. (Certhia spilonota Frankl.J 5. Familie. Banmkletterer (Anabatae). Die Zunge ist frei, flach, nicht aussireckbar und weder gefranset noch gepinselt. Die Schwanzfedern sind steif, die Schäfte nicht vorragend. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde mit der Mitteizehe schwach verbunden. Der Schnabel ist mitiellang oder ziemlieh kurz und gerade oder fast gerade. Die Kralle der Daumenzelie ist stark gekrümmt. Die Flügel sind niitteüang oder kurz. Der Schwanz ist lang oder mittellang und keilförmig, abgerundet oder abgestutzt. ÄDumbius G r a y. Anumbius d'Orb. La fr. (Änthus acuticaudatus Less.^ Malacurus Reiche nb. (Synallaxis rufifrons Spix.^ Synallaxis Vi eil 1. Synallaxis Gray. (Synallaxis ruficapilla Vieill.^ Leptasthenura Reichenb. (Synallaxis aegithaloides Kittl .) Rathiiiicercus Fitz. (Synallaxis setaria Temm.^ Asthenes Reichenb. (Synallaxis sordida Less.^ Melaiiopareia Reichenb. (Synallaxis Maximiliani d'Orb. Lalr.J Cranioleuca Reiche nb. (Synallaxis albiceps (VOrh. Lafr.^ Leptuxyuia Reichen!). (Synallaxis ruficauda Vieill.^ Syndactylii Reichenb. (Xenops rufosnperciliata Lal'r.^ Oxyurus Swains. (Motacilla spinicauda Gmel.^ Schizura Gab. (Sylviorthorhynchus tnaluroides des Murs.^ Diglossa Wagl. (Diglossa baritida Wagl.J Anabates Temin. Aiiabates Gray. (Motacilla guumensis Gmel.^ Eusplienura Fitz. (Sphenura subulata Spix.^ Homorus Reichenb. (Anabates lophotes Bonap.^ il»$ System und di Charakteristik der nafiirl. Familien der Vö^el. Ciia Pseudoscisiira Reichenb. (Annhntes gutturalis d'Orh. La fr .7 Aiitomolus Reichenb. (Anahates leucophthalmus Neiiw.J Ciehlocolaptes Reichenb. (Anabates ferruginolentus Neuw.^ Biastes Reichenb. (Anahates nigropectns Lafr.^ Margarornis Reichenb. (Sittasomas perlatus Less.^ Philydor Spix. (Anabates atrlcupilhis Neuw.^ Thripophaga Cab. (Anabates macroura Neuw.^ Pseudocolaptes Reichenb. (Anabates auritiis Licht.^ Uendrodromus Agass. (Sphenura poliocephala Licht.^ Oxyramphas Strickl. (Oxyrhynchus flammiceps Temm.^ 6. Familie. ^».wxAÄViht (Certhiae). Die Zunge ist frei, flach, nicht ausstreckhiir und weder gefranst noch gepinselt. Die Schwanzfedern sind steif, die Schäfte vorragend. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde mit der Mittelzehe schwach verbunden. Der Schnabel ist l;ing, mittellang oder ziemlich kurz und stark oder schwach gekrümmt, bisweilen aber auch gerade. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind lang, mittellang oder kurz. Der Schwanz ist lang, mittellang oder sehr kurz und keilförmig, abgerundet oder abgestutzt. Dromodendron Gray. (Dendrocolaptes albogularis King.J Orthonyx Tem m. Orthonyx Gray. (Orthony.v spinicanda Temra.^ Clitonyx Reichenb. (Muscicapa ochrocephala Gmei.^ Certhia Linn. (Certhia familiaris Liim.^ Caalodromas Gray. (Cauhdromus Gracei Gray.^ 7. Familie. Baamhacker (Dendrocolaptae). Die Zunge ist frei, flach, nicht ausstreckbar und an der Spitze gefranst. Die Schwanzfedern sind steif, die Schäfte vorragend. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde mit der Mittelzehe schwach verbunden. Der Schnabel ist sehr lang, lang, miltellang oder ziemlieh kurz und sehr stark oder schwach ge- krümmt, bisweilen aber auch fast gerade. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind lang oder mittellang. Der Schwanz ist lang und keil- förmig oder abgerundet. Xiphorhynchns Swains. (Dendrocolaptes pj'ocurvus Temm.) Dendrocolaptes Herrn. Dendrocobiptes Gray. (Grarula cayanetisis Gmel.^ Dryocoiaptes Fitz. (Dendrocopus albicolüs Vieill.^ 16» 230 Dr. F i t z i n g e r. Xiphocolii|»tt's Bo nap. (Dendrocolaptespromeropirliynclnts Less.^ Premnocopus Gab. (Dendrocola-ptes plattjrostris S\)\\ ) Dendroxetastes Bonap. (Dendroxetastes capitoides Eyt.^ Cladoscopus R e i c h e n b. (Dendrocolaptes Temminckii Lafr.J Dendroplex Swains. (Oriolus picus Gme\.J Nasica Less. (Dendrocolaptes longirostris lllig.^ Dendrornis Ey t. (Dendrocolaptes susnrrans Jard.J Diymornis Eyt. (Nasica Bridgesi Eyt.^ Picolaptes Gray. Picolaptes Less. (Dendrocolaptes tenuirostris Spix.^ Heliobletiis R e i c h e n b. (Dendrocolaptes superciliosus Illig.^ Lepidocolaptes Less. (Dendrocolaptes squamatus Lieht. ^ Dendrociacla Gray. (Dendrocolaptes turdlnus Licht.^ Crlyphorhynphus Neuw. (Dendrocolaptes cuneatus Licht.^ Sittasomus Swains. Sittasomus Gray, (Dendrocolaptes erythacus Licht.^ Siptornis R e i c h e n b. (Sittasomus flammulatu s Lafr.^ 8. Familie Spechtnieiseo (SittaeJ. Die Zunge ist frei, flach, nicht aussfreckbar und an der Spitze gefranst. Die Sehwanzfedern sind weich. Die Innenzehe ist an ihrem Grunde mit der Mittelzehe schwach verbunden. Der Schnabel ist mittellang und gerade. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind lang, mittellang oder kurz. Der Schv/anz ist kurz oder sehr kurz und abgerundet oder abgestutzt. Sitta Linn. Sitta Gray. (Sitta europaea Linn.^ Dendrophila Swains. (Sitta frontalis Horsf.^ Callisitta Bonap. (Sitta formosa Blyth.^ Sitella Swains. (Sitta chrysoptera Lath.^ Acanthidositta Agass. Acanthidositta Agass. (Sitta chloris Sparrm.^ Xenicus Gray. (Motacilla longipes Gmel.^ Xenups H offm. Xenops Gray. (Xenops genibarbis Ulig.^ Anabatoides Des Murs. (Sitta fusca Vieill.^ über das System und die Cliaiakleiistik der natiirl. Fatnilien der Vögel. 231 9. Familie. Honigschleicher (Myzomelae). Die Zunge ist frei, flach, nicht sehr weit ausstreckbar und an der Spitze gepinselt. Der Schnabel ist lang und gekrümmt. Der Schwanz ist mitteliang oder ziemlich kurz und abgestutzt oder ausgerandet. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind mittellang. Entomophila Gray. Eiitomophila Go uhl. (Entomophila picfa GovM.) Conopojihila R e i c h e n b. (Entomophila albogularis Goiild.^ Lichnotentha Gab, (Melicophila picata Goiild.^ Acanthorhynchns G o u I d. (Certhia tenuirostris Lath.^ Olycyphila Gab. (Certhia mela?iops I^ath.J Nyzoniela Gray. Cissomela Bonap. (Myzomela nigra Gould.^ Myzomela Vig. Horsf. (Certhia sanguiiiolenta Latli.^ 10. Familie. Honigfresser (MeliphagaeJ. Die Zunge ist frei, flach, nicht sehr weit ausstreckbar und an der Spitze gepinselt. Der Schnabel ist mittellang und gekrümmt. Der Schwanz ist lang oder mitteliang und keilförmig, abgerundet, oder ausgerandet. Die Kralle der Daumen- zehe ist stark gekrüiDmt. Die Flügel sind mittellang. Meliphaga Gray. Meliphaga Lew. (Merops phrygia Lath.^ Ptilotis Swains. (Certhia chrysotis Lath.^ Stomioptera Reichen!). (Ptilotis unicolor Gould.^ Lichenostomus Gab, (Ptilotis cratitia Gould,^ Meiioriiis Gray. (Certhia Novae Hollandiae Lath.^ Philedoiiyris Agass, (Certhia aiistralasiana Shaw.^ Sareogenys Gray. (Certhia carunculata Gmel.^ Acanthogonys Gray. (Acanfhogenys ritfogulnris Gould.^ Anthochaera Gray. Anthoehaera Vig Horsf. (Merops carunculata Latli.^ Atieilobia Gab. (Certhia mellivora Latli.^ Prosthemadera Gray. (Merops nocae zeitlandiae Ginel.J Pogonornis Gray. (Ptilotis ciivcta Dubiis.^ Anthornis Gray. (Certhia melanura Sparrm.^ Phyllornis ßoie. (Tiirdus cochinchinensis GnielJ PhiledoD Cu V. Xanthotis R e i c h e n b. (Philedon chrysotis Less.^ Philemüii R ei eben b. (Tropidorhymhus bouroensis Less,^ 232 Dr. F i t z i 11 g e r. Eiitomyzon S waitis. (Gracula cyanotis Lath.^ Leptornis Homb Jacq. (Leptornis? Vuy. au Pole Sud.^ Philedoii Cuv. (Merops corniculatus Latli.^ 11. Familie. ^ani^stXAvLrhv (Melithrepti). Die Zunge ist frei, flach, nicht sehr weit ausstreckbar und an der Spitze gepinselt. Der Schnabel ist ziemlich kurz und gekrümmt. Der Schwanz ist lang oder mittellang und keilförmig, abgerundet oder ausgerandet. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind mittellang. Manorhina Viel 11. (Tiirdus melanoplwys Lath.^ Melithreptos Vi ei 11. Melithreptus Gray. (Certhia lunata Shaw.^ Eidopsariis Swains. (Sturnus virescens Wagl.^ Plectoramphus Gray. (Plectorhyncha lanceolata Gould.^ Psophodes Vig. Horsf. (Mascicapa crepitans Lath.J 12. Familie. Zuckeryögel (Caerebae). Die Zunge ist frei, rinnenförmig, aus zwei Muskelfäden gebildet, nicht sehr weit ausstreckbar und an der Spitze zweispaltig und gefasert. Der Schnabel ist mitteilang oder kurz und schwach gekrümmt oder gerade. Der Schwanz ist lang, mittellang oder kurz und abgerundet, ausgerandet oder abgestutzt. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind lang oder mittellang. Dicaenin Cuv. DieaeumGray. (Certhia erythroiiotahwih.) Myzanthe Hodgs. (Myzanthe ignipectus Hodgs.^ Microchelidon Reiclieiib. (Sylvia hirundinacea Sliaw.^ Phenacistes R e i e h e n b. (Certhia grisea Scop.^ Priono hiius Strickl. (Pardalotus percussus Strickl.^ Aiiaimos Reiclienb. (Pardalotus thoracicus Temm.^ Pacbyglossa Hodgs. {Pachyglossus melanoa^anthus Hodgs. J Piprisoma Blyth. (Fringilla agilis Tick,^ Dacnis Cuv. {Certhia cayana h'\\\n.J Conirostrom d'Orh. La fr. (Coiiirostrum cinereum d'Orb.^ Certhiola S u n d e v. (Certhia flaveola Ijinn.^ Coereba Vi eil I. Coereba Gray. (Certhia cyanea h\\m.) Chlui-opbiiiies Iioicheiib. (Certhia spiza Liiin.^ Üher das Sys,teiii uiul die Charakteristik der natürl. Fiimilion der Vögel. 233 13. F ;i III i 1 i e. HonigTÖgcl (Nectarinine). Die Zunge ist frei, rinnenförinig, aus zwei Muslielfüden gebildet, sehr weit aiisstreckbar und an der Spitze zweispaltig und nicht gefasert. Der Schnabel ist sehr lang, lang, mitteliang oder ziemlich kurz und stark oder schwach gekrümmt. Der Schwanz ist lang, mittellang oder kurz und keilförmig, abgerundet oder abgestutzt. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind mittellang. Drepanis Temm. Drepanis Gray (^Certhia pnciflca Gnu-I.) Himatione C;ib. (Certhia sangiwiea Gmel.^ Hemi^iiathus Licht. (Henügnathns lucidus Liiht.^ Acrulocercus Gab. (Certhia nigra Gmel.^ Arachnothera Te m m. Arachiioceslra R e i c h e n b. (Certhia longirostris Lath. ) Arachnothera Reichenb. (Arachnothera inornata Blyth.J Arachiioraphis Reichenb. (Anthreptes flavigaster Eyt.J Pronierops Briss. (Merops cafer Linn.^ Nectarinia Ilüg. Nectarinia Gray. (Certhia fmnosa Linn.^ Cinnyris Cuv. (Certhia splendida Shaw.^ Chromatophora Reichenb. (Cinnyris siiperbus Vieill.^ Anthodiaeta Cab, (Cinnyris collaris Vieill.^ Anthobaphes Cab. (Certhia violacea Liiin.^ Adeliiuis Bonap. (Cinnyris Verrox-ii A. Smith.^ Cyanomitra Reichenb. (Certhia cya?iocephala Shaw.^ Aidemonia Reichenb. (Certhia ciiprea Shaw.^ Clialcomitra Reichenb. (Certhia amethystina Shaw.^ Carmelita Reichenb. (Certhia fuUginosa Shaw.^ Panaeola Cab. (Certhia pulchella Linn.^ Hadydipna Cab, (Cinnyris platura Vieill.^ Mangusia Bonap. (Certhia rectirostris Sliaw.^ Aiiofladiaiia Reichenb. (Certhia angladiana Shaw.^ Herinotiinia Reichenb. (Cinnyris Aspasia Less.^ Cosineteira Reichenb. (Cinnyris eques Less.^ Leptocoma Cab. (Nectarinia Hasseltii Temin.^ Arachnechthra Cab. (Certhia lotentia Linn.^ Crytustomns Cab. (Certhia jugularis Linn.^ Clialcostetha Cab. (Nectarinia pectoralis Teinm.^ 234 Dr. Fi tz inger. Aethopyga Gab. (Certhia siparaja RafH.^ Leucochloridia Reich enb. (Ciniiyris verticalis Vieill,^ Anthorheptes Agass. (Nectarinia javanica Horsf.J Chalcoparia Gab. (Certhia cijigalensis Lath.^ Hypogramma Reich enb. (Nectarinia michalis Blyth.^ Ginnyriciricla Bonap. (Cinnyris longuemarii Less.^ 14. Familie. Rolibri's (Trochili). Die Zunge ist frei, rinnenförmig, aus zwei Muskelfäden gebildet, sehr weit ausstreckbar und an der Spitze zweispaltig und nicht gefasert. Der Schnabel ist lang und stark oder schwach gekrümmt. Der Schwanz ist lang oder mittel- lang und abgerundet, ausgerandet oder gabelförmig. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind sehr lang oder lang. Callithorax Agass. (Trochilus lucifers Swains.^ Polytoms B r i s s. Polytmus Gray. (Trochilus thaumatias Linii.^ Leucochloris Reich enb. (Trochilus albicollis Vieill.^ Smaragdites Boic. (Trochilus viridissimus Vieill.^ Leucipiis Bonap. (Trochilus fallax Bourc.^ Gyanomyia Bonap. (Trochilus quadricolor Vieill.^ Thalurania Gould. (Trochilus furcatus Gmel.^ Topaza Gray. Topaza Gray. (Trochilus pella Linn.^ Florisuga Bonap. (Trochilus mellivorus Linn.^ Delattria Bonap. (Trochilus Heurica Less.^ Lafresnaya Bonap. (Trochilus Lafresuayi Boiss.^ Thaum;istura Bonap. (Trochilus Cora Less.^ Myrtis R e i c h e n b. (Oruismya fanuy Less.^ Rbodopis Reich enb. (Oruismya vesper Less.J Doricha Reich enb. (Trochilus enicurus Vieill.^ Trochilus Gray. (Trochilus polytmus Linn.J 15. Familie. Honig-Kolibrrs (Mellisugae). Die Zunge ist frei, rinnenförmig, aus zwei Muskelfäden gebildet, sehr weit ausstreckbar und an der Spitze zweispaltig und nicht gefasert. Der Schnabel ist sehr lang oder lang und gerade. Der Schwanz ist lang und abgerundet, ausgerandet, gabelförmig oder abgestutzt. Die Kralle der Daumenzehe ist stark, gekrümmt. Die Flügel sind sehr lang oder lang. fleliothrix G r .i y. Schistes Gould. (Trochilus Geo/froyii Bourc.^ über das System und die Charakteristik der natiirl. Familien der Vögel. 235 Heliothrix Strick I. (Trochilns aiiritus Gmel.^ Hylocharis Gray. Lamprurus Reichenb. (Ornismya lumachella hess.J Augastes Gould. (Trochilns superbus Vieill.^ Chlorostilbon Gould. (Trochilns prasimis Gould.^ Clais Reichenb. (Trochilns Guimeti Bourc. Muls.^ Basilina Reichenb. (Trochilns lencotis Vieill.^ Eucephala Reichenb. (Trochilns Grayi Bourc.^ Cyanophaia Reichenb. (Trochilns bicolor Linn.^ Hyloohaiis Boie. (Trochilns sapphirimis Gmel.^ Cynanthos S w ai ns. Chrysiironia Bonap. (Ornismya oenone Less.^ Amazilia Reichenb. (Ornismya Amazilis Less.^ Damophih» Reichenb. (Ornismya Juliae Bourc.^ Sporadinus Bonap. (Ornismya Ricordii Gerv.^ Hylocharis Bonap. (Trochilns Goudoti Hourc.^ Saucerottia Bonap. (Trochilns Saucerotii Bourc J Avocettinus Bonap. (Trochilns eiirypterns Lodd.^ Avocettuht Reichenb. (Ornismya avocetta Less.^ Derbyomyia Bonap. (Trochilns Derby i Bourc. Delattr.^ Aline Reichenb. (Onismya aline Bourc.^ Threptria Reichenb. (Trochilns mosquera Bourc. Delattr.J Pliemonoe Reichenb. (Trochilns Lnciani Bourc.^ Eriocnemis Reichenb. (Ornismya vestita Longuem.^ Patagona Gray. (Trochilns gigas Vieill.^ Cephallepis Lodd. (Trochilns Delalandii Vieill.^ Lepidolophia Reichenb. (Trochilns melanolophns Vieill.J Orthorhyiichus Cuv. (Trochilns cristatns Linn.^ Chrysolampis Boie. (Trochilns moschitns Linn.^ Thaumaste Reichenb. (Trochilns Stokesii King.^ Eustephanus Reichenb. (Trochilns galeritns Mol.^ Bellatrix Bonap. (Trochilns chalybaeus Vieill.^ Lophomyia Fitz. (Trochilns magnificus Vieill.^ Lophornis Less. (Trochilns ornatus Bodd.^ Archilochus Reichenb. (Trochilns Alexandri Bourc.^ Cynanthus Swains. (Trochilns colnbris Linn.^ IHellisnga Briss. Calliphlox Boie. (Trochilns ameihystinus Gmel.^ 236 Trypliaena Gould. (Ornismya Dupontii Less.J Popelaira Reichen b. (Trochilus Popelami Diibüs.J Gouldia Bonap. {Trochilus Langsdorffii Vieill.J Hpliactinia Reichenb. (Trochilus coruiitus Neuw.^ Atthis Reichenb. (Ornisfuya Heloise Delattr. Less.^ Chaetocercus Gray (Trochilus Jourdani ßourc.J Melhsuga Gray. (Trochilus minimus Linti.J Selosphonis Bonap. (Trochilus rufus Gniel.J Tihiialui-a Reichenb. (Trochilus lepidus Licht.J Spathiira Gould. (Trochilus Addae Bourc.J Mulsantia Reichenb. (Trochilus mirabilis Lodd.^ Üiscosnra Bonap. (Trochilus longicaudus Gmei.^ Lesbia Less. (Trochilus forficatus Linn.J Sappho Reichenb. (Trochilus spnrgtmurus Shaw.^ Baucis Reichenb. (Trochilus Abeillii Delattr.^ Adelomyia B onap. (Trochilus sabinae Bourc.^ Ramphomicron Bonap. (Ortiismya microrhynchus Boiss.^ Lampropogon Gould. (Ornismya heteropogon Boiss.^ Oxypogon G o u i d. (Ornismya Guerinii Boiss.^ Urosticte Gould. (Trochilus Be?ijamiui Boiirc.^ iMetallura Gould. (Trochilus cupreocauda Goiild.^ Panoplites Gould. (Trochilus flavescens Lodd.^ Agiaeacti.^ Gould. (Trochilus cupriventris Bourc.^ Lamprolaema Bonap. (Ornismya Rhami Less.^ Phaeolaema Bonap. (Trochilus rubinoides Bourc. Muls.J Clytohtenia Gould. (Trochilus rubiueus Latli.^ Hemistephaiiia Reichenb. (Trochilus ludoviciae BourcJ Hypochrysia Reichenb. (Trochilus Bouapartei Boiss.J Heliotryppha Bonap. (Ileliangelus viola Gould.^ Diotima Reichen!». (Trochilus Spencei Bourc.^ Heliangelus Gould. (Trochilus clarissae Longuem.^ Urania Fitz. (Ornismya coeligena Lrss.J Coeligena Less. (Coeligena Clemenciae Less.J Conradiiiia Reichenb. (Trochilus Conradi Boiirc.^ Lampropygia Reiche nh (Trochilus H^//so/a' Delattr. Boiirc.^ Bourcieria Reichenb. (Ornismya torquata Boiss.^ Homopliatiia Reichenb. (Trochilns Prnnellii ßourc.^ Pteroplianes Gould. (Trochilns Temminchii Boi.^s.J Ober das System und die Cliitrakteristik der natiirl. Familien der Vögel. 237 Diphogena Gould. (Helianthea Iris Goiild.^ Heliauthea Gould. (Oriiismya helianthea Less.^ Orriithomyia Bonap. (Trochilus mesoleiicus Valen.J Heliomaster Reichen b. (Trochilus longirostris Vieill.^ Callopistria R ei eben b. (Ornismya angelae Less.^ Heliodoxa Gould. (Trochilus Leadbeateri Bourc.^ Docimaster Bonap. (Trochilus ensifera Boiss.^ 16. Familie. Sonnen-Kolibrrs (Phaetornithes). Die Zunge ist frei, rinnenförroig, aus zwei Muskelfäden gebildet, sehr weit ausstreckbar und an der Spitze zweispaltig und nicht gefasert. Der Schnabel ist sehr lang oder lang und schwach gekrümmt oder fast gerade. Der Schwanz ist lang und keilförmig. Die Kralle der Daumenzehe ist stark gekrümmt. Die Flügel sind sehr lang. Crrypas Gray. Telesiella R eiche nb. (Ornismya Delphinae Bourc J Praxilla Reichen b. (Trochilus cyanotis Bourc.^ Petasophora Gray. (Trochilus sei'rirostris Vieill.^ Eulampis Boie. (Trochilus violaceus Ginel.^ Jonolaenia Bonap. (Trochilus Sclirebersii Lodd.^ Sternoclyta Gould. (Trochilus cyanopectus Gould.^ Cyanocbloris R e i c h e n b. ( Trochilus caeruleogaster Gould.^ Hypuroptila Gould. (Trochilus Buffonii Less.^ Tbrenetes Gould. (Trochilus leucurus Linn.^ Margarochrysis Reichen h. (Trochilus margaritaceus G mel.^ Sericotes R e i c h e n b. (Trochilus holosericeus Linn.^ Hypophiinia Reich enb. (Trochilus dominicus Linu.J Floresia R e i c h e n b. (Trochilus porphyrurus Shaw.^ Lampornis Swaiiis. (Trochilus mango Linn.^ Glaucis Boie. (Trochilus hirsutus Gmel.^ Eupetomena Gould. (Trochilus macrourus Gmei.^ Pampa R e i c h e n b. (Ornismya pampa Less.^ Platystylopterus Reichenk (Campylopterus rufus Less.^ Aphantochroa Gould. (Trochilus cirrochloris Vieill.J Saepiopterus Reiche nb. (Trochilus lazulus Vieill.J Campylopterus Swains. (Trochilus largipennis Bodd.^ Eutoxeres Reich enb. (Trochilus aquila Lodd.^ Grypus Spix. (Trochilus 7iaevius Dum. 7 238 Dl-. Fi t zi n g-er. Oreotrochllos Gould. {Trochilus Estella d'Ovh.J Phaetornis Gray. Ereinita Reicherib. (Trochilus rufigastei' Vieill.^ Pygmoinis Bonap. {Trochilus intermedius Less.^ Oi'thornis Bonap. (Trochilus Bourcieri Less.^ Guyornis Bonap. (^Trochilus Guy Less.J Phaetornis Swains. (^Trochilus superciliosus Linn.^ 3. Ordnung. SPERR VÖGEL (HIANTES). Die Beine sind Gangbeine. Der Schnabel ist an seinem Grunde ausgebreitet und erweitert. Die Füsse sind Wandel- oder Klammerfüsse. Die Mundspalte ist sehr tief, bis hinter die Augen reichend. Die Zunge ist frei. Die Daumenzehe ist sehr häufig eine Wendezehe. 1. Familie. Schwalben (Hirundines). Die Augen sind klein. An der Schnabelwurzel befinden sich keine Schnurr- borsten. Das Gefieder ist straff. Die Füsse sind Wandelfüsse. Die Daumenzehe ist lang. Die Kralle der Mitteizehe ist an ihrem inneren Rande weder ausgebreitet noch gezähnt. Der Schnabel ist schwach und flachgedrückt. Die Läufe sind sehr kurz. Die Flügel sind sehr lang. Progne Boi e. (üirundo purpurea Linn.^ Chelidon Gray. Deliclion Hodgs. {Delichon nipalefisis Uodgs.J Chelidon Boie. (Hirundo urbica Linn.^ Cotyle Boie. (Hirundo riparia h\\\u.) Hirondo Gray. Tachycineta Gab. (Hirundo thalassina Swains.^ Petrochelidon Gab. (Hirundo melanogaster Swains.^ Herse. Less. (Hirundo taitensis Less.^ Uromitus Bonap. (Hirundo filifera Steph.^ Hirundo Gray. (Hirundo rustica Linn.^ Atticora Gray. Psalidoprocne Cah. (Psalidoprocne cypselina Cab.^ Cheramoeca Gab. (Hirundo leucosternus Gould.J Atticora Boie. (Hirundo fasciata Gmel.J 2. Familie. Maaer-Schwaiben (CypseliJ. Die Augen sind klein. An der Schnabelwurzel befinden sich keine Sehnnrr- borsten. Das Gefieder ist straff. Die Füsse sind Klammerfüsse, die Zehen frei und die vorderen nicht von einander abstehend. Die Daunienzehe ist eine Wende- über das System und die Chaiakteristik der natiirl. Fnmilien der Vögel. 239 zehe, bald nach rückwärts, bald nach vorwärts gerichtet und lang. Die Kralle der Mittelzehe ist an ihrem inneren Rande weder ausgebreitet noch gezähnt. Der Schnabel ist schwach und flachgedrückt. Die Läufe sind sehr kurz. Die Flügel sind sehr lang. Acanthylis Gray. Hemiprocne Nitzsch. (Hirundo collaris Temm.^ Pallene Less. (^Cypselus gigmiteiis Van Hass.^ Hiruiidapus Hodgs. (Chnetura nudlpes Hodgs,^ Acanthylis Boie. (Hirwido spinicmula Temin.^ Collocalia Gray. (Hirundo esculenta Liiin.^ Macropteryx Gray. Cypsiiuus Less. fCypselus parvtis LichLj Macropteryx Swaius. (Hirimdo klecho Rafll.^ Cypselus I lüg. Pallcnis R e i c h e n b. (Cypselus setiea^ Temm.^ Pariyptilus Gray. (Hirimdo cayanensis Gmel.^ Tachornis Gosse. (Tachorjiis plioenicobia Gosse,^ Cypselus Gray. (Hirimdo apus Liiin.^ 3. Familie. Dämnierangs-Schwalbeii (Scotornithes). Die Augen sind gross. An der Sehnabelwurzel befinden sich Schnurrborsten. Das Gefieder ist sehr weich. Die Füsse sind Klammerfüsse , die Zehen an ihrem Grunde mit einander verbunden und die vorderen von einander abstehend. Die Daumenzehe ist eine Wendezehe, nach seitwärts gerichtet und kurz. Die Kralle der Mittelzehe ist an ihrem inneren Rande ausgebreitet und kammartig gezähnt. Der Schnabel ist schwach und flachgedrückt. Die Läufe sind sehr kurz. Die Flügel sind sehr lang. Podager Wagl. Lurocalis Cass. (Caprimidgus Nattereri Temm.^ Podager Gray. (Caprimidgus nacunda Vieill.^ Macrodipteryx Gray. Co-metornis Gray. (Semeiophorus vexillarius Gould.^ Macrodipteryx S \v a i n s. (Caprimulgus longipennis Shuw.J Scotornis Gray. (Caprimulgus climacurus Vieill.^ 4. Familie. Nacht-Schwalben (Caprimulgi) . Die Augen sind gross. An der Schnabel wurzel befinden sich Schnurrborsten. Das Gefieder ist sehr weich. Die Füsse sind Klammerfüsse, die Zehen an ihrem Grunde mit einander verbunden und die vorderen von einander abstehend. Die Daumenzehe ist eine Wendezehe, nach seitwärts gerichtet und kurz. Die Kralle 240 Dr. Kitzinger. Über d. System «. die Charakteristik der Familien etc. der Mittelzehe ist an ihrem inneren Rande ausgebreitet und kammartig gezähnt. Der Schnabel ist schwach und flachgedrückt. Die Läufe sind sehr kurz. Die Flügel sind sehr lang, lang, oder mittellang. Chordeilas Gray. Miciorhynchus Less. (Caprimnlgus exilis Less.^ Chordeilus Gray. (Caprimulgus virginianus Gmel.^ Eurostopodns Gray. Lyiicornis Gould. (Lyticortiis cerviniceps Gould.^ Eurostopodus Gould. (Caprimulgus guUatus Vig. Horsf.^ Nyctidromns Gould. Eiicapripodus Less. (Caprimulgus allicollis Gmel.^ Nyctidromus Gray. (Nyctidroinus Derbianus Gould. ^ EleothreptDS Gray. (Amblypteriis anomalus Gould.^ CaprimoIgDS Gray. Antrostomus Gould. (Caprimulgus carolineiisis Gvc\A.) Hydropsalis Wagl. (Caprimulgus f'urcifer Vieill.^ Stenopsis Cass. (Caprimulgus cayanensis Gmel.^ Tetrura Less. (Caprimulgus etiicurus Vieill.^ Caprimulgus Gray. (Caprimulgus europaeus Linn.^ 5. Familie. Tagschläfer (Podargi). Die Augen sind gross. An der Schnabelwurzel befinden sich Schnurrborsten. Das Gefieder ist sehr weich. Die Füsse sind Klammerfüsse, die Zehen frei und die vorderen voneinander abstehend. Die Daumenzehe ist eine Wendezehe^ nach rückwärts gerichtet und lang. Die Kralle der Mittelzehe ist an ihrem inneren Rande ausgebreitet und nicht gezähnt. Der Schnabel ist ziemlich stark und flach- gedrückt. Die Läufe sind sehr kurz oder kurz. Die Flügel sind sehr lang, lang oder mittellang. Aegotheles V i g. H o r s f. (Caprimulgus novae hollandiae Less.^ Nyctlbius Vi eil 1. Selochusa Gray. (Caprimulgus fornicatus Vieill.^ Nyctibius Gray. (Caprimulgus grandis Gmel.J Batrachostomas Gould. (Podargus javanensis Horsf.^ Podargus Cuv. (Podargus cinereus Cuv.^ Steatornis H u m b. (Caprimulgus steatornis Humb.^ s. über flen Lias von Fiinfkiroheii. 24; 1 Über den Lias von Fünf kir che n. Von Rarl F. Peters. (Mit 1 Tafel.) Aus der westlichen Hälfte des ungarischen Beckens, welche bekanntlich ein vielfach durchrissenes, aus miocänen und diluvialen Ablagerungen gebildetes Tafelland ist, erheben sich zwei bedeutende Gebirge. Das eine, der Bakony mit seiner östlichen Fortsetzung dem Veites-, Gerecse- und Pilisgebirge, ist langgestreckt, hat mehrere bedeutende Längenthäler und einige höchst auffallende Querrisse, von denen die am tiefsten eindringenden jene eben genannten Ab- theilungen hervorgebracht haben. Eine tiefe Längenspalte begleitet das Gebirge im Norden und zeigt zwischen Komorn (Duna Almas) und Gran die Wände ihres südlichen Gehänges an zahlreichen den Löss überragenden Kalksteinbergen und einzelnen Felsmassen *). In- demsie durch den Trachytstock zwischen Gran undWaitzen fortsetzt, hat sie der Donau ihren Lauf vorgezeichnet und verhindert , dass dieselbe in einen der südöstlich streichenden Querrisse (Kis Ber- Moör, Totis-Al-Csuth und Dorogh-Alt-Ofen) eindränge, um ihren Weg abzukürzen. An der Südseite hat sich in einer mehr nach Norden (Nordosten) abweichenden Richtung die Kette von Basalt- bergen erhoben, die den nördlichen Rand des Plattenseebeckens bildet. Das andere Gebirge, nach der an seinem Fusse liegenden Stadt diis Fünlkirchner oder nach dem Comitat das Baranyer Gebirge genannt, zeigt genau dieselbe Streckung nach Nordosten, wie sie der Bakony in Übereinstimmung mit dem Hauptstreichen der Alpen besitzt; seine Länge aber ist gering, nicht ganz fünf Meilen, und seine Geotektonik ist trotz dfti- auffälligsten Verwandtschaft beider Gebirge unter einander und mit ihrem Muttergebirge, den Alpen i) Peters im Jahrbuche der k. k. geologischen Reichsanstalt I8.'>9, X, 4, Seite 484— S und (30. April 1861), XII. 1. Verhandlungen, Seite 58. 242 Peters. eine ganz eigenthümliche. Um späteren Auseinandersetzungen nicht vorzugreifen, erwähne ich hier nur, dass vornehmlich in der reich- lichen Entwickelung und in der gruppenvveisen Anordnung der Eruptivgesteine ein wesentlicher Unterschied gegenüber dem Bakonysystem gegeben ist. Ihnen ist es zuzuschreiben, dass der östliche Flügel des Gebirges (zwischen Vassas und Nädasd) nur an seinem südlichen Rande sein Hauptstreichen beibehält, nördlich dagegen (zwischen Jänosi und Väradi) zu einem wahren Stocke aufgestapelt ist. Der concentrische Bau dieses Stockes, dessen Mitte eine mächtige Eruptivmasse von trachytischer Natur einnimmt, tritt dadurch noch deutlicher hervor, dass in seiner nördlichen Um- randung eine der ältesten Schichten des ganzen Gebirges, der untere Triaskalkstein wieder erscheint und allenthalben gegen das Gebirge zu hereingestülpt ist. Aber auch in den Schichten beider Gebirge gibt es sehr erhebliche Unterschiede, welche darthun, dass sie, obgleich gemein- sam nur iiiselförmige Segmente der versunkenen südlichen Kalk- alpenzone, doch ganz selbstständigen Strichen derselben entnommen sind. Die ältesten Stufen, soweit sie der unteren Trias angehören, sind allerdings in beiden dieselben, auch haben sie von jüngeren Gebilden Alles, was der mittleren und oberen Juraformation beige- zält werden mag, gemein. Dagegen kennt das Fünfkirchner Gebirge kein obertriassisches Kalkgebilde, während im Bakony die Esino- scliichte vollkommen entwickelt ist, eben so wenig hat es Antheil an den mächtigen Kalksteinabsätzen der rhätischen Stufe (Dachsteinkalk und Kössener Schichten) in der sich die Identität des Bakony mit den Alpen so ausgezeichnet kundgibt. Vielmehr hat sich über einer sehr ausgiebigen Sandsteinablagerung, welche allem Anscheine nach dem süddeutschen Keuper und zum kleinen Theil dem (noch nicht nach- gewiesenen) Bonebed gleichzustellen ist, der ganze Lias in seiner subpelagischen Facies entwickelt. Seinen untersten Schichten gehören die reichlichen Ablage- rungen von fossilen Brennstoff an, welche seit dem Beginne der Donau -Dampfschifffahrt die Augen der Volkswirthe auf sich gezo- gen haben; eine kolossale Strom- und Ästuarienbildung verschmolz hier mit den Randabsätzen des alten Meeres, und selbst im mittleren und oberen Lias sind es zumeist Sandsteine und Mergel schiefer, in über den Lias von Fünfkirchen. ii4:0 denen die kärglichen Reste einer anderwärts so üppig entwickelten Fauna niedergelegt wurden. In dieser Beziehung weicht das Fünf- kirchner Gebirge selbst vom mittleren Banater Gebirgszuge ab, mit dem es im Übrigen so innig verwandt ist, auch von Nürdun^arn und von den einzelnen Regionen der Nordalpen, wo dersubpelagischeLias (die „Grestener Schichten") merkwürdiger Weise so weit gegen die von reinalpinen Liaskalken („Hierlatz-" und „Adnether Schichten") gekrönten Kalksteinkolosse der rhätischen Stufe hereingreift. Am meisten Verwandtschaft scheint es mir mit Siebenbürgen zu haben (ich selber kenne nur den westlichen Rand), wo auch die Eruptivgesteine der dritten Periode ganz in derselben Weise, freilich in vi<'l grösse- rem Massstabe in die Schichten mittleren Alters eingreifen. Offenbar gehört die Fünfkirchner Gruppe und der Bihar der- selben Einzelzone des im Südosten von Österreich so breit ausgeleg- ten Alpengebietes an. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Bakony und dem hier ausführlicher zu besprechenden Gebirge besteht darin, dass letzterem die Eocängebilde, welche in jenem nach den interessanten Berichten V. Hauer's und Stach e's eine so bedeutende Rolle spielen, gänzlich fehlen. Allerdings kann man nicht wissen, ob nicht eine oder die andere alttertiäre Muldenausfüllung in unergründlicher Tiefe unter den Mioncänabsätzen verborgen liegt, allein Nummulitenschichten, welche in der alpinen Region stets als Ränder des Miocänmeeres, das heisst als gebirgsbildende Glieder des ganzen Schichtencom- plexes erscheinen, gibt es hier nicht, und ihr Mangel mucht auch das Vorhandensein anderer Eocängebilde höchst unwahrscheinlich. Dass die merkwürdigen Kreidegebilde des Bakonyer Waldes, deren Kenntniss wir den vorgenannten Geologen verdanken*), hier nicht vertreten sind, brauche ich nach dem bisher Gesagten kaum noch zu erwähnen. Sind sie ja doch in ihrer von v. Hauer so trefT- lich beschriebenen Entwicklungsweise im Bükonyer Gebirgssysteme eine eben so auffallende als interessante Erscheinung. Ausser einigen, wie mir scheint, unter-miocänen, mit den Blocks- bergschiefern von Ofen conespondirenden Fischschuppenthonen, über die ich Erklärungen vom ichthyologischen Standpunkte erst 1) Vergleiche von Hauer: Üher die Petrefaeten der Kreidel'xrmation des Bakonyi Waldes. Sitzungsberichte d. kais. Akademie (1862), XLIV. ii, S. 631. Sitzb. d. mathem.-naturw. Cl. XLVI Bd. 1. Abth. 17 244 Peters. erwarte, sind dieTertiäniblageruiigeii, gleicliviel obRaiid-jobMuIden- gehilde, särnmtiich neogen und stinmieii insbesondere durch die aus- gezeidinete Entwicklung der Cougerienstufe mit den entsprechenden Gliedern im Bakony-Pilisgebiete auf das Genaueste überein. Trotz air der verzeichneten Unterschiede im Bau und in den Schichten hat doch das Fünfkirchner Gebirge mit seinem mächti- geren Partner noch zwei Dinge gemeinsam: Erstens die Tendenz zur Querspaltung von Nordwest nach Südost. Allerdings kann hier nicht von einer tief eindringenden Spalte die Rede sein, aber doch zeigen sich starke Einrisse von beiden Seiten in der Quere zwischen Mänfa und Szdbolcs, welche bis nahe zur Sattelhöhe von so starken Schotterablagerungen begleitet sind, dass ich nicht zweifeln kann, dass hier ehedem eine Communication zwischen den nönllichen und südlichen Gewässern bestanden hat. Zweitens gibt es im Südosten der Fünfkirchen -Nadasder Gruppe, etwa eine Meile von ihrem Fusse entfernt, einen umfäng- lichen Granitstock, der, obgleich zum grössteii Theile unter dem erstaunlich hohen Lössniveau gelegen, doch an den Rändern genugsam deutlicli hervortritt und an seiner Nordseite einen Mantel von Thon- schiefer nachschleppt. Einen ebeti solchen Granitstock mit Thon- schiefer, nur kleinerund mehr blossgelegt, kennen wir von Velencze nordöstlich von Stuhlweissenburg, wo er sich genau in derselben relativen Lage zum Bakony-Vertesgebirge befindet, wie jener zu unserer Gebirgsgruppe. Das Relief des Gebirges ist gegenüber den complicirten Formen des Bakony-Pilisgebirges sehr einfach (siehe Fig. 1). Als Kette besteht es aus zwei grossen Gliedern, einem östlichen, welches zwei hervorragende Gipfel besitzt, den St. Jakobsberg (307 W. Klftr. ü. d. M.) und den Mecsek (323 Klft.) nächst Fünf-r kirchen (Alluvialboden 74 Klftr.) und einem westlichen mit zwei Gipfeln,dem(dreikuppigen)Haromhegy(31SKlftr. ü.d. M.)beiVassas und dem Zengövär (354 Klftr.) bei Pecsvärad. Diese beiden Glieder sind durch einen langen stellenweise auf eine Seehöhe von kaum 200 Klafter herabsinkenden Rücken verbunden, über welchen, einen jener Einrisse benutzend, die Hauptstrasse aus dem Baränyer in den Somogyer Comitat führt und welchem auch der grösste Theil der steinkohlenreichen Formation angehört. Dem östlichen Gebirgsgliede ist im Norden der vorhin erwähnte Stock angesetzt, dessen breitkuppiger Haupt- Liiis von Fiinfkirclieii anit be Fazel IGüO LÖSS bei llidas 1430 „ „ , , , . LÖSS und Lias bei gipl'el, der Teufelsberg bei Ke.ne..d 123° Uj-hanya, die Seehöhe von 309 Klafter erreicht. a^s Ausser dem Hanptge- birge , welches ich in der Folge das Fünfkirchen- Pecsvarader nennen werde, Pecsvarad weil diese beiden Orte nicht isßo nur die bedeutendsten an ^engovar und für sich sind , sondern auch beide Glieder richtig bezeichnen, — ausser dem Hauptgebirge gibt es in der Baränya noch zwei Erhöhun- gen, die mit sehr verschie- dener Berechtigung den Na- nien Gebirge fuhren. Die eine ist die heinahe 4 Meilen lange schroffe Kalksteinkette, die, 33/4 Meilen südlich von Fünf- kirchen und I1/2 Meile von der Drau entferntem Westen Mecsekberg 3230 ganz allmählich aus dem Fünfkiiei.eu 74- Löss emporsteigt, bald aber Lös!i,.!viaio„,i33o t^jf* an Höhe zunimmt und im s^t. K.it2250 -L|i| Tenkösgipfel südöstlich von J^koi'^i'erg suto Turony schon die Seehöhe von 228-49 W. Klafter er- reicht. Mit mehrfacher Kup- penbildiing sinkt sie dann gegen das berühmte VVein- bergsdorf Villäny nach und nach wieder ab. Doch eben ^''- ^^'''""■ da springt südlich ein halb 246 Peters. und liall) isoürtes Kalksteiiigrat, der Harsdnyer Berg, wieder zu derselhen Höhe empor (230 Klfti. trigoiiom), und bildet so den GiptVl|»iiiikt, welcher zwischen dem Fünfkirchen-Pecsvarader und dem slavouischen Geljiige den ganzen Süden von Ungarn beherrscht. Das Streichen dieser Kalksleinkette ist nach 0. 15° in S. parallel dem Laufe der Drau gelichtet, weicht also von der Axe des Fünf- kirchner Gebirges um einen Winkel von mehr als 45° ab. Der zweite Hölu'nzug verdankt sein Ansehen als Gebirge lediglich dem Umstände, dass er sich im äussersten Südosten des Comitats mitten aus dem Alluvialterrain erhebt, also nahezu vom Niveau der Donau, welche ihn heim Doi-fe ßattina mit einer scharfen Krümmung umfliesst. Er ist nichts anderes als ein stehengebliebenes Stück von Mi oc an ab lag er u n gen mit mächtigen Lössmassen, welche mit einer Meereshöhe zMischen 106 — 119 W. Klafter jenes Niveau noch bei weitem nicht erreichen, welches dieselben Gebilde zwischen P^csvärad und dem bespiochenen Gianilmassiv (Jäger- Krcsnia westlich von 0-falu 187 Klftr.) oder nördlich vom Haupt- gebirge in der Gegend von Kan und Goricza, oder zwischen Fnnf- kirchen und jener Kalksteinkette (OSO. nächst dem Dorfe Malom an der Strasse 134 Klftr.) einhallen. Vom Harsänyer Berg hat man das Fünfkiichen-Pecsvärader Gebirge in seiner ganzen Länge vor sich und ich zeichne hier (Fig. 1) eine kleine Skizze davon, um dem Leser eine Vorstellung von den Formen und den Höhenverhältnissen desselben zu geben. Die ganze Bergkette, mit dem ihr nördlich aufgesetzten Kalk- stein- und Trachytstock deckt einen Flächenraum von ungefähr 8 Quadratmeilen. Von dem ziemlich reichhaltigen Schichtencomplex und von den Eruptivgesteinen derselben hatte mir Herr A. Biegel in Fünfkirchen, ein ausgezeichneter Kenner der geologischen Verhältnisse der ganzen Gegend, schon im Frühjahre 1860 so viel des Interessanten mitge- theilt, dass mir eine nähere Untersuchung an Ort und Stelle höchst wünschenswerth erscheinen musste. Eine monographische Bearbei- tung dieses so tretl'lieh abgeschlossenen Gebirges schien mir drin- gend angezeigt, einerseits im wissenschaftlichen Interesse, anderer- seits in Anbetracht des Umstandes, dass auf der Ausbeutung seiner Kollleuschätze (die Mohacs-Fünfkirchner Eisenbahn mit eingerech- net) ein Capital von nicht weniger als 12 Millionen Gulden steht und über den Liiis von Fiiiifkiiohen. 247 grossartige ProjVcte zur Verwerthiing des fossilen Brennstoffes durch eine Eisenbahnverbindung zwischen Fünfkirchen und der südlichen Staatshahn (über Kanizsa nach Triest, nach Steiermark und Kärnten) eben damals (1860) eifrig ventilirt wurden. Wirklich gt-lang es mir, Dank der Unterstützung der ich mich von meinem sacliknndigen Freunde Riegel zu erfi euen batte und Dank dem Itereitwilligen Entgegenkommen der grösseren und klei- neren Gewerkschaften, binnen 7 — 8 Wochen die zu einer geolo- gischen Bearbeitung des Gebietes nöthigen Daten beinahe vollstän- dig zu gewinnen. Die Ausführung aber schelferte an der Ungunst der Zeitumstände, die auch jene Pr^jecte völlig in den Hinfergrund schoben und anstatt eines grossen Aufschwunges der Montanindustrie einen bedauerlichen Stillstand der Arbeiten in allen nicht im Besitze der österreichischen Donau-DampfschilTfahrfsgesellschaft befindlichen Gruben zur Folpe hatten. Auf eine topogr;iphisch genaue Ausarbeitung und auf die Er- hebung neuer, in Ermanglung einer geologischen Grundlage früher gar nicht gesuchter Thatsachen vor der Hand verzichtend, will ich in diesem und einem später folgenden Aufsatze die wichtigsten geo- logischen Daten, so weit ich sie bisher kenne, mittheilen. Eine an und für sich wicditige Miocäniocaliiät habe ich bereits iinXLlV. Bande dieser Sitzungsberichte S(;ite 581 (10. October 1861) beschrieben. Hier versuche ich es nun die Lager ungsverhältnisse un d die Fauna der einzelnen Liasschichten zu skizziren uiid wie sich von selber versteht, sowohl über ihre Unterlage als auch über die sie deckenden nicht tertiären oder diluvialen Schichtgebilde das Nöthigste mitzutheilen. Die Ergebnisse einer genauen Untersuchung der reichen und schon seit langer Zeit in Beziehung zu den Pflanzenresten von Steierdorf im Banate, von Theta und Veitlahn bei Bayreuth und von anderen Orten einigermassen gekannten Flora wird mein geehrter Freund Herr D. Stur in nicht ferner Zeit veröffentlichen. Durch das Studium der Thierreste dieser Schichten den geologischen Horizont genauer zu bezeichnen, als dies durch die Erftrschung der Ptlanzenreste möglich wäre , ist der Zweck der folgenden Blätter. 248 Peters. Die älteste Schiclite des Gebirges ist jener roth e Rnn dstei n, der sowohl im Baiiate als aiicli an den Gieitzeri von Siebenbürgen so mächtig entw iekclt und ans den Beschreibungen dieser Gebiete genugsam bekannt ist '). Zur Bestimmung seines Alters hat sich seit meiner unten eitirten Abbandlung über dasBibargebirge kein weiterer Anhaltspunkt ergeben und schwankt dasselbe noch immer zwischen dem Hothtoddiegenden und dem bunten Sandstein. Doch gelten hier bei Fünfkirchcn jene Wahrscheinlichkeitsgriinde niclit , welche ich Angesicbts der Schichtenfolge (\i's Bibar für die Aniiabme der erst- genannten Formation geltend machen durfte, liier fehlt uämiieh keineswegs eine ausgesprocbene untere Triasstufe; im Gegeiithcile sowohl „die Werfener" als auch „die Guttensteiner Schichten" sind überaus mächtig und charakteristisch entwickelt. Wenn sich nichts destoweniger noch etwas zur Ttiterstützungj euer Annahme beibringen lässt, so ist es der l^mstand , dass sich der rotlie (und gelblich- braune) Sandstein, dessen mächtige Bänke in beinahe horizontaler Lage den Jakol»sberg nordwestlicli von Fünfkirchen (vergl. Fig. !) zusammensetzen, sowohl j)etrographisch als auch durch seine Lagerung von den typischen Werfen er Schichten scharf abscheidet. Die Letzteren fallen nach allen Seiten mehr oder weniger steil von dem Sandsteine ab, liegen also — ob durch Abrulschung, ob diH'cb ursprüngliche Lagerung, vermag ich nicht mit Sicherheit zu Fig. 2. sw. 1. Rother San0. OSO. i. Bother Sandstein. 2. Werfener Schichten. 3. fMaschelkalk) Guttensteiner Scb. hei 3' TieUeicht Virgloria Seh. (?) 4. Schwane Schiefer. 5 Flötzleerer Sandstein (Kenper?). 6. Die fcohlenföhrf'nden Schichten, noterer Lias. 7. Miocänsand. S. Kalkig^e Miocänajila^eruogen. Ich habe die Nordseite des Jakobsberges nicht sorgfältig genug untersucht, um zu jener bei loO Klafter betragenden Verwerfung und zu dem Umstände, dass j.ie trotz ihrer Höhe jenen Mantel nicht völlig zerrissen hat, noch weitere Belege für eine ursprüngliche Diseordanz in der Lagerung des Sandsteines und der Werfener Schichten bei- 250 Peters. fügen zu können. Wohl aber kann ich versichern, dass die über den Werfener Schichten folgende Kalksteinstufe (Guttensteiner Schichten) mit ihnen allenthalben auf das Innigste verbunden ist und alle Schichtenstörungen gemeinsam mit ihnen erlitten hat. Es scheint also aus dem Gesagten hervorzugehen, dass der rothe Sand- stein des Jakobsberges, mag er nun als eine ältere Triasschichte oder als eine weit ältere Formation auf-«iifassen sein, schon seinen Lagerungsverhältnissen zufolge von den typischen Werfener Schich- ten wohl zu unterscheiden ist. Sie selber sind durchgehends dünngeschichtete, sandige und glimmerreiche Mergelschiefer, die mit zahlreichen dünnen Sandstein- bänken vvechsellagern und zu oberst rothe, im übrigen zumeist graue, bräunlich- oder grünlichgraue Farbentöne zeigen. An mehreren Stellen besitzen sie Spuren von Myacites Fassaensis. oder ähnli- chen Zweischalern und recht deutliche Reste von Possidonomj/a Clarae. Die untersten Abtheilungen bei Töttös und Szöllös bestehen vorheri'schend aus dtmkelgrauen stark bituminösen sandigen Schiefern, in denen nicht seiton Schnüre von mulmiger Kohle eingebettet sind, ihre ganze Mächtigkeit schäl,ze ich beiläufig auf 2000 Fuss, doch möchte diese Schätzung, die sich zumeist auf die Strecke südlich von Töttös stützt, wegen häufiger kleiner Verwerfungen eher zu hoch als zu niedrig ausgefallen sein. Solche Verwerfungen erscheinen in der Regel da, mo ein zusam- menhängender Complex von grauem Sandstein über Mergelschiefern liegen sollte, in der That aber mit einer sehr starken Verdrückung ihrer Rlätter von ihnen abgerutscht ist. Gewöhnlich setzt zwischen Beiden ein kleiner Quarzgang auf. Zunächst an der Kalksteingrenze, Fig. 4. M erg-el , , b Sa .ndstein Her Wer- ler Seh ichtci. Qua,- Zugang. e.i. kleiuei- welche bei Szt. Küt ziemlich gut aufgeschlossen ist, zeigen sich graue Thonniergelschiefer , welche mit Bänken von demselben schwarzen Kalkstein weehsellagern , der alsbald das herr- Ülier den Lias von Filiifkirclifiii. 231 sehende Gestein wird und das ganze Gebirge im Norden und Nord- westen von Fünfkirchen zusammensetzt. Mit dem Kalkstein ersclieinen auch gleich zahlreiche aber sehr schlecht erhaltene Schalthierreste und Crinoiden, unter ersteren zumeist eine aus den Alpen wohlbe- kannte ßJyophoria, welche ich mit der 3J. Goldfnssi zu identificiren geneigt bin. Naticella costata nimmt einen etwas höheren Horizont ein und erfüllt den tief schwarzen Kalkstein zwischen Nemeth-Ürögh und Fünfkirchen, manche Bänke am Weg von Fünfkirchen nach Orfü und bei Ahaliget insbesondere aber den dunkelgrauen Kalkstein der Brüche von Megyefa im äussersten Westen des Gebirges und die prächtig biossgelegten Platten im Graben südwestlich von Nagy- Mänyok (zwischen Puszta Csalla und den höher gelegenen Wein- gärten) im nördlichen Umfange des Pecsvarad-Ujbanyer Gebirgs- stockes. Die dünne Schichtung bleibt in der ganzen Kalksteinstufe die- selbe, nicht so die schwarze Farbe. Schon am vorerwähnten Wege nach Orfü, von dem man noch mehr als 600 Fuss hoch bis zum Gipfel des Mecsek (328 W. Klafter ü. d. M. nach meiner Barometer- Messung) hinansteigt, ist das Gestein ziemlich lichtgrau ohne dolo- mitiseh zu sein. Doch wird wohl Niemand in dieser Farhenänderung einen genügenden Grund finden wollen, die ganze, hier bei 2S0O Fuss mächtige Kalksteinstufe in zwei Schichten zu zerlegen und die iiöhere, lichtgraue Abtheilung der oberen Trias beizuzählen. Weder Herr Riegel noch ich haben jemals darin Verstei- nerungen gefunden, die auf andere als die Gultensteiner Schichten hindeuten würden. Auch bleibt der muschelkalkartige Habitus bis zu den obersten Bänken der gleiche. Am allerwenigsten könnte in der Umrandung des nordöstlichen Stockes bei Mänyok und Varalja an eine solche Unterabtheilung gedacht werden, denn da folgen sehr nahe über den Bänken m\i Naticella costata jene später zu beschrei- benden Sandsteine, welche die Unterlage der Kohlenflötze führen- den Schiefer und wahrer Liaskalksteine bilden *)• 'J Eine von Herrn Lipoid nicht auf Grumiiage eig^ener Anschauung gegehene Notiz (vergl. Jahrbuch der k. k. geolog. Reiclisanstalt 1858, 2, S. lil), wo von „Raihlei- Schichten" nächst Pecsva'r ini Zusammenhang mit dem kohlcnfiiiireinden Con)|)lex die Hede ist, scheint auf der irrthümlichen Beslinnnung eines einzelnen Petrefactes aus einer viel jüngeren Schichte zu beruhen. 252 Peters. Doch ist es nicht unwahrscheinlich, dass man am Mecsek oder auf dem Kamme zwischen Fünfkirchen und Manfa durch glückliche Funde die höheren Schichten des Muschelkalkes (Virgloriakalkstein von Richthofen) nachweisen dürfte, vielleicht auch in der westlichen Umrandung des Gebirges, wo dieselben jenseits des Thaies von Csonka-Mindszent, Megyefa in tiefen Gräben unter der Lössdecke zu suchen wären. Am Fusse des nordöstlichen Stockes fehlen die- selben wie mir scheint desshalb, weil sie schon in der Triasperiode durch die strömenden Gewässer abgetragen wurden, von denen die gleich zu besprechenden Gebirgsmassen herrühren. Die auf dem Triaskalkstein (Muschelkalk) ruhenden Formationen bilden sammt den in ihnen steckenden Eruptivgestei- nen die Form eines 3-, dessen Kopf den ofterwähnten nordöstlichen Gebirgsstock darstellt, während der Schwanz die östlich nächst Fünfkirchen in südöstlicher Richtung unter das Miocän- und Löss- terrain ausstreichenden kohlenflützreichen Schichten bedeutet. Zu- nächst auf den Kalkstein folgt eine Schichte von schwarzen kalkig thonigen Schiefern (Mergelschiefer bei Kantovär), dann ein Sandstein, der im Bezirke von Fünfkirchen, Szäbolcs, Vassas eine Mächtigkeit von nicht weniger als 2 — 3000 Fuss erreicht, im Nor- den aber bei Szäsz, Väralja und Mänyok wenig mächtig ist, vielleicht stellenweise ganz fehlt (vergl, Fig. 3). Man nennt ihn hier den „flötz leeren Sandstein" zum Unterschiede von den Sandstein- bänken, welche über ihm mit schwarzen Schiefern (Schieferthon) und mit mehr oder weniger mächtigen Kohlenflötzen wechsellagern. Weder in ihm noch in dem untergelagerten Schiefer ist jemals ein Petrefact gefunden worden, so fleissig man auch das Terrain in neuerer Zeit untersucht hat. Eben so wenig gibt es erhebliche Unterschiede zwischen dem oberen und dein unteren Sandsteine, ja selbst jene, zunächst am Kalkstein liegenden Schiefer unterscheiden sich von den Schieferthonen aus dem Bereich der Flötze durch nichts anderes als durch ihren geringeren Gehalt an Bitumen und durch kleine mineralische Modificationen, die sie als eine, zwischen mäch- tigen Kalk- und Sandsteinmassen eingepresste thonige Schichte nothwendig erleiden mussten. Dieser flötzleere Sandstein ist nichts anderes als das von Kudernatsch (I. c. Seite 63), wie mir'scheint, sehr treffend als „Ke u persandstei n" beschriebene Gebilde oder der „Liassand- über ilca Lias von Füiifkiicliiiii. 253 stein" — „Sandstein der Grestener Schichlen" — unserer Geo- logen. Er ist derselbe wie im Süd-Biharer Comitat bei Belenyes und Petrosz, so dass icb meine Worte (Geolog, und miner. Studien, 1. Tlieil, I. c. Seite 411) hier wiederholen müsste, wollte ich mich auf eine Beschreibung der Gesteinsvarietäten einlassen. Zum Unterschiede von deni Biharsandstein ist nur das eine wichtig zu bemerken, dass sehr grob klastische Gesteine und eine reichliche Feldspathbeimengung hier nicht vorkommen und dass sich eben darum, weil der kohlenfllötzreiche Complex hier mächtig, dort aber gar nicht entwickelt ist, die ersten Spuren von echten Liaspetrefacten nicht in kleinen, mit dem Sandstein wechsel- lagernden Kalksteinbänken, sondern in den Schiefermitlein der Flötze selber zeigen. Unser „flöt/.ieere Sandstein" ist ein massig grober oder kleinkörniger Quarz- und Glimmerpsammit mit etwas thonigem Bindemittel, stets von unbestimmten, bräunlichgrauen Farbentönen, niemals hellgelb oder gelblichweiss wie gewisse Sand- steine aus einem höheren Horizonte. Hinsichtlich der Lagerungsverhältnisse will ich rioch andeuten, dass die Schichten entsprechend der ^-Form die zunächst bei Fünf- kirchen in ONO., dann in 0., endlieh in SO. und weitbin in S., bei V^jssas wieder in SO. und 0., stellenweise auch in ONO. ein- fallen. Selbstverständlich schiessen im nördlichen Bezirke (Väralja, Mänyok) die vorhandenen schwachen Sandsteinbänke, dem eon- centrischen Bau des Ge'^irgsstockes entsprechend, ziemlich steil in S. ein, doch ist weder hier noch bei Vassas auf die Orientirung der Schichtenlage im Einzelnen Werth zu legen, weil die von Erup- tivgesteinen abhängigen Störungen den normalen Bau ziemlich stark alterirt haben. Über das Alter dieses Sandsteines lässt sich in Ermangelung von organischen Resten gar nichts sagen; dasselbe kann nur nähe- rungsweise erschlossen werden aus den darüber folgenden Schichten und wird genauer dadurch festgestellt, dass hier der alpine Muschel- kalk in grossartiger Entwickelung ^llenlhalben unter dem Sand- stein liegt. Doch so viel geht schon aus dem bisher Gesagten hervor, dass Kudernatsch sehr wohl daran that, den Namen Keupersand- stein beizubehalten , anstatt den in jener Zeit längst geläufigen Ausdruck „Grestener Schichten" auf sein Banaler Gebirge anzu- wenden. 254 Peters. Auf die geognostische Betrachtung des kohlenführenden Complexes, die in einer montanistisch-geologischen Abhandlung die Hauptsache bilden würde, kann ich hier nicht näher eingehen. Nur einige wenige Daten will ich aus meinen Aufzeichnungen, aus den Grabenprofilen und Revierkarten, welche ich den einzelnen Gewerk- schaften verdanke, entnehmen. Er besteht aus einer wechsellagernden Folge von Sandstein, schwarzem Mergelscinefer und Schieferthon mit kleinen Eisenstein- (Sphärosiderit-) Lagern und Kohlenflötzen, welche letzteren in den tiefen Horizonten zwischen mächtigen Sandsteinbänken bandweise angeordnet erscheinen, höher jedoch sowohl an Zahl als auch an Mächtigkeit zunehmen und, wie zu erwarten, von mächtigeren, reichlich mit Pflanzenresten ausgestatteten Schiefern begleitet werden. Zuunterst gibt es einige ziemlich mächtige Schieferschichten, in denen ich nur wenige Pflanzenabdrücke bemerkte. Sie treten in einem Graben nördlich vom Fünfkirchner Andreasschacht zu Tage, und dürften als die wahre Grenze zwischen dem „flötzleeren Sand- stein" und dem productiven Schicbtencomplex angenommen werden, als die ersten Niederschläge aus einem ruhigen Gewässer, welches sich später mit dem Liasmeere in Verbindung setzte. Da der Bergbau nicht den mindesten Grund hatte bis in jene tiefen Horizonte nieder- zugehen, so sind sowohl diese Schiefer als die benachbarten Sand- steinbänke so gut als gar nicht aufgeschlossen worden, was ich vom geologischen Standpunkte aus um so mehr bedauern muss, als ich gerade hier eine Art von Bonebed oder irgend eine Grenz- schichte zwischen Keuper undLias vermuthen darf. Wie viel von dem Sandstein und den untersten Kohlenflötzbändern ihr noch beizurechnen wäre, lässt sich natiirlich gar nicht ahnen; ich erwähne nur dass Herr Stur an den Pflanzenresten aus den tiefen Flötzen von Kaposztas (dem östlich folgenden Fünfkirchner Haupt- schacht), wenn nicht die Äquivalente von Thela bei Bayreuth, die in Österreich nur aus den untersten Schichten von Steierdorf vorliegen, so doch eine nahe verwandte Flora, in den reichlicheren Resten aus den oberen (im Abbau stehenden) Flötzen vom Andreasschacht dagegen jüngere Formen erkannt bat. Von jenen Kaposztas-Flötzen bis zu den vorerwähnten untersten Bändern schätze ich die Saigerteufe auf 180 Klafter. Nach aufwärts über den Lias von Fiiufkirchen. 2öÖ beträgt der Abstand bis zu dem obersten Flötz vom Aiidreasschacht U5 Klafter. Wir baben es also bier mit kolossalen Mächtigkeiten zu thun und der gar)ze Complex von jener Grenze des flötzleeren Sandsteines, bis zu einem später zu besprecbenden Kalkstein bei Vassas, oberhalb welches keine Kohienflötze mehr und nur geringe Sandstein- und Schieferschiehten vorkommen, mag wohl bei 450 Klafter betragen. Glücklicherweise ist nicht nur dieser Kalkstein und der Schiefer im Hangenden ziemlich reich an unter lia ssischen Seetbier- resten, sondern auch manche Schiefermittel aus dem oberen Flötz complex führen Meeresbewohner, die freilich zu Tausenden zusammengehäuft oder, wenn auch vereinzelt, als verkieste Stein- kerne sehr 'schwer kenntlich sind. Mehrere Platten der Art wurden mir, und früher schon ähnliche an Herrn Lipoid mit der Versiche- rung übergeben, dass sie 80 Klafter unter dem höchsten Flötz vom Andreasschacht gebrochen wurden. Andere sollen aus der 50. Klafter ober dem zweiten Hauptflötz von Kaposztas herstammen. Beide Angaben begegnen einander in einem Complex von etwa zwölf wenig mächtigen Flötzen, welche sammt ihren Zwischenmitteln (Sar)dstein und Schiefer) ungefähr 50 Klafter ausmachen und unter dem Namen der „Eisenhammerflötze'^ bekannt sind. Der Umstand, dass Gryphaea arcuata Lam. in den Hangend- schichten herrscht, Hess mich hoffen, dass ich in der Fauna der Kohienflötze die Präcursoren, d. h. die Schalthiere des Bonebeds finden würde. Diese Erwartung hat sich nicht bestätigt. Nebst einigen Arten, die sich nicht mit Sicherheit mit bekannten idenlificiren Hessen und von denen ich eine Ceromya und eine Ophiurine nachstehend als neu beschreibe, fand ich nur gute Species der Angulatuszone (des schwäbischen und westeurnpäiselien Lias) und zwar mit Ausnahme eines Bruchstückes von Ammonites angtdatus S c\\\oi\\. selber, nur solche Schalthiere, welche sich den physikalisciien Verhältnissen grosser Ästuarien — in solchen scheint die Ablagerung dieses Schichtencomplexes zumeist stattgefunden zu baben — leichtlich anbequemen konnten. Die neueste Ansicht des Herrn A. Braun über die pflanzen- reichen Schichten der Gegend von Bayreuth, dass dieselben dem subpelagischen Lias der Naclibarschaft nebengelagert, nicht unter- 256 Peters. oder iiber<,^eIag(M't seien i), wird durch die Zustände des Fünfkirchner Sehichfenconiplexes nicht betroffen. Wir haben hier (niich Stur) eine Flora vor uns, die mit der von Theta nicht ganz ident (sondern jünger) ist und die mit einer tiefh'assisclien Fauna Wechsel lagert, haben es also mit wesentlich verschiedenen Verhältnissen zu thun. Würden jedoch später einmal noch unter den Kaposztasflötzen wohl erhaltene Pflanzenreste aufgefunden, so wäre im vorhinein zu erwar- ten, dass sie mit der Flora von Theta (und mit der tiefen Flora von Steierdorf) genau übereinstimmten. Andererseits wären in dem Sandsteine des oberen Lias von Fünfkirchen (Pecsvärad, N.), der noch gar nicht aufgeschlossen ist und in dein ich kaum Spuren von Pflanzenresten bemerkte, die Analoga von Veitlalm vorauszusetzen. Die Stufe des Steierdorfer Gebirges, welche Kudernatsch (I. c. Seite 114 u, f.) als „Juramergelscliiefer" beschreibt, entspricht den Fünfkirchner Hangendschichten, dagegen ist uns von einer Fauna d<^s kohlenreichen Sehichtencomplexes darunter aus dem Banat noch nichts bekannt. Die Zone des Ammoiiites plnnorbis Sow., welche in der Gegend von Fünfkirchen nur durch eine vermittelnde Muschelform angedeutet ist, wäre noch unter jener Tiefe (von 80 Klftr. unter dem Hauptflötz vom Andreasschacht) zu suchen, doch ist es wohl möglich, dass sie überhaupt fehlt und dass das Meer in den ersten Stadien der Liasperiode noch gar keinen Zutritt zu den (vorherr- schend sandigen) Ablagerungen hatte. Um so erfreulicher wäre es, wenn uns der tiefe Bergbau von einer etwaigen Süsswasserfauna jener entlegenen Zeiträume Kunde verschaffte. Die Thierreste aus dem Complex der Kohlenflötze sind folgende: Cardinin JLitsteri Agass. var. Diese Varietät bildet den Übergang zwischen der wahren C. Listeri aus dem untersten Lias (Cheltenham) und der liöher voriiommenden C. kybrida. S tu tob. Formen, weiche ganz entschieden der letzteren angehören, kommen in den Hangendschichten bei Vassas und Hoszuheteny mit anderen Sehalthieren aus der Zone des Animonites niigulatus" vor. C. liybvida ändert also hier im 0. ihren Horizont und ich bin veranlasst sie mit der C. Listeri zu vereinigen. — In den Fünfkirchner Gruben kam diese Muschel früher nur im Sandstein vor und wurde von Partscb schon im Jahre 1847 gesammelt. Ich fand sie in neugeförderten Schieferplatten aus den Eisenhammerflötzen zusammen mit der später zu beschrei- i) Jiiliibuch .lor k. k. geologischen Reiehsaiislalt, 1»61 — 18(32, 2. Veiharidlungen, S. 144 unil aus iniindlielieii Mitlheihingt'ii \.iii |), S I ii r. Ülier den Lias von FiiiifkircIuMi. 2S7 benden Crromi/n iitfrulimica nov. sp. — Aus dem oben angeführten Grunde kann ich sie für die östlichen Länder nicht als eine bezeichnende Art der Piano r- biszone geltend machen. Sie wäre auch, abgesehen von einer sehr fraglichen Lima punctata S o w. sp., welche in dem Kalkstein von Vassas, also um 150 Klafter höher vorkommt, die einzige Art, die der Fünfkirclmer Lias mit der untersten Liasschichte von Schwaben und West-Europa gemein hätte. Cardinia unioides Agass. Agassiz, Myes, pag. 223, tab. 12", fig. 7 — 9 ; Cardinia cypriim Agass. I. c. fig. 4—6 ; Cardinia cragsiusciila So \v. sp. Agassi z, Myes, pag. 222, Chapuis et Dewalque, pag. 162, tab. XXHI, fig. 8. Von dieser Muschel sind zu dem schon vorhandenen Materiale einige wohl- erhaltene Exemplare von Professor Majer (1858) und neuerlich viele Platten mit verkiesten Steinkernen von Herrn Lipoid und von mir mitgebracht worden. Alle stammen unzweifelhaft aus den Kohlenschiefern. Das Genus ist wirklich Cardinia, nicht, wie man früher glaubte. Astarte. Die Speeies C.cyprina Agass. glaube ich, nachdem sie vom Autor selber als problematisch hingestellt wurde, einziehen zu sollen. Unter vier sehr gut erhaltenen Exemplaren zeigt eines die kleine Form mit bauchigem Wirbel, eines die grössere flache, die beiden anderen und eine grosse Anzahl von minder gut erhaltenen Schalen vermitteln die Extreme. Cardinia crassinscula S o w. sp., aus dem Sande von Luxembourg hat auch keine Selbstständigkeit, wenn man die Grösse nicht will als massgebend gelten lassen. Viele Fünfkirchner Exemplare bestimmen mich dieselbe alsSpecies einzuziehen, indem sie in der Art der Liniirung den Übergang zu den Vorigen vollkommen herstellen. Jflytilus Jftovrisi Oppej. Die Juraformation S. 99. Mytilus psilonoti Qiienstedt, dler Jura, Taf. 4, Fig. 13 (?) bestimmt nach Exemplaren von Degerloch und Whitby; häufig im Pech- graben, Oberösterreich, hier in den Kohlenschiefern ziemlich selten. Eihna gigantea Sow. sp. , erreicht nur 2 Zoll Grösse, ist aber im Übrigen identisch mit Exemplaren aus Schwaben, von Hettange und von Bath. — Andreassehacht, höhere Fiötze; Carolinagrube^ Szdbolcs. Panopaeu liasinti d'ürb. QUnio liasinns ^c\\üh\.) kommt sowohl in den Eisenhammerflötzen (Andreasschaeht), als auch in den obersten Schiefern des schwarzen Berges bei Fünfkirchen vor. An einigen Exem- plaren aus den Gruben in Begleitung von Liuiu gigantca. Ob Panupaea Galatlwa d'Orb. sp. (^Pleuromya Agass. Mi/es, pag. 239, tab. 28, fig. 1—3), vielleicht auch Panopaea crassa d'Orb. sp. {Pleuromya Agass. 1. e. S. 240, tab. 28, fig. 4-6) unter den halbzerquetschten Muscheln der Schieferplatten vom Andreasschacht enthalten sind, wird sich wohl niemals mit Sicherheit entschei- 258 Peters. den lassen, doch gibt es besser erhaltene Exemplare, die auf sie zunächst hinweisen. Ceroinya (^Gress/ya Agass.) infraliasicat nov. sp. Taf. 1, Fig. 1—3. (?) Als Steiiikern von Haiherstadt ahyehildet von D unk er, Paläontographica , F, Taf. XXXVII, Fig. 8—9, S. 320. Diese Muschel steht der weitverbreiteten Panopaen liasina d'Orb. {Unio liasinus Schub I. bei Zielen^ Taf. 61, Fig. 2; Mycicites liasimis Qu en st, der Jura, S. 81, Taf. 10, Fig. 3—4) so nahe, dass ich anfangs versucht war, sie mit derselben zu identificiren, Doch konnte ich sie von ihr bei genauerer Betrach- tung auch durch den mehr gewölbten und stärker eingerollten Wirbel unter- scheiden. Durch die theilweise ßlosslegung des Innern wenig verkiester Exem- plare wurde sicher gestellt, dass der Schlossrand zahnlos und dass die für Ceromya bezeichnende Rippe vorhanden ist. Auch hat der Buccalmuskel und der ihm benachbarte Theil des Mantelsaumes die von Buvignier, Ter quem und Deshayes für Ceromya festgestellte Lage (Fig. 3 b). Zu den präparirten Exemplaren fand sich später der (Fig. 3 a) abgebildete Steinkern. Der Gresslya striata Agass. (I. c. S. 219, tab. 13, fig. 7—9) steht sie in der Sculptur aber nicht in der Wirbelform nahe, weniger der abgestutzten Gresslya luiiulata Agass. (I. c. tab, 13, 6g. 7—10), welche von Chapuis und Dewalque (Terr. second. de Luxembourg. tab XXI, fig. 7) als Ceromya erkannt wurde •). Auch muss wohl die Untersuchung der nahestehenden PI eu- romyen einer monographischen, auf ein reiches Materiale basirten Untersu- chung dieser Gruppe aufbehalten bleiben. Besondere Aufmerksamkeit verdient Pleuroriiya glabra Agass. (1. c. S. 238, tab. 26, fig. 3 — 14) aus dem oberen, Lias des Elsass, welche im Habitus eine grosse Ähnlichkeit mit der hier beschrie- benen Muschel zeigt. Auch hat letztere eine auffallende Ähnlichkeit mit Pleura- tnya unioides Agass. (1. c. S. 236, tab. 27, fig. 9 — 13), wie sie von Chapuis und Dewalque (I. c. S. 133, tab. XX, fig. 3) aus dem Maeigno von Aubange — obere Abtheilung des mittleren Lias — beschrieben und abgebildet wird. Doch klafft sie nicht, wie die genannte an beiden Seiten. Bekanntlich zog Agassiz den Unio liasimis Schübl. zu seiner Plem-omya, eine Identificirung, die schon von Chapuis und Dewalque (1. c. S. 133) als fraglich hingestellt, und in neueren stratigraphischen Arbeiten (Oppel, die Juraformation, vgl. S. 93 und 174; Quenstedt, der Jura, S. 81) als unzulässig erkannt wurde. Unter so mlsslicben Umständen, wie sie hier bei der generischen Bestim- mung der zahlreichen ähnlichen Formen obwalten, könnte es wenig Werth haben, wenn ich weiter auf die Verwandtschaften der Reste aus verschiedenen Abthei- lungen des Lias einginge. Die Schalen kommen vereinzelt oder zu mehreren gehäuft an den Ablösungs- flächen von schwarzen Schieferplatten aus den Eisenhammerflötzen vor, also *) In der Beschreibung' der Gresslya s/riatn gibt Agassiz an, dass die Exemplare ans dem mittleren Lias stammen, in der Übersicht (pag. 206) sind sie anf den unteren Lias von Siizlirunnen und auf den Lias von Uhrweiler bezogen. Ülier den Lias von Fünfkii rheii. 259 ungefähr 80 Klafter unter dem höchsten der bekannten Flöfze vom Andreas- sehacht. Begleitet wird sie in Abständen von 2—3 Zoll von Cardinia Listeri var. und Perna infraliasica Q uenst. Eine andere hier vorkommende Art ist der Gresslyn latiroalris Agass. (iVIyes, pag. 212, tab. 13% fig. 8—13) sehr ähnlich, aber nicht deutlich genug erhalten um eine Un ersuchung des Genus zu gestatten. IPernu infraliasica Quenst. (Der Jura, S. 48, tab. 4, fig. 18.) Taf. I, Fig. 4— 6. Die Identität dieser Muschel mit der von Quenstedt aus den sogenannten „Rohplatten" des schwäbischen Lias (über den Schichten mit Aninioiiitcs plu- iiorhis und am Beginne des Anirnoiutcn angulatiis) scheint mir unzweifelhafl, indem ich voraussetze, dass dem Originalexemplare von Quenstedt das Ohr fehlte, welches auch an der grossen Mehrzahl der mir vorliegenden Exemplare von Fünfkirchen ganz oder zum grössten Theile abgebrochen ist. In der Wöl- bung, in der Beschafl'enheit der Aussenfläche des Flügels und des Schlossrandes stimmen beide genau überein. Die auffallend dünne Schale der jüngeren Individuen (ihre Dicke beträgt von der Mitte der Wölbung gegen den concaven Rand nicht mehr als IV3— 3 Millim.) hat den Typus der stark schiefen Aviculae aber einen vollkommen pernaartigen Rand mit mindestens acht (an älteren Schalen 9 — 10) ßand- gruben und hat, wovon ich mich an absichtlich hervorgebrachten Querbrüchen eines geschlossen zweiklappigen Exemplares überzeugte, keine gervillien- artigen Seh los s zahne. Auch liegt die Band fläche sowohl bei jungen als bei erwachsenen Individuen völlig in der Ebene der Ränder, nicht schief gegen dieselbe wie bei Gervillia, — die Bandmasse hatte also nicht die Form eines dreiseitigen Prisma, sondern war nahezu plattenförmig zwischen beide Klappen eingeklemmt. Der Muskel e indruck ist lang elliptisch, der Wölbung entlang gestreckt und an der Buccalseite mit einem starken Wall versehen. Die dünn- blättrige Structur der Schale bringt an der Oberfläche sehr sehmale Absätze hervor, die sich in der Zeichnung als nahe zusammenlaufende Linien kund geben (vgl. Quenstedt's Fig. 19 und hier Fig. 5). In dem dicken und stark con- vexen Ohr wird diese Structurzeichnung ungemein fein. An dem jungen Exemplare (Fig. 6) sind einzelne Zuwachsslreifen sehr scharf abgegrenzt; der Wirbel, der an dem grossen Exemplare spilz endigt, ohne den geraden Rand zu übersehreiten, springt, je jünger das Individuum ist, um so mehr über denselben vor. Ganz im selben Masse verflacht sich die in der Jugend sehr starke Wölbung in der Mitte der Schale mit zunehmendem Alter. Ich kann allerdings von verschiedenen Altersstufen dieser Muschel sprechen denn ausser drei lospräparirten Exemplaren von verschiedener Grösse besitzen wir umfängliche Platten von schwarzem Kohlensehiefer aus den Fünfkirchner Gruben, die an ihrer Oberseite ganz und gar aus zusammengehäuften Schalen dieser Art bestehen, überdies noch ein grosses Stück von einem sehr alten Exemplare aus einem Sphiirosideritlager in der Nähe des Werner Flötzes aus der Georggrube zu Szäbolcs. Sitzli. .1. inalliem -naiurw. Cl. XLVI. üil. [. Al.tli. 18 260 Peters. Was nun die Verwandtschaften dieser Speeies betrifft, so gibt es unter den echten Fernen meines Wissens nur eine ihr nahe stehende (dickschalige) Art, Perna Bouei Hauer (Fauna der Raibler Schichten, 1857, Sitzungsberichte d. kais. Akad. XXIV, S. S62, Taf. V, Fig. 1—3), welche Herr G üni b e I in seinem grossen Werke über die bayerischen Alpen m\i Perna aviculaefonnis E mm r. (1853) identificirt. Doch gerade die Eigenthümlichkeiten dieser Muschel aus den Raibler Schichten, welche sie von den normalen Fernen entfernt halten, die scharfe Trennung der convcxen Seite des Wirbels von der Schale in der Nähe des Bandrandes, die an Gerviliia gemahnenden Zahnrudimente u. dgl. m., gibt es an der vorliegenden Art nicht. Dagegen ist sie mehr schief als Perna Bone'i. — Perna (Gerviliia) Hageiiowi Dunker sp. aus dem unteren Lias (Angulatus- Schichten) von Halberstiidt hat eine gänzlich verschiedene Form. Gerviliia Gvexii d'Orb. (Frodrome, 7, 127) konnte ich nicht vergleichen und die Worte „assez large, oblique, lisse" genügen wohl nieht^ um uns ein Bild davon zu geben. Gerviliia aviciiloides Sow. aus dem Oxfordien (? G. penioides Desl. bei Quenstedt, der Jura, S. 324, Taf. 45, Fig. 2, aus den Schichten der Trigoiiia iiavis) ist nach allem was ich davon gesehen habe eine echte Ger- viliia. Endlich muss ich noch auf Gerviliia praecursor aus dem Bonebed hinweisen, denn ihre Eigenschaft als Gerviliia dürfte kaum so sicher erwiesen sein, dass sie nicht unter Umständen — allerdings nicht aus vorwaltend strati- graphischen Rücksichten — mit der hier beschriebenen Muschel einerseits, mit Perna Bouei andererseits in eine Reihe gestellt werden könnte. — Ob aus den dünnschaligen stark schiefen Fernen etwa künftig ein neues Genus gebildet, oder ob sie vielleicht mit Crenatiila Lam. vereinigt werden sollen, darüber kann ich mir jetzt kein Urlheil bilden. Die vorerwähnten Flatten wurden (nach Angabe der Herren Bergbeamten) 50 Klafter ober dem zweiten Hauplflöfz von Kapoztas gebrochen, also in der Gegend der oberen Eisenhammerflötze, das wäre beiläufig 140 Klafter unter den Schiefern des schwarzen Berges. Doch liegen auch Exemplare vor mit der Angabe: 20 Klafter unter jenem Hauplflötz. So wie dort lagenweise, so wird sie hier in vereinzelten Schalen begleitet von der beschriebenen Ceromya infruliasiea. Beide würden sich also über einen Complex von 70 Klafter erstrecken, was in Anbetracht der Gesammtmächtigkeit der Fünfkirchner Formation und in Anbetracht der verhältnissmässig raschen Anhäufung von sandigen Absätzen und von Vegetationsmassen nicht auffallen kann i). In einzelnen Schichten des schwarzen Kohlenschiefers kommen kleine Gas'teropoden in Menge vor. Zwei Arten von Chemnitzia. Eine Art von Phasianella. „ „ „ Turbo (?). „ Natica. 'J Perua-Arten kommen m'ii Lima , Modiola , Anomija u. a. Geschlechtern in jungten Ästuarien- Ablagerun gen vor. Vergl.H islop, Fossil sliells ofiNagpur, ijuait. Journal. Vol. XXI. pag. 178. pl. IX. über den Li:>s von ^^■illfkil•ellen. 261 Die Pliasianella steht sehr nahe der von Stoliczka beschriebenen, viel- leicht mit der Palitditia Kratisseana Dunker, von Halberstadt identischen Phasianella turhinata Stol. aus dem Hierlatzkalkstein (Sitzungsber. d. kais. Akademie, XLIH, S. 177, Taf. III, Fig. 1, 2). Vielleicht sind auch dieChemnitzien ident mit Arten aus dem Hierlatzkalk, doch lässt sich das keineswegs begrün- den, weil sie nicht gut genug erhalten sind. Mit den von Dunker (Halberstadt) und von Rö mer (norddeutscher Oolith) abgebildeten Arten stimmen sie nicht überein. Sie scheinen in 1—2 Zoll mächtigen Straten eines schwarzen sandigen und giimmerreichen Kohlenscbiefers zu herrschen, so wie auch jene Phasia- nella ein von Herrn Lipoid (18o8) mitgebrachtes Handstück ausschliesslich erfüllt. Ich will gleich hier bemerken, dass beide Chemnitzien auch in dem später zu beschreibenden Schieferthon von Hoszuheteny (NO. von Vassas) vorkommen in einer Schichte, die von Gri/p/tacn arciiata, Cardiina Liste ri (hyhrida) und anderen, zum Theil in den mittleren Lias hinaufragenden Schalthierresten erfüllt ist. In dem Fünfkircbner Flötzcomplex wurden sie vereinzelt auch in den Platten mit Pcrna iiifraliasica gefunden. Den TurbOj der sich vielleicht später an besserem Materiale als eine kleine Pleurotomaria (ähnlich P. expansa Sow. sp.) enthüllen wird, so wie die Natica kenne ich nur in losen Exemplaren von früheren Aufsammlungen. OphiurinWi Genus. Taf. I, Fig. 7—9. Eines interessanten Opliiurinenrestes im schwarzen Mergel- schiefer will ich noch gedenken, obwohl er jetzt noch keinen stra- tigrapiiischen Werth hat. In einer Platte dieses Schiefers, aus welcher Teufe ist nicht bekannt, liegen halbversteckt zwei gleich grosse, ausgebildete Individuen derselben Species (Fig. 7), das eine mit der Ventralseite (Fig. 7 «), das andere mit der Dorsalsoite (6) nach aufwärts gewendet, beide mit den einander zugekehrten Armen locker verknüpft. Sie sind nicht verkiest, sondern in eine der Gebirgs- art gleiche, ziemlich kalkreiche Masse verwandelt. Wenig aus dem Gesteine hervorragend, schienen sie dem Geschlechte Ophiurella Agass. anzugehören. Nach der Präparation zeigte es sich, dass sie allerdings durch den Mangel einer ausgedehnten Scheibe und durch die Anordnung der Lateralschuppen (Plättchen) mit dieser Sippe nahe verwandt sind. Auch Hessen sich die Spuren von Haaren (stachelartigen Hautanhängen) in der die Lateralschuppen umgebenden Gesteinsmasse nicht verkennen; doch möchte ihre Einbeziehung zu Ophiurella alfeugewagt sein. Ich lasse desshalb das Genus auf sich beruhen und beschränke mich auf die Beschreibung und Abbildung dieses interessanten Schlammbewohners in der Hoffnung, dass später noch verkieste oder sonst wie besser erhaltene Exemplare gefunden werden. Die winzige Dorsalscheibe zeigt an der Insertion der Arme je eine, wie es scheint halbmondförmige Hervorragung, im Ganzen also eine (stark ver- schwommene) Rosette mit einem einfachen (?) Milteiknopf. 18' 262 Peters. Den Mund umgeben fünf winkelstiindige Knötchen, welche nach aussen in paarige Wülste übergehen, sehr ähnlich denen von Acroura Agass. {Ophiura prLsca Münster, Goldf. Petref. Genn. I, Taf. 62, Fig. 6), jedoch tiefer gespalten und stärker aus einander weichend. Diese Wülste hängen von den stark convexcn Mundknötchen tief gegen die Brachialinterstitien herab, so wie sich denn die ganze Mundgegend stark aus der Ebene der Armansätze emporwölbt. Wie viel von ihnen den Genifalplatten angehört, in wiefern ihre bedeutende Grösse dem Perisom zuzuschreiben ist, darüber lässt sich aus den vorliegenden Resten nichts entnehmen. Die Arme sind an der Rückenseite stark gewölbt, ja sogar im inneren Vierttheil ihrer Länge gekielt. Die M i t telp lättc h en sind stumpf spateiförmig, bilden durch ihre starke Wölbung den vorerwäimten Kiol und werden von den dachziegelartigenSei ten plättchen, je weiter von der Wurzel des Armes entfernt, um so stärker umfasst; eine Ähnlichkeit mit Aspidura Ag&ss. (Ophiura luricata Go\Ai. \m& Aspidura Liideiii Dank er; vgl. ins- besondere letztere in Paiäontograph. I, Taf. I, Fig. 1). An der Bau ch sei te dagegen sind die Mitt e Ipl ä t tche n deltoidische Sechsecke, im grössten Theil der Ainilänge beinahe eben, nur am äusseren terminalen) Rande, welcher der längste ist, etwas wulstig aufgeworfen. Gegen die Armwurzel aber werden sie dadurch merklich vertieft, dass die Wulstung jenes Randes schwindet, diigegen an beiden Seiten, welche hier an Länge zugenommen haben, eine Erhöhung erscheintniit deutlichen Knötchen an den abge- stumpften und an den inneren (centralen) Winkeln. Die dem Munde zunächst liegenden S — 6 MittelpUittchen bilden also eine sehr flache Annrinne , welche nicht etwa einer Abtragung des Hautskelets. sondern lediglich der Einsenkung desselben in die Ambulacralrinne und der eigenthümiichen Sculptur der mitt- leren Plättchenreihe zuzusehreiben ist. Die S eiten plättchen (Schuppen) erscheinen an den schmalen Seiten des Hexagons (d. h. an den Abstumpfungsrändern der terminalen Winkel) mit stark convexen weit abgespreizten und einander wegen der veränderten Anhef- tungsweise weniger auffallend dachziegelartig deckenden Rändern. Namentlich an ihrem Ende habe ich im Schiefer die oben erwähnten Stachelspuren bemerkt und halte einigen Stellen zufolge die (Fig. 9 a) gezeichnete büschel- förmige Anordnung für die natürliche. Da beide Individuen in derselben Ebene lingen, ihre Arme auch durch eine Strömung gleichsinnig im Schlamme niedergestreckt wurden, so müssen alle durch den Druck bedingten Formveränderungen auch Beide gleichmässig betrof- fen haben. Die Unterschiede zwischen der Dorsal- und der Ventralseite sind also morphologisch richtig, so weit der Erhaltungszustand die Untersuchung gestattete. Nichtsdestoweniger stellen sich der Auffassung der Sippe grosse Schwierigkeiten entgegen. Die Unterstellung der Species unter Ophiurella ist, wie schon oben bemerkt und durch die vorstehende Beschreibung dargethan, keineswegs gerechtfertigt. Noch weniger scheint sie mit anderen bekannten fos- silen oderlebendenOphiuridengeschlechtern übereinzustimmen. Dajedoch bei der über den Lias von Fiinfkii eben, «SOO Sippenauflassung dieser Radiatenordnung Eigenschaften der Thiere in Frage kommen, die nur an gut conservirten recenten Arten, keineswegs aber an mittei- mässig erhaltenen Fossilresten studirt werden können, da andererseits der immer stichhaltige Grund des Paläontologen, das stratigraphische Bedürfniss hier noch kaum in Betracht kommt, so glaube ich mich bis auf weiteres der Auf- stellung eines neuen Genus enthalten zu sollen. In welcher Beziehung der von Quensted t beschriebene Ophiuride (der Jura, S. 86, Taf. XI, Fig. 3) Ophiura olife.v Quenst. i) zu dem hier besprochenen Thiere steht, lässt sich aus der citirten Abbildung nicht wohl entnehmen. Dass die Wülste um den Mund nicht winkelstiindig sind, sondern mit den Armen correspondiren, wäre kein absolutes Hinderniss der Identität beider Arten, indem man annehmen dürfte, dass die paarigen Wülste am Exem- plare Quenstedt's durch Gesteinsmasse gerade so verbunden waren, dass die einander zugekehrten Abschnitte benachbarter Paare für einen ungetlieilten Wulst genommen werden konnten. Als beachtenswerth bemerke ich ferner, dass eine im rothgelben Mergel- schiefer des Callovienvon LaVoulte, Ardeche vorkommende Ophiurine, die unter der Bezeichnung „Op/u'ura (Geocuma) elegans Heb." an das kaiserl. Hof-Mineraliencabinct kam, keineswegs ein Geocuma d'Orb. ist, sondern sowohl in den allgemeinen Verhältnissen des Körpers als auch in der Anlage der Seiten- plättchen der Arme mit der Fünfkirchner Ophiurine so nahe übereinstimmt, dass man beide unbedenklich demselben Genus zuschreiben darf. Die Mittel- plättehen der Callovienspecies sind viel schmäler und relativ länger, auch schärfer gekielt; die Seitenschuppen an der Bauchseite so scharfrandig, dass sie an wenig blossgelegten Exemplaren für Stachelhaare (nach Art von Geocoma [Ophiurella] carlnata von Soolenhofen) gehalten werden konnten. Eine Be- schreibung oder Abbildung dieser, wie es scheint, bei LaVoulte nicht seltenen Species habe ich in den neueren Schriften von Hebert nicht gefunden, das Gesagte stützt sich also lediglich auf die von Herrn L. Sämann eingesendeten Exemplare. Ammonites angulatus Schloth. Ein gutes Bruchstück eines Arieten, welches genau auf A. angulahis passt, kam aus den Füiifkirchner Schichten schon vor längerer Zeit in unsere Hände. Aus welcher Teufe es her- stammt ist nicht bekannt, ja, weil es als ein verkalktes Petrefact völlig bloss war, kann ich nicht einmal mit völliger Gewissheit behaupten, dass es von dem Flöt/.complex herrührt. Es könnte auch dem Hangendkalkstein von Vassas angehören, über den ich sogleich ausführlicher sprechen will. i) Wie mir HeirDr. K. Zittel mittlieilt. koiimit .lersellje im Liii hiiulij;, aber sciilecbt erbalten vor. 264 Peters. Durch die montanistischen Arbeiten, die auf diesem Gebiete von den Herren Beamten der Donaudampfschifffahrts-Gesellschaft, von Herrn Windakiewich als Director der im Jahre 18S8 constituirten, leider sehr bald wieder aufgelösten österreichisch -rheinischen ßergbaugesellschaft, von dem k. k. Bergcommissär Herrn von Bel- häzy, insbesondere aber von dem kenntnissreichen Gewerken Herrn A. Riegel ausgeführt wurden, ist es erwiesen, dass die unteren und die mittleren Fünfkirchner Flötze von den Gehän- gen des Mecsek an (flützleerer Sandstein auf dem Triaskalkstein) bis in die östliche Un^gebung von Vassas, also nahezu 5000 Wiener Klafter weit, mit geringen Modificationen anhaltend fortstreichen. Erst dort wird die ganze unterliassische Schichtenfolge durch mächtige Eruptivmassen (Grünstein, Grünstein-Trachyt) unter- brochen und ausserdem noch durch (tertiäre) Felsitporphyre (Rhyolith, v. Richthofen, zum Theil) mehrfach gestört. Schon vom Dorfe Somogy an erscheinen am Fusse des Gebirges, aber durch Löss und Alluvien von seinen Gehängen getrennt, in der Gestalt von Vorhügeln und von einzelnen Felsmassen die kalkigen Schichten des mittleren Lias. Nordöstlich von Vassas, bei Hoszuheteny, Pecsvärad und so fort nach 0. erheben sie sich als die eigentlich gebirgsbildenden Massen und setzen den Fünfkirchner Gebirgszug als ein geographisches Ganze fort. Der kohlenführende Schichtencomplex dagegen zeigt sich nur mehr in einzelnen aber nicht minder kohlenreichen Lappen bei Komlo (NNW. von Vassas), bei Karasz, Vekeny und Szäsz am Nordumfange des Gebirges oder, normal über einer geringen Schichte von „flötz- leerem Sandstein" auf dem besprochenen Triaskalkstein gelagert, in den Gräben von V^äralja und Nagy-Mänyok. Nächst Fünfkirchen sind es die schon mehrfach erwähnten bituminösen Schiefer des schwarzen Berges mit Panopäen und mit kleinen Sphäi osiderit- (Brauneisenstein-) Lagern, welche als oberste Schichte des ganzen Coniplcxes unter die miocänen Randgebilde („Leithakalk" und „Cerithienschichten'^) tauchen. An einer Stelle hat man dieselben auch vom Andreasschacht aus durch einen Hangendschlag angefahren. Beim Dorfe Vassas aber erscheinen zu vorderst am Gehänge über einem kleinen Flötz, welches bei Füiifkirchen nicht gekannt ist, aber sehr wahrscheinlich eines der höheren Andieasflölze vertritt, zwei deutlich abgegrenzte Schichten, über den Lias von FiiiiCkiichen. 265 von denen unter der Bezeichnung „Hangendschichten" schon im Vorhergehenden die Rede war (siehe Fig. 5). Die obere ist ein ziemlich feinkörniger, ungefähr 10 Klafter mächtiger Sandstein, mit kalkigem Bindemittel und körnigen Caicitausscheidungen, die untere ein wenig über 2 Klafter betragender dunkelgrauer, hie und da merklich durch Sand verunreinigter Kalkstein <) von starkem Eisen- und Bitumengehalt, Es ist dies, nebenbei bemerkt, der typische „Kalkstein der Grestener Schichten" mancher Localitäten aus den Alpen. Fig. 5. 1. Die sogenannten „Eisenlianimerdötze«, welche Im Funfkireher Revier von mehreren Hauptflot».en überla-eit weiden. 2. VersteineruDgsreieher Kalkstein (unterer Lias). 3. Mergeliger und sandi!;er Kalkstein des mittleren Lias. 4. Löss. a Saudstein, b Schiefer, c Kohlenilötze. Da man vor Jahren einen Untersuchungsstollen durch dieses Gehänge getrieben hat, so liegt genug Materiale (als Baustein vor- gerichtet) am Tage, unmittelbar am Vassaser Bach hinter dem Bauernhause Nr. 133. Herr Riegel war so gütig mich an diese wichtige Localität zu begleiten und wir sammelten hier eine grosse Menge von den sehr übel auszubringenden Versteinerungen, womit der Kalkstein ganz und gar erfüllt ist. Daran gelang es mir folgende Arten zu bestimmen: (?) Liitna punctata Sow. sp. (Plaffiostoma puiietadan Zieten). Sehr ungewiss in Ermangelung einer gut erhaltenen Oberfläcfie. Cardinia Ijisteri Agass. var. Von dieser Species war schon oben (S. 2.'>5) die Rede. Auch hier kommt die der C. liybrida Stutch. sich nätiernde Varietät vor, doch stehen die Schalen durch die weiteren Abstände ihrer Streifen der echten C. Listeri noch sehr nahe. Pecten lequalis Quenstedt. (Der Jura, S. 78, Taf. 9, Fig. 13.) Kommt bekanntlich in Schwaben bei Vaihingen in den Schichten über dem Stuttgarter Pflasterstein vor. Hier ist er nicht selten untermischt mit den folgen- ') Herr Riegel, ;<'V\\u<^ ( zwisülicii NitdiiHcl und ()-l»jiriy!i) sunrit! (idiiiii^;«; l)ihJ(!n (i(l«*r zu(';. 7) li(^f;('n nie. {^'iiiiz r('{»;(dm!issig zwisclicn den licscIiricIiciHMi S(dii('|('rii dcH oIm'Immi l^iiiH und jenem Kiilkslein, W(d<;lMM' zusiirnuKMi mit d(;ii lnie|iyliscli(Mi und mit lia.siMclKMi , liiisiillülirilielicn Knijiliv- miisseii di(^ Höllen (|(>m (Jel»irj(sslo(;k<'s zusiiinnicriHetzl. Ihre IVliicthlit^- k<'il htslrüf^t zul'olf^(! der heiden hier vorj^enonuiKwien ilidieiihc' lim- tnun{,am i>;t'.um\ 70 Kl;il't< mun{^(!n y;rii;ui iw niiiiier. (Jrn ihre, pütrogriiphisehc^ IJeschiilVenheit und ihre lei(h'r üusserst |.;:(Min/^lu{4if.(t^. (und dOrh., ron/Kdis Sehlolh.) keine Hell«Mie, KrHeheiniinjj;, der F I e e k e n ni e r j^c I eo in |i I e x f^reilt also liier iiis in den initth-ren Lias ziirüek. in i\n\ mittl(M-(m S(rlii(tlilen herrseht allem AiiseheiiH' naidi Anrinonilr» ratiiiiuH d'Orh.; ihn lanos.s gerade so weit ht\. Einzelne Vorposten desselben zeigen sieh noch hei Xagy l'all (uoter iriiocänem ('<;ritliienkalk.sleinj und h';i I'usziafaiu (nächst einem Kncrinitenkalksleinj. An ehen diesem Nordrande fallen zwischen dem l)orfe Zsihrik undO-falu die Schichten des un leren Lias (im f/oldthah; schwarze Mergelschiefer und Sandstein mit einem kleinen Kohlenflötz^ und des mittleren Lias (am äusseren (iehänj^e unweit vonZgihiik sandige Kalksteine mit (h yithaea Cijm/num) von g'ibt. ') Vgl. die Liste der Ammoniten aii.s dem ung-arisclien K I i p p en k a I k , welche Herr S t.ii !■ in den Sitxnngsbericliten d. kais. Akademie XXVIII, S. 1023 gibt. Sie entliält ü, eigentlich 6 \on den hi r aiilge/.ahlten 8 Arten. Üher <1eii Lins von Fiiiifliirclipii. 283 an Ort und Stelle (Invon überzeugt, dass sie in den anderen bloss- gelegten Schichten nicht minder untermischt (z. B. Ä tortlsulcatus mit A. Wlileujuis) vorkommen. Dieselben ammoniten- und aptychusreichen Kalksleinschichlen stehen im Marktflecken Pecsvarad selber, also hart am Fusse des Hauptgebirges an; eine Thatsache, die für die Auffassung seines Baues von grossem Belange ist. Auch hier werden Steinbrüche zum Kalkbrennen betrieben und sind die Aufschlüsse genügend, ja es lassen sich sogar einzelne tiefere Schichten abwärts am Gehänge getreu die Füiifkirchner Poststrasse wahrnehmen, wo dasselbe von miocänen Ufergebilden frei blieb i). — Der Ammonitenkalkstein fällt oberhalb der west- liehen in einen tiefen Graben hineingebauten Quergasse von Pecsva- rad gerade in N. unter Winkeln von 35 — 40° und ist sowohl petro- graphisch als auch in seiner Fauna unverändert derselbe wie in der Mulde von Pusztafa'u. Nur scheinen die Aptychen hier häufiger voi'zukommen. Etwa 20 Klafter (interhalb im wahren Liegenden steht ein röthlichgrauer Hornsteinkalk an, ident mit dem vom Reccagehänge (Fig. 7) und der westlichen Umgebung von Uj-banya und Szt. Läszio, weitere 10 Klafter tiefer ein lichter Crinoidenkalkstein, welcher dem vom Eingang in's Kalkthal (Ö-falu, S. 278) gleicht. So bietet uns hier der Fuss des Gebirges die Verknüpfung jener zwei Schich- ten , welche draussen im Lössterrain vereinzelt zum Vorschein kamen. Zugleich aber stellt sich der BeAveis her, dass die Haupt- masse des Gebirges von Pecsvarad (der Zengogipfel und seine nördliche Umgebung) nicht nur durch eine Verwerfung (vgl. S. 270, Fig. 7) sondern durch zwei starke Ver wer fun gen zu seiner bedeu- tenden Höhe aufgestapelt wurde, oder richtiger umgekehrt, dass die nördlichen Partien des mittleren Lias mit den daraufgelagerten Jura- schichten Dank den mächtigen Eruptivmassen, die schon vor der (Ober-) Miocänperiode in sie eingetrieben wurden, in einer beträcht- lichen Höhe sitzen blieben, während ihre südliche und südöstliche ') Wie slatUicIi sieli iiiioli K il ii (' k i r c li o ii in iioiiesler Zeit iii)er seine iiialton iMseliöflirheii und iicuiTen, giosseiiHieils liii kisclicii (irnruUaffeii aiisgfbreiUH 1ml, so fühlt es ilocli nocli kein ßeiiiiiriiiss naili .M a r ni o r, den jene Brüche in jeglicher plaUea Fiirai lielV-rn könnten. 286 Peters. Fortsetzung bei der grossen, unsere Becken bildenden Katastrophe mit mehrfachen Brüchen in die Tiefe sanken. Demnach müs>-te der Ammonitenkalkstein allenthalben im Gebirge über d.en röthlichen Hornsteinkalken, d. i. ungefähr 20 Klaf- ter über den Fleckenmergeln, angetroffen werden. Leider sind die Entblössungen nicht günstig gt^niig, um ihn sicher zu treffen, ja es wird dies beinahe zur Unmöglichkeit, da man allenthalben nur langsam abbröckelnde Schichtenköpfe, nicht aber ganze Tafeln zu sehen bekommt. Allerdings treiben auch die Ortschaften Komio, Ujbanya und 0-banya etwas Kalkbrennerei für den Hausbedarf, sie haben es aber ganz und gar nicht nötliig diese Schichte aufzusuchen, da ihnen der sogleich zu bespi'echende weisse Kalkstein ein viel günstigeres Materiale bietet. Die Auffindung der Ammonitenschichten wird also wohl einem günstigen Zufall anheimgestellt bleiben. Bei- nahe möchte ich annehmen, dass sie gänzlich fehlen und durch einen Theil des weissen Kalksteins vertreten seien, denn in dem von mir fleissig untersuchten Graben zwischen P. Zobak und den Höhen von Ujbanya hätte ich wenigstens Spuren davon im Bache finden müssen. Der erwähnte weisse K al kstei n ist das oberste Juragebilde und mit Ausnahme eines winzigen Punktes in der Drangegend über- haupt die jüngste vormiocäne Schichte, die wir in unserem Gebirge kennen. Gelblich-graulich oder blendend weiss, dicht, mit nicht ganz forirdosen lichten Hornsteinknollen versehen oder hie und da in der Kalkmasse selber kleinknollig wie der Nerinenkalkstein vom Plassen und von Stramberg, bildet er als ein nur von jenem Eruptiv- gestein des Teufehsberges (vgl. S. 242 und 245) und von kleinen basaltartigen Massen unterbrochenes Ganze die Höhen des Gebirgs- stockes um Ujbanya, dann den grossen westlichen Flügel, der von dem Zobak-Egregyer Thale geradlinig von S. nach N. durch- schnitten wird, einzelne Kuppen im Gebiete der Fleckenmergel von KomIo lind einige kleine Höhen im Lössterrain westlich von Egregy. Auch hat er an dem mittleren und östlichen Theile derSziklos- Villänyer Bergkette einen sehr wesentlichen Antheil und bil- det sowohl den Tenkösgipfel, als auch einige der benachbarten Höhen. Der mittlere Liaskalkstein des Harsanyer Berges ist durch eine bedeutende Verwerfung emporgestossen (vgl. S. 280) der Art, dass über den Lias von Fünfkirclien. 287 die jüngeren Kiilksteinscliichten der geschlossenen Kette so wie er, aber minder steil nach S, einfallen. Bei einer so beträchlliclien Ansdehniing nnd bei so günstigen Aufschlüssen sollte man eine reiche Ausbeute an Versteinerungen von ihm erwarten. Leider kann ich mich einer Solchen nicht rühmen, im Gegentheil, ich mnss eingestehen, dass ich allenthalben seine grenzenlose Arnuith an Fossilresten zu beklagen hatte. Relativ günstig fand ich nur die nächste Umgehung von Ujbanya, wo ich nebst allerlei gerippten Aptychen, die mir auf Neocom hinzuweisen schienen, einige wenige besser erhaltene Reste antraf und dadurch wenigstens vor einem grossen Irrthum bewahrt wurde. Amnionites Hotnmairii d' r b. Völlig ident mit den lileinen Formen dieser Species von Stramberg, zwischen Szt. La'szlo und den Höhen von Ujbanya. Terebratula tnitis Suess. (Beiträge zur Paiiiontographie von Öster- reich, I, 1 u. 2. Seite 31, Taf. 3.) Die Exemplare lilein aber völlig übereinstimmend mit denen von Stram- berg. Nördlich von Ujbanya am Fahrwege nach Szasz (über den Teufelsberg). Beleinnites Royerianus d'Orb. (terr. jur. 132, pl. 22, Fig. 9—12). Nur nach der Abbildung bestimmt; von Stramberg noch nichts beliannt. An derselben Stelle, also zu oberst! Dies meine ganze Ausbeute, versteht sich abgesehen von schlechten Trümmern. Gebe es hier ordentliche Steinbrüche (bei Szt. Läszlo wurde ehemals gebrochen aber in einer tieferen horn- steinreichen Schichte), so zweitle ich nicht, dass man mehr Anhalts- punkte für eine Parallelisirung gewinnen könnte. Die Zone der Diceras arictina erwarte ich hidr nicht, denn sie hätte mir nicht entgehen können, wohl aber möchte die dem weissen Jura s ent- sprechende Schichte von Strani berg und mancher andere Horizont des „weissen Jura" durch wiederholte Untersuchungen nachzu- weisen sein. Die Mächtigkeit des weissen Kalksteins veranschlage ich nach den gemachten Höhenhestimmungen auf 40 — 45 Klafter. Auf der vorigen Seite geilachte ich eines Punktes der Drau- gegend, dessen Alter zwischen den weissen Jurakalkstein und die IVliocänaiilagerungen falle. 288 Pete,s. Es ist dies der Hügel von ß cremend südsüdwesHich von Villany, der sich mit seiner tüchtigen Lösshüüe wie ein Maulwurfs- liaufen aus der Alluvialebene der Drau erhebt. Auch liier war es das Bedürfniss nach Maiierkalk und Bruchsteinen, welches die Auf- schlüsse geiDaeht hat, allerdings Aufschlüsse in grossartigslem Mass- stahe, da sie die Bevölkerung eines Flächenratinies von mehr als 50 Quadratmeilen mit Baumateriale versehen müssen. Die Brüche zeigen einen aschgrauen dichten Kalkstein, dessen ungemein mächtige Schichten beinahe horizontal liegen und von vielen weiten Klüften und buchtigen Hohlräumen mehrere Klafter tief durchsetzt werden. Derselbe ist stellenweise sehr reich an organischen Resten, doch scheinen sie sämmtlich einer Art anzu- gehören, einer Caprotina, die (nach einer freundliehen Mitthei- lung von Herrn Dr. Stäche) auch in manchcii Schichten des Karst- kalksteins herrscht und mir aus dem Kalkstein von Bänyahegy hei Grosswardein schon srit längerer Zeit bekannt ist. Die Schalen zeichnen sich durch ihre dunkle Farbe und durch die spathige Aus- füllung des inneren Raumes aus, doch sind sie mit der dichten Masse des Gesteines so innig verwachsen, dass ich kein einziges Exemplar, ja nicht einmal grössere Bruchstücke herausschlagen konnte. Bei der völligen Identität dieses Kalksteines mit dem Capro- tinenkalk von Unter-Krain und Istiien wird es im hohen Grade wahr- scheinlich, dass die eigenthümliche Karstzone gleich am süd- lichen Fusse der Siklos-Villänyer Bergkette beginnt und, unter dem Löss und den Alluvien der ungarisch- slavonischen Niederung ver- hi»rgen, bis zu den eigentlichen Karstgehieten fortsetzt. Ragte nicht der winzige Beremender Hügel (101 Klafter ü. d. M. um 8S Klafter) über die Alluvien der Nachharschalt empor (von welcher Höhe min- destens 6 Klafter auf seine Lössdecke zu veranschlagen sind), so würden nicht nur die Bewohner der Drauniederung ihren Kalk um 1 1/2 Meile weiter, von Villany und Siklos hei'holen müssen, sondern die Geologen hätten auch nie erfahren, dass unter d(-n Sandebenen, Wäldern und Sümpfen entlang der Drau eine dem Karste angehörige Kreideschichte verborgen liegt. Was mich nach Beremend hinzog, war aber keineswegs die Sehnsucht nach der stratigraphischen Bestimmung dieses mir vorher völlig unbekannten Kalksteins, sondern der merkwürdige Inhalt jener Klüfte, den wir aus den Wiener Sammlungen und aus dem Pesther über «U-ii Lii.s von Fiiiifkirclieii. 289 NiitioiuiImiKSPiini schon seit einer längeren Reihe von Jahren kennen. Von dem verewigten Partsch, von Petenyi und Franz von Kubinyi wnrden liier grosse Mengen von winzigen Knöchelchen gesammelt, die zumeist Nagern (Lepna, Cricetns, Hypudaciis) und Insecteiifiessern (^Talpa. ? Vesperti/io/tesJ auch Musteliinen und Schlangen angehören und durch rolhen Eisenocher mit reichlichen Kalksintergebilden zu einer förmlichen Kno chen breecie ver- kittet sind. In der Regel gab es einzelne Klüfte oder doch einzelne Partien in grosseren Hohlräumen, die vom Kalksinter verschont geblieben waren und wo die Knöehelchen in einem eisenschüssigen Lehm sassen. In solchen war es möglich eir)e Ausbeute zu machen, Bni meinem Besuche war leider keine sidche Kluft eröftnet und ich nuisste mich trotz der grösslen Bereitwilligkeit der Steinbruchauf- seher und Arbeiter mit sehr unbedeutenden Rtstchen begnügen i). Die Ausfüllung der Klüfte durch diese Knochenbrcceie hat allem Anscheine nach während der Ablagerung des Löss statt- gefunden. Von einer Überschwemmung bedroht, suchten viele Flur- bewohner sich auf jenen isolirten Kalksteinfelsen zu retten und waren hier durch längere Zeit geborgen. Endlich wurden sie selber oder ihre Nachkommen vom Niveau der Lössteiche erreicht, in die Vertiefungen eingeschvvemmt und zuletzt gerielh ihre ganze Insel unter die Ablagei'ungen, welche im Verhältniss zur Drau eine nicht geringei-e Höhe erreicht haben müssen, als wir sie vom Löss bei Pecsvarad, Hidas u. a. a. 0. der nördlichen Nachbarschaft kennen. Als einen Beweis für den längeren Aufenthalt der Flüchtlinge nehme ich den Umstand, dass kein einziges grösseres Thier, also keines, das sich nicht durch lange Zeit auf dieser kleinen Insel ernähren und ganz heimisch machen konnte, seine Knochenreste in den Klüften zurückgelassen hat. Alle grösseren Säuger müssen den allmählichen Rückzug auf grössere Festlandspartien, ja selbst die Flucht über die Wasserflächen einen mehrtägigen Aufenthalt auf einer sparsam bewachsenen Kalksteininsel vorgezogen haben. Die Nager dagegen, die Maulwürfe und Fledermäuse, so wie die auf ihre Unkosten lebenden kleinen Räuber konnten sich daselbst recht wohl befinden und haben sich wahrscheinlich in ihi-er Abge- schlossenheit ansehnlich vermehrt. '} Ich hoffe auf die-^e ["auiia hei eiiiei' anderen Gelegeiih 292 Peters. Das Liasmeer, welches von einem „jurassischen Mittelmeer" wohl völlig zu unterscheiden ist i) , muss also während der ersten Periode seines Bestandes (Unter-Lias) im Bereiche des ungarischen Beckens durch ein grosses Festland unterbrochen gewesen sein, der Art, (lass Pünfkirchen, Steierdorf ii. s. w. Küstenpuukte dieses Fest- landes waren. Von der Untersuchung dos Balkans und der Halbinsel- gebirge wird es zunseist abhangen, in wieferne die vom späteren Jurameer überflutheten Meditorraiiländer Theile dieses Liascontinents gewesen sein können. Beobachtungen in vielen 'l'heilen von Furopa haben gezeigt, dass der subpelagische Lias von der mitteleuropäischen Facies der TriasforrTiation , insbesondere von der Entwickeluog des Keupers in einem viel höheren Grade abhängig ist als die im Einzelnen so wechselvolle Juraformalion von den Speciaiitäten des Lias. Hier bei Fünfkirchen haben wir eine trotz ihrer alpinen Local- färbung normale mitteleui'opäisciie Trias vor uns (vorausgesetzt, dass der „flötziere Sandstein" nicht nur die Stelle des Keupers ein- nimmt, sondern wirklich Keuper ist), wogegen in Osten (Banat, Bibar) die marinen Glieder der Trias ganz zu fehlen scheinen. Der Jura andererseits, so wenig wir auch von ihm wissen und wegen der tiefen Untertauchung des jurassischen Mediterranbodens unter das Diluvialniveau unseres Beckens von ihm wissen können, geht seine eigenen Wege und scheint mit seinen jüngsten Schiebten schon auf einem so kleinen Gebiete wie die Umgebung von Fünfkirchen zweien verschiedenen Zonen anzugehören, wovon die „subpelagische" (Stramberger Schichten) auff'allender Weise im Norden des Gebietes verläuft. Ja, nicht erst der Jura, sondern sogar der obere Lias zeigt pelagische Gegensätze zwischen den im Gebirge aufbewahrten und den ausserhalb desselben befindlichen Ablagerungen und in letzteren eine alpine Mischung von Tbierresten aus verschiedenen in ausseralpinen Begionen wohlgetrennten Hori- zonten. Wir haben es also hier mit einer absonderlicheuyWecbselfoIge von alpinen und ausseralpinen Ablagerungen zu thuu , deren Studium wegen des beschränkten Bauininhaltes und der Veroinzelung des ') yg\- Siiess: Einleitung- zu cIhii „iiriU'hiopDden der Stiaiiiheiopr Soliiclileii" ; Beitrüi^e zur Paliionto-nii.liie von Östei reioli. 1. S. 'il. Pefors. I)pr Llas von Fünfkirrhcn '^ Alts d.k.k üof u, Sta-cbtsdruck,: :i Cermu/n i„rn,lif,<,mi m. i ß [;.rn„ ,„/r„/,hy.sodon und Mouotii rhns Heck. 299 nebst der ergänzenden Beschreibung und nöthigen Berichtigung einer systematischen Verwirrung, die sich einschlich, dürfte daher allein schon meine heutige Mittheiiung rechtfertigen; doch regt die Frage über die Stellung dieser Gattungen im Systeme ausserdem zu Betrachtungen über die Methode des ichtliyologischen Systems überhaupt an, welche von allgemeinerem Interesse sind. Ihre aus- führliche Darlegung würde jedoch hier viel zu weit führen und ich behalte sie mir für eine nächste Mittheilung vor, für heute wende ich mich nur den genannten Gattungen zunächst zu. 1. PteropbyllDm scalare Heck. Fig. 1. J. H ecke!, in den Annalen des Wiener Museums, I. und II. Band, 1. Abtheilung die Labroiden. S. 334—337. Schon Heckel erkannte ganz richtig die generisehe Über- einstimmung der Exemplare Natterer's, auf die er diese Gattung gründete, mit dem Zeus scalaris der Bio ch'schen Sammlung, der im 7. Bande der Histoire des poissons (p. 237) als P/atax scalaris sich eingereiht findet. Und so viel sich nach der nicht sehr ein- gehenden Beschreibung daselbst entnehmen lässt, dürfte auch über- dies die Gleichartigkeit beider kaum zu bezweifeln sein. Anders verhält es sieh dagegen mit der von Castelnau als Plataxoides Dumerilii beschriebenen und auch abgebildetenArt (s. Expedit, dans TAmerique de Sud, Poiss. pag. 21, pl. XI, fig. 3, Paris 185o). Sie entspricht ebenfalls der Gattung PterophyUnm völlig, stellt aber eine von scalare verschiedene Art dar, vorausgesetzt, dass Castelnau's Beschreibung und Abbildung nach einem wohlerhaltenen Exemplare und naturgetreu erfolgte. Sie weicht nämlich in folgenden Punkten von Pt. scalare ab: in Bezahnung, Zahl der Dorsal- und Analstrah- len, Vorhandensein eines fadig verlängerten Gliederstrahles in der Dorsale (den keines unserer Individuen besitzt), durch die abgerun- dete Afterflosse und den Mangel verticaler dunkler Binden am Rumpfe. Als Beleg des Gesagten mag die genaue Abbildung unseres Pt. scalare in Fig. 1 nebst den ergänzenden Zusätzen zu Heckel's Beschreibung dienen, früher aber noch folgende Berichtigung am Platze sein. Castelnau hatte ofTenbar von HeckeTs wichtiger Vorarbeit keine Kenntniss, doch ist eine derartige Nichtbeachtung deutscher Literatur von Seite fianzösicher Naturforscher eben nicht 296 K n e r. SO selten, um dem Grafen zu besonderm Vorwurfe zu gereichen. Er scheint jedoch auch nicht bemerkt zu haben, dass sein PlatcLvoides i) generisch mit Platax scalaris Cuv. Val. zusammenfällt. Dass hin- gegen der eben so genaue als literalurkundige v. Bleeker sich in dieser Hinsieht nicht zureeht finden konnte, entschuldigt sich leicht dadurch, weil ihm durch Autopsie keine dieser Arten bekannt sein konnte. Dem zufolge kam es aber, dass er in seinem Tentamen ayste- matis pisc'mm den Plataojoides Gast, neben Platax Hess, hingegen Pterophylliim Heck, (nebst Siimphysodon) seiner Familie Cychloi- dei s. Chromidae Bon. beizählte. Es stellt sich aber als unzwei- felhaftes Ergebniss meiner Vergleichungen zur Erleichterung des Systems heraus: 1. dass die Gattung Plataxoides zu streichen ist, da sie mit Pierophyllum zusammenfällt und letztere das Recht der Priorität für sich hat, und 2. dass die Art Platax scalaris von den Squamipennen auszuscheiden und der Gattung Pterophyllum zuzu- weisen ist. Als ergänzende Zusätze zu Cuvier's und Heckel's Beschrei- bungen glaube ich folgende anführen zu dürfen. — Zunächst ergibt sich aus der Vergleichung sämmtlicher Exemplare die Zahlenformel der Flossenstrahlen und Schuppen: 1>. 12—13/25-24, A. 6/28—30, V. 1/5, P.12, C.jö] 11—11'/. Sqnam. 33-37 26 Die Stacheln sind heteracanth und zwar die letzteren und läng- sten in ausgezeichnetem Grade; von den Gliederstrahlen sind blos die zwei ersten und beiden letzten der Rückenflosse einfach, alle übrigen dichotom. Der erste gegliederte daselbst übertrift't an Länge den voriiusgehenden letzten Stachel fast um das Doppelte, am läng- sten sind jedoch der dritte bis siebente Strahl, während die folgen- den eine rasche Abnahme zeigen. In der Anale sind nur der erste und letzte Gliedcrstrahl einfach, die anderen gahelig getheilt, in den ') Ich kann l)ei dieser Gelegenheit nicht uiiihiii , tneinem lehi)aften Wunsche Ausdruck zu geben, dass die neuerlich beliebte Mode, Gattungsnamen mit dem Ausgange „nides" zu bilden , bald wieder verlassen werde; was möchte wohl Vater Linne zu solcher Nomenclatur sayen! 2) Die Schuppen unteihalb der Seitenlinie sind von ihr senkreclit zum 1. Analstachel hinall gezählt. über Plerophyllum, Symphysodon und Moiiocirrlius Heck. ä9T Brusiflossefi aber die beiden ersten oben und die drei letzten und zugleich kürzesten unten ungetheilt. Die dünnen, aber schön cte- noiden Schuppen zeigen lun fesisitzenden Ende einen Fächer von 13 — 16 Ritdien. Die Seitenlinie verlauft nur am Schwanzende in halber Höhe und zwar längs 12 Schuppen; vorne bildet sie an 18 bis 20 Schuppen eine mit dem Riickenprofile parallele Curve, bricht dann ab und setzt erst vier Schuppen weit sich am Schwanzstiele wieder fort. Sie mündet auf den Schuppen mit einfachen gleich- weiten Röhrihen, die ;in der äusseren Fläche des festsitzenden Endes ein- und vor dem ctenoiden Felde nach unten austreten. Zwischen- und Unterkiefer tragen Sammtzähne mit braunen incurven Spitzen, in erster Reihe stehen jederseits bei 20, die über- dies bedeutend länger und stärker als die der hinteren Reihen sind. Castelnau gibt für seine Art im Zwischenkiefer jederseits nur 9 an und sagt, die Zähne des Unterkiefers seien viel feiner; letzteres ist allerdings auch bei unserer Art der Fall. — Kiemenstrahlen sind 5 vorhanden, nur 3 Kiemenbögen sind frei, der vierte und kürzere ist angewachsen; alle tragen kurze Reclienzähne, eine Pseudo-, kieme fehlt. Der untere Schlundknochen ist bei Heekel (Taf. 30, Fig. ö— 6) nicht gut gezeichnet, daher ich seine Abbildung noch- mals gebe (Fig. 1 a von oben und unten). Die Zähne stehen nämlich in viel "zahlreicheren Reihen und es findet keine spurlose Ver- wachsung Statt, sondern die Trennungslinie bleibt wie beiChromiden sichtbar. Es stehen in letzter Reihe 32 — 34 nach vorne gebogene Zähne mit einfachen braunen Spitzen und bis zur vordem Spitze des Dreieckes zählt man mindestens 16 Reihen im Ganzen; die Zähne der vorderen Reihen enden in zwei ungleich lange Spitzen, die öfters noch die Spur einer dritten zeigen (Fig. 1 b vergrössert.) Den ohern Mandrand bildet der Zwischenkiefer allein, der nur durch Rand mit dem zurückliegenden Oberkiefer zusammenhängt. Letzterer stellt ein nach vorne cotieaves Rogensegment dar und spal- tet sich nach oben in 2 Platten, zwischen denen der Stiel des Zwi- sehenkiefers sich wie in einen Sattel hineinlegt und verschieben lässt. Daselbst legen sich die S-förmig gebogenen Nasenbeine an den Oberkiefer und überdachen zum Theile seitlich den Stiel des Zwischenkiefers, dessen spitzes Ende bis zum Reginne des hohen Kieles reicht, der mit 2 S;'henkeln vom vordem Stirnbeine sich erhebt, üher den Scheitel und das ganze Hinterhaupt sich ausdehnt. 298 K n e r. und mit einer dünnen Knocheiiplatte sich noch an den ersten (fal- schen) Strahlenträger anlegt. — Der suborbitale Ast der Kopf- canäle verlauft in einer dünnen Knochenröhre, die zugleich den schmalen untern Augenrand bildet, so dass nur nach vorne ein breites viereckiges Suborbitalknochenstück vorhanden ist. Der zum Unterkiefer ziehende Ast der Kopfcanäle sendet am Winkel des Vordeckels drei lange und weite Nebenrölirchen strahlig nach ab- wärts aus. — Schulter- und Beckengürtel iiängen zusammen und sind (namentlich letztere) stark gekielt. An die Innenseite des Humerus legt sich das hintere Clavicularbein als langer rippenförmiger Fort- satz an, der hinter den Brustflossen beiderseits die Bauchhöhle begrenzend bis gegen den Bauchrand herabreicht und spitz endet. — Die bis gegen das Ende der Bauchhöhle schwach convexe Wirbel- säule enthält 14 Abdominalwirbel, von denen die zwei vorderen ver- wachsen sind; der dritte trägt eine kurze, quer abstehende Rippe, während die folgenden eilf fast'senkrecht nach abwärts laufende so lange Rippen tragen, dass sie durch Ligamente noch mit ihren Enden sich an die Flossenträger der Anale anlegen. Mit dem fünfzehnten beginnen die Schwanzwirbel, denn schon an diesem befindet sich der erste lange untere Dornfortsatz, der mit dem folgenden zweiten zugleich der dickste und mächtigste ist und sämmtlichen vorderen Strahlenträgern der Anale zum Anheft- und Stützpunkte dient. Gleichwohl tragen der lö. — 17. Wirbel noch seitliche Fortsätze wie die vorhergehenden rippentragenden und die zwei ersten auch wirklich Rippen. Eigentliche Schwanzwirbel ohne seitliche Fortsätze und Rippen sind 14 vorhanden. Das Ende der Wirbelsäule ist, wie gewöhnlich, aufgebogen. — Von den oberen Dornfortsälzen trägt nur der erste keinen Flossenstrahl über sich, jene der drei letzten Wirbel werden zur Caudalplatte verwendet und dienen als Stützen für die kurzen Pseudostrahlen der Schwanzflosse. Die drei vorher- gehenden enden frei, von den unteren Doi nfortsätzen jedoch keiner, da selbst vom letzten, der nicht unmittelbar in die Caudalplatte ein- bezogen wird, noch ein Knochenplättchen schief an der Basis des untern Caudallappens abgeht. Ich ging in die skeletlichen Verhältnisse der Gattung aus dem Grunde etwas näher ein, da man bei dem Umstände, dass alle Autoren selbe bisher für nächstverwandt den Squamipennen und insbesondere der Galtung Plutax erklären, vermuthen könnte, es gebe sich auch über riero|>li)liiiiii, Syiiipliysodoii uii.l Äloiiocin lins Heck. 299 in dieser Hinsicht ein so inniger Verwandtschaftsgrad knnd, w;is jedoch keineswegs der Fall ist, wie sich aus der Vergleichung mit dem Skelete eines Phdax' ergiht. — Bei letzterem wie auch bei anderen Cliätodonten sind die Wirbel aulTallend grösser und dess- gleichen die Rippen stärker, beide auch in geringerer Zahl vor- handen. Der erste Flossenträger der Anale reicht bis zum Körper des ersten Schwanzwirbels hinauf und an seiner Hinterseite legt sich der fast eben so lange untere Dornfortsatz dieses Wirbels an, Selmlter- und Beckengürtel sind anders gestaltet und ersterer nicht gekielt. Entsprechend den stärkeren Rippen ist auch das hintere Clavicularbein dicker und breiter. Die Zahl der stachelähnliclten Strahlen ist gering und beträgt in der Dorsale fünf, in der Afterflost^e nur drei; beide Flossen sind übrigens abgerundet, die Caudale senk- recht abgestutzt, die Brustflossen kurz. Auch die Bildung der Schä- deldecke und Crista ist abweichend, allerdings aber die Einlagerung der Zwischenkiefer in den gabeligen Sattel des Oberkiefers ähnlich wie bei Ptero])!tyl/ii)n. Am Zwischenkiefer fehlt aber der lange Stiel. der Mund ist demnach nicht vorschiebbar und das gewölbte Profil der Schnauze fällt fast steil ab. Endlich sprechen ebenfalls nicht zu Gunsten eines sehr nahen Verwandtschaftsgrades die schmalen, getrennten und weit divergirenden unteren Schlundknochen wie auch das Vorhandensein von Pseudobranchien bei Piatajc. 2. Symphysodon discus Huck. Flg. 2. Diese hier in natürlicher Grösse abgebildete Gattung ist ohrre Zweifel der vorigen nahe verwandt und somit ebenfalls Squamipen- nen ähnlich. Am meisten mahnt sie an den Ephippus faber Central- und Südamerika's und unter den eigenlliciien Cliätodonten durch die kurze Schnauze an Chmt. striatus von Westindien. Da seit Nat- terer diese offenbar sehr seltene Gattung nie mehr gesammelt zu sein scheint und auch von ihm nur 1 Exemplar vorliegt, welches überdies der Eingeweide entbehrt, so können ausser jenen Punkten, welche schon Heckel in seiner Beschreibung (1. c. S. 333) her- vorhob, nur noch folgende, die von ihm nicht beachtet wurden, hier nachgetragen werden. — Fransige Pseudobranchien, die bei Squann'- pennen meist stark entwickelt sind, fehlen auch hier. Die Stacheln 300 K ■' e r. der Rücken- und Afterflosse sind ausgezeichnet heteracanth; die hinter ihnen frei abstehenden Wimpehi oder Lappen der Fiossenhaut sind von Faserstrahlen schief durchzogen, wie dies nicht bhis bei Labroidei!, sondern auch bei Zeus und anderen der Fall ist. Die Zahl der Aiialstrahlen gab Heckel irriger Weise mit 10 an, während deren keinenfalls mehr als 8 vorbanden sind; denn obwohl die Spitzen der Strahlen vom fünften bis zehnten abgebrochen sind, so zeigt yos ist unsere Gattung insbesondere durch die allgemeine Körperform (obwohl Capros im Ganzen etwas höher und gedrungener erscheint), ferner durch die Mundbildung, nament- lich den vom Zwischenkiefer schief nach hinten und aufwärts abge- henden stielähnlichen Fortsatz, durch die Stellung der heteracanthen verticalen Flossen, die kleinen Briistflttssen , die an der Basis *) Die unteibrDchene, links sehr distiiicte Seitenlinie fehlt ahnormer Weise rechterseits gänzlich, ein Fall, der im Ganzen nicht sehr selten und hekannllich hei nianchen PlL'uroneetidtMi soi'ar normal und charakteristisch für einzelne tiatlnn^en ist. über Pterophylliim, Syiiiiiliysodoii und Monociirhus Ilfck. 301 bescliiippte und ebenfalls wenig entwickelte Caudale und endlieh durch ctenoideSi'liupjien und den Mangel einer deulliehen Seitenlinie. Diesen Ähnlichkeiten stehen aber folgende Unterschiede entgegen. Bei Monocirrhiis sind die Augen viel kleiner und schon die Oberlippe bildet einen breiten über das Ende des Mundrohres zurückgeschlagenen Hautsaum, während die Unterlippe an der Sym- physe sich in einen barteiförmigen Anhang verlängert, der eigent- lich einen ziemlich dicken, fleischigen Hautlappen voistellt mit um- gebogenen und eingerollten Rändern. Die Stacheln der Rücken- und Afterflosse sind zahlreicher und viel kürzer, die Basis des stache- ligen Theiles der Flossen übertrifTt daher auch jene des gliederstrah- ligen bedeutend; letzterer ist einfach, spärlich und lang gegliedert, wäiirend bei Capros diese Strahlen kurz- und vielgliederig und an den Spitzen gablig getheüt sind. Bei Monocirrhiis enden überdies auch alle Strahlen der Brustflossen in einfache Spitzen, mit Aus- nahme der mittleren, die nebst den gleichen der Caudale überhaupt die einzigen getlieilten und zwar einfach gabeligen sind. Die ßauch- flossen, deren Strahlenzalil i/5 (nicht 4, wie He ekel angibt) beträgt, sind kürzer als bei Capros. — Die Schuppen sind in meh- reren Reihen ctenoid, die Zähnchen aber sehr kurz selbst am freien Rande, während jene von Capros mit langen Stacheln bewaffnet sind; auch zeigen sie einen Fächer von 10 — 14 Radien und über- haupt eine abweichende Structnr. Die Seitenlinie ist bei Monocirrhus wenigstens am Schwanzstieie deutlich und tritt auch weiter vorne an einzelnen Schuppen mit einfachen Röhrchen zu Tage. — Eine fransige Pseudobranchie, die bei Capros bedeutend gross ist, fehlt hier gänzlich. Die oberen und unteren Schlnudknochen sind getrennt, ziemlich schmal und mit länglichen Packeten von Sammtzähneu besetzt. — Bezüglich (\ev Lage der Analmiindung und der Urogeni- falpapille verhalten sich beide Gattungen nahezu gleich; die Ein- geweide sind leider nicht vorhanden. Den vorstehenden Eigänzung'en erlaube ich mir noch folgende Schlussbemerkungen anzufügen. — Von den drei besprochenen Gattungen erweisen sich die beiden ersten als Sqnamipenneri ähn- lich und es fragt sich zunächst: ist ihre V^erw^Tudtschaft mit diesen näher als mit den Pharyngonathen J. Müller's? Bezüglich dieser Frage glaube ich nur auf den schon vielfach gelieferten Nachweis 302 K n e ,. hindeutei! zu dürfen, dass die Ordming Plraryngognathi im Sinne Müller's eine blos künstliche ist und keine natürliche. Eine andere Frage dagegen ist, oh sämmtliche hrasiii-.inische Süsswasser-Labroi- den Heckel's blos einer natürlichen Familie angehören und zwar namentlicli den Chromiden? Fasst man den Totalhabitus der einzelnen Gattungen in's Auge und hält man niclit blos das Merkmal der vereinigten Schhindkno- chen fest, so wird man sich schwerlich der Ansicht anschliessen können, d;iss z. B. Cichla und Crenicichla mit PterophyUum und SymphysodoH durch das enge Band der Familien -Verwandtschaft an einander gekettet sind. Man müsste dann, um wenigstens consequent zu sein, auch dem Merkmale eigenlhümlicher Kiemenanhänge einen ähnlichen Werth für die Systematik wie den Schlundknochen zuer- kennen und dem zufolge die (gleichfalls in der citirten Abhandlung Heckefs beschriebene) Gattung Geophagns aus dem Verbände mit den übrigen, die dieses Merkmal entbehren, ausscheiden. Dass man aber hiedurch ebenfalls wieder eine künstliche Vereinigung (mit den Labyiinthicis) vornehmen würde, bedarf wohl keines Beweises; man braucht sich nur der verschiedenen Gattungen zu erinnei-n, bei welchen, und der tnannigfachen Modifioationen, unter denen lahyrinth-ähnliche Kiemenanhänge vorkommen. — So ist auch bei Geophagns der am oliern Ende des ersten Kiemenbogens vor- kommende Anhang von He ekel zwar den Labyrinthen verglichen und die Vernmthung ausgesprochen w Orden, dass er eitien ähnlichen respiratorischen Zweck wie jene haben möge. Doch halte ich nach vorgenommener Untersuchung dieser Anhänge (bei Geoph. papa- terra und biasiliensis) diese Ansicht nicht gerechtfertigt. Ich glaube vielmehr hierin eine Vorrichtung zur Verstärkung eines Sinnesein- druckes (wahrscheinlich des Geschmackes) zu erblicken; sowohl die ganze Auskleidung des Schlundes, dessen Schleifuhaut einen dichten Pelz kurzer Papillen seihst zwischen den Scblundknochen zeigt, spricht so wie auch der Umstand hiefür, dass diese Fische vorzugsweise ihre Nahrung aus dem Schlamme beziehen. Der obere Anhang am ersten Kiemenbogen selbst besteht nur aus einem knö- chernen dünnen Plättchen, das gleichfalls mit zottiger Schleimhaut überkleidet und überdies mit längeren Papillen besetzt ist, die als Fortsetzung der Rechenzähne erscheinen, welche hier eigentlich fehlen und mindestens nicht knöchern, sondern durch weiche bieg- i A S?v Fuf / hfrophiflhim sralnrf Fif/ J Mononrrhus polifth SiU.unrfKb d k .\kad d W raath naliirw (1 XL\1Bd I Ablh, iSß? Kncr. l'clicr IMproplnlliim clc Taf.ll. Fit/., f. Si/iiiphifsoiloii tlisciis . Nil/,uiia'.sl) d.k Akiul.rtAV. lu.tlli nalurw CI. XMTH.! l.M.iii 18(i liber Pteropliylliitn, Symphysodon und Monocirrlms FFeck. 303 same Papillen- und Querleisten vertreten sind. Nichts lässt ver- mutlien, diiss hier eine Vorrichtung zum Behufe des Athmungs- processes vorhege. Während ich demnach eine derartige Mahnung an Labyrinthfische nicht finden iiann, scheint mir eine solche an Sparoiden zu bestehen; doch hebe ich diesfalls nur die auffallende Höhe und Breite der Suborbitalknochen hervor, die dem Kopfe ein eigenthümliches für echte Sparoiden charakteristisches Ansehen verleihen. Ob aber desshalb Geophagiis näher mit letzteren als den Chromiden verwandt sei, will ic!i für heute eben so nnerörtert las- sen, wie die Frage, oh Moiiocirrhiis mit Capros in eine Familie zu vereinigen, und welche Gattunoen dieser dann noch beizuziehen wären. Die Beant\vortnn- Au Stria. XIV. Jahrgang, XXX.— XL. Heft. Wien, 1862; 8o- Bauzeitung, Allgemeine, XXVIL Jahrgang, VI., VIL und VIIL Heft nebst Atlas. Wien, 1862; 4o- & Folio. Comptes rendus des s^ances de l'Academie des sciences. T. LV, No. 3—11. Paris, 1862; 4o- Cosmos, XP Annee, 21' Volume, 4^ — 14" Livraisons. Paris, 1862; 80- Darstellung des Theissregulirungs- Unternehmens, mit einer Übersichtskarte des Theisstlusses in 4 Blättern. Auszug aus einem Berichte des Ministerialrathes Bitter von Pasetti an Se. Excellenz den Herrn Minister v. Lasser. Wien, 1862; 4o- & Folio. Grunert, Johann August, Archiv der Mathematik und Physik. XXXVIII. Theil, 3. Heft. Greifswald, 1862; 8o- Jahrbuch, Neues, für Pharmacie und verwandte Fächer, heraus- gegeben von F. Vorwerk in Speyer. Band XVII, Heft 6, Band XVIII, Heft 1. Heidelberg, 1862; 8o- Karte des Donau -Stromes innerhalb der Grenzen des österreichi- schen Kaiserstaates, herausgegeben vorn k. k. Staatsministerium unter der Leitung des k. k. Ministerialrathes Ritter v. Pas etti. I. — IV. Lieferung. Wien; Gr.-Folio. Land- und forstwirthschaftliche Zeitung, XH. Jahrgang, Nr. 22—28. Wien, 1862; kl. 4o- Lotos. Zeitschrift für Naturwissenschaften, XIL Jahrgang, Juli bis August 1862. Prag; So- Mittheilungen des k. k. Artillerie - Comite , Jahrgang 1862. VII. Bd., 1. Heft. Wien, 1862; 8o- — des k. k. Genie- Comite, Jahrgang 1862. VIL Bd., 3. Heft. Wien, 1862; So- — aus J. Perthes' geographischer Anstalt, Jahrgang 1862, V., Vn. und Vm. Heft. Gotha; 4o- Societe Imp. de medecine de Constantinople, Gazette medicale d'Orient. VI" annee, No. 4—5. Constantinople, 1862; 4»- — Imp. des Naturalistes de Moscou, Bulletin. Annee 1862, No. 1. Avec 4 planehes. Moscou, 1862; So- Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde. XVIIL Bd., 1. Heft. Wien, 1862; So- Wiener niedicinische Wochenschrift, XIL Jahrgang, Nr. 30 — 40. Wien, 1862; 4o- Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts- Gesellschaft. XL Jahrgang. Nr. 20—25. Gratz, 1862; 4o- Zeitschrift für Chemie und Pharmacie von Emil Erlenmeyer. V. Jahrgang, 10—16. Heft. Heidelberg, 1862; 8o- — für Fotografie und Stereoskopie, IL Jahrgang, Nr. 23 und 24. Wien, 1862; So- — des österreichischen Ingenieur-Vereines. XIV. Jahrgang, VI. bis VIII. Heft. Wien, 1862; 4o- Die Foraminiferen-FamiHe der Lagenideen. Monographisch dargestellt von dem w. M. Prof. Dr. Aug, Em. Reoss. (Mit 7 Tafeln.) (Vorgelegt in der Sitzung vom 5. Juni 1862.) Bei meinen Untersuchungen fossiler Foraminiferen gelang es mir, eine beträchtliche Anzahl von Arten aus der Familie der Lage- nideen aufzufinden, von denen ich nur den kleineren Theil schon an verschiedenen Orten bekannt gemacht habe. Als ich den Entschluss fasste, auch die übrigen zu publiciren, erschien es mir am vortheil- haftesten, alle bisher bekannt gewordenen Arten dieser im Allge- meinen noch wenig berücksichtigten Familie zusammenzufassen, um auf diese Weise eine leichtere Übersicht ihres gesammten For- menreichthums zu geben. Ich habe daher hier sämmtliche von d'O rbigny, Bornemann, Costa, Egger, Ehrenberg, Jones, Parker, Williamson und mir an verschiedenen Orten beschrie- benen Arten mit den neuen, so viel als möglich , kritisch zusammen- gestellt und grossentheils nach Originalexemplaren abgebildet. Es ist zwar schon 1848 (Ann. and mag. of nat. bist. 2. ser. vol. I, pag. 1 — 20, Taf. 1, 2) eine solche monographische Zusam- menstellung der Lagenen, welche mit manchen Zusätzen wieder in Williamson's trefflicher Abhandlung über die lebenden Foramini- feren Grossbritanniens aufgenommen worden ist (On the rec. fora- minif. of Great Brit. 1858, pag, 3 — 13, Taf. 1), gegeben worden. Dieselbe beschränkt sich jedoch fast ausschliesslich auf die an den Küsten Grossbritanniens lebenden Arten. Eben so haben Parker und Jones in ihrer Abhandlung (Descript. of some Foraminif. from the coast of Norway in den Ann. and mag. of nat. bist. 2. ser. XIX, pag. 6—8, Taf. 11, Fig. 22 — 29) nur die an der Küste Norwegens entdeckten lebenden Arten näher berücksichtigt. Eine Übersicht und Vergleichung aller, besonders der vorzugsweise in Deutschland fossil gefundenen Arten fehlt bisher noch. Die vorliegende Abhand- lung soll diesem Mangel abhelfen. Es ist übrigens möglich, ja sogar Die Foraminifeieii-Familie der Lagenideen. 309 nicht unwahrscheinlich, dass manche der von mir beschriebenen Species in der Folge vereinigt oder im Gegentheile einzelne der in eine Species zusammengefassten Formen getrennt und zu besonderen Arten erhoben werden dürften. Der Mangel einer genügenden Menge von Exemplaren hat aber nicht gestattet, dies schon jetzt zu thun. Dem Vorgange von Wiliiamson, Parker und Jones, welche sehr abweichende Formen in eine Species vereinigten, konnte ich bei dem Mangel überzeugender Übergangsformen mich nicht ent- schliessen zu folgen. So lange die einkammerigen Foraminiferen als eine besondere Abtheilung von den vielkammerigen getrennt gehalten wurden, hat man die Lagenideen stets den ersteren beigezählt und sie bald als eine besondere Gruppe derselben angesehen, bald auch mit mehr oder weniger abweichenden Formen vermengt. So hat z. B. Max Schultz e sie mit den Arcellideen und Gromideen in eine Gruppe zusammengefasst. In der neuesten Zeit hat sich die strenge Sonde- rung der monomeren und polymeren Foraminiferen als unhaltbar herausgestellt, weil zwischen beiden keine scharfe Grenze gezogen werden kann, dieselben vielmehr durch vermittelnde Zwischenformen in einander übergehen. Ich habe mich daher in meinem Entwürfe zu einer systematischen Zusammenstellung der Foraminiferen (Sitzungs- berichte der k. Akad. d. Wiss. 1881, Bd. 44, pag. 362 und 394) bewogen gefunden, die auf die so veränderliche Zahl und Anordnung der Kammern gegründete Eintheilung der Foraminiferen in umfas- sendere Gruppen fallen zu lassen und ohne Rücksicht auf die Kam- merzahl der Gehäuse anderen Eintheilungsprincipien zu folgen. Die monomeren Foraminiferen wurden daher überall zwischen jene polymeren eingeschaltet, mit welchen sie in der Schalenstructur eine wesentliche Übereinstimmung verrathen, Die Lagenideen, ausgezeichnet durch eine dünne, beinahe durchsichtige, glasig glänzende, von kurzen feinen Porencanälen durchzogene Schale, mussten daher offenbar in jene grosse Abthei- lung aufgenommen werden, welche die Spirillinideen, Ovulitideen, Rhabdoideen, Cristellarideen , Polymorphinideen, Cryptostegier, Textilarideen und Cassidulinideen, welche alle dieselbe Schalen- beschaffenheit besitzen, umfasst. Unter allen diesen Familien stehen sie mit den Rhabdoideen in der innigsten Beziehung; von allen übrigen entfernen sie sich in vielfachen Beziehungen. Mit den 310 R e u s «. Rhabdoideen küiiunen sie dagegen so nahe überein, dass man Einbryo- nalkammern derselben, besonders mancher Nodosarien, leicht für Lagenen zu halten geneigt sein konnte. Ihr einziger wesentlicher Unterschied besteht darin, dass sie während ihrer ganzen Lebens- dauer einkammerig bleiben. Es lag daher sehr nahe, die Lagenideen mit der Familie der Rhabdoideen, deren Grundtypus sie an sich tra- gen, wohl zu verbinden, aber innerhalb derselben als eine beson- dere Gruppe darzustellen. Die Charakteristik derselben lautet daher: „Gehäuse frei, regelmässig, kalkig, einkammerig, dünnschalig, glasig glänzend, fein porös, mit einfacher grösserer terminaler Mündung". Die Familie umfasst bisher nur zwei Gattungen: LagenaW a\k. mit runder, und Fissurina R&s. mit querer spaltenförmiger Mün- dung. Erstere haben beinahe stets einen runden, selten einen zusammengedrückten Querschnitt, während die Fissurinen stets mehr oder weniger comprimirt sind. I. liag^eiia Walker. {Ooli?ia d'Orb.; Ovnlina Ehrenb.; Miliola Ehrenb.; Ento-' solenia Ehrenb., Williams.; Cenchridium Ehrenb.; Ampho- rina Costa; Phialina Costa; Amygdalina Costa z. Thl.) Lagena testa libera, calcarea, nitida, siibtilissime porosa , uni- loculari, subsphaerica, ovata, lagenali vel fusiformi , snperne acuta aut in rostrum temie producta ; apertura terminali rotimda. Wenige Foraminiferen-Gattungen sind mit so zahlreichen man- nigfachen Namen belegt worden, als Lagena. Ohne hier der Namen Orthocera, Serpula, Vermiculum u. s. w. Erwähnung zu thun, mit welchen von älteren Forschern (Soldani, Maton, Rackett, Walker, Montagu, Turton u. A.) nebst Lagena noch viele anderen Gattungen angehörige Foraminiferen bezeichnet worden sind, wurde der Name Lagena zuerst von Walker gebraucht und demselben gebührt, als dem ältesten Namen, die Priorität vor allen späteren. Von Fleming wurde er zum Gattungsnamen erhoben und später unnöthiger Weise in Lagenula umgewandelt. Ebenfalls ohne Ursache wurde er von d'Orbigny mit dem sprachwidrig gebil- deten Namen Oolina vertauscht, welchen Ehrenberg für die länger geschnäbelten Arten berichtigend in Oindina umwandelte. Die Foraminiferen-Familie der Lagenideen. 311 während er für die mit keinem oder mit einem sehr kurzen Schnabel versehenen Arten den Namen Miliola in Anwendung hraehte — eine Benennung, die um so weniger zu billigen ist, als dieselbe von Lamarck schon längst in sehr verschiedenem Sinne gebraucht worden ist. Die übrigen oben angeführten Benennungen wurden nur einzelnen Gruppen von Lagena- Arten, die man ohne genügenden Grund von den typischen Formen zu trennen versuchte, beigelegt. Lagena wird im Allgemeinen durch ein einkammeriges, rund- liches, mehr oder weniger verlängertes, sehr verschieden gestal- tetes Gehäuse mit kalkiger, dünner, glasig glänzender, sehr fein poröser Schale und runder endständiger Mündung charakterisirt. Alle übrigen Merkmale sind dem mannigfachsten Wechsel unter- worfen und desshalb bieten die Lagena-AYien trotz der grossen Ein- fachheit ihres Baues eine nicht unbedeutende Abwechslung dar. Schon die Gestalt des Gehäuses ist sehr wandelbar. Sie wech- selt von der beinahe reinen Kugelform (Z. Isabella d'Orb., globosn Walk, sp., hystrix Rss., asjyera Rss. u. a.) durch die bald brei- tere, bald schmälere Eiform (L. globosaW ülk. sp., apiculaia Rss., temiis Born., raricosta d'Orb. u. s. w.) bis zur bisweilen sehr schmalen Spindelforrn (Z. clavata üai\ acicularis Rss., emaciata Rss., tenuis Rorn.y Gewöhnlich liegt die grösste Breite am Anfange des unteren Dritttheils des Gehäuses, seltener in der Mitte der Gesammtlänge, wodurch das Gehäuse elliptisch wird (L. lineata und costata Williams., fiUcosta, foveolata Rss.), oder die sodann gewöhnlich schmälere Schale ist hart an der Basis am breitesten und wird dadurch tlaschenförmig (L. tenuis Born.). Solche Arten hat Costa zu einer besonderen Gattung mit dem Namen Phialina erhoben — eine Trennung, die sich wegen der zahllosen Über- gangsformen nicht billigen lässt. In manchen Fällen nehmen die Seitenränder eine mehr oder weniger parallele Richtung, wodurch das Gehäuse in der Seitenansicht mehr oder weniger gerundet — vierseitig wird (I. inornata d'Orb., L. lucida var. quadrata Will.). Im Umfange ist das Gehäuse fast stets gerundet; zusammen- gedrückte Formen sind selten. Winklig sind die Ränder bei L. lucida Will., mit einem schmäleren oder breiteren flügelartigen Saume eingefasst bei L. marginata Walk. sp. , abgestutzt dagegen und an jeder Seite der dadurch entstandenen Randtläche mit einer rippen- artigen Leiste besetzt bei L fasciata Egg. Dergleichen zusammen- 312 Reuss. gedrückte Arten mit gekieltem Rande (L. calabra Costa) bilden einen Theil der von Costa aufgestellten unhaltbaren Gattung Amygdalina. Dieselbe umfasst aber zugleich noch andere sehr hete- rogene Elemente, nämlich Arten der Gattung Fissurina und selbst Ostrakodenschalen i). Auch das obere und untere Ende des Gehäuses zeigen eine sehr verschiedene Beschaffenheit. Das untere ist gewöhnlich mehr oder weniger breit zugerundet, doch bisweilen auch stark verschmälert, ja selbst in gleichem Grade wie das obere. Das Gehäuse nimmt dadurch bisweilen eine ausgezeichnete Spiridelform an (L clavata var. acimilaris Rss. , L. tenuis Born., L. gracilis Will.). Der- gleichen spindelförmige Arten hat Costa mit dem schon früher von d'Orbigny a) gebrauchten, später aber nicht mehr erwähnten Namen Amphorina belegt. Diese Gattung kann aber eben so wenig als die früher erwähnten anerkannt werden. Viele Lageiia-Arten tragen in der Mitte der mehr oder weniger zugeiundeten Basalfläche einen Stachel von verschiedener Länge und Dicke (/>. caudata d'Orb., apiculata Rss., mucronuJata Rss. u. a.). Nach oben verschmälert sich das Gehäuse bald rasch, bald all- mählich und endigt entweder kurz zugespitzt oder selbst beinahe zugerundet (L. globosa Walk, sp., scalariformis Will, sp., rudis Rss., lineata Will. u. s. w.) oder sie läuft in einen. kürzeren röh- renförmigen Schnabel aus(L. Yillardeboana d'Orb., Isahella d'Orb., hystrix Rss. u. a.), der bei den zusammengedrückten Arten selbst etwas zusammengedrückt ist, oder sie verlängert sich in eine aus- gedehntere, dünnere, gewöhnlich cylindrische oder lang-konische Röhre, die dem gewöibtenTheile des Gehäuses nicht selten au Länge gleichkommt, ja denselben bisweilen noch übertrifft (L. vulgaris Will., c/ay«^« d'Orb., striata di'Ovh., ^ew?a"s Born. u. a.). Das freie Ende der Röhre ist nicht selten, gleich dem Mundstücke einer Trompete, mit einem horizontal umgeschlagenen lippenartigen Saume umgeben {L. clavata d'Orb., mucrotmlata; strumosa Rss., globosa Walk. sp. u. a.), der bei den fossilen Arten jedoch in den meisten Fällen abgebrochen ist. Bei L. striaticolUs d*0 r b. trägt die Röhre, wie bei L. spiralis Ehrenb. , eine feine Spiralleiste, die aber kein ') Costa paleontol. del regno di Napoli II, Taf. 11, Fig. 7 stellt offenbar die Bairdiu subdcltoidca v. M. sp. dar. 2) Dict. uiiiv. de riiist. nat. V, pag. 662. Die Foraniiiiifcren-FamiliL' der Lagenideen. 313 bestäiicliges Kennzeichen zu sein scheint und auch bei manchen Nodosarien auftritt. Die Mündung ist stets central und liegt am freien Ende der längeren oder kürzeren schnabelförmigen Verlängerung des Gehäuses. In den bei weitem meisten Fällen ist sie rund. Nur bei zusammen- gedrückten Arten verlängert sie sich bisweilen etwas in die Quere und nimmt eine elliptische Gestalt an (L. fasciaia Egg., marginata Will. u. a.). Solche Formen nähern sich einigermassen den Fissu- rinen; nie wird aber ihre Mündung, gleich wie bei diesen, lang und schmal spaltenförmig. Nicht selten verlängert sich die Mündung nach innen zu einer in die Höhlung des Gehäuses hineinragenden, beinahe cylindrischen Röhre, die mitunter fast bis auf den Boden der Höhlung reicht und zuweilen verschiedentlich gebogen ist. Am unteren Ende breitet sie sich gewöhnlich etwas trichterförmig aus. Die damit versehenen Arten wurden von Ehrenberg und vonWilliamson*) unter dem Namen Eiitosolenia zusammengefasst und später von Ersterem noch- mals als Cenchridium^) unterschieden. Denn 1. c. heisstes: „Sipho- nis expertes formas rostratas aut non rostratas Miliolas vocare per- gam; sed siphone instructae rostratae et non rostratae Cenchridia erunt". Diese Trennung ist aber, wie schon Parker und Jones 3) ausgesprochen haben, nicht zu billigen, da man die innere Röhre in sehr verschiedenem Grade der Entwickelung findet und alle Über- gangsstufen vom vollständigen Mangel derselben bis zur bedeuten- den Länge beobachtet werden *). Bei einer und derselben Species ist sie bald vorhanden, bald fehlt sie wieder vollständig. Übrigens kommt diese röhrige Bildung wohl hauptsächlich bei solchen Arten vor, deren Gehäuse am oberen Ende stumpf oder nur sehr kurz zugespitzt ist; doch mangelt sie auch jenen nicht völlig, die sich oben in einen mehr oder weniger langen röhrigen Fortsatz verlängern. Es verliert dadurch das von Williamson inv Entosolenia als bezeich- nend angeführte Merkmal, dass bei derselben der Schnabel höchstens kurz zugespitzt, aber nie verlängert sei, jede Giltigkeit. Bildet doch *) Ann. and mag. of nat. hist. 2. ser. I, pag. 1 —20, Taf. 1, 2. Foiaminif. of Great Brit. 1858, pag. 8 ff. 2) Berliner Monatsber. 1843, pag. 337. 3) Ann. and mag. of nat. hist. 1839, Noverab. pag. 337. *j Sie reicht nicht selten bis zum Boden der inneren Höhlung hei 314 Reuss. Williamsoni) selbst eine E?itosolenia marginata lagenoides mit langem röhrenförmigen Sehnabel ab. Bei fossilen Arten würde überdies die Trennung von Lagena und Entosolenia auf nicht zu beseitigende Hindernisse stossen, da sich das Vorhandensein oder Fehlen eines inneren röhrigen Fortsatzes in den meisten Fällen gar nicht mit Sicherheit nachweisen lässt. Dass man dieser röhrenförmigen Verlängerung überhaupt keine grössere Bedeutung beilegen könne, geht endlich schon daraus hervor, dass dieselbe auch bei einzelnen Arten anderer Foraminiferen-Gattun- gen angetroffen wird. So kennt man sie schon hex Fissurina, Nodosaria und Polymorphiua^), ja selbst bei Gattungen mit lateraler spaltförmi- ger Mündung, z. B. bei Bulimina 3) ist sie schon beobachtet worden. Man müsste dann solche Species mit gleichem Rechte zu besonderen Gattungen erheben. Diese Entosolenien-Bildungen sind ohne Zweifel nur zufälliger Natur und gehören mit den ästigen Mündungen mancher Polymorphinenund anderen ähnlichen Bildungen in dieselbe Kategorie. Die Schale ist bei allen Lagena- Arien dünn, durchscheinend, von glasigem Ansehen und von sehr feinen kurzen Porencanälen durchzogen. Bei manchen treten diese Poren schon bei schwächerer Vergrösserung hervor. Die Oberfläche der Schale zeigt übrigens sehr wechselnde Sculpturverhältnisse. Bei sehr vielen Arten ist die- selbe vollkommen glatt, ohne alle Verzierungen (L. globosa Walk, sp., apicuhita Rss., clavata d'Orb., emaciata Rss. u. a. m.), während sie bei anderen mit sehr feinen Längsstreifen (L. candata d'Orb., gracilicosta Rss., lineata Will., striata d'O rb. u. s. w.) oder eben solchen Längsrippchen in verschiedener Anzahl und von verschie- dener Stärke besetzt ist {L. filicosta, mucronulata Rss., Villarde- boana, Isabella d'Orb., costata Will., amphora Rss. u. a.). Zu- weilen nehmen die Streifen oder Rippen nur den unteren Theil des Gehäuses ein, lassen dagegen den oberen frei. Besonders findet dies bei manchen Arten mit langem röhrigem Schnabel Statt (L. mdgaris var. substriataWiW., L. teniiis Born., strumosaK8&.y In anderen Fällen enden dieselben unten in kleine vorragende Spitzen, wodurch an der Basis des Gehäuses ein bald engerer, bald weiterer Kranz von spitzigen Höckerchen entsteht (L. Haidingeri Cziz. , tenuis Born.). ij On the rec. Foiaminif. of Great Brit. paj;. U, Taf. l, KiV- -f 2) W i 1 1 i a m s o II I. e. pair. 70. 3) Ann. ami mag-, of iiat. Iiist. 2. ser. XIX. pa«-. 24. Die Forarainiferen-Familie der Lagenideen. 311) Die Schale mancher Arten ist von mehr oder weniger regel- mässig sich durchkreuzenden Längs- und feineren Querleistchen bedeckt, wodurch ein gröberes oder feineres Netzwerk entsteht, innerhalb dessen die Schale meistens nur seicht deprimirt ist. Bei L. catenulataV. et Jon. bilden die sich rechtwinklig durchkreuzen- den Rippchen regelmässige rectanguläre Maschen. Bei L. reticulata Macgill. sind diese unregelmässig polygonal und zugleich ohne Ordnung gestellt. Bisweilen liegen sie dagegen in geraden Reihen über einander (L. scalariformis Will, sp.) oder sie sind nach Art der Bienenzellen regelmässig sechsseitig und alternirend im Quincunx gestellt (L. favosa Rss.). Bisweilen stehen wenig regelmässige kleine vierseitige Gruben in Längsreihen , die durch schmale Leist- chen von einander gesondert werden (/>. foveolata Rss.) oder es ist die Oberfläche des Gehäuses durch dicht und regelmässig an einander liegende hexagonale ebene oder nur wenig eingedrückte Flächen wie facettirt (L. geometrica Rss.). Bei einer andern Gruppe von Arten erscheint das Gehäuse mit Unebenheiten von verschiedener Grösse und Gestalt bedeckt. Bis- weilen sind diese so fein, dass die Schale dadurch nur matt und glanzlos wird (L. oxystoma Rss.) oder sie werden grösser und haben die Gestalt von Höckern, Körnern, Spitzen oder Stacheln {L. rudis, asper a, hispida, hystrix Rss.). Monströse Bildungen scheinen bei den Lagenen nicht selten vorzukommen. Parker und Jones*) erwähnen das Vorhandensein zweier innerer Röhren neben einander. Verlängerte oder spindel- förmige Exemplare dagegen, die an beiden Enden, dem oberen und unteren, mit einer Öffnung versehen sind, dürften wohl in den mei- sten Fällen nur einzelne losgebrochene Kammern von Nodosarien und Dentalinen sein. Arten mit langem röhrigen Schnabel zeigen diesen nicht selten verbogen. Ich beobachtete diese Erscheinung mehrfach bei L. vulgaris. Egger 2) erhebt eine solche verbogene Form, die offenbar zu L. tenuis^ovn. gehört, unter dem Namen L. punctata zu einer besonderen Species. Williamsons) führt eine interessante Missbildung bei L. globosa und bei L. favosa (L. reticulata var. hexagona Will.) an. Zwei Individuen sind am 1) Ann. and mag. of nat. bist. 1859, pag. 339. 2) Die mikrosk. Fauna der Miocäuschichten bei Ortenbiirg 1887, pag. 6, Taf. 1, Fig. 1. 3) On tbe rec. Foraminif. of (ireat Brit. pag. 9, 13, Taf. 1, Fig. 32 o. 316 R e u s s. unteren Ende verschmolzen, während jedes der gesonderten oberen Enden eine getrennte, wohl ausgebildete Mündung trägt. Offenbar hat hier vor beginnender Verkalkung eine Spaltung stattgefunden in zwei Individuen, die sich beide weiterhin selbstständig entwickelt haben. Die Lagenen scheinen erst in einer späteren Periode in die Reihe der organischen Wesen eingetreten zu sein. Terquemi) führt zwar schon aus dem Lias drei Arten dieser Gattung an, die derselben aber gewiss nicht angehören. Oolina lanceolata und aci- cularis Terq. 2) sind wahrscheinlich nur Bruchstücke von Nodo- sarien. Wofür 0. ovata Terq. 3) zu halten sei, lässt sich bei dem offenbar fragmentären Zustande nicht bestimmen; eine Lagena ist es aber gewiss nicht. Die ältesten unzweifelhaften Lage7ia-Arten kennt man erst aus den Kreideschichten *). Eine Form der L. apiculata habe ich sehr selten im norddeutschen Gault angetroffen. Mehrere Arten kommen in der obersten Kreide — dem Kreidetuff von Maastricht und den Mukronatenmergeln von Lemberg — vor, in denen sie sich übrigens nur sehr vereinzelt finden. Es sind L. globosa Walk. sp. , apicu- lata, acuticosta und aspera^ SS., und vielleicht ^uch L.emaciataRss. In den verschiedenen Etagen der Tertiärformation entwickeln sie sich aber schon zu bedeutender Mannigfaltigkeit. Obwohl sie in bei- nahe keiner Tertiärabtheilung fehlen, so habe ich sie bisher doch in der grössten Formenfülle in dem oligocänen Septarienthon von Pietzpuhl bei Potsdam gefunden, welcher mir 16 Species, also mehr als zwei Fünftheile der Gesammtsumme der bekannten Arten gelie- fert hat. Noch grösser ist die Zahl der sowohl in den gemässigten, als auch in den wärmeren Meeren lebenden Arten. Selbst bis in die arktischen Regionen dringen sie vor. Besonders die Küsten von England und Schottland, der Shetlands-Inseln, der Malvinen, so wie das Mittelmeer haben eine beträchtliche Artenzahl geliefert; doch fehlen sie auch in anderen Meeren nicht und eine genauere Kennt- nis« der lebenden Foraminiferen dürfte uns in der Folge die Über- ») Memoir. de l'acad. imp. de Metz. 2. ser. 6. aiiii. pag-. 386, Taf. 1, Fig. 1—3. 5) L. c. Taf. 1, Fig. 1, 3. ») L. c. Taf. I, Fig. 2. 4J Einer brieflichen Mittheilung zufolge hat Herr A. W. G um bei auch in Juia- schichteii Layena-Arlen entdeckt. Er nennt L, Franconica, compressula und Streit- bergensis, letztere jedoch nur mit Zweifel. Die Foraminiferen-Familie der Lagenideen. 217 Zeugung verschaffen, dass sowohl die Zahl der lebenden Arten, als auch ihre Verbreitung eine sehr bedeutende sei. Bisher sind 37 genauer bekannte Arten unterschieden worden, deren Vorkommen aus nachstehender Liste hervorgeht. 1. Lagena globosa W a 1 k. sp. 2. „ apiculata Rss.. . 3. „ emaciata Rss. . . 4. „ inornata d'O r b. . 5. „ clavata d'O r b. . . 6. „ vulgär isWill . . 7. „ 7narginataWa]k. sp. 8. „ fasciata Egg.. . 9. „ lucida Will. . . 10. „ lagenoides W \\\. . 11. „ caudata ä'O Tb. . 12. „ tenuis Rom. . . 13. „ HaidingeriCziz.. 14. „ gracilicosta Rss. . 15. „ striata A'Qvh. . . 16. „ litieata WiU. . . 17. „ strumosa Rss. . . 18. „ ßicosta Rss. . . 19. „ mucronulata Rss. 20. „ Villardeboana r b. 21. „ cos^ötoWill. sp. . 22. „ Isabella d'Orh. . 23. „ amphora Rss.. . 24. „ gracilis WiU. . . 25. „ acuticosta Rss. . 26. „ diversicostata Rss. 27. „ foveolata Rss. . . 28. „ catenulata W ni . 29. „ reticulataMscgWl. 30. „ scalariformisW. sp. 31. „ favosa Rss. . . . 32. „ geometrica Rss. . 33. „ oxystoma Rs s. . . 34. „ hispida Rss. . . 35. „ hystrix Rss. . . 36. „ asper a Rss. . . . 37. „ rudis Rss. . . . 0.U Obere Kreide Eoeän Oligo- cäu .... Pliocän Lebend + ? + • • + + + + + + + + + + + + + + + ? + + + ■ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + 318 Beschreibung der Arten. A. liaeTigatae: Schale glatt, ohne alle Verzierung, mit kreis- rundem Querschnitte. 1. lagena globosa Walk. sp. (Taf. 1, Fig. 1—3). 1784. Serpula laevis globosa Walk, testac. minuta rar. pag. 3, Taf. 1, Fig. 8. 1839. Oolina laevigata d'Orb. Voy .dans l'Amer. merid. Foraminif. pag. 19, Taf. 5, Fig. 3. 1848. Entosolenia globosa Williams, on the rec. brit. spec. of the genus Lagena in ann. and mag. of nat. hist. 2. ser. I, pag. 16, Taf. 2, Fig. 13, 14. 1850. Oolina simplex Rss. Die Foraminif. und Entomostr. des Kreidemerg. v. Lemberg in Haidinger's gesamm. naturw. Abhdl. IV, 1, pag. 22, Taf. 1, Fig. 2. 1858. Entosol. globosa typica Williams, on the rec. Foraminif. of Great Brit. pag. 8, Taf. 1, Fig. 15, 16. Eiförmig bis kugelförmig, unten breit zugerundet, oben sich rasch zur sehr kurzen stumpfen Spitze zusammenziehend. Schale glatt, sehr fein porös. Mündung gestrahlt. Zuweilen verlängert sich dieselbe in das Innere des Gehäuses in eine dünne Röhre, die mit- unter fast bis zum Boden der Höhlung reicht. In diesem Falle erscheint aber die Mündnug nicht gestrahlt. — Vorkommen: Fossil in der Mukronatenkreide von Lemberg in Galizien, im Kreidetuff von Maastricht, im oligocänen Septarienthon von Pietzpuhl bei Potsdam, im miocänen Salzthon von Wieliczka und im pliocänen Crag von Antwerpen. Lebend an den Küsten der Malvinen und Philippinen, an den englischen und schottischen Küsten, an der Küste von Nord- amerika, im Mittelmeere. Miliola sphaeroidea Ehrenb. aus dem Nummulitenkalkstein der Pyramiden von Gyzeh (Mikrogeologie Taf. 23, Fig. 1), Cen- chridium oliva Ehrenb, aus dem Katakombenfels von Theben (I. c. Taf. 24, Fig. 3, 4) und Miliola ovum Ehrenb. aus der Schreibkreide von Meudon (1. c. Taf. 27, Fig. 1) dürften vielleicht auch hieher gehören. 2. l. apicalata Rss. (Taf. 1, Fig. 4—8, 10. 11). l)ie ForamiiiifL'ieii-Fiimilie der Lageiiidepii. 319 1850. OüUna apiciilata Rss. Die Foram. und Entomostr. d. Kreide- merg. v. Lemberg in Haidingei's gesamm. naturw. AbhdI. IV, pag. 22, Taf, 1, Fig. 1. 1858. Lagena centrophora, decrescens, elHptica und frumentum Rss. Die Foram. des Septarienthones von Pietzpuhl in d. Zeitschi-, d. deutsch, geol. Ges. Bd. 11. pag. 433. (nomina). 1862. Lagena apiculata vur. elliptica Rss. in d. Sitzuugsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 45, pag. 31, 32. Taf. 2, Fig. 2. Selten elliptisch, beinahe stets eiförmig, bald breiter, bald schmäler; die grösste Breite gewöhnlich weit unter der Mitte des Gehäuses liegend; selten durch das Breiteiförmige dem Kugelförmigen sich nähernd oder beinahe walzenförmig. Immer aber läuft das Gehäuse unten in einen kurzen Centralstachel aus; oben zieht es sich lang- samer zur kurzen, bisweilen dicken Spitze zusammen, während die Seiten bald mehr gerade, bald mehr bogenförmig verlaufen. Schale glänzend, glatt, fein porös. Mündung immer gestrahlt, auch wenn sich dieselbe nach innen in eine dünne Röhre verlängert, die ich mitunter bis zur Hälfte der Zellenhöhlung herabreichend fand. (Entosolenien-Form). — Vorkommen : häufig imoligocänenSeptarien- thon von Pietzpuhl, sehr selten im Mukronatenmergel von Lemberg und im norddeutschen Gault. l. emaciata Rss. (Taf. 1, Fig. 9). 1858. Lagena emaciata Rss. in d. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. Bd. 11, pag. 433. Den schmalen Formen der vorigen Species sehr ähnlich, lang- und schmal- eiförmig, unten gerundet, oben sich langsam zur gestrahlten Spitze zusammenziehend. Der wesentliche Unterschied liegt in dem völligen Mangel des Centralstachels an der Basis des Gehäuses. Die Schale glatt, glasig glänzend, fein porös. Vorkommen: Sehr selten im Septarienthon von Pietzpuhl. Ob die in der Form sehr ähnliche Miliola laevis Ehren b. aus der Schreibkreitle (?) des Mississippigebietes (Mikrogeol. Taf. 32, n, Fig. 1 a), ferner Cenchridium dactylus Ehren b. aus dem Kata- kombenfels von Theben (I. e. Taf. 24, Fig. 12), Miliola laevis Ehrenb. aus den Tertiärgebilden von Cattolica (1. c. Taf. 26, Fig. 2) u. a. hieher gehören, wie es wahrscheinlich ist, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden, da aus den Abbildungen sich nicht erkennen lässt, ob das Gehäuse im Querschnitte kreis- Sitzb. d. mathem.-natiirw. Cl. XLV[. Bd. I. Ahth. Vi 320 neu SS nind oder zusammengedrückt, ob die Mündung rnnd oder verlängert sei II. s. w. 4. l. ioornata dOrb. (Taf. 1, Fig. 12). 1839. d'Orb. Voy. dans TAmer. merid. Foraminif. pag. 21, Taf. 5, Fig. 13. leli folge in der Beschreibung dieser Species, die ich nicht aus eige- ner Anschauung kenne, der Schilderung und Abbildung Orbigny's. Das Gehäuse ist vierseilig- eiförmig, unten selir breit gerundet, bei- nahe etwas abgestutzt. Im Centrum des ebenfalls stumpfen oberen Endes sitzt ein kleiner Höcker, der die ungestrahlte runde Mündung trägt. Die Schale soll nicht glasig glänzend sein, sondern weiss und matt, wie matt geschliffenes Glas, ohne jedoch deutliche Rauhigkeiten darzubieten. Ob diese BeschatTenbeit der Schale aber ursprünglich oder erst durch spätere Einflüsse herbeigeführt worden sei, muss unentschieden bleiben. Jedoch ist die Gestalt des Gehäuses so auf- fallend, dass die Selbstständigkeit der Species wohl dadurch gerecht- fertigt wird. — Lebend an den Küsten derMalvinen. ö. l. clavata d'Orb. (Taf. 1, Fig. 13, 14). 1846. Oolina clavata d'Orb. Foraminif. foss. du bass. tert. de Vienne, pag. 21, Taf 1, Fig. 2, 3. 1848. Lagena laevis var. ampliora Williams, on the rec. brit. spec. of the genus Lagena in ann. and mag. of nat. bist. 2 scr. Vol. I, pag. 12, Taf 1, Fig. 3, 4. 1854—56. Amphorina gracilis und elongata Costa paleontol. del regno di Napoli, Taf. 11, Fig. 11, 12. 1859. L. laevis Park, und Jon. descr. of some Foraminif from the coast of Norway in ann. and mag. of nat. bist. 2. ser. XIX. Taf. 11, Fig. 23. 1858. L. vulgaris var. clavata Williams, on rec. Foraminif. of great Brit. pag. 5, Taf 1, Fig. 6. 1860. L. acicularis Rss. Die Foraminif des Crags von Antwerpen in den Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 42, pag. 355. Taf. 1, Fig. 1. Gehäuse spindelförmig, bald breiter, bald schmäler, aber stets in eine lange, dünne, beinahe cylindrische Röhre ausgezogen, die zwei Fünftheile oder selbst die Hälfte des ganzen Gehäuses ein- nimmt und an ihrem freien Ende einen schmalen urngeschlagenen Saun* trägt. Der untere Theil des Gehäuses mehr oder weniger Die Foraiiiiiiireron-Familii' ilor Lageiiidcen. 321 aufgebhisen und sehr allmählich in den oberen rührigen Theil über- gehend. Unten verschmälert sich das Gehäuse stets zur scharfen Spitze. Schale glatt, glasig glänzend, fein porös. Bisweilen ist jedoch auch die untere Hälfte des Gehäuses sehr schmal, dünn -spindelförmig. Die die Hälfte des gesammten Gehäuses bildende Röhre ermangelt an den vorliegenden Exemplaren des Endsaumes; jedoch kann bei der ausnehmenden Dünne und Zer- brechlichkeit der Röhre das Ende leicht abgebrochen sein (JL. clavata var. acicularis Rss. Fig. 14). Diese Varietät geht aber durch Zwischenformen in die typische L. clavata über. — Lebend an den englischen, schottischen, irischen und norwegischen Küslen und im Mittelmeere. Fossil im miocänen Tegel von Baden, nach Williamson in dem postpliocänen Sand von Boston und March. Die Varietät fossil im miocänen Salzthon von Wieliczka, im plio- cänen Crag von Antwerpen und nach Costa in den Tertiärschichten von S. Pietro in Lama. 6. L. vulgaris Williams. (Taf. l.Fig. lö;Taf. 2,Fig. 16, 17). 1848. L. laevis Williams, on the rec. brit. spec. of the genus Lagena in ann. and. mag. of nat. bist. 2. ser. I, pag. 12, Taf. 1, Fig. 1, 2. 18S4 — 56.? Phtalina oviformis. Cos^a paleont. del regno di Napoli Taf. 11, Fig. 9. 1854.? A7nygdarma calahra Costa pal.d. regno di Napoli pag. 124, Taf, 11, Fig. 6, 8. — Phialiua pyriformts Costa I. c. pag. 121, Taf. 11, Fig 10 (mit zerbrochenem Schnabel). 1854.? Miliola stijUgera Ehrenb. Mikrogeologie, Taf. 3i, Fig. 6. 1857. L. vulgaris Parker and Jones descr. of some Foram. from the coast. of Norway, in ann. and mag. of nat. bist. 2. ser. XIX, pag. 6, 7, Taf. 11, Fig. 22. 1858. L. vulgaris tyjnca Williams. I. e. pag. 4, Taf. 1, Fig. 5. 1858. L. siphonifera Rss. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. pag. 433 (nomen). a) Gehäuse keulenförmig, im unteren Theile aufgeblasen, ei- förmig bis kugelförmig, oben allmählich oder rasch in eine dünne cylindrische Röhre übergehend, deren Länge jener des gewölbten Theiles gleichkommt oder dieselbe noch übertrifft. In vollkommen erhaltenem Zustande ist ihr oberes Ende mit einem schmalen uni- gpschlagenen Saume verziert. Schale vollkommen glatt, beinahe 12" 322 Heus s. durchsichtig, sehr fein porös. — Lebend im Mittehneere, an den Küsten von England, Schottland und Norwegen, an den Inseln Arran und Skye, an den Slietlandsinseln. Fossil in den postpliocänen Ablagerungen von Boston (Lincolnshire) und March (Cainbridge- shire); im pliocänen Crag von Antwerpen; im oligocänen Septarien- thon von Pietzpuhl; nach Costa in den Tertiärablagerungen von Taranto. b) L. vulgaris var. semistriata (1'af. 2, Fig. 18, 21). 1858. Williams. 1. c. pag. 6, Taf. 1, Fig. 9. — L. vulgaris var. perlucida Williams. 1. c. pag. 5, Taf. 1, Fig. 7, 8. In der Form vcdlkommen mit der typischen Varietät überein- stimmend und dieselbe Verschiedenheit in Beziehung auf die Wölbung des unteren Schalentheiles und auf die Länge der Röhre darbietend, aber nicht ganz glatt, sondern mit entfernt stehenden oder genäherten sehr feinen Längsstreifen verziert, welciie bald nur kurz sind und sich auf den der gerundeten Basis zunächst liegenden Theil des Gehäuses beschränken oder auch sich etwas verlängern und bis zu einem Drittheil oder am seltensten selbst bis zur halben Höhe des Gehäuses hinaufreichen. Der übrige Theil des Gehäuses ist glatt. — Lebend überall in Gesellschaft der typischen Form ; fossil im schwarzen Crag von Antwerpen. B. Compressae: Schale glatt, ohne Verzierung, mit mehr oder weniger zusammengedrücktem Querschnitte. 7. l. niarginata Walk. sp. (Taf. 2, Fig 22, 23). 1784. Serpula marginata Walk. I. c. pag. 3, Taf. 1, Fig. 7. 1839. Oolina eompressa d'Orb. Voy. dans l'Amer. merid. Fora- minif. pag. 18, Taf. 5. Fig. 1, 2. 1846. 0. eompressa d'Orb. Foraminif. foss. du bass. tert. de Vienne, pag. 24, Taf. 21, Fig. 1, 2. 1848. Entosolenia marginata Williams, on the reo. brit. spec. of genus Lagena 1. c. pag. 17, Taf. 2, Fig 15, IG. 1857. E. globosa var. marginata Park, and Jon. descr. of some foraminif. from the coast of Norway in ann. and mag. of nat. bist. 2. scr. XIX. pag. 6, 7. Taf. 11, Fig. 28, 29. 1858. E. margiiiata typica Williams, on the rec. Foram. of Great Brit. pag. 15, Taf. 1, Fig. 19, 20. Breit -eiförmig oder beinahe kreisförmig, zusammengedrückt, an der Peripherie mit einem scharfrandigen, oft nur schmalen Saume Die Foramiiiifereii-Faiiiilie der Lngeiiideen. O-io eingefasst, unten breit gerundet, oben nur kurz zugespitzt oder in einen kurzen Schnabel mit etwas zurückgeschlagenem Saume aus- laufend. Bei jugendlichen Exemplaren setzt der Randsaum von den massig gewölbten Seitenflächen nicht scharf ab. Bei älteren Schalen beobachtet man nach innen neben diesem S;iume eine etwas ver- dickte milchweisse, weniger durchscheinende Schalenpartie von der Gestalt eines Hufeisens mit nach aufwärts gerichteter Concavität. Mit dem Alter verdickt sich diese Partie mehr und mehr und tritt endlich in Gestalt einer Leiste von der erwähnten Gestalt über die Schalenoberfläche hervor (Fig. 23). So abweichend beide Extreme bei dem ersten Anblicke erscheinen, so werden sie doch durch zahl- reiche Mittelformen verknüpft. Die terminale Mündung ist in der Regel rund; nur zuweilen, wenn der Schnabel stärker zusammen- gedrückt ist, verlängert sie sich etwas in die Quere. Sie setzt sich oft in die Zellenhöhlung fort als dünne gerade oder gebogene, am freien Ende etwas ausgebreitete Röhre von verschiedener Länge, mitunter beinahe bis an den Boden der Zelle reichend. — Verbreitet an den englischen, schottischen und norwegischen Küsten, imMitfel- meere, im ägäischen Meere bis zu 500 Faden Tiefe; an den Küsten der Malvinen und an der Südküste Patagoniens; nach Williamson am Hunde-Island, Davids Straits in 100 Faden Tiefe. Fossil im blauen tertiären Mergel von Coroncina, von Fesares auf Malaga und von Baljik in Bulgarien. 9. li. fasclata Egg. (Taf. 2, Fig. 24. Copie nach Egger.) 1857. Oolina fasclata Egg. Die Foraminiferen der Miocänschichten bei Ortenhurg in Niederbaiern, pag. 8, Taf. 1, Fig. 12 — 15. In der seitlichen Flächenansicht stimmt diese Species mit der vorigen beinahe vollkommen überein. Betrachtet man jedoch das beinahe kreisrunde und nur oben in einen kurzen dicken, etwas zusammengedrückten Schnabel vorgezogene Gehäuse vom Rande aus, so zeigt sich eine wesentliche Verschiedenheit. Derselbe ist nämlich nicht mit einem einfachen scharfwinkligen Saume eingefasst, sondern abgestutzt, wodurch eine ziemlich breite, wenig gewölbte Randfläche entsteht, die von jeder der massig convexen Seilen- flächen des Gehäuses durch eine leistenförmige Rippe abgegrenzt wird. Dieselbe ist am unteren Ende gewöhnlich ringförmig ge- schlossen. Nur selten fliessen nach Egger' s Beschreibung und Abbildung (I. c. Fig. 13) diese Leisten von beiden Rändern nicht 324 R e u s s. zusammen utid das Gehäuse springt dann am unteren Ende in eine kurze knopfförmige Verlängerung vor. Die Schale ist sehr fein porös, die Mündung breit-oval, am Ende des am Rande etwas zurückgeschlagenen Sehnabels liegend. — Sehr selten im miocänen Tegel von Bachleiten. 10. l. Incida Williams. (Taf. 2, Fig. 25, 26). 1848. Entosolenia marginata var. lucida Williams, on the rec. brit. spec. of the genus Lagena 1. c. pag. 17, Taf. 2, Fig. 17. 1858. Williams, on the rec. Foraminif. of Great ßrit. pag. 10, Taf. 1, Fig. 22. 1858. E. marginata var. qiiadrataWWW^ms. 1. c. pag. 11, Taf. 1, Fig. 27, 28. Gehäuse im Umrisse sehr veränderlich, gewöhnlieh ei- oder birnförmig, nach oben sich allmählich zur stumpfen Spitze verschmä- lernd, selten länglich-vierseitig mit beinahe parallelen Seitenrändern (var. quadrata Fig. 26). Beide Extreme werden durch mancherlei Übergangsformen verknüpft. Übrigens ist die Schale massig zusam- mengedrückt und von einem schmalen, bisweilen sehr schmalen Flügel- saume umgeben. Sie ist glasig glänzend, fein porös. Auch hier ver- längert sich die Mündung sehr oft in eine in die Höhlung hinein- ragende feine Röhre von verschiedener Länge (Entosolenien-Form). Von L. marginata unterscheidet sich die Species, abgesehen von der sehr abweichenden Gestalt, durch den schmäleren dünneren Saum und durch den gänzlichen Mangel der kreisförmigen Rippen- leiste. — Lebend an den Küsten von England, Schottland, Irland, Arran, Skye, den Shetlands-Inseln, von Hunde-Island und Beechey- Island, im Mittel meere. 11. l. lagenoides Williams, sp. (Taf. 2, Fig. 27, 28. Copie nach Williamson). 1858. Entosolenia marginata var. lagenoides Williams. 1. c. pag. 11, Taf. 1, Fig. 25, 26. Ich kenne diese im Umrisse sehr veränderliche Species nicht aus eigener Anschauung. Sie ist im Allgemeinen flaschenförmig, zusammengedrückt. Der untere verlängert-elliptische oder eiförmige Theil zieht sich oben bald rasch, bald langsamer zu einem kürzeren oder längeren röhrigen Halse zusammen, dessen freier Rand etwas ausgebreitet ist. Die Schale ist glasig, fein porös; der Randsaum ungleich, gelappt und stellenweise verbogen; die innere Mündungs- Die Foramiiiifeieii-Kiifiiilie der L;igeiii, Fig. 65). 1858. Lagena reticidosa Rss. in d. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. pag. 434 (nomen). Gelläuse lang-elliptisch, unten abgerundet, oben sich zu einem langen dünnen röhrigen Schnabel verlängernd, der sich am freien Ende etwas ausbreitet. Die Oberfläche des convexen Theiles der Schale ist mit wenig erhabenen Längsstreifen bedeckt, in deren Zwischenräumen je eine Reihe seichter unregelmässig viereckiger Grübchen liegt, die gegen den Schnabel und die Basis des Gehäuses hin an Grösse und Deutlichkeit allmählich abnehmen. Der Schnabel ist glatt. Wegen der Ähnlichkeit mit X. reticulataM^'AQ.^'xW. habe ich den Namen „reticulosa'' in „foveolata" umgeändert. — Sehr selten im oligocänen Septarienthon von Pietzpuhl. 29. L. catenülata Williams. (Taf. 6, Fig. 75, 76). 1848. Entosolenia squamosa var. a. cafenidataWiWiams. on the rec. brit. spec. of the gen. Lagena I. c. pag. 19, Taf. 2, Fig. 20. 1857. Entosolenia globosa var. cateniilala Park, and Jon. descr. of some foram. from the coast of Norway I. c. pag. 6, Taf. 11, Fig. 26. Gehäuse fast kugelig bis elliptisch, oben nur sehr kurz zuge- spitzt, mit 12 — 14 feinen scharfen Längsrippen, welche durch schmälere und niedrigere Querrippen durchkreuzt werden. Dadurch entsteht auf der Schalenoberfläche ein sehr regelmässiges, bald feineres, bald gröberes Netzwerk, wobei die Zahl und Grösse der Die Foraiiiiniferen-Familk' der Lag-enideen. 333 Maschen eine sehr veränderliche wird. — Lehend an der norwegi- schen und englischen Küste. 30. l. reticQlata Macgill. spec. (Taf. 5, Fig. 67, 68). 1843. Lagetmla reticulata Macgill. mollusc. anim. of Aberdeen pag. 28. 1848. Entosolenia squamosa\^^'\\\'\^v[is. on the rec. brit. spec. of the geniis Lagena 1. c. pag. 18, Taf. 2, Fig. 19. 1858. Entosolenia sqiuimosa var. typica Williams, on the rec. Foram. o'f Great Britain, pag. 12, Taf. 1, Fig. 29. Beinahe kugelig, unten breit gerundet, oben nur sehr kurz zugespitzt oder in einen ziemlich langen dünnen röhrigen Schnabel auslaufend. Die Schalenoberfläche mit unregelmässig gestalteten und gestellten grösseren oder kleineren polygonalen seichten Depres- sionen bedeckt, welche durch schmale regellos anastomo.sirende Leistchen geschieden werden. Von L. scalariformis Williams, unterscheidet sich die Spe- cies durch die ganz regellos gestalteten und gestellten Maschen des oberflächlichen Netzwerkes. — Sehr selten im pliocänen schwarzen Crag von Antwerpen; selten lebend an den englischen und schotti- schen Küsten. 31. L. scalariformis Williams, sp. (Taf. 5, Fig. 69, 71). 1847. Oolinamelo d'Orb. Voy.dans l'Amer. mer.Foraminif. pag. 20, Taf. 5. Fig. 9. 1848. Entosolenia squamosa var. scalariformis Williams, on the rec. brit. spec. of the gen. Lagena 1. c. pag. 20, Taf. 2, Fig. 21. 1857. Entosolenia glohosa var. squamosa Park, and Jon. descr. of some Foraminif. from the coast of Norway, in ann. and mag. of nat. bist. 2. Ser. XIX. pag. 6, 7. Taf, 11, Fig. 25. 1858. Entos. squamosa var. scalariformis Williams. 1. c. p. 13, Taf. 1, Fig. 30. Eiförmig-kugelig, unten breit-gerundet, oben sich wenig ver- schmälernd und stumpf endigend. DieSchalensculptur ist sehr verän- derlich. Stets ist die Oberfläche mit mehr oder weniger sechsseitigen seichten Depressionen bedeckt, die in Längsreihen stehen und durch schmale Leistchen geschieden werden. Dieselben wechseln zwar sehr in Grösse und Zahl, indem sie manchmal gross sind und nur zu 5 — 6 in einer Längsreihe stehen, während man in anderen Fällen 334 n e u s s. 11 — 12 viel kleinere Maschen in einer Reihe zählt. Stels kehren sie aber eine ihrer Seitenlinien gegen das obere, die entgegengesetzte gegen das nntere Ende des Gehäuses. Gewöhnlich sind die Reihen sehr regelmässig; selten werden sie durch das Einschieben einer meistens kleineren Zelle etwas unregelmässig. Ich habe den Namen L. squamosa, obwohl demselben, als dem älteren, die Priorität zukömmt, nicht beibehalten, weil er ganz un- passend ist und überdies sehr verschiedene Formen unter demselben zusammengefasst werden. — Lebend an den englischen, schottischen, irischen und norwegischen Küsten, an den Inseln Arran, Skye und den Shetlands-Inseln, am Hunde-Island in der Davis-Strasse, im ägäi- schen Meere in 2S0 Faden Tiefe; fossil im Tegel von Castellarquato. 31. l. favosa Rss. (Taf. 5, Fig. 72, 73). 1 848. Entosolenia squamosa var. hexagona Williams, on the rec. brit. spec. of the gen. Lagena 1. c. pag. 20, Taf. 2, Fig. 23. 1858. E. squamosa var, hexagona Williams. 1. c. pag. 13, Taf. 1, Fig. 32. Ich kann diese Species nicht nach Williamson's Vorgange mit L. reticulata Macgill. verbinden, weil sie sich durch auf- fallende Merkmale davon unterscheidet. Das Gehäuse ist mehr ei- förmig oder birnförmig und am oberen Ende länger und schärfer zugespitzt. Die Schale ist mit sehr regelmässig sechsseitigen Depres- sionen verziert, die durch schmale Leistchen von einander geschieden werden. Sie sind etwas tiefer als bei der vorigen Species und stehen im Quincunx, indem sie stets eine ihrer Spitzen nach aufwärts, die gegenüberliegende nach abwärts kehren. — Nach Williams on häufig lebend an den Küsten von Shetland. 32. L. geometrica Rss. (Taf. S, Fig. 74). Sehr klein, verlängert-eiförmig, unten breit zugerundet, oben sich allmählich zur kurzen stumpfen Spitze verdünnend. Die Oberfläche in sehr kleine, in regelmässigen Längsreihen stehende hexagonale, sehr seicht vertiefte Felder mit nach auf- und abwärts gerichteten Winkeln zerschnitten, die durch schmale scharfe Zwischenrücken gesondert werden. Die Schale erscheint dadurch wie facettirt. Die Mündung gestrahlt. — Sehr selten in dem miocänen Salzthon von Wieliczka. E. Äsperae: Die Schaleist mit Rauhigkeiten bedeckt, die bald nur sehr fein sind, bald grössere Höcker oder Spitzen darstellen. Die Koramiiiifeieii-Fainilie der J^iigeiiiilteii. 33o 33. l. oxystoma Rss. (Taf. o, Fig. 66). 1858. Lagena o.vystoma Rss. iu d. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. pag. 433 (nomen). Eiförmig-kugelig oder beinahe kugelig, unten gerundet, oben in einen ziemlich langen, dünnen röhrigen Schnabel auslaufend. Die Oberfläche der Schale mit sehr feinen unregelmässigen Rauhigkeiten bedeckt und daher matt und glanzlos. — Im oligocänen Septarien- thon von Pietzpuhl. 34. L hlspida Rss. (Taf. 6, Fig. 77, 79). 1858, Lagena hispida und concmna Rss. in d. Zeitschr. d. deutseh. geol. Ges. pag. 434 (nomen). Der gewölbte Theil des Gehäuses ist in seiner Gestalt sehr veränderlich, bald beinahe kugelig, bald eiförmig oder selbst schmal- und lang-elliptisch, beinahe walzenförmig. Nach oben zieht er sich zu einem dünnen röhrigen Schnabel zusammen, der die halbe Länge des Gehäuses einnimmt. Die Oberfläche ist mit regellos gestellten, aber gedrängten kürzeren und längeren, dickeren und dünneren, unregelmässig gestalteten Stachelhöckerchen bedeckt. An manchen Exemplaren, besonders den schmal -elliptischen, werden sie sehr klein und schrumpfen zu kurzen Höckerchen zusammen. — Im oligocänen Septarientlion von Pietzpuhl. 35. l. hystrlx P.ss. (Taf. 6, Fig. 80). 1858. Lagena liystricc Rss. in d. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. pag. 434 (nomen). Beinahe kugelig, oben zur kurzen glatten röhrigen Spitze zu- sammengezogen. Die Oberfläche der Schale ist mit nahe stehenden cyiindrischen, am freien Ende abgestutzten, nicht zugespitzten Her- vorragungen von ungleicher Länge und Dicke bedeckt. Durch die Gestalt der weniger gedrängten Rauhigkeiten und durch den kurzen Schnabel unterscheidet sich diese Species von den kugeligen Formen der L. hispida. — Im oligocänen Septarienthon von Pietzpuhl. 36. L. aspera Rss. (Taf. 6, Fig. 81). 1861. Reuss paläontol. Beiträge in den Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 44, pag. 305, Taf. 1, Fig. 5. Beinahe kugelig, unten breit gerundet, oben stumpf endigend, ohne Schnabel. Die Schalenoberfläche ist mit ziemlich gedrängt stehenden ungleichen rundlichen oder eckigen Höckerchen bedeckt. — Sehr selten im KreidetufF von Maastricht. SiUli. (1. iiiatheni -iia'urw. Cl. XLVl. üd. i Al.tli. 23 336 iwus.. 37. L rudis Rss. (Taf. 6, Fig. 82). Breit-oval, unten ziigerundet, oben sehr kurz und stumpf zu- gespitzt. Die Oberfläche des Gehäuses ist mit an Grösse und Form sehr ungleichen Höckerchen bedeckt, zwischen welchen seichte und unregelmässige Grübchen liegen. — Sehr selten im pliocänen schwarzen Crag von Antwerpen *). II. Fissurina Reu SS. Fissurina iesta libera, calcarea, subtilissime porosa , subro- tunda mit ovata, compressa, superne breviter acuta, numquam rostrata; apertura termhiali transversim fissa, angusta. Diese von mir schon vor längerer Zeit 2) aufgestellte Gattung ist der Sippe Lagena nalie verwandt und umfasst einkammerige Foraminiferen mit glasigem, von sehr feinen Porencanälen durch- zogenem Gehäuse, das oben nie in einen langen rölirigen Schniibel, sondern nur in eine kurze, stets von vorne nach hinten zusammen- gedrückte Spitze ausläuft, welche die Mündung in Form einer feinen Querspalte trägt. Cet/Jeres Merkmal ist es allein, welches Fissurina von Lagena unterscheidet. Als Bindeglied zwischen beiden sind die weifer vorne beschriebenen zusammengedrüi-kten Lagena-Arien zu betrachten, die aber immer noch in manchen Merkmalen von den echten Fissurinen abweichen, wie unten gezeigt werden soll. 1) Es werden zwar von Elireiiberg- in seiner Mikrogeolog-ie , so wie von Ter- qiiem «nd Costa noch mehrere Lat/ena - Arten angeführt, die aber Iheils zu unsicher sind, als dass man sie hier aiifiielimen könnte, theils aber auch f;ar nicht hierhur gehören dürften. Miliola bursa Ehrenb. (.Mikro;reolngle Taf. 32, I, Fisf. 1), M. striata Ehrenb. (I. c. Taf. 24, Fig. ä), M. laevis Ehrenb. (1. c. Taf. 28, Fig. 1), M. paradoxa Ehrenb. (I. c. Taf. 31, Fig. 2) und Oolina ovata Terq. sind nach den Abbildungen ganz unbestimmbar. M. sphaerula Ehrenb. (1. c. Taf. 31, Fig. I) dürfte vielleicht zu Orbulina zu rechnen sein. M. elon- gata Ehrenb. (I. e. Taf. 2S ^, Fig. 1), Oolina lanceolata Terq. und aciculaiis Terq. könnten sehr wohl für Nodosarien-Bruchstücke gehalten werden. IJber- hanpt ist eine Verwechslung von Primordialkaniniern von minchen Nodosarien und Dentalinen mit Lagena - kvi^n sehr leicht möglich. Oolina salcntina Costa (I. c. pag. 122, Taf. 11, Fig. 13, 14), die ich nicht selbst gesehen habe und die eine superficies icabriuscula besitzen soll, muss wegen zu kurzer Beschrei- bung zweifelhaft bleil)en. Die von Soldani (testaceogr. et zoophytogr. raicro- scop. Taf. 119, 120) abgebildeten Formen sind zu undeutlich dargestellt, als dass sie eine nähere Berücksichtigung gestatten würden. >) Denksehr. d. k. Akad. d. Wiss. 1849, I, pag. 366. Die Furinniiiileieii-raiiiilie der L:iyeiiideeii. 337 Das Gehäuse der Fissurinen zeigt im Umrisse bei weitem nicht jene grosse Mannigfaltigkeit, die wir an den Lagenen beob- achten. Meistens ist dasselbe breit-eiförmig, seifen beinahe kreis- rund oder schmäler und verlängert- oval (F. ohlonga, apicnlata, acuta Rss.). Gewöhnlieh ist das ganze Gehäuse von vorne nach hinten zusammengedrückt, zuweilen erreicht die Compression selbst einen hohen Grad {F. carinala, alala, laeviguta Rss.). In anderen Fällen ist die Schale stärker gewölbt und die Compression nur durch deutliche Seitenränder, zuweilen selbst nur im oberen Theile des Gehäuses ausgesprochen; ja mitunter nähert sich das stark gewölbte Gehäuse sellist der Kugelfurm {F. glohosa Born., ohtusa Egg.). Die Seitenränder des Gehäuses sind nur selten gerundet, so dass die Seitenflächen unmittelbar in einander übergehen (F. ob- tiisa Egg., apicidata Rss.), oder sie sind nur sehr undeutlich winke- lig (F. globosa Born.), oder im Gegentheile scharf gekantet oder gekielt (F. laevigafa, ohlonga, acuta, carinata Rss.) oder selbst mit einem schmäleren oder breiteren Flügelsaume versehen {F.alatu Rss.). Bei einzelnen stärker aufgeblasenen Arten treten diese scharfwinkeligen Ränder nur im obersten Theile des Gehäuses zu- nächst unter der Mündung auf {F. apiculata Rss., globosa Born.). Das unlere Ende der Schale ist fast stets breit und zugerundet, nur bei F. acuta und apiculata Rss. springt in der Mitte der Basis, gleichwie bei manchen Lagena-Aiton , ein kürzerer oder längerer Slachelforfsatz vor. Das obere Ende verlängert sich im Gegensätze zu Lagena nie zu einer längeren Röhre, sondern verschmälert sich mehr oder weniger rasch zur kurzen Spitze, die selbst am stark gewölbten, beinahe kugeligen Gehäuse stets zusammenge- drückt erscheint. Eine Ausnahme würde nur F. obtusa Egg. bilden, bei welcher der sehr kurze Schnabel diese Compression nur in sehr geringem Grade zeigt. Ich kenne jedoch diese Species nicht aus eigener Anschauung. Es ist dieses Zusammengedrücktsein jedenfalls ein wesentliches Kennzeichen der Fissurinen, das sich selbst bei den zusammengedrückten Lagcua-Avton niemals wieder findet. Dieser Compression entsprechend hat sich auch die bei Lagena runde Mündung in eine gewöhnlich sehr enge Querspalie umge- wandelt, deren Länge übrigens bei den verschiedenen Arten sehr wechselt. In den meisten Fällen ist sie etwas gebogen, imiem sie sich an beiden Seiten des kurzen ziigerundeteu Schnabels mehr oder 23' d O ö n P u 8 s. weniger herabzieht. Auch bei den Fissui'iiien, wiewohl weit seltenei' als bei den Lageiieri, verlängert sich die Mündung nüch innen in eine in die Höhlung des Gehäuses hineinragende kurze Röhre (Enfo- soleniaF ovman). Es scheint dies jedoch nur ausnahmsweise bei den wenig zusammengedrückten Arten vorzukommen. Der Mangel an Mannigfaltigkeit spricht sich ferner in der sehr einfachen und gleichförmig gebildeten Schale aus. Dieselbe ist glatt, glasig glänzend, durchscheinend, ohne alle jene Sculpturver- zierungen, welche manchen Lagenen ein so abwechselndes zierliches Ansehen ertheilen. Mir sind bisher acht Arten der GnüungFisstirhia bekannt gewor- den. Sie kommen sämmtlich ziemlich spärlich vor und sind auf die tertiären Ablagerungen beschränkt. Vier Arten sind nur in den oligo- cänen Septarienthonen, drei ausschliesslich in Schichten derMiocän- etage gefunden worden; eine Species (F. carinata Rss.) ist beiden genannten Tertiärabtheilungen gemeinschaftlich. liebende Forinen sind bisher noch nicht beobachtet worden, doch dürfte es keinem Zweifel unterliegen, dass die QMwwg Fissurina auch bis in die jetzige Schö- pfung herein ragt. Beschreibung der Arten. 1. F. laevigata Rss. (Taf. 6, Fig. 84). 1849. Reuss in den Oenkschr. d. k.Akad. d. Wiss. Rd. 1, pag. 366. Taf. 46, Fig. 1 . Das sehr kleine Gehäuse breit-eiförmig, unten gerundet, oben zur kurzen stumpfen Spitze verschmälert, zusammengedrückt, mit gewölbten Flächen und scharfwinkeligen Seitenrändern. Die Schalen- oberfläche glatt, glasig glänzend. Die Mündungen der sehr feinen Porencanäle werden nur bei starker Vergrösserung sichtbar. Die Mündung eine lange schmale Querspalte. — Im miocänen Tegel des Wiener Reckens. 2. F. carinata Rss. (Taf. 6, Fig. 83. Taf. 7, Fig. 86). 18Ö8. F. angustimargo Rss. in der Zeitseh. d. deutsch, geol. Ges. pag. 434 (nomen). Das Gehäuse bald breiter, bald schmäler eiförmig, unten ge- rundet, oben stumpf zugespitzt; die Flächen massig gewölbt, am Rande mit einem schmalen scharfen Kiele. Die Mündung eine nicht nie FurainiiiifiTC'ii-F:iMiilio .ier L:iyeiii. „ 3. Lagena globosa Walk, aus dem Septarienthon von Pielzpuhi. „ 4 — 8, 10, 11. Lagena apiculata Rss. ebendaher. „ 9. L. emac/ö^a Rss. ebendaher. „ i2. L. inornata (VOrh. Lebend. Copie nach d'O r bi gn y. „ 13. L. clarata d'Orb. aus dem miocänen Tegel von Baden. „ 14. L. clavata var. acicularis Rss. aus dem Crag von Antwerpen. „ II). L. vulgaris Wiilianis. aus dem Seplarienihon von Pielzpuhi ren-Kiunilie lU-i' L:iuoiiidi.'Cii. 341 Taf, II. Fig. 16. Lagena vulgaris Williams. Lebend. „ 17. L. vulgaris Williams, aus dem Crag von Antwerpen. „ 18. L. vulgaris var. scmistriaia W\l\'\a ms. Lebend. „ 19 — 21. Dieselbe aus dem Crag von Antwerpen. „ 22. L. marginata Walk. sp. Jugendzustand, lebend, a F'lächenansicht- b Randansiclit. „ 23. Dieselbe. Altes Exemplar, lebend, a Flächenansicht, b Randansieht. „ 24. L. fasciata Egg. aus dem miocänen Tegel von Buchleiten, a Flächen- ansiclit. 6 Randansicht. Copie nach Egger. „ 2ö. L. lucida^WXW^ms. Lebend. Copie nach Will i am so n. „ 26. L. lucida var. quadrataWüViA ms. LehenA. Copie nach Wi 1 li am s on. „ 27,28. Z,. /a^e«oü/es W i 1 1 i a m s. Lebend. Copie nach Willi amson. Taf. III. Fig. 29. Lagena cauda/a d'Orb. Lebend. „ 30, 32. L. tenuis Born. var. laevis aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 31. Dieselbe aus dem Crag von Antwerpen. „ 32—36. L. tenuis Born. var. ornata aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 37. Dii'selbe aus dem Crag von Antwerpen. „ 38. Dieselbe aus dem Septarienthon von Hermsdotf. „ 39. Dieselbe aus dem miocänen Tegel von Hausbach. Copie nach Egg er. „ 40. L. sfrialicollis d'Orb. Lebend, Copie nach d'Orbigny. „ 41. L. Haidingeri Cziz. aus dem miocänen Tegel von Baden. „ 42, 43. L. gracilicosta Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 44. L. striata d'Orb. ebendaher. „ 45. L. striata d'Orb. var. semiornata ebendaher. Taf. IV. Fig. 46. Lagena striata d'Orb. aus dem Crag von Antwerpen. „ 47. L. striata A'Ovh. Lebend. Copie nach d'O rb igny. „ 48. L. /('yjfttte W i 1 1 i a m s. Lebend. Copie nach Williamson. „ 49. L. strumosa Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ öO. Z. ^//c'o«te Rss. Lebend. Copie nach W i lliamson. „ 51. Dieselbe aus dem Crag von Antwerpen. „ 52. L. mucronulata Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 53. L. YiUardeboana d'Orb. aus dem Crag von Antwerpen. „ 54. L. cos^ft/a Wil I i ams. Lebend. Copie nach W i I lia mson. „ 55. L. Isahella d'Orb. aus dem Septarienthon von F'ictzpuhl. „ 56. L. Isalclla var. rarieosta A'Orh. Lebend. Copie nach d'Orbigny. „ 57. L. amphora Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 58 — 60. L. ^r/öCiVis Wil liams. ebendaher. „ 61. Dieselbe lebend. Copie nach Williamson. dn:ii R e u 8 s. Dii' Foraiiiiiiifereii-Familie der L;if^'eiiideen. Taf. V. Fig. 62, Lagena graciUs Williams, aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 63. L. aciiticusta Rss, aus dem Kreidetuff von Maastricht. „ 64. L. diversicostata Rss. aus dem miocänen Tegel v. Hausbach. Copie nach Egg er. „ 65. L. foveolata Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 66. L. oxystoma Rss. ebendaher. „ 67. L. reftculata Macgill. sp. aus dem Crag von Antwerpen. „ 68. Dieselbe lebend. Copie nach Williamson. „ 69,71. L. scalarifonnis WWW a ms. sp. Lebend. Copien nach Williams. „ 72, 73. L. favosa Rss. Lebend. Copien nach Williamson. „ 74. L. geomefricn Rss. aus dem miocänen Salzthon von Wieüczka. Taf, VI. Fig. 7S. Lagena catenulata Williams, sp. Lebend. Copie nach Williamson. „ 76. Dieselbe f«r. Lebend. Copie nach Wi 11 amson. „ 77 — 79. Lagena Inspida Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. b) Einige Stacheln slärker vergrössert. „ 80. L. Ät/s^r/a- Rs s. ebendaher, h) Einige Stacheln stärker vergrössert. „ 81. L. aspera Rss. aus dem Kreidetuff von Maastricht. „ 82. L. rudis Rss. aus dem Crag von Antwerpen. „ 83. Fissurina cavinata Rss. aus dem Salzthon von Wiellczka. „ 84. F. laevigata Rss. aus dem miocänen Tegel von Grinzing. „ 85. F. apimlata Rss. aus dem Salzthon von AVieliczka. Bei Fig. 83 und 84 stellt 6 die Mündungsansicht, bei Fig 85 die Rand- ansicht dar; n bezeichnet überall die Flächenansicht. Taf. VII. Fig. 86. Fissurina carinata Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 87. F. ulala Rss. aus dem Septarienthon von Hermsdorf. „ 88. F. globosa Bornem. ebendaher. „ 89. 7^. oblonga Rss. aus dem Septarienthon von Pietzpuhl. „ 90, 91. F. acuta Rss. ebendaher. „ 92, 93. F. obtusa Egg. aus dem miocänen Tegel von Hausbach. Bei allen Figuren dieser Tafel stellt a die Flächen-, b die Mündungg- ansicht dar. Reiiss. iMoiion'Ta|»liH' der Laoerndeeii Ti.f. [. :-:■ a.k k.Tr?fj£. Staats ärixckere: FiyffJ-3 Iico^encL fflobosuM'alk.fp. fh-8,lO,ff.L.apt<-ufala R.ff. .9.£.rmaeiat/tBs FtffJZ.L.tnornata d'0/-b. 73, /^.Jy. clavota d 'Orb. 7.xL.vit/i^nri,f Will. Sitr.unofn).aiT kAkad d W^matlinaturAV Ol XLMBd.LAlith.lSG^. Eeuss. Monooraplüf Qer Laömidepu. Tafll, /7. 2A. -?• Aucs d..!kic.ICof.'u:.5T,a,ai.?(Jrirc'k:erei Fu/./m.LoffetM niif^arism/L /A'-^/. L. attlt^arr'.p aar. ve mrj-triffta M7/ Fiq.22,'^3.L rnnfffinnrajrnlk .rp. ^> ^.L.faxcinta Uffff UI.. h,ri(fa U7f/. J'i'j/.?6:Z. liK-ida mtf: (fimdrcaaWtJf . 1 r,2^.L.fipf)enf//rrt/a/,t Hyj^ ^itsuiitfst.Jerk.Afcad.J.^TmatK.natunN.Cl.XLUBd.IAbtk.lSe'i Reiiss. .\L<)ini«riij)hie der La^ejuleeji So. Uh^. HS. ^'mifp" Pn/AO. l.„„r,.;< n,,Ml„tafl'Orfj. M)..x') J^ . U;nu , IWnrm . W. L. .,1 rml n;.ll l.s- ,J'/>rlj. Xi(/,imwsl). il.k.Akn.l.a.VmMli lü.liuw.Ci XiAl lid. I Ahih. \Wl. fSeusK. Monographie Arr Lapfiiiilf «-ti , Ti,{.i\r 4'?. L. L.iuiilm>.vl« lii-r. f>''t. L. il i iHT.fico.rtft^tif Jt.r.c. Fiif.GJ.L £oneola(a Tl.r.y. f!r>J,.o.vj/yfnma ß.f.t: 6"/, O^.Z.rrtirulafaJ'hr^iI^.,rp. J'Yf.6y_7/.Jj..ycft/nr/'/o/ rfu.s- ll'i/f..f/}. K','i3. L.frffwxaFvs. rATj.yeom^T'reu J?.w. Sitiuri^Nli.il 1^ Akad.d.^\"mai;li.iirtturN\^CI.XL\'l.Bd. LALtJi.iar)-!. Hfusj« V.iiiiooiiijtlnt' ilt-r liiiffciidceii T.-.r.V!. 75- /, ^^*5<^- 16. ■^mi^ lyffDJfi.Lofjem, (nt^'„ilain\mi. 7 1J.9 L.hi.^fxdo Flxs. .WL. fn/stri.r ftss.Sl.l.MspeniH.f. Fitf.H'i.L.rvdi.v R.sx. H.l 'h\f.?urina cn nnatn iV.r..-. S'f.F. facvifloia ÄV. Pi^. ^.1. F. npirithitii A'.i'.v. SilMi iios\). <1 . k . Aka(L.d AVjtuitli .i« a tuc^v (' ! .XLVl B d . L AbCli , lßG2 . ]ifii.jra|iliio diM- liiijioiiidcoi T^iCVIl, Ä. 8ß. b ■vU5 dlv Iv.Kof .iL.Stia.a,ts3nrckerei 7'^f[r/.^6'. /''fs.y///-i'f/o rn////r//fi /'s.v. ,^ }. /'' r/fn/fi //..c. A'S. /•! //fofHJ.m]for//rm /''/r/.ff.O. F.ohfn/U/'/ /Lv.v. /J(>,. ff /./'.' 'ir/f/n /l .,.r. .0?,.(f:i /: r,f>fu.w /if/,/. SJ)y,iiiiosl, .1 k \- .('i.\i,vj.B,i.i..\i»iii.!nr.'! V o i ff t. Bi'ltiÜL'o /.iir l)eimat()uciirol<)"i(! etc. 343 Beiträge inr Dermatoneurohgie . nehsl der Besehreibimg und Ahhildung eines Systems neu entdeckter Linien an der Otjerftilehe des menschlichen Körpers und der von den- seU)en tiegrenzten Hanptrerästelungsgebiele der Hauinerven. Von Dr. Christian August Voigt, 0. ü. Piofi-'ssor der Anatomie. (Vorgelegt in der Sitzung vom 24. Juli 1862.) (Auszug- i)iis einer fiif die Deiikschrirten lieslimniteii Ahliaiulluiig.) Hier in diesen von mir gezeichneten lebensg-rossen Abbildungen zu meiner Dermatoneuroiogie, welche ich bereits in der Sitzung vom 9. October 18S6 vorzulegen die Ehre hatte, und an welchen ich ein System neu entdeckter I^inien an der Oberflache des mensch- lichen Körpers demonstrirte, habe ich die Resultate meiner seither unternommenen Vervollsländigungsarbeiten eingezeichnet, sie be- trefl"en den Zug dieser Linien und den Lauf und die Vertheilung der Hautnerven am Kopfe, Halse, dem Becken. Am Kopfe und Gesichte sieht man ein vorderes und ein seitliches Verästelungs- gehiet. Im vordem Verästelungsgebiete, welches auf der Schuppe des Hinterhauptbeines beginnt und am Kinne endigt, vertheilen sich die Endverzweigungen des ersten, zweiten und dritten Astes vom Trigeminus, in durch Nebenlinien geschiedenen Abtheilungen dieses Verästelungsgebietes. — In der vordem grössern Hälfte des seitlichen Verästelungsgebieles des Kopfes und Gesichtes verzweigt sich der Nv. auriculo temporalis — als Seitenast des vorderen Gehirn- Zwischenwirbelnerven. In der hintern kleineren Abtheilung ver- theilt der Nv. auricularis Arnoldi — als Seitenast des hintern Gehirnzwischenwirbelnerven seine^ Zweige und Zweigchen. Es ver- ästeln sich somit die äusseren Verzweigungen des vordem und hintern Gehirnzwischenwirbelnerven auf dieselbe Weise wie die vorderen Aste der Rückenmarksnerven, welche sich in einem vordem und seitlichen Verästelungsgebiete vertheilen. Das seitliche Verästelungsgebiet des Halses, in welchem sich die Zweige des dritten und vierten Halsnerven sternförmig verästeln. 344 V o i , t. bedeckt nicht Llos den Hals, sondern hat auch Fortsätze nacli oben und unten. Nach oben den seitlichen Hititerhaupt-Olirmaschel und Gesichtsfortsatz, nach unten den langen Schulter- oder Deltamuskel- Fortsatz und die demselben anliegenden Schlüsselbein- und Schulter- höhen- Fortsetzungen, Die dieselben umsäumenden Grenzlinien habe ich genau einzuzeichnen getrachtet. Die Übereinstimmung der Form und Grösse der Glatze mit der Form und Grösse der rechten und linken hintern Abtheiliing des Verästelungsgebietes des ersten Astes vom fünften Paare, die Thatsachen, dass in der Haaipapille und der Hcsaitasche grosser Haare mehr peripherischer Nervenfasern sich verlheüen als in denen ganz kleiner Haare, dass ferner beim Kahlwerden an der Stelle der gros- sen Haare nur ganz kleine Härchen gebildet werden, dass mithin wie mikroskopisch erwiesen, der Haarfollikel und die Haarpapille beim Kahlwerden verkümmern, lassen mich den gewiss nicht unbe- gründeten Ausspruch tliun, dass das Kahhverden in einem Verküm- mern der Haartasclie und ihrer Papille so wie in einem Absterben der peripherischen Nervenästchen derselben beruhe, welches Ab- sterben so wie sich die Glatze ausdehnt, von den feinsten Verzwei- gungen, der Äste des ersten Astes vom fünften Paare auf die des dritten Astes, ferner auf die des grossen und kleinen Hinterhaupt- nerven übergehe. Bei meinen seit dem Jahre 1851 fortgesetzten Nervenprä- parationen habe ich viele interessante Anomalien im Verlaufe und den Verzweigungen der Nerven in den verschiedensten Hautbe- zirken der Oberfläche des menschlichen Körpers gefunden, welche durch meine vielfältigen seit 1856 unternommenen Ergänzungs- präparationen der Kopf- und Halsnerven und der aussen am Becken und innen in den Beckenorganen zur Vertheilung kommenden sen- sitiven Nerven noch vermehrt wurden. Unter diesen Anomalien habe ich auch solche gefunden, wo Nervenäste oder Zweigchen, anstatt zu ihrer Hauptstelle direct zu laufen, ein kleineres oder grösseres Stück weit mit anderen fort- laufen, dann umkehren und rückwärtslaufend erst ihr Endverthei- Itingsgebiet erreichen; solche Nervenäste nenne ich rück lauf ende Nerven. Von diesen Anomalien im Verlaufe der sensitiven Nerven habe ich die vorzüglichsten in dieser meiner Abhandlung beschrieben. Bi-iliii-e /.in DeniKiloiieuioIogie e(o. 345 Nach der Zusammenstellung dieser Anomalien suchte ich das Gesetz zu eruiren, auf welches sich alle diese verschiedenen Anomalien des Verlaufs der sensitiven Nerven zurück- führen lassen. Dieses glaube ich gefunden zu haben und in nach- folgende Sätze gefasst aufstellen zu können. 1. Jede sensitive Nervenfaser versorgt mit ihren peripherischen Endigungen eine bestimmte grössere oder kleinere Hautstelle des menschlichen Körpers und die dieselbe umlagernden Endigungsgehiete geboren einer ganz bestimmten und constanten Anzahl Nachbarfasern an. Es ist somit das Mosaikbild der Lagerung undAnord- n u n g dei- grösseren oder kleineren Hautstellen und der in denselben enthaltenen peripheri s eben Endi gungen der sen- sitiven Nerven kein m illkürliches zufälliges, sondern ein ganz bestimmtes. 2. Diesem bestimmten Mosaikhilde in der Anordnung, Lagerung und Veitheilung der Nervenenden an der Peripherie wird höchst wahrscheinlich eine eben so bestimmte Anordn ung und Lagerung der Nei venursprünge in den Centren — dem Gehirne und Rückenmarke entsprechen. 3. Anomalien kommen mithin blos im Verlaufe der Nerven vom Cent r um zur Peripherie vor. Wie in der Tele- graphie es gleichgiltig ist, ob die Zwischenleitung zweier mit ein- ander correspondirenden Stationen länger oder kürzer und selbst stellenweise rücklaufend angelegt ist, so gelangen auch Hautnerven, wenn sie von ihrem regelmässigen Verlaufe abweichen, manchesmal wenn auch auf Umwegen und selbst manchesmal rücklaufend an ihre bestimmte Hautstelle, um sich da erst peripherisch zu vertheilen. 4. Die Anzahl der in einem bestimmten Nervenbündel enthaltenen Nervenfasern, welches einen besondern Namen erhalten hat, ist somit nicht s t et s dieselbe, denn die Nerven- fasern im Laufe vom Centrum zur Peripherie, wechseln ihre Gefährten, gesellen sich manchesmal eine Zeit lang zu anderen nacbbarlichen Nervenzügen und verlassen dieselben wieder, um endlich an ihrer bestimmten Hautstelle sich zu vertheilen. Aus der Zusammenstellung der Anomalien der Kopfnerven resultirt auch für die Knochenlehre der Erfahrungssatz, dass die für den Durchgang der Nerven bestimmten sogenannten constanten 346 V o i . t. Knochencanäle beiderseits oder blos auf einer Seite auch gänzlich fehlen können. Zur Vervollständigung des Bildes des Systems der von mir ent- deckten Linien habe ich meiner Abhandlung eine kurze und gedrängte Beschreibung des Zuges derselben beigefügt und dieselbe durch Beigabe von Abbildungen noch deutlicher zu machen gesucht. Bei der genaueren Bestimmung der Grenzlinien zwischen der untern Abtheilung des grossen hintern gemeinschaftlichen Ver- ästelungsgebietes der hinteren Äste aller Rückenmarksnerven und dem untern Verä.4elungsgebiete des Beckens, in welchem die äusseren Geschlechtstheile und die AfteröfFnung liegen und wohin noch eine fliigelartige Purtie Haut des Gefässes gehört, habe ich einige Berichtigungen im Ursprünge und Verlaufe einiger daselbst sich verzweigender Haiitnerven vorgenommen und ihre Namen geändert. Bei den vielfältigen Präparationen zur genauem Bestimmung der Grenzlinie n des untern Verästelungsgebietes des Beckens und der in demselben sich verzweigenden Hautnerven, bin ich auf die Untersuchung der Zusammensetzung des untern Beckenge- flechtes und sein er Nerven ästegekommen. Aus mühevollen vielfältigen Präparalionen dieses Geflechtes in beiden Geschlechtern und aus der Vergleichung mit den bekannten Darstellungen desselben ziehe ich denSchluss, dass wir noch keine genaue Darstellung dieses Geflechtes besitzen. Das Ma n gelb a fte in den bisherigen Darstellungen dieses untern Beckengeflechtes fällt zum Theile den Zeichnern, zum Theile den Präparatoren zur Last. Das Irrige in der bisherigen AulVassung dieses Geflechtes liegt darin, das man die Summe der animalen aus dem zweiten, dritten und vierten Kreuznerven stammenden Nervenbündel zu gering angeschlagen hat und desshalb dieses Geflecht, als ein ganz oder grösstcntheils aus vegetativen Nervenfasern zusammengesetztes zum Nv. sympathicus gezählt hat. Ich dagegen habe gefunden, dass die animalen Nerven- fäden, welche an der Zusammensetzung des unt er n Becke n- gefleeht esTheil nehmen, in der Regel aus dem dritten und vierten, manchesmal auch aus dem zweiten Kreuz nerven kommen. Sie verlaufen entweder in viele dünne Nervenbündel getrennt oder in wenige dickere Nervenäste verbunden, zum Geflecht. l'.eitiiifie /.IM' l)eiini.t.)iieurol.i-ie ete. 347 Vergleicht man die Anzahl dieser animalen Nervenbündel mit denen der vegetativen, welche als Plc.vus hypogastricus ilexter und sinister an der Seite des Mastdarmes herabziehen, so ist die- selbe grösser als die der vegetativen, ferner beim Weibe grösser als beim Manne. Die Summe dieser Nervenfä den gibt einen dem Nv. vagus gleich dicken Nerven stamm, welche auch nach ihrer Vertheilung an die verschiedenen Abtheilungen der Beckenorgiine einen dem Nv. vagus des Kopfes völlig analogen Nerven des Beckens darstellen, welchen ich Nv. vagus pelvis benenne. Die in dieses Geflecht e ingestreuten gangli Ösen Nerven- massen vervollständigen die Analogie, indem sie sich dem Plexus gangUiformis Meekelii gleichstellen lassen, nur ist dasselbe statt rund plattgedrückt, und so wie Aev Nv. vagus sich np.it den negativen Nerven vielfach verbindet und seine Äste und Zweige in ihrer Vertheilung von vegetativen Nerven begleitet werden, eben so gesellen sich hier zu diesen zu den Beckenorganen hinziehenden animalen Nervenbündeln die vom Plexus hypogastricus dexter oder sinister herabkommenden vegetativen Nervenfaserzüge, und hinzukommen noch die aus den eingelagerten Ganglienmassen neu entstandenen vegetativen Nervenfasern und ziehen in ihrer Gemeinschaft zur Verlhoilung in die Beekenorgane hinein. Diese das Geflecht durchziehenden animalen Nervenbündel (welche man, wenn das Geflecht angespannt wird, direct zu den Organen hinziehen sieht) vertheilen sich in hinreichend grosser An- zahl, wenn auch gemischt mit vegetativen Nerven in den einzelnen Abtheilungen der Beckenoigane, um dieselben ihrer Function ent- sprechend versorgen zu können. Ich habe animale Nervenfasern zum Grunde, Körper und Scheitel der Blase verfolgen können, welche sich in den Häuten der Harnblase vertheilen. Aus ihrer Wirkung lässt sich das willkürliche Harnlassen auch bei massig voller Blase und ohneMitwiikung der Bauchpresse erklären. Zur Prostata und der Harnröhre begibt sich auch ein beträcht- licher Faserzug, nur wenige ziehen zu den Samenbläschen , welche aus einer in der Nähe gelegenen Ganglienmasse weit mehr vegetative Nervenfasern bekommen. Die Gebärnmtlerist vorherrschend von vegetativen Nervenfasern versorgt, nur wenige animale Nervenfäden verzweigen sich im Colkun und Uterus selbst. 348 V o i g l. Beiliiige zur DiTiiKitoiieurologio .'li-. Während Kobeltvon der geringen Zalil unbedeutender sensi- tiver Nerven , die sich vereinzelt in das voluminöse Scheidenrohr einsenken" spricht, weisen meine Präparate eine sehr bedeutende Anzahl von animalen Nervenhiiiidcln nach, welche zur Scheide ziehen und sich in einen viel stärkeren vordem und einen schwächeren hintern Zug spalten. Der vordere stärkere Zug vertheilt sich in der vordem Wand der Scheide und in der griissern Colnnuia ruc/artnn anterior, der hintere schwächere in der hinlern Wand und in der kleinern Columna riigurum posterior. Diese Nervenfäden nenne ich Nv. vaginales columnae riigarum anterioris et posferioris. Der Menge der Nervenfasern nach zu urlheilen, welche in diesen Runzel- säulen zur Vertheiluiig kommen, müssen dieselben einen der Zungen- oberfläche gleichen Nervenreichthum besitzen. Die Ilaini haemorrhoidales medii scheinen sich vorzugsweise in der Muskelschiclite der initiieren Abtheüung des Hectums zu vertheilen. Die Versorgung auch dieses Ausscheidnngsbeliälters mit animalen Nervenfäden spricht ebenfalls für die Ansicht derer, welche einen Willenseinfluss auf die Zusammenziehung dieser Ab- theilung des Mastdarmes bei der Koth- und Gasentleerung ver- theidigen. Die sensitiven Zweige des Nv. vagiis pelvis versorgen somit, wenn auch gemengt mit vegetativen Nerven, so doch vorherrschend sämmtliehe Abtheilungen des männlichen und weiblichen Geschleclits- und Harnapparates, welche innen ein sogenanntes Platten-Epilhelium als Schutzhülle haben und die mithin als Fortsetzung der äussern Haut zu betrachten sind. Die angegebene Analogie des Nv. vagus des Kopfes mit dem des Beckens habeich in meiner Abhandlung etwas näher auszuführen versucht, und die hier begonnene Darlegung der Analogie und den Vergleich der Vertheilung der sensitiven Nerven am Kopfe und Becken weiler verfolgt, zugleich habe ich zu zeigen getrachtet, dass die im untern Verästelungsgebietc am Becken zur Vertheilung kommenden Nerven sich mit denen des Trigeminus am Kopfe und Gesichte recht passend vei-gleichen lassen. 349 XXIH. SITZUNG VOM 16. OCTOBER 1862. Herr Direclor K. W. Knocli eiiliau er in Meiiiingen übersendet eine Abljandliing: „Über Flüssigkeiten im elektrischen Strome". Herr Dr. K. Po körn y, Proseetor an der k. k. Wiener Univer- sität, überreicht eine Abhandlung, betitelt: „Ein Monstrum mit Aprosopie als ein kleiner Beitrag zur Anatomie der Monstrositäten". Herr Dr. Alb. M a d e 1 u n g aus Gotha legt eine Abhandlung „über die regelmässigen Verwachsungen verschiedener Mineralien mit einander" vor. An Druckschriften wurden vorgelegt: Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Berlin, Ab- handlungen aus dem Jahre 1861. Berlin, 1862; 4o- — Monats- bericht. Juni 1862; S«- — Preisfrage der philos.-histor. Classe der Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften für das Jahr 186S;8o- Austria, XIV. Jahrgang. XLI. Heft. Wien, 1862; So- Baeyer, J. J.. Das Messen auf der sphäroidisclien Erdoberfläche. Als Erläuterung meines Entwurfes zu einer mitteleuropäischen Gradmessung. Nebst 4 Kupfertafeln. Berlin, 1862; 4<»- Bibliotheque Universelle deGeneve: Archives des sciences physi- ques et naturelles, LXVI™^ aniiee. Nouvelle Periode, Tome X% No. 37 — 40. Geneve, 1861; N. P. Tome XIV% No. 52, 54 & öi). Geneve, 1862; 8o- Brühl, Karl Bernhard, Icones ad Zootomiam illustrandam. Das Skelet der Krokodilinnen dargestellt in 20 Tafeln zur Erleichte- rung des Selbststudiums. Wien, 1862; Folio. Comptes rendus des seances de l'Academie des sciences, Tome XV, No. 12. Paris, 1862; 4« Cosmos, XP Annee, 2P Volume, 15" Livraison. Paris, 1862; 8»- Gesellschaft, Naturforsohende, in Basel, Verhandlungen. III. Theil, 3. Heft. Basel, 1862; 8»- 350 Gesellschaft, Oberliessische, für Natur- und Heilkunde, IX. Be- richt. Giessen, 1862; 8o- — Naturhistorische, zu Hannover, X. & XI. Jahresbericht. Von Michaelis 1859 bis dahin 1861. Hannover, 1860 & 1862; 4o- — König], physikalisch-ökonomische, zu Königsberg, Schriften. II. Jahrgang 1861. II. Abtheilung. Königsberg, 1862; 4o- Hamburg. Gelegenheitsschriften der Hamburger Stadtbibliothek. Hamburg, 1859—1862; 8» & i»- Heidelberg, Universität. Akademische Gelegenheitsschriften für 1861 — 1862. Heidelberg & Berlin; 8" & 4o- Istituto, B., Lombarde di scienze, lettere cd arti. .Atti. Vol. III. Fase. I— IV. Milano. 1862; 4o- — Mtmorie. Vol. VIII. (H dell. Serie II.) Fase. VII; Vol. IX. (HI della Serie II.) Fase. I, Milano, 1862; 4o- — I. B., Veneto di scienze, lettere ed arti. Atti. Tomo VIIo. Serie 3% Disp. T—d\ Venezia, 1861 — 62; S»- — Mcmorie. Vol. X, Parte II. 1862. Venezia; 4o- Jahresberichte. Siehe Programme. Jena, Universität. Akademische Gelegenheitsschiiften aus dem Jahre 1862. Hersfeld & Jena; 8» & 4o- Kokscharow, Nicolai v., Beschreibung des Alexandrits. Mit 3 Tafeln. (Mem. de l'Acad. Imp. d. sciences de St. Petersbourg, VII" Serie, T. V, No. 2.) St. Petersburg, 1862; 4o- Land- und forstwirthschaflliche Zeitung, XII. Jahrg., Nr. 29. Wien, 1862; kl. 4o- Liharzik, Franz, Das Gesetz des Wachsthums und der Bau des Menschen etc. Mit 8 Tabellen und 9 lithogr. Tafeln. Nebst Pro- spectus. Wien, 1862; Gr.-Folio & 4o- Loewy, Benjamin, Die Colonie Victoria in Australien; ihr Fort- schritt, ihre Hilfsquellen und ihr physikalischer Charakter. Mit Zugrundelegung amtlicher Quellen dargestellt in Abhandlungen. Melbourne, 1861; S»- Maatschappij der Wetenschappen, Hollandsche, te Haarlem, Natuurkundige Verhandelingen. Tn'eedeVerzameling. XVI. Deel. Haarlem, 1862; 4o- Mitth eilungen aus J. Perthes' geograph. Anstalt, Jahrgang 1862. IX. Heft. Gotha; 4o- 351 Nowako wski, Janusz Ferd. , Zycie i prace naukovve Jana Pur- kyne'go. Z Portretem. Warszawa, 186?,; So- Programme und Jahresberichte der Gymnasien zu Bislritz, ßrixen, Czernowitz, Feldkircl), Iglau, Melk, Pilsen, Schässbiirg, zu den Schotten und am k. k. Theresianum in Wien, zu Teschen, Zara und Zengg, für das Schuljahr 1861/2; 4o & 8o' Radcliffe Observatory, Astronomical and Meteorological Obscrva- tions made in the Years 1859 & 1860. Vol. XX. Oxford, 1862; 80- Reichs an st alt, k. k. geologische, in Wien, Jaiirbuch. 1861 & 1862. XII. Band, Nr. 3. Mai — August 1862. Wien; 8o- — Die fossilen Mollusken des Tertiärbeckens von Wien. Von M. Ilörnes. II. Band, Nr. 3, 4. Bivalven. Mit 20 lithographirten Tafeln ;4o- Rossi, Luigi Maria, Sülle cause, sui limiti e sulle mutue attinenze de' fenonieni nervosi. Padova, 1860; 8o- Santini, Giov., Posizioni medie di 2246 stelle distribuite nella zona compresa fra li 12° 30' e li 15° di declinazione australe. (Estr. dal. Vol. X delle Mem. delF Istituto Veneto.) Venezia, 1862; 4»- — Cenni storici intorno alla misura dell' arco del Meridiano di 25° 20 eseguita in Russia dal 1812 fino al 1852. (Es(r. dalla Revista dei Lavori dell' I. R. Acad. d. Sc. L. ed A. di Padova, 3° e 4° Trim. del 1861 — 62.) Padova, 1862; 8o- Semmelweis, Ig. Ph., Offener Brief an sämmtliche Professoren der Geburtshilfe. Ofen, 1862; 8o- Sinne tt, Frederick, An Account of the Colony of South Australia prepared for Distribution at the International Exhibition of 1862. London, 1862; 8«- Societe de Biologie, Comptes rendus des seanees et Memoires. Tome II* de la 3'"' Serie. Annee 1860. Paris, Londres, New York, 1861; 8o- — geologique de France, Bulletin. 2'"" Serie, Tome XVIIP, Feuil- les 44—52. 1860 ä 1861, Tome XIX% Feuilles 13—32. Paris, 1861 ä 1862; So- Society, the Asiatic — , of Bengal, Journal. N. S. Vol. XXX. No. 3 & 4. 1861. Vol. XXXI, Nr. 1. Calcutta, 1862; So- — The Royal — , Proceedings. Vol. XI, No. 47 & 48. London, 1861 6i 1862; 8o- .Sitzh. (1. malhi-m.-iialtiiw. Cl. XLVI. Bd. I. AbUi. oi 332 Society, tlie Chemical — , Journal. Vol. XY. 1—4. (No. 57-60.) London, 1862; S»- — The Royal Geographica! — , of London, Journal, Vol. XXXI. London, 1861; S«- — Proceedings. Vol. VI, No. 3 & 4. Lon- don, 1862; 80- — The American Philosophical — , Proceedings. Vol. VII. No. 64. Philadelphia, 1861; 80- Verein, naturliistorisch-mcdicinischer, zu Heidelberg, Verhand- lungen. II. Band, 6. Heft. Heidelberg, 1862; S»- — für Naturwissenschaften zu Hermaunstadt, Verhandlungen und Mittheilungen. Jahrg. XIII, Nr. 1—6. Hermannstadt, 1862; 8«- — für Naturkunde zu Pressburg, Verhandlungen. IV. Jahrgang 1859, V. Band, 1860 & 1861. Pressburg; 8«- Wien, Universität, Verzeichniss der Vorlesungen im Wintersemester 1862/63. Wien, 1862; 4o- Wiener medicinische Wochenschrift, XII. Jahrgang, Nr. 41. Wien, 1862; 4o- Zantedeschi, Di un elettroscopio dinamico-atmosferico et delle osservazioni eletfro-dinamiche eseguite con esso. (Estr. dal. Vol. VII, Serie 3» degli Atti dell' Istituto Veneto.) 8«- 35! Die obere NummuIifenformafioN in Ungarn. Von Dr. Rar! Ä. Zitt('l. (Mit 3 Tiifehi.) I. Geologische Verhältnisse der oberen Nummulitenformation in Ungarn. Die Nachricliten über die obere Nummulitenformation in Ungarn sind äusserst späriicii, die Literatur darüber wenig zahlreich und bis auf die Arbeiten \o\\ Herrn Bergrath Lipoid und Professor Pete rs auf kurze Bemerkungen beschränkt, die in verschiedenen Zeitschriften vertheilt sind. Wohl die erste Erwähnung des Vorkommens eocäner Verstei- nerungen aus der Gegend von Gran geschah durch Herrn Bergrath von Hauer, der im Jahre 1846 einen Fusus aus den dortigen Kohlengruben im Vereine der Freunde der Naturwissenschaften vorlegte. Die erste auf die obere Nummulitenformation bezügliche lite- rarische Arbeit findet man im Jahrbuehe der geologischen Reichs- anstalt für 1853 i), wo Herr Bergrath Lipoid eine Beschreibung der in der Gegend von Gran auftretenden Braunkohlenflötze gibt. In dieser trefflichen bergmännischen Untersuchung spricht sich jedoch Herr Lipoid nicht eingehender aus über die geologische Stellung der Kohlenflötze und deren Beziehung zur eocänen und neogenen Formation, die beide in nicht geringer Mächtigkeit ent- wickelt sind. Die einzelnen Schichten werden allerdings mit grosser Genauigkeit angeführt, ihr petrographischer Charakter beschrieben. ') Jiiluli. geol. Reichs. lSä3. I. Hefh p. 140. 354 Z i » t e I. allein es fehlen leider die Angaben der Petrefakten, die allein eine sichere Altersbestimmung ermöglichen. Im nämlichen Jahre gab Herr M. v. Handtken ») in derselben Zeitschrift ein genaues geologisches Profil über den Kohlenbau von Dorogh bei Gran und machte eine Anzahl eocäner Versteinerungen daher namhaft. Im Jahre 1854 2) berichtet Herr Dr. M. Hörn es über die Vorkommnisse von Eocänpetrefakten aus der Gegend von Gran. Wenn auch die Bestimmungen einzelner dieser angeführten Arten in vorliegender Arbeit geändert wurden, so hat sieh doch die von FI. Hörnes ausgesprochene Ansicht, dass nämlich die ganze Fauna grosse Übereinstimmung mit dem Pariser Grobkalk zeige, durch eine abermalige Untersuchung des mittlerweile bedeutend vermehrten Materials bestätigt. In den Vorhandlungen des Pressburger Vereines für Naturkunde ^) finden sich mehrere Notizen sowohl über die Gegend von Gran als über Pussta Forna, ohne jedoch neue Thatsachen zu liefern. Im Jahre 18u9 *) endlich erschienen „die geologischen Studien aus Ungarn von Dr. K. Peters". Mit dieser trefflichen Arbeit ist ein mächtiger Schritt in derKenntniss der obern Nummu- litenformation überhaupt geschehen, und die bisher ungenügend bekannten geologischen Verbältnisse der Umgebung von Gran sind auf das Klarste aus einander gesetzt. Die wichtigsten Resultate der Untersuchungen von Peters sollen daher in folgendem Auszuge kurz zusamengefasst werden. Die obere Nummulitenformation hat im Gegensatz zu der weit ausgedehnten Masse des untern Nummulitenkalkes eine beschränkte Verbreitung in Ungarn und scheint sich nur in einem oder mehreren kleinen Becken abgesetzt zu haben , deren Zusammenbang und Erstreckung durch die mächtige Bedeckung von Neogenschichten und Löss nicht ermittelt werden kann. Nach der Ansicht von Peters zieht sich dieselbe jedoch weithin unter dieser Decke fort. Die Kenntniss dieser Formation wäre wahrscheinlich eine weit unvoll- ständigere geblieben, hätten nicht die darin vorkommenden mächtigen 1» Jahrb. geo\. Reichs. 1833. 3 Heft. p. 403. 2) Jahih. Lcouh. und Bronn 1834, p. 373. 3) Verb. Ver. Nat. Piesb. 1838, II. 16. 4_) Jahrb. geol. Reichs 1839. FV. p. 483. Die uhere IXumniulitt-nfoiinaUoii in Ungarn. ööö Kohleiiflölze die Veranlassung zu zahlreichen bergmännischen Ver- suchen geboten, und wären nicht die Schichten durch mehrere Schächte und Bohrversuche durchsenkt und durch einzelne Tage- baue blossgelegt worden. Indessen trotz dieser günstigen Verhält- nisse sind die Aufschlüsse ziemlich spärlich und nur an wenig Orten tritt die obere Nummulitenformation zu Tage. In der Gegend von Gran erscheint sie in zusammenhängenden Partien entlang der Donau und als eine selbstständige Hügelieihe zwischen Bajot, Piszke und Nagy-Sap. — Weit entfernt davon findet sich am südöst- lichen Abhänge des Bakonyer Waldes ein änderer Aufschluss in der Pussta Forna bei Stuhlweissenburg, wo durch einen Versuchsschacht eine Anzahl sehr schön erhaltener Versteinerungen zu Tage kam. Diese zeigen zwar manche Verschiedenheit mit den Graner Vorkomm- nissen und es fehlen insbesondere die Nummuliten, jedoch sind einige der bezeichnendsten Arten, wie Cerithium calcaratum und corvinnm, Fvsus pohjgonus u. A. auch hier in grosser Häufigkeit. Seitdem der Versuchsschacht bei Forna zugeschüttet ist, gehört dieser Ort leider zu den verlorenen Fundstellen. Für die geologische Stellung der obern Nummulitenformation sind die Aufschlüsse bei dem Dorfe Koväcsi von der grössten Wich- tigkeit, da hier die Auflagerung derselben auf den untern Nummu- litenkalk von Herrn Peters beobachtet wurde, und damit ihr geologi- scher Horizont genau bestimmt wird. Für die Specialgliederung der einzelnen Schichten sind die Kühlenbauten bei Tokod und Dorogh besonders lehrreich, und ich lasse hier die nach den Angaben von Prjjf. Peters zusammen- gestellten Profile dieser beiden Orte folgen. 1. T k d. Feinkörniger Numniuiitensandstcin. 18' j Sandiger Nummulitenkalktegel mit Cm/Ä/MWsOv'a- . I ium, C. calcaratum, Corbula setnicostata etc. ) 2-3' .' Firstenflötz. 1' \ Kalkmergel. 24' , j Oberflötz. 3' j Mittelstein, Süss wasserkalk, 12-13' / Unterflötz. Liegendes; Mergelschiefcr. 356 Z.tlel. 2. D r g ii. 36' I LÖSS, I Diluvium. 42' I Sand, \ Tl' l' Plastischer Thon mit Meletta in nicht vollstiindig f neogcn. / foncordaiiter Sehichlung der Eocünformation ( / aufgelagert, 30-42' { Tegel mit Cerühiian utriatian und calcaratum i), t - -a ( AwptiUaria perusta, Fiisits polygoims etc. ) £ \ i Mergel mit schlecht erhaltenen Süsswasser- ) Schnecken. 30' ) Hauptkolilenflötz mit Zwisclienscliichten eines \ hlätterigen Thonmergels. 24' I Drei kleinere Kohlcnllötze von dünnen Mergel- ) schichten, die erfüllt sind mit zerdrückten Süss- ) Wasserschnecken. 1 Liegendes. Mergelschichte mit Steinkernen von ■ I Lymnaea und Pahtdina \ Dachsteinkalk. Die in den marinen Schichten vorkommenden Nummuliten sind nach der freundlichen Bestimmung Dr. Stache'siV. i^m-ioIariaSow., N. contorta Desh. und N. laevigata Lam. Aus Vorhergehendem geht also hervor: 1. dass die ober e Nu mmulitenformation den untern N u m m u 1 i t e n k a 1 k , der durch seine o r g a n i s c li e n Ü b e r- reste gänzlich verschieden ist, dir ect überlagert, und dass dieselbe an den ungarischen Localitäten 2. aus einer untern Süss wass erb ilduiig mit Kohle nflötzen , und aus einer obern marinen Bildung mit wohlerhaltenen Versteine- rungen u n d z u w e il e n g r o s s e n M a s s e n v o n N u m m u 1 i t e n zusammengesetzt ist. II. Paläontologische Verhältnisse. Die Versteinerungen aus den Süsswasserschichten der ohern Nummulitenformation, die vorzüglich den Geschlechtern Phinorbis, Lymnaea, Paludina und Pupa angehören, sind leider so mangelhaft erhalten, ausserdem ist das vorhandene Material in der Sammlung ') Aus dem Profile von Herrn V. Hau (Itken geht hervor, dass führende Schicht, wie bei Tokod, auch hier vorhanden sei. Die ()l)cre iNiimirniliteiiroinialion lit riigniu. 357 des k. k. Hof-Mineraliencabinets aus diesen Schichten ein so unvoll- ständiges, dass eine genauere Bestinimung derselben nicht möglich war. Die beifolgende Abhandlung beschränkt sich daher auf die Beschreibung der in den marinen Schichten auftretenden Mollusken, die durch wiederholte Zusendungen der Herren Prof. Romer, Mayer und von Handtken, so wie durch die Sammlung, welche Herr Director Hörn es selbst an Ort und Stelle angestellt hatte, im Verlaufe der Jahre in nicht unbedeutender Anzahl zusammengebracht Avurden und die bei weitem die vollständigste Sammlung aus jener Gegend sein dürften. Es liegt nun allerdings ausser allem Zweifel, dass Sammlern noch reichlich Gelegenheit gegeben sein wird, zahl- reiche, in dieser Schrift unerwähnte Arten aufzufinden, und vorzüg- lich dürften Nachgrabungen in derPussta Forna eine schöne Ausbeute trefflich erhaltener Versteinerungen liefern. Wenn nun aus diesen Gründen die vorliegende Arbeit nicht im entferntesten Anspruch auf Vollständigkeit machen kann, so erschien es trotzdem als ein dringendes Bedürfniss , wenigstens das bisher Gesammelte einer kritischen Bestimmung zu unterziehen und den paläontologischen Charakter der betreffenden Schichten festzusetzen. Ausser den beschriebenen Mollusken kommen in der obern Nummulitenformation mehrere Arten von Nummuliten vor, unter denen sich, nach der Bestimmung von Herrn Dr. Stäche, Nunimu- lites variolaria Sow., N. contorta De sh. und N. laevigata befinden. Ausserdem liegen noch Exemplare von Serpula spindaea, Trocho^ cyathus sp. , und ein ziemlich wohl erhaltener Cancer aus der Gegend von Gran vor. Die in der zweiten Abtheilung dieser Arbeit erwähnten Con- chylien, aus den theils brakischen, theils vollständig marinen Tegel- sehichten vertheilen sich nach beiliegender Tabelle folgendermassen: 358 s 5 1 i'i-l'H'l i~i^|l1 ■ -^1 ' o s r^ 1, • !N 3 ■ * . O • . S CfQ . CO , - ■ • . . • ?• • "^^ • 3 . r* . . . 53 ö Anciliar ia propinqua Zitt. . Blarginella cburnea L a m. . „ ovulata L a m „ nitidula D e s h. . . . Voluta subspinosa ßrongt. Buccinum Hörne si Zitt.. , aq 00 t-^^^^l 1 »^-1:^=-» ^»» 1 ^^ S" iti = 1 GO 1 1 S:i - ?^» 1 1 1 5:1 11 1 1 1 --1 - ^ M 1 1 1 i 1 t 1 i I 1 ! 1 1 1 1 1 1 1 flllsc 1 = a CR 0* 2. tr=.| |:d-| c» 1 1 =r^%.^\ i » 1 1 |.» 1 i 1 s 1 »^ Gap; Gutt.; Promina Veglia Guttaring; St. Bonnet St. Bonnet; Faudon etc. hh S w - 1 1 - ! 1 1 1 1 1 ~?1 1 1 1 1 1 ^=-1 1 3 05 i 1 1 1 1 1 1 1 M 1 =-=r^:r 1 1 1 -=^1 ^ 1 . 709. t. 93, f. 10, 11.) ' Auch die Stücke dieser Species sind viel kleiner als die im Pariser Becken vorkommenden Exemplare, indessen die übrigen Merkmale stimmen recht gut überein. Vorkommen: Grohkalk. — Piszke bei Gran selten. Yolata subspinosa Brongt. (1823. Crongt. Terr. tiap. Vic. p. G4, t. III, f. 3.) Ein von Gaslrochaeiia anipiiUaria durchbohrtes Stück aus Piszke stimmt vollständig mit der Br ongnia rt'schen Zeichnung überein. Ob.-Eocän. Ronca. — Piszke selten. (Aus Forna ist hier ebenfalls eine Voluta zu erwähnen, von derjedoch nur ganz junge Exemplare vorhanden sind, die eine sichere Bestimmung unmög- lich machen.) Bnccinum Hörncsi Zitt. Taf. I, Fig. 3 a, b. Syn. Buccinuin thiara Desh. Hörn es, Leo ab. u. Bronn. J.nhrb. i8ö4, p. 373. Chat: Testa elongata, turhinata, spira conoidea , acuta, contabulata. Anfr actus 8, superne nodulosi, transvcrsim striati; ultimus conicus , tuber- culis eoronatus, transvcrsim striatus et sulco profimdo cinctus. Apertur a ovato-oblonga , columella subcallosa , labrum cxterniim shiplex , unidenlatum, superne paytUo cmarginatum. Höhe 4S Mill.^ Breite des letzten Umgangs 27 Mill. Schöne Species, die sich zunächst an Buccinum thiara Desh. aus dem Sande von Bracheux anschliesst, mit der sie auch verwechselt wurde. Die Schale ist verlängert kreiseiförmig mit ziemlich hohem, spitzem Gewinde, das Die olieie Niiniiiiiilidiil'orinadini in Ungiirii. S()9 aus acht Umgängen besteht, die quer gestreift und an der obern Hiilfte mit einer stumpfen Knotenreihe verschen sind. Unterhalb der Nath befindet sich eine Depression, wodurch das Gewinde ein treppenförniiges Aussehen erhält. Der letzte Umgang nimmt mehr als die halbe Höhe der ganzen Schale ein und ist oben mit einer starken Knotenreihe gekrönt, spiral gestreift und zeigt an der untern Hälfte eine tiefe Furciie, die von der Spindel quer über die Schale geht und am äussern Rand in einem hervorstehenden Zahne endet. Unterhalb dieser Furche sind die Querstreifen der Oberfläche erhabener und etwas weniger zahlreich als an der obern Hälfte. Die Spindel ist etwas verdickt, der äussere Mundrand einfach, mit einem Zahne versehen und oben etwas ein- gebuchtet. Vorkommen: Bis jetzt nur in Piszke bei Gran gefunden, wo sie jedoch ziemlich häufig auftritt. (K. k. Hof-Mineralieneabinet.) Fusus inaximas Desh. (Coq. foss. Eav. Par. II, p. Ö26. T. 71. Fi-. 11. 12.) Fusus maximus Hörn es. Leonh. u. Bronn. Jahrb. iSöi, p. 573. Ein wohl bestimmbares, jedoch nicht ganz vollständiges Exemplar dieser seltenen Species ist in der Sammlung des Hof-Mineraliencabinets. Vorkommen: Unt.-Eocän : Pau ; Nizza. — Ob.-Eocän: Grobkalk; Lon- donclay. — Piszke. Fusas Noe Lani. (Desh. Coq. foss. Env. Par. 11, p. 328. T. 7S, Fig. 8, 9, 12. 13.) Si/)i. Fusus Noii Hörne s. Leonh. u. Br. Jahrb. 18a4, p. 373. Herr Dr. Börnes erwähnt e\x\en Fusus scalaris, der im Jahre 1846 in der Versammlung der Freunde der Naturwissenschaften vorgezeigt wurde. Derselbe befindet sich in der Sammlung der geologischen Reichsanstalt und gehört, wie ich mich überzeugen konnte, nicht zu der erwähnten Art sondern zu Fusus Noe L a m. Vorkommen: Unt.-Eocän: Nizza — Ob.-Eocän: Grobkalk von Frank- reich und Belgien, Londoncloy. — Gap. (d'Arch.) Ronca, Guttaring Kärnten, Promina in Dalmatien, Piszke. (Desli. Coq. foss. Env. Par. II, p. Ö19, T. 73, Fig. 4—7, 10, 11.) Syn. Fusus rugosus Hörnes. Leonh. u. Br. Jahrb. 1834, p. 373. Vorzüglich als Steinkern, jedoch sehr wohl bestimmbar. Hin und wieder finden sich auch vortrefflich erhaltene Exemplare, die solchen aus dem Grob- kalke nicht nachstehen. orkommen: Unt.-Eocän: Sables Soissonais, Pau, Nizza. — Ob-.Eocän: Grobkalk, Londonclay. — Ronca; Piszke bei Gran. 23" 370 Fusus polygonns Lam. Taf. I, Fig. 4 und S. (Desh. Coq. foss. Env. Par. 11., T. 71, Fig. S, G.) Syii. 1823. Fii.sns polygonun Brongf. Vic. p. 73, T. IV. f. 3 a, h. 1854. „ „ H örnes, Jahr. Leonli. u. Br. 18S4, p. Ö73. 1859. „ „ Peters, Jahrb. gcol. Reichs, p. 494— 506. 1861. „ „ Stäche, Jahrb. geol. Reichs. Verh. p. 212. In der ganzen Umgebung von Gran und in Forna ist diese Art höchst verbreifet. Während jedoch die grossen, statllichen Exemplare von Forna vortrefflich übereinstimmen mit solchen aus dem Pariser obern Grobkalk, oder fast noch mehr mit denen aus Ronca, ist die VaricUit aus der Grancr Gegend weit kleiner und, zeigt die Eigenthümlichkeit, dass die knotigen Wülste im letzten Umgang wenig oder gar nicht ausgebildet sind. Fig. 5 a, b stellt ein Exemplar aus Forna vor; Fig. i o, b sind nach Stücken aus Piszke angefertigt. Von Forna liegen 2 kleine Stücke vor, die viel Übereinstimmung mit F. polygonus haben, sich jedoch durch ihre feinere Streifung und ihre schlankere Form leicht von jungen Exemplaren des F. polygonus unterscheiden lassen. Ich stelle dieselben desshalb nur mit einigem Zweifel zu dieser Art, ein grösseres Material dürfte die Frage später leicht lösen. Vorkommen: Ob.-Eocän: Grobkalk, Londonclay, Sables moyens. — Ronca; Forna bei Stuhlweissenburg; Piszke, Dorogh, Kovacsi, Bajot bei Gran. Fusns subcarliiatus Lam. <) (Desh. Coq. foss. Env. Par. II. p. UGÖ. T. 77, Fig. 7—14.) Syn. Fitsus suhcarlnatus Hörnes, Jahrb. Leonh. u. Br. 1854, p. 573. Diese in der obern Abtheilung des mittlem Meeressandes und in Ronca so liäutige Species ist bis jetzt nur selten in den ungarischen Localitäten ge- funden worden. Vorkommen: Ob.-Eocän: Sables moyens. — Ronca; Piszke bei Gran. Pleurotoma Desliayesi Zitt. Taf. I, Fig. 6 r/, b, c. Syn. 1854. Pleurotoma lyra Hörnes, Jahrb. Leonh. u. Br. 1854. p. 573. Char. Testa tiirrilo-conica, ventricosa, spira elongata; anfractus 7, convexiuscidi sub siäura profunda margine crenulato paullo contabulati, plicis longitudinaUbus ornati et transversim strlati. Anfractus ultimus 10 circiter cingulis transversisj quibus lineae finae numerosae sunt interpositae. Altitudo Ultimi anfractus spirae allitudini subaequalis. Apertura oblonga. ') Herr von Handtkeu erwähnt nodi Fusus mlnux Lam. aus Dorogli. NiimmiililcMiforiDali 371 Höhe 20 Mill., Breite des letzten Umgangs 9 Mill. Zierliche Art mit Ihurmförmig konischer Schale. Das etwas treppen- iorniig aufsteigende Gewinde hesteht aus 7 — 8 Umgangen; die Umgänge sind gestreift, durch eine ziemlich tiefe Nath getrennt und mit etwa 10 Längsrippen geziert, die unter dem Bande des Einschnittes anfangen. Der letzte Umgang nimmt etwas mehr als die halbe Höhe der ganzen Schale ein und ist mit iO bis 12 stark hervortretenden Spiralstreifen versehen, zwischen denen sich 2, zuweilen auch 3 feinere Linien einschieben; die kräftigen Längsrippen ver- lieren sich gegen unten fast ganz und gehen nur bis über die Hälfte des Um- gangs. Das Band des Einschnittes ist an allen Umgängen deutlich zu ver- folgen, es ist breit und mit feiner Zuwachsstreifung bedeckt. Oberhalb des- selben an der Nath befindet sich eine erenelirte Wulst. Die Mündung ist länglich. Die PI. Deshaijesi gehört in die Gruppe der im Pariser Becken so häufigen Costulaten, sie steht zunächst der P/. ^ato/«/« De fr., allein die weit bedeu- tendere Grösse der ganzen Schale, der viel grössere und bauchigere letzte Umgang, sowie die Stellung der knotigen Rippen und die erenelirte Wulst an der Nath unterscheiden unsere Art hinlänglich von der erwähnten Pariser Spocies. V r k m m e n : Bei Piszke selten. IMenrotoma inisera Zitt. Taf. I, Fig. 7 a, b, c. Char. Testa fusifonnis , spira eloiigcäa , turrita; anfraclus 8, coHcavi, ad sutiiram binodosi, rugosi Anfraclus uldmus brcvis, transversim strialiis et in parle super iorl plicis riigosis ornatus. Apertura angusla. Höhe lij 31111., Breite des letzten Umgangs S Mill. Schale spindelförmig, mit 8 concaven Umgängen, die auf beiden Seiten der Nath mit 2 rauhen, runzligen Knotenreihen besetzt sind, von denen die untere Reihe die stärkere ist; die Umgänge selbst sind mit starker Zuwachs- streifung bedeckt. Der letzte Umgang ist kurz uiid nimmt etwa ein Drittel der ganzen Länge ein, unterhalb des Bandes ist er mit runzligen Querrippen versehen, die jedoch nur bis zur Hälfte herabgehen; ausserdem geht eine regelmässige starke und rauhe Spiralstreifung über den letzten Umgang. Die Mündung ist kurz und eng. Diese wenig charakterislische Form steht ihren Merkmalen nach ungefähr zwischen PI. hicalena und PI. granifera Desh., ohne jedoch mit der einen oder andern vollständig überein zu stimmen. PL granifera hat bei ganz gleicher äussern Form völlig verschiedene Verzierung und PL bioalena unter- scheidet sieh leicht durch die Knotenreihe in der Mitte der Umgänge. Vorkommen: Piszke bei Gran. Plcurotoma sp. indet. Eine kleine erenelirte Species findet sich ebenfalls in Piszke, jedoch sind die vfjrhandencn Stücke unzureichend, um eine genauere Bestimmung der Art zu ermöglichen. 372 Ceritiiium leumiscatum Brotigt. Taf. I, Fig. 8 a, b, c. Syn. 1779. Turbo apertiis pyramidalis Fortis^ della Ronca T. I, Fig. i6. 1780. Murex gramdatus Hacquet, Sehalthiere von Ronca p. 32. 1820. t Miiricites radidaeformis Schloth., Petref. p. 147. 1823. Cerithinm lemniscatum Brongt. , terr trap. Vic. p. 71, t. III, fig. 24. (non Bast, non Serres). 1831. „ „ Bronn, It. p. SO. 1850. „ , * crArch, iiist. progr. III, p. 288. 1861. „ „ Stäche, Jahih.geol. Reichs. Verli. p.2i2. Die schlechten Abbildungen von dieser Art und CeritJiinm haccatum im Brongni art 'sehen Werke haben zu den vielfältigsten Verwechslungen Veran- lassung gegeben, so dass eine Sichtung dieser Confusion dringend nolhwendig erscheint. Die Bemerkung Brongniart's, dass C. lemniscatum vielfache Ähnlichkeit mit C. margaritaceum habe, war wohl die Hauptursache der Irrthümer, da dies in weit höherem Masse von C. baccatum gelten kann. Ausser- dem ist die Abbildung von Cerilhium baccatum fast gänzlich unkenntlich, wie dies der Autor selbst ausdrücklich bemerkt i). Die Abbildung des C. lemniscatum im Brongni art'sehen Werke gibt zwar ein ganz leidliches allgemeines Bild dieser Species; jedoch sind die Details daran ganz verfehlt, so dass eine neue Abbildung nicht überflüssig erscheint. Fig. 8 a, b sind nach schön erhaltenen Stücken aus der Sammlung der geologischen Reichsanstalt gezeichnet, und zwar gibt Fig. b eine Varietät mit fast ganz glatten Kielen, während Fig. a dieselbe zierlich geluirnelt dar- stellt. Fig. c ist die getreue Zeichnung eines Bruchstückes aus Forna, das mit der unter Fig. 8 a abgebildeten Varietät die grösste Übereinstimmung zeigt. Die ziemlich unbestimmte und ungenaue Diagnose von Brongni art kann ebenfalls leicht zu Irrthümern führen, da die S erwähnten kielförmigen gekör- nelten oder glatten Reifen nur am letzten Umgang zu erkennen sind, während man auf den übrigen Umgängen nur 3 wahrnimmt, von denen der unterste der stärkste ist, der mittlere oft nur zu einer feinen gekörnelten Linie herabsinkt und der obere sich etwas weniger stark als der untere erhebt. Brongniart citirt eine Figur von Fortis, die allerdings dem Texte nach wohl zu unserer Species gehört; indessen ausser dem allgemeinen Missstand, dass alle Figuren durch die Nachlässigkeit des Zeichners links gewunden sind. i) Als Beleg', wie liäufig- diese Verwectisliiugen sliittfanden , möge folg'ende Bemeiliung gelten. In der Sammlung des Hof-Mineraliencabiiicts ist es Sitte sämmtliciie Be- stimmungen, mit denen irgend ein Fossil eingescliickt oder später benannt wurde, aufzubewahren und demselben beizulegen. Unter den dem in Ronca so gemeinen C. haccatum beiliegenden Zetteln findet sieh nur zweimal der richtige Nafhe C. haccatum und viermal der Name C. lemniscatum. Dii^ ohire ^'lunl(lllliteufl)^miltioa in üiigiiiii. O i o ist dieselbe so vag charakterisirt, dass sie jedes beliebige Cerilhixni aus dci" Gruppe des C. marffaritaceiim vorstellen könnte. Vorkon)men: Ob.-Eociin: Ronca; Forna bei Stuhlweissenburg i). Cerithinm Hangaricnm Zitt. T;tf. II, Fig. 1 a, b. Char. Testa crassa, cotiico-titrrita; anfrachcs numerosi, planiusculi, sjiperne cingulo tuherculorum quadranguloriim obtnsorum coronati et Iribus vel cluabus cinguUs a'enulatis minoribus qiioque in anfractic ornati. Cingiiliüii priimim plus minusve tuber culosum nonmmquam taeniam rugosam fonnaiis, cingulorum minorum in anfractibus superioribus sunt duo, in inferioribus tertium est interpositum. Basis jjaullo incavata dunbus carinis acutis et niime- rosis striis munita. Apertnra quadranguluta, dcpressa, pmdlo ditatata. Höhe 5o — 65 Mill., Gr. Durchmesser 20 - 2S Mill. Schale dick, nicht besonders schlank, kegelig thurmförniig, mit zahl- reichen flachen oder leicht convexen Umgängen. Diese sind oben unterhalb der Nath mit einem breiten, knotigen, hervorragenden und zwei bis drei kleineren, gekörnelten Kielen versehen. Der obere breite Kiel trügt etwa 16 starke, fast viereckige Knoten, die bei einzelnen alten Exemplaren sich verwischen und als- dann ein ziendich breites, rauhes, licrvorstehendes Band bilden. Die kleinen gekörnelten Kiele sind fast immer zu dreien auf jedem Umgang, gegen die oberen Windungen bin verliert sich jedoch gewöhnlich einer derselben voll- ständig. Die Basis ist nach aussen durch 2 scharfe, crenelirte Kiele begrenzt und die innerhalb dieser liegende concave Fläche trägt etwa 8 feinere Streifen. Die selten erhaltene MundölTnung ist viereckig, niedrig und die Aussenlippe nicht sehr weit ausgebreitet; die Spindel ist etwas verdickt, zeigt jedoch keine Falten. Der Canal ist eng, etwas verlängert und rückwärts gedreht. Diese eben so häufige als schöne Species bildet eine neue Form in der schwierigen Gruppe des Ccrithium jnargaritaceum ; sie steht gewissermassen in der Mitte zwischen den Pariser Species C. conoideum, marginatum etc. und dem oligocänen C. inargaritacenm. Von letzterer Species ist sie indess so- Das Ccrithium baccaium Bronf:;-!. ist bis jetzt in den iingarisclien Localitäten noch nicht aufgefunden worden . ich halte es indessen für höchst wiinschenswerlli, an dieser Stelle eine Abbildung nach den zahlreichen und wohlerhaltenen Stücken von Ronca, die sich sowohl in der geolog-ischen Reichsanstalt als in der Sammlung des Hof-Mineraliencabinets befinden, herstellen zu lassen, um weitere Irrlhümer und Verwechslungen mit anderen verw.Tndlen Arten unmöglich zu machen. Die bei- folgende B r o n g n i a r fsche Diagnose ist übrigens vollständig klar und deutlich, und hebt die wichtigeren Merkmale sehr treffend hervor. Ccrithium baccatiim Brongt. Taf. I, Fig. 9 a,b. „Pyramidatum , tribus Seriebus transversis tubereulorum in anfractibus, superioris tuberctilis validioribus , aliarum duarum. minoribus, subaequalihns. linea clevata ronnexis; hasi plana, lincis clcvads marginalibus. Ronca. 374 zit. PI. gleich zu unterscheiden durch die gänzlich verschiedene Basis und die ab- weichende Verzierung der Umgiinge. Ccriilihon baccatum Brongt. hat ebenfalls- einige Ähnlichkeit, jedoch die verschieden verzierten Umgänge, die ab- weichende Basis und die ganze Form der Schale, die bei C. baccatum viel schlanker und (hurmförniiger ist, machen eine Verwechslung unmöglich. Die- selben Bemerkungen gelten auch von den verwandten Arten aus dem Pariser Becken, unter denen sich etwa das Cerkhhtm vuirgiiiatiim Lam. noch am nächsten zu unserer Species stellen würde. Vorkommen: Forna bei Stuhl weissenhurg sehr häufig. Ceritliium calcaratum B r o n g t. (1823. Brongt. Terr. trap. Vic. p. 69, T. 111, Fig. VS.) Syu. 183i. Ccrithium calcaratum Bronn. It. p. 50. 1809. Idem. Peters, Studien. Jahrb. geol. Reichs. 494 — 506. 1861. Idem. Stäche, Jahrb. geol. Reichs. Verh. p. 212. Diese häufigste Species unter den Versteinerungen aus Forna zeichnet sich durch ihre Grösse und Schönheit vor den in Ronca vorkommenden Exemplaren vortheilhaft aus, stimmt übrigens mit jenen in allen Merkmalen auf das Genaueste überein. Schon Brongniart macht auf die grosse Ähnlichkeit mit Ceril/ünm JuiitabileLam. (^D e sh. Coq. foss. T. 47, F. 16 — 23) aufmerksam, indessen fällt der Unterschied, den die slarken Knotenreihen bei C. calcaratum gegen die zierlich und eng gestellten Knotenlinien bei C. mutabilehWAan, leicht in die Augen. Schwieriger wird jedoch noch die Unterscheidung von Ccrithium Inherculosum Lam. (Desh. Coq. foss. T. 48, F. 3, 4,5). Junge oder zer- brochene Exemplare der beiden Arten lassen sich kaum unterscheiden, und wenn auch die Knoten bei C. calcaratum gewöhnlich stärker, spitzer und weniger zahlreich sind, so finden sich bei C. tubcrculosum Varietäten, die diese Eigenthümiichkeit fast in demselben Masse zeigen. Indessen der bei C. tubcr- culosum etwas zurückgeschlagene und über die Spindel vorstehende innere Mundrand, der bei C. calcaratum immer nur einfach verdickt ist, scheint ein constantes Merkmal zur Unterscheidung zu sein und da zu dem der allgemeine Habitus der letztern Species ein etwas verschiedener ist, so lässt sich die Trennung in den meisten Fällen doch durchführen. Die Abbildung von Brongniart gibt übrigens nur ein mangelhaftes Bild dieser schönen Art. Vorkommen: Ob.-Eocän: Ronea; — Forna bei Stuhhveissenburg; — Kovacsi, Tokod, Dorogh, Bajot bei Gran. Cerithium bicalcanitum Brongt, (18'i3. Brongt. Teir. Irap. Vic. p. 61), T. 111, Fig. 16.) 1780. Turbinit. Hacqu et, Schalthitre von Ronca. p. 34. T. II, Fig. 8. 1829? Muricilcs aiiileatus Scbloth, Petref. p. 147. 1831. Ccrithium bicalcaratum Bronn, It. p. 50. Diese Art ist bis jetzt aus dem Pariser Becken nicht bekannt, sie ist von Brongniart nach Exemplaren von Ronca aufgestellt und ist im Viccnlini- Dio olx'n« .Nuiiiiiiulileiirorni^.lidii in Ungiini. 375 sehen eine der Läufigsten Arten. Aus Piszke liegen einige Exemplare vor, die auf das Genaueste mit Roncaner Stiioken übereinstimmen, dagegen scheint die Art in Forna seilen zu sein, da nur ein einziges, allerdings sehr gut eharak- terisirfes Bruchstück vorhanden ist. Vorkommen: Ob.-Eocän: llonca. — Piszke bei Gran; Forna. Ceritliiam striatam De fr. fDesh. Coq. foss. Env. Par. II, p. 312, T. 41, Fig. 8,9.) 18ä9. Idem Peters, Jahrb. geol. Reichs, p. 499. Im Pariser Becken selten; Deshayes führt sie von Valmandois an. Ausser der Umgebung von Gran liegt in der Sammlung des Hof- Mineralien- Cabinets noch ein Stück aus dem obern Nummulitenkalk der Insel Veglia, der, wie auch die mergeligen Kalke des Monte Promina inDalmatien, demselben geologischen Horizonte angehört. Vorkommen: Ob.-Eocän: Sables moyens. — Dorogh, Tokod, Kovacsi hei Gran; Insel Veglia. Cerithiuwi comQani Broiigt. sp. Taf. II, Fig. 2. Sijii. 1823. nvsicllarin corväia Bron g f., Terr. Irap. Vic. p. 74, T. IV, Fig. 8 {nonrioslellaria dciKafa. GvAt. stat. 13. Atl. I, T. 32, Fig. 1—4). 1831. CeritJiium corviituni Bronn. It. Tert. Geb. p. Sl. 18o0. „ „ d'Orb. Prodr. Et. 24, 412. 1859. Clu'iniikziu ap. Pelers, Jahrb. geol. Reidisnnst. p. 1504. Ausgezeichnete Art, die schon lange bekannt und ihrer auffallenden Form halber von den verschiedenen Autoren in mehrere Genera cingetheilt wurde. Brongniart gab zuerst eine erkenntliche Figur dieser Speeies, welche jedoc!» die eigenthümlich verzierte Spitze, die sehr ith gewisse Rostellarien erin- nert, gänzlich vernachlässigt: er stellte sie, wahrscheinlich hierdurch und die sonstige äusserliche Ähnlichkeit bewogen, in das G enus i?o,s-^t'//«/'/r«. Die schlechte Erhaltung der Mündung machte einen derartigen Irrthum verzeiliiich, obgleich der Mangel der am Gewinde heraufziehenden Rinne, die bei Rostcllaria nie fehlt, Ursache genug gewesen wäre, um eine Eintheilung in dieses Genus zu verhindern. Von den zahlreichen Exemplaren aus Forna, die solche aus Ronca weit an Grösse und Schönheit übertreffen, besitzt zwar auch kein einziges eine vollständig erhaltene Mündung, indessen ist an mehreren die Basis und ein Stück des äussern Mundrandes soweit vollständig, um das C. corvinum sogleich als Verwandten des Ci-rithium clavosuin und niahan Lam. aus dem Pariser Becken erkennen zu lassen. Bronn erkannte unsere Speeies zuerst als ein Ceril/iiitm (ßi: It. Tert. Geb. p.äl), allein in dem später erschienenen Index palaconloloffiais wird sie mit der Grutelouit' sehen Roslellaria dentntä identificirf, es wäre daher seine Synonymik unter a von unseren Speeies zu trennen, 376 Z i t t e 1. Vorkommen: Ob.-Eoeän: Ronca. — Fornti bei Stuhiweissenburg. — Piszke, Bajot bei Gran. Cerithinm aaricnlatnui Schiotli sp. Syn. i820. Muricites mirlciäatus Schloth., Petrefaktenkunde p. 148. 1823. Cerühhim combiisttim Defr. u. Brongt. , Terr. trap. Vic. p. 69, T. III, Fig. 17. 1831. Cerithium auriciilafian Bronn, It. Tertiaer. Geb. p. 50. 1835. „ combustum Heb. et Ren., Terr. numm. sup. p. 186. 1859. „ combustum Peters, Jahrb. geol. Reichsanst. p. 304. In der Beschreibung der obern Nummulitenformation von Gap. etc. von Hebert und Rene vi er wii-d der Name C. combustum Defr. aufrecht erhalten, trotzdem, dass die Autoren selbst erwähnen, Bronn habe mit Hilfe der Originalstücke die Identität mit dem Sc hlo thei m'schen Muricites auriculatus liergestellt. Schlotheim gibt allerdings keine Figuren und seine Beschrei- bungen sind meistens ziemlich unzureichend, indessen er führt unsere Species als zu Cerithium gehörig an, und gibt eine kurze Diagnose, die nicht leicht auf ein anderes Cerithium aus dem Vicentinischen passen kann. Ich sehe dess- halb keinen Grund ein, die Untersuchung von Bronn auf die Seite zu setzen und den spätem Br o ngni art'schen Namen aufzunehmen, so lange überhaupt Prioritätsrechte anerkannt werden. Ausser dem echten C auriculatum Schloth sp. liegt mir aus der Graner Gegend ein Stück vor, das sich durch schärfere Knoten und durch dichtere Streifung am letzten Umgang unterscheidet. Der Mangel an weiteren Stücken verhindert jedoch die Entscheidung, ob es nur eine Varietät von C. auriculatum ist oder ob es einer andern Species angehört. Vorkommen : Ob.-Eoc»n: Ronca. — Saint ßonnet (Heb.u. Re n.), Gutta- ring, Kärnten. — Piszke bei Gran. Cerithium plicatam lirug. (nesh. Coq. foss. Eiiv. Par. II, p. 374. T. 37, Fig. 17—19.) Eine Anzahl Bruchstücke aus Piszke und Wisegrad bei Gran lassen sieli nur mit dem C.plicatum Brug. vereinigen und stimmen ganz besonders gut mit Exemplaren aus Fanden bei Gap überein, die von Heb. u. Ren. beschrieben wurden. Ich konnte sie nach Originalstücken, die von Hrn. Hebert einge- sendet wurden, vergleichen und zweifle nicht an ihrer Identität. Vorkommen: Ob. -Eocän: Faudon, St. Bonnet, Pernant, Entre- vernes, Diablerets (H e b. et R e n). — Castel Gomberto. — Piszke und Wisegrad bei Gran. ligo o ä n sehr vci'hreitet. Neogen: Wiener Becken, Bordeaux, Volhynien e(c. Die obere Niiiniiuiliteiif'(H'iiiiili(i;i in riiiiai'n. O 4 i Ccritiiium Irochlearc La in. (Desh. Cuq. fos. Env. Pur. II. p. 388. T. Ö5. Fig-. 10.) 1804. Ceridiium trochleare Lam., Ann. Mus. III, p. 249. 1823. „ Dmöo/j Brongt., Terr. tnip. Vic. p. 72, T. 4, Fig. 19. 1824. „ conjunchim D esh., Env. Par. II, p. 387, T. 73, Fig. 1 — 3. 1852. „ BiirdigaliumA' Orh., ?voAr.\\\, ^.^0. 1855. „ trochleare H e b. et R en. Bull. Soc. Stat. Js. p. 178, T. I, F. 7. Hebert und Renevier vereinigten zuerst die beiden lange Zeit schon unter dem Namen C. trochleare und C. Dlaholi bekannten Formen, und in der That zeigen die mir zahlreich vorliegenden Stücke der beiden Arten alle Über- gänge unter einander. Von Cerithinm conjiinclum Desh. befindet sich leider ein weniger zahlreiches Material in der Sammlung des Hof-Minoraliencahinets und unter diesen konnte ich keine Übergänge zu Trochleare finden. Indessen Hebert's ebenso gründlichen als scharfen Beobachtungen über unsere Species, die auf das schone Material seiner Sammlung begründet sind, lassen über die Vereinigung auch des C. conjunctum kaum noch Zweifel. Die Exemplare von Piszke stehen der unter Fig. 7 /" von H eher t und Renevier abgebildeten Form aus Ormoy am nächsten. Wie in dieser Abbil- dung angezeigt, schiebt sich in den unteren Umgängen eine dritte etwas schwächere Knotenreihe zwischen die zwei gewöhnlich vorkommenden Reihen ein, verliert sich jedoch wieder in den oberen Umgängen. Vorkommen: Ob.-Eocän: St. Bonnet und Faudon, Castel Gomherto; Diablerets. — Piszke bei Gran. Oligoeän: Sables de Fontainebleau; Gaas. Cerithium cristatnm Lam. (Desh. Coq. foss. Env. Par. II, p. 420. T. 44, F. 4 — 7. T. 60, Fig. 10 u. 11.) Ein in Forna häufig vorkommendes Cerithium, von dem jedoch kein voll- kommen ausgewachsenes Stück vorhanden ist, vereinige ich mit C. cristaliini, obgleich es sich von der Pariser Art durch eine etwas stärkere Knotenlinie unter der Nath, die bei der typischen Species gewöhnlich nur sehr schwach angedeutet ist, etwas unterscheidet. Vorkommen: Öb.-Eoeän: Oberer Grobkalk. — Forna. Cerithium muricoides Lam. (Desh. Coq. foss. Euv. Par. II, p. 426. T. 61, Fig-. 13 — 16.) Diese eigenthümliche Form von Cerithium, die bis jetzt nur aus dem Pariser Becken bekannt ist, findet sich nicht selten in Forna. Die Stücke 378 z i t i .. sind wohl erholten, erreichen jedoch nie die Grösse der ausgewachsenen französischen Exemplare. Vorkommen: Ob.-Eocän: Grobkalk; Forna i). Natica (Ampallina) incoinpleta Zitt. Taf. 11, Fig. 3 a, b. Syn. Natica mutahUis Stäche (non Desh.). Jahrb. geol. Reichs. 1861. Verh. p. 212. Ch((v. Testa ventricosa , imperforata, nitida: spira dcpressa, apice acuta; anfracius 6 siii}ra siihangulati et subplani. Siitnra profunda. An- fraclus idtimvs suhlaevigatus, multo dilatatus; colnmclla callo magno incrns- safa, wnbilicus tectus, ad basim planus. Höhe SOMiil., Breite? 30 Mill. Schale bauchig, mit kurzem, zusammengedrückten Gewinde aus 6 Umgän- gen bestehend, die oben flach, fast concav sind und eine abgerundete Kante besitzen , in eine kurze Spitze auslaufend. Auf dem letzten Umgang ist die Zuwachsstreifung sichtbar und bei starker Vergrösserung lüsst sich auch eine leiciite Spiralstreifung erkennen; derselbe scheint weit ausgebreitet zu sein, ähnlich wie bei Natica patula Lam. , allein leider ist kein einziges ganz erlialtenes Exemplar vorhanden. Die Spindel ist durch eine starke Kalkabson- derung bedeutend verdickt und der Nabel davon gänzlich bedeckt. Die Basal- seheibe ist flach und glatt. Die iV. iiicomplefa gehört in die Grupp e AmpuUinah!\m. (^Cernina Gray) und hat durch ihre dicke Spindclscliwiele einige Verwandtschaft mit N. cepacea Lam., während sie ihre ganze Form mehr der N. patula nähert. Sie kann indess weder mit der einen noch der andern verwechselt werden. N. mutahilis Desh., gehört einer ganz andern Gruppe an. Vorkommen: Häufig in Forna, jedoch immer mit gebrociiener Älund- öffnung. (K. k. Hof-Mineraliencabinet.) Neritina lutea Zitt. Taf. I, Fig. 10 a, b, c. Char. Testa depressa-glohosa, nitida, colorata; spira plana anfraelibns trlbus composita; Anfractus ultimus permagnus , superne angulo obtuso sub- carinatus , sordide luteus , maculis albis , quae formanl zonas duas ornatus, Zona superior macularum ad angulum, inferior sab niedio anfractu. Aper- iura hemisphaerica , labrum exlernum siniple.v , labrum internuni planum, callosum, paullo dcnticulatum. Höhe 4Miii., Breite 4 Mill. ) l'rol'. l'etei-s erwiihiit in seinen geologiisclien Studien in Ungarn (Jiiiirii. yc Ileichs. ISül») iKieii r«7V///(/w crenutululum Desh. nii.t C. fnrnti/atinii IJ r o n j :iiis Bajot bei Gran. Unter lieni vo.han>lenen Maleriiil konnte ieli weder die ei noch die andere dieser Arien vorfinden. Die oljt'i-e NMniiinililLMin.niLilion in IJn.-.ini. 379 Schale klein, gedrückt kugelig, gliinzend; das aus drei Umgängen be- stehende Gewinde ist flach; die zwei ersten Umgänge sind winzig klein , glalt und nicht im mindesten angefressen : der letzte Umgang sehr gross, oben mit einem abgerundeten Kiele. Die Oberfläche ist schmutzig gelb gefärbt, mit kleinen weissen Flecken. Diese weissen Flecke bilden zwei Zonen, von denen sich die eine oben an dem stumpfen Kiele befindet, die andere unterhalb der Mitte des letzten Umganges. Die Mündung ist fast halbkreisförmig, der äussere Rand dünn und schneidig, der innere etwas verdickt und schwach gezähnelt. Die Anzahl der bis jetzt bekannten cocänen Neritinen ist eine sehr be- schränkte und von allen diesen unterscheidet sich unsere Art leicht durch das platte Gewinde und den abgerundeten Kiel am obern Theile des letzten Umgangs, Vorkommen: Forna bei Stuhlweissenburg. (K. k. Hof-Mineralien- Cabinet.) ßelphinula Ctaualifer.a Lam. (Desh. Coi). foss. Env. Pur. II, p. 210, T. 23, Fig-. 12 — 13.) Vorkommen: Ob.-Eocän. Im Grobkalk häufig. — Forna und Piszke ziemlich selten. Bulla Fortisii Biongt. (1824. Bioiigt. Ten-, trai). Vic. p. 32, T. II, Fig. 1.) Der Unterschied von der lebenden Bulla ligiiaria ist höchst gering und beruht nur in den weit stärkeren und liefer eingeschnittenen Furchen auf der Oberfläche. Das Exemplar von Piszke zeigt dieselbe Streifung wie die Ron- caner B. Fortisii, ist jedoch von mehr ovaler Form und oben weniger verengt. Vorkommen: Ronca; Piszke bei Gran. Bulla cylindroides Desli. (1824. Desh. Coq. foss. Env. Par. II, p. 40, T. 3, Fig. 22—23.) Vorkommen: Ob.-Eocän: Grobkalk; Sables moyens. — Forna bei Stuhlweissenburg; Piszke bei Gran. Eulima Haidingepi Zitt. Taf. 11, Fig. 1 a, h, c. Chur. Testa minima, elongato-turrila , recta, nitidissimu. Änfractita 9 — iO, plani, satis lad, sulura sivperficiali vix perspicua juncti. Aiifractiis ultimus lertiam totius testae partem. vix aequans , hasi prodnctus. Apertnra ovata, siiperne angulala. Columella solida, paullo rcflfxa, lahrum exfernum siip(^fue emarginalvm , medio dilatatnm. Höhe 4 Mill., Breite des letzten Umgangs I Jlill. 380 z i t t .. 1. Schale winzig klein, verlängert, tlmrmförmig, gerade und lebhaft glänzend. Die Anzahl der Umgänge ist auf 9 — iO beschränkt; sie sind ziemlich breit, glalt und durch eine feine, kaum sichtbare Nuth mit einander verbunden. Der letzte Umgang ist ziemlich gross und nimmt nicht ganz ein Drittel der ganzen Höhe ein. Die ovale Mündung bildet oben einen spitzen Winke! und breitet sich nach unten hin aus. Die Spindel ist kurz, wenig zurückgeschlagen und etwas nach links gebogen. Der äussere Rand stumpf, oben eingebuchtet und in der Mitte bogenförmig ausgebreitet. Es würde zu weit führen, alle die Ähnlichkeiten und ünähnliehkeiten nur mit den zahlreichen eocänen Arten, die zum Theil höchst schwierig von ein- ander zu unterscheiden sind, anzugeben, da sich bekanntlieh alle Eulimen bis zu einem gewissen Grade höchst ähnlich sehen und sich in ihren Verschieden- heiten am besten durch eine gute, vergrösserte Figur auffassen lassen. Indess eine genaue und wiederholte Vergleichung mit den in der neuen Auflage von Deshayes Description des Coquillcs fossiles de Paris abgebildeten Arten, führte mich zu der Überzeugung, dass die in Forna auftretende Form keiner bekannten Species angehöre. Vorkommen: Forna. (K. k. Hof-Mineraliencabinet.) Auipallaria perusta Brongt. Tuf. lil, Flg. 1 a, b, c, d. Syn. 1823. Amjmllaria perusta Brongt., Terr. trap. Vic. p. 67. T. II, Fig. 17. 1852. Nutica perusta d'Orb., Prodr. II, p. 311. Et. 24. Nr. 202. 1854. Nalica Delbosi Hörn es. Leonh. u. B r. Jahrb. p. 573. 1859. AiiipuUaria perusta Peters., Jahrb. geol. Reichs, p. 497. Die Bestimmung dieser schönen und häufig vorkommenden Species bot mannigfache Schwierigkeit dar, und konnte nur mit Hilfe eines sehr bedeu- tenden Vergleichungsmaterials bewerkstelligt werden. Eine Reihe von Am- pullaria j)erusta aus Ronca verglichen mit einer eben so grossen Anzahl von Stücken aller Altersstufen aus Piszke bei Gran lässt mir keinen Zweifel an der Identität der beiden Formen übrig, wenngleich die ungarischen Exemplare niemals die gefärbten Bänder tragen, die zuweilen an Stücken von Ronca sichtbar sind und die auch die Veranlassung zu dem Namen gegeben hatten. Indessen sind diese Bänder keineswegs ein so wichtiges Merkmal, wofür sie Brongniart ansah, da sie nur in seltenen Fällen vorkommen. Es liegen mir Exemplare aus Ronca vor, an denen die ursprüngliche Färbung noch grossentbeils erhalten ist und die nicht die leiseste Spur eines dunkeln Bandes besitzen. — Höchst bemerkenswerth dagegen ist der Umstand, dass die Amp. jterusta sowohl in Ronca, wo der Fossilisationszustand nicht gerade sehr günstig ist, als auch 'noch weit mehr in den ungarischen Localitäten deutliche Spuren der frühern einförmigen Färbung zeigt und durch die matt violetten flammenförmigen Farbenüberreste lebhaft an Ampullarien erinnert, deren ursprüngliche oliven- grüne Färbung durch die Einflüsse der Sonne und der Atmosphärilien ganz in derselben Weise verändert wurde. Die i.licrc Ni)inimiliU-iiroiin;\(iuii in Uiiyiini. 3. Syn. 1829. Chemnilzia lactea var. Peters, Jahrb. d. geol. Reichs. X. p. 504. Char. Testa elongata, tni-rita, solida , acuminata, multistviata. An- fracfus 8 sfriis numerosis , regularibus sjriralibus ornati , iilani , nonminqnam. superne suhmarginati et sutura plus minusve profunda disjuncti. Ultimus per- magnus omnium aliorum altitudini aequus, subplanus. Apertura elongato-orata, superne anguste angulosa. Columella callosa, margine dexfro simj^lici, recta. Höhe 25Millim._, grösster Durchmesser 9 Millim, Schale verlängert, thurmförmig, zugespitzt mit 8.,flachen Umgängen, die regelmässig durch zahlreiche Spirallinien gefurcht sind. Die Umgänge liegen entweder fest an oder sind oben etwas vorstehend und alsdann durch eine tiefe Nath getrennt. Der letzte Umgang ist stark gefurcht, wenig gewölbt und fast ebenso hoch.alsalle übrigen zusammen. Die verlängert eiförmige Mündung bildet nach oben einen spitzen Winkel und ist unten abgerundet und ausgebreitet. Die Spindel ist mit einer ziemlich dicken Schwiele bedeckt, der äussere Rand einfach. Die Melanin striatissima steht der M. lactea sehr nahe, unterscheidet sich jedoch leicht durch die regelmässigen zahlreichen Spiralfurchen auf der ganzen Oberfläche. Sitzl). d. mathem.-iuidii-w. Cl. XLVI Px!. I. Al)tli. 20 384 Zittel. Hebert und Renevier bilden eine Ilissoa Carolina von St. JJonnet ab, die ich der Abbildung nach sehr geneigt wäre, mit unserer Species zu iden- tificiren, stände nicht die Beschreibung derselben in allzu grossem Widerspruch. Jedenfalls scheint übrigens jene Art weit eher zu Chemnitzia als zu Rissoa zu gehören. Bajüt und Piszke bei Gran ziemlich häufig. Ur. Stäche fand dieselbe Species auch in Siebenbürgen. (K. k. Hof-Mineraiiencabinet.) Melania distincta Zilt. Tiif. II, Fig. 4a, b, c. Char. Testa oblonga , spira elmigota , decolluta, apice obtusa. Anfractus ß—7, superne obtuse angulati, conve.ri, sutura profunda difijuncti, strüs spi- ralibus ornati. Prima nonnunquam etiam altera et tertia striarum seriue denti- culatae plicas longitudinales obsoletas formant. Anfractus ultimus magmis, infla- tus, multititriatus . Apertura ovala, columella salis callosa, margine dextro sim~ plici, ad basim faullo emarginuta. Höhe 12 Milliin., grösster Durchmesser 4 — 5 Mlllim. Schale verlängerl, mit stumpf zugehendem Gewinde. Die 6 — 7 sehr eon- vexen, oben mit abgerundeter Kante versehenen Umgänge sind durci» eine tiefe Nath getrennt und tragen 3 — 4 erhabene Spiralstreifen, von denen die oberen immer mit mehr oder weniger grosser Anzahl scharfer Knötchen besetzt sind. Zuweilen sind auch die zweite und dritte Linie gezähneit und bilden in diesem Falle sciiwache Längsrippen auf den Umgängen. Der letzte Umgang ist je nach den Individuen bald grösser oder kleiner, aufgebläht und mit zahlreichen Spiral- streifen geziert. Die Mündung ist oval, bildet nach oben einen nicht sehr spitzen Winkel und ist unten gerundet. Die Spindel ist verdickt, der Aussenrand einfach, an der Basis etwas eingebogen. Unter den bis jetzt bekannten eocänen Melanien nimmt unsere Art eine ganz exceptionelle Stellung ein und hat mit keiner einzigen nur irgend welche Ähnlichkeit. Anders ist es mit der olijjocänen 31. horrida Dunk., mit der sie die o-rösste Übereinstimmung zeigt und mit der ich sie nach der Dunker'schen Ab- bildung zu identificiren kaum gezweifelt hätte, wenn nicht an den zahlreich vorliegenden Originalstücken aus Grossalmerode und Oberzwehern bei Kassel Unterschiede von nicht untergeordneter Bedeutung beständig vorhanden wären. Die Mündung der M. horrida ist viel abgerundeter und bildet oben keinen spitzen Wiidicl, sodann steht sie viel weniger schief auf das ganze Gewinde. Ausserdem ist die Verzierung der Umgänge bei Melania horrida weit ausgeprägter und besonders die scharfen Linien des letzten Umgangs sehr abweichend von unserer Species. Vorkommen: Forna. (K. k. Hof-Mineraliencabinet.) Diastoma costellata Lam. sp. (1862. Desh. An. sans Veit. bass. Par. p. 413.) Syn. Melania costellata hin m. Desh. Env. Par. II, p. ii3, T. 12, Fig. 5, 6, 9, 10. 1823. Melania costellata var Roncana Bro n gt. Vic. p. S9, T. H, Fig 18. Die oI)ei-ft Niiinmiiliteiifdrniatioii in ITiigarn. o8!) 18S4. Cerithium lamcUosmn Hörn es. Jahrb. Leonh. und Br. p. 573. 1853. Chemnitzia costellata Heb. et Ren. Ten*, num sup. p. 169. Man findet diese so weit verbreitete Art keineswegs häufig in der unga- rischen obern Nummulitenformation und es liegen nur zwei unvollkommen erhaltene Exemplare aus einem Kohjenschurf von Piszke bei Gran vor, deren Bestimmung jedoch keinem Zweifel unterliegt. Vorkommen: Ob.-Eocän: Grohkalk, mittlerer Meeressand, London clay. Cotentin. — Ronca; Bassano in Tirol, Castel Gomberto, Diablerets, Gap; Fau- don, St. Bonnet in Savoyen; Monte Promina in Dalmatien; — Piszke bei Gran. Diastema elongata Brongt. sp. Syn. 1823. Melania elongaia Brongt., Ter. trap. Vic. t. III, Fig. 13. 1859. Chemnitzia elongaia Peters. Jahrb. d. geol. Reiehsanst. X, p. 504. Herr Prof. Peters führt in seinen Studien über Ungarn diese Species an und bemerkt, dass dieselbe mit Exemplaren aus dem Vicentinischen verglichen wurden. In der Thal stimmen die Stücke aus Bajot vortrefflich mit der typischen Melania elongata Bvongt. aus Castel Gomberto, indessen ist es mir einiger- massen zweifelhaft, ob die Unterschiede von 31. costellata wirklich von genü- gendem Werthe sind, trotz der Verschiedenheit der Bro n gni ar t'schen Figur die übrigens durchaus nicht gelungen genannt werden kann. Vorkommen: Ob.-Eocän: Castel Gomberto; Bajot bei Gran. Melanopsis fcf. ancillaroides Desh.^. beider sind die vorhandenen Exemplare nicht hinlänglich gut erhalten, um mit Sicherheit die Identität mit der M. ancillaroides Desh. zu constatiren, mit der die etwas zerbrochenen Stücke allerdings die grösste Ähnlichkeit haben. Vorkommen: Forna; Totis bei Gran. Rissoioa Schwarizi Desh. (1862. Desh. Descr. An. saus Veit. bass. Par. p. 399, T. 22, Fig. 26 — 28.) Kleine zierliche Art, mit glänzender, glatter Oberfläche, wodurch sie von dem grössten Theile derRissoinen unterschieden ist. Mit Aqi- Rissoina Schwartzi Desh. stimmen unsere Fornaerstücke vortrefflich überein; nur scheinen die französischen fast immer einen oder zwei Umgänge mehr zu besitzen. Allerdings ist diesem Umstände wenig Gewicht beizulegen, da einzelne vollkommen aus- gewachsene Stücke auch an Zahl der Umgänge genau übereinstimmen und der grössere Theil derselben im jugendlichen Zustande ist. Vorkommen: Grobkalk, mittlerer Meeressand. — Forna. Torritella carinifera Desh. (1860. Desh. Descr. An. Sans Veit. bass. Par. 11, p. 311.) (1823. Desh. Coq. Foss. Env. Par. II, p. 273, T. 36. Fig-. 1 u. 2.) 26* Vorkommen: Unf.-Eociin: Biarrifz , Bos d' Arros, Nizza , Ungarn. Ob.-Eocän: Grobkalk, mittlerer Meeressand; Londonclay. — Valle Orcagno bei Vieenza; — Piszke bei dran. Tarritcila vinculata Zitt. Taf. II, Fig. 8. Char. Testa elongala-turrita , apice acuta; anfractus mimerosi, plani, vel in medio convexiusculi, sutura simiüici suhtili disjuncli. Ad suluram in basi ciijusque anfractus cingttlum rotiforme oritur; anfractus suhlaevigati, striis spi- ralibus panllo prominentihus ornati. Höhe SOMiilim., grösster Durchmesser 8 Millim. Schale verlängert, tburmförmig, mit spitz zulaufendem Gewinde und zahl- reichen flachen oder in der Mitte etwas convexen Umgängen. Die Umgänge haben an der Basis gerade über der feinen, wenig vertieften Natii einen eigen- ihümllchen vorspringenden Kiel, ähnlich wie Turritellarotiformis: sie erscheinen dem unbewafl'neten Auge glatt, sind jedoch mit etwa 8 — 9 feinen, wenig erha- benen Spiralslreifen geziert. Die Zuwachsslreifung ist auf den meisten Um- gängen sehr deutlich sichtbar. Diese wohlcharakterisirte Species schliesst sich durch ihren vorspringenden Kiel zunächst an die Turriiella carinata Lea, Contrib. to Geol. p. 129, t. IV, f. 120 aus Claiborne in Alabama an, indessen die sehr concaven Umgänge, die tiefe Nath und die sehr spärliche Streifung jener Species unterscheiden sie leicht. Unter den europäischen Arten hat die oligocäne Tnrritella strangulata Grat, aus Dax einige Verwandtschaft, Tnrritella imhricataria Lani, steht durch ihre Form ebenfalls ziemlich nahe, jedoch der Mangel des wichtfgsten Kennzeichens dieser Species, die übergreifenden Umgänge und die vertieften Näthe verhindern jede Vereinigung. Vorkomme n: Piszke bei Gran; Forna. Türritella (MesaluO elegantula Zitt. T;if. II, Fig. 9. Char. Testa minima, ovato-turrita, carinata, apice acuta, ad hasim latius- cula. Anfractus 8 convexi, tricarinati, sutura jjrofunda disjuncti. Carina supe- rior minima, secunda in medio anfractu et tertia dimidium anfractum in partes duas aequales dividit. Anfractus ultimus tertia parte totius altitudinis major, quinque vclsexcarinatus, ad basim planatus. Apertura rotundata, margine dextro incrassato, ad basim planatus. Höhe SS Millim., grösster Durchmesser 1-S Millim. Kleine, zierliche Art, mit konischer, oval thurmförmiger Schale, die oben zugespitzt und an der Basis ziemlich breit ist. Die Umgänge, immer 8 an Zahl, sind convex und mit 3 Kielen geziert; der oberste Kiel tritt am schwächsten hervor, der zweite befindet sieh gerade in der Mitte des Umgangs und der dritte Theil tlieilt die untere Hälfte des Umgangs wieder in zwei gleiche Theilc. Der letzte Umgang nimmt etwas über ein Drittel der ganzen Höhe in Anspruch Die oliere NiiiiiinuliteiiriMinalioii in Ungarn. Oo7 und unterscheidet sich von den übrigen noch durcli zwei oder drei Kiele melir, welche die ziemlich flache Basis scharf abgrenzen. Die Mündung ist rundlich; die Spindel kurz, etwas verdickt und nach aussen durch einen scharfen Kiel begrenzt. Der verdickte, etwas ausgebreitete äussere Arm ist eingebuchtet. Von den bekannten Eocän-Arten ist nur Turrite'lla faseiata Lam. nahe- stehend; allein abgesehen von der bedeutenden GrössendifTerenz hat jene Species eine viel schlankere, thurinförmigere Gestalt, die Anzahl der Umgänge ist dort seifen geringer als 16 — 18, während bei Turritella cleganttila die Zahl 8 niemals überschritten wird. Ausserdem ist Verschiedenheit der Mundöfl'nung und der Columella sehr in die Augen fallend. Vorkommen: Häufig in Forna bei Stuhhveissenhurg. Turntella sp. indet. Bruchstücke einer der Turrilclla snlcifera Desb. nahe siebenden Art liegen in der Sammlung des k. k. Hof-Mineraliencabinefs, dieselben sind nicht genügend, um eine Beschreibung davon zu geben. A o e p h a 1 e n. Crastrocliaena ampullaria Lam. (Desh. Descr. An. s. Veit. hass. Par. I, p. 103 und D esh. Descr. Coq. foss. Env. Par. F, p.lö, T. I, Fig-. 17 — 21.) Diese Bohrschnecke ist in Piszke immer in ganz kurze, keulenförmige Röhren eingeschlossen, die ganz die Gestalt von Cidaritenstacheln haben, Sie (indet sich v^orzüglich in grösseren Schneckenarten, die sie nach allen Fiich- tungen durchbohrt. Vorkommen: Ob.-Eoeän : Grobkalk, ? Londonelay; Piszke bei Gran. forböla semicostata Bellardi. (ISöi. Mein. soc. ge'ol. de France. 2. Serie IV., p. 233, T. XVI, Fig-. lo.) Sijn. 1 8S4. Corhda cxarala H ö r n e s, Leon h. und B r o n n's Jahrb. p. J)73. 18ö9. „ ,, Peters, Jahrb. d. geol. Reichsanst. X. p. 499. So nahe die Bellardi'sche Species dev Corbula exaraia Lam. steht, so scheint sie doch wobl begründet zusein, da die eigenthümliche Verwischung der concentri.schen Rippen sich wohl bei einer grösseren Anzahl von Exem- plaren von der Insel Veglia als auch bei solchen aus der Gegend von Gran zeigt, und also als ein consfanter Charakter von hinreichender Bedeutung zu betrach- ten ist. Vorkommen: Unt.-Eocän: Pallarea und le Puget bei Nizza; Ob.- Eoeän: Insel Veglia; — Piszke und Dorogh bei Gran. 188 Corbula plauata Zitt. Taf. III, Fig. 2a, b, c. Char. Testa lüanala, transversa, crassa inaequilatera, concenlrice cosiafa costts obtusis, distaiitibus. Umbones minimae rix prominentes. Latus anticum Irevius, attenuatum , obtustim ; posticum carina acuta ab umbonihus Oriente an- gulatum. Area postica transversim striata. Länge 11 Millim., Breite 6 Millim., Durchmesser 4 Millim. Sehale länglich, zusammengedrückt, sehr dick, ungleichseitig und nur wenig ungleichklappig. Die Oberfläche, besonders der kleinern Klappe mit star- ken, stumpfen Rippen bedeckt, die ziemlich entfernt stehen und gegen die Buckeln an Stärke abnehmen. Die Buckeln sind kaum vorstehend und sehr klein. Die vordere Seite ist etwas kürzer, als die hintere und stumpf abgerundet. Die hintere Seite mit einem von den Buckeln an den hintern Rand herablaufenden Kiel, wodurch nach Art der Trigonien eine Area gebildet wird, die mit queren Streifen versehen ist, welche auf die concentrischen Rippen einen spitzen Winkel bilden. Die ausserordentliche Dicke der Sehale nähert unsere Species der C revo- hita, von der sie jedoch sehr abweichend ist. Am nächsten steht ihr die Cor- bula raldensis Heb. et Ren. aus Cordaz, von der sie jedoch durch ihre zusammengedrückte Form, die grössere Dicke der Schale und den Mangel der feinen Querstreifung hinlänglich unterschieden ist. Vorkommen: Piszke bei Gran. (K. k. Hof-Mineralieneabinet.) Corbnia angalata Lam. (Desh. Descr. An. sans Vert. hass. Par. I. p. 231. und Desh. Coq. foss. Env. Par. I. p. 34, T. 8, Fig^. 16 — 20.) Trotzdem sowohl die Exemplare von Forna, als die von Piszke beständig etwas kleiner sind, als solche aus dem Pariser Becken, so stimmen sie doch vortrefflich mit diesen überein. Ihre geringere Grösse nähert sie allerdings auch der Corbnia biangulata Desh.; eine Species, die übrigens äusserst schwierig von der Corbnia angulata zu unterscheiden ist. Vorkommen: Unt.-Eocän: Unterer Meeressand; Nizza. — Ob.-Eocän: Grobkalk und mittlerer Meeressand. — Piszke bei Gran; Forna. Pholadomja Pasclii Goldf. ((Joldf. Petref. Germ. Vol. III. p. 273, T. CLVIII, Fig. 3 a, b.) 1846. d'Arch, Mem. de la Soc. geol. 2« Ser. T. II. p. 208. 1851. Bellard i, Mem. de la Soc. geol. 2«^ Ser. T. IV, p. 230. 18S3. Giebel, Beiträge zur Pal. p. 9» (non Phol. Weissi Phil.). Die von Goldfuss ursprünglich aus den Oligocänschiehten von Bünde beschriebene Art wurde von d'Archiac und Bellardi aus der Nummulilen- ISuniinuliteiifoi-iinitioii U>,,^un. 389 formation angeführt. Ich habe in der That Stücke aus Biarritz mit Ollgocänen aus dem Ahnegraben bei Kassel und Astrupp verglichen und kann ebensowenig wie d' Ar chia c feste Unterschiede wahrnehmen; indessen will ich durchaus nicht bestreiten, dass vielleicht auf Grund eines vollständigeren Materials, als mir es zu Gebote steht, die Frage nach der von Bronn (Jahrb. i853, p. 331) aus- gesprochenen Meinung gelöst wird und sich die oligocäne Form von der Nummu- litenspecies wird trennen lassen. Die vorhandenen Stücke machen mir diese Trennung bis jetzt allerdings unmöglich. Anders verhält es sich freilich mit der Phaladoimja Weissi Phil., von der zahlreiche Stücke vorliegen und die von Giebel mit der PÄ. /'««('Ä« Gel d f. vereinigt wurde. Eine Vereinigung dieser Form mit der eociinen Art ist nicht wohl möglich, und wenn in der That die Giebel'sche Ansicht aufrecht zu erhalten ist, so dürfte die eocäne Ph. Piischt als selbststündige Art abgetrennt werden. — Das Exemplar von Piszke stimmt recht gut mit solchen aus Biarritz iiberein. Vorkommen: Unt.-Eociin: Biarritz, Nizza. — Ob. -Eocän: Ostrovizza in Dalmatien; Oberburg in Steiermark; Siebenbürgen. — Piszke. — Oiigocän: Ahnegraben bei Kassel, Astrupp; Doberg bei Bünde. Psauiinobia podica Brongt. (1823. Brongt. Terr. tiap. Vic. p. 82, T. 3, Fig-.9.) 18j5. Heb. et Ren., Terr. num sup. p. 193, T. II, Fig. 3. Mit einigem Zweifel möchte ich die aus Piszke stammenden Exemplare mit der B ro ngnia rfschen Species identificiren, da diese bei weitem kleinere Dimensionen besitzt und mir leider auch nur ein unvollkommen erhaltenes Stück zur Vergleichung vorliegt. Weit besser stimmen sie dagegen mit den von Hebert und Rene vier gegebenen Figuren überein, deren Grösse sie übrigens noch etwas übertreffen. Vorkommen; Ronca, Diablerets; Piszke. Cytherea Petersl Zitt. Taf. III. Fig. 3a, b. Syn. Cytherea Peters, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. 1859. p. S04. Chat'. Testa transversa, subtrigona, depressa , regulär iler concentrice striata, inaequilatera ; latus anticum brcvius obtusum ; poslicum paullo attenua- turn, subangulatiim. Umbones mininiae, acutae. Lunula magna, cordiformis, striata, lineis paullo impressis distincta, Länge 22Millim., Breite 17 Millim., Durchmesser 10 Millim. Schale länglich, oval dreieckig, etwas zusammengedrückt und regelmässig concentrisch gestreift, ungleichseitig. Die vordere Seite ist etwas kürzer, mit einer durch die Lunula hervorgebrachten Einbuchtung unter den Buckeln, und stumpf abgerundet. Die Hinterseite ist zusammengedrückt und bildet einen etwas abgerundeten Winkel, wodurch die Schale eine dreieckige Form erhält. Die 300 Zittel. Buckeln sind klein und spitz. Die Lunula ist gross, wenig eingedrückt, herz- förmig, in gleicher Weise wie die ganze Oberfläche gestreift und von zwei Linien scharf begrenzt. Der untere Rand ist fast gerade, gegen hinten ein wenig eingebogen. Eine Priiparation des Schlosses erlaubte der ziemlich gebrechliche Erhaltungszustand der Schalen nicht. Die Cylherea P^to'st gehört in die Gruppe der Cytherea tellinella , dcUoi- dea, deÜcatula u. s. w.; allein trotz der sorgfältigsten Vergleichung mit Original- exemplaren aus dem Pariser Becken, konnte sie doch mit keiner dieser Arten identifieirt werden. Die grosse, scharfbegrenzte herzförmige Lunula und die zierliche Streifung, so wie ihre etwas bctriichllichere Grösse unterscheidet sie von allen Arten dieser Gruppe. Vorkommen: Piszke; Sarisäp ; Bajot bei Gran. (Hof-Mineraliencabinet.) Prof. Peters führt eine Venus an, die bei Dorogh ganze Schichten erfüllt: die vorliegenden schlecht erhaltenen Steinkerne machen jedoch eine genaue Bestimmung unmöglich. Cytherea dcltoidea Lani. (Desh. Coq. Foss. Eiiv. Par. 1, p. 131, T. 20, Fig:. G, 7 ii. T. 22, Fig. 12 u. 13.) Die zahlreichen Exemplare von Forna stimmen mit französischen in Schloss und äusserer Form auf das Gen;ui(>ste überein, jedoch ist die Streifung etwas feiner und wird die Grösse jener in Forna beinaiie nie erreicbt, eine Eigenthüm- jichkeit dieser Localität, die sich bei einer Anzahl von Arten nachweisen lässt. Vorkomnion: Ob.-Eocän: oberer Grobkalk. — Forna bei Stuhhveisscn- urg. Cardiam gratum Desh. (Uesh. Coq. Foss. Eiiv. I'av. 1, \>. IGj, T. 28, Fiy. 3 — 3.) Syn. Id. Stäche, Jahrb. geol. Reichsanst. 18GI, 18ö2, Verh. p. 212. Die vorliegende kleine Schale war in der Sammlung des Hof-Mincralien- Cabinets als Cardlum gralinn bestimmt, und auch Dr. Stach e cilirt sie in seinem Berichte über den Bakonyerwald. In der That stimmt sowohl die äussere Gestalt als auch die für diese Species so charakteristische Form der Rippen und der dazwisclien liegenden Vertiefungen mit der Def r a n ce'schen Speeies überein. Allein trotz dieser wichtigen Merkmale bleibt mir noch ein leiser Zweifel an der Identität mit dieser Species, sowohl wegen der unbedeutenden Grösse unserer Schale als auch vorzüglich, weil die Rippen zu beiden Seilen der Buckeln mit feinen, dachförmigen Erhöhungen verziert sind. Es mag dies übrigens eine Eigenschaft des jugendliehen Zustandes dieser Art sein. Vorkommen: Unt. - Eocän: Nizza, Krim. Ob.-Eocän: Grobkalk, miltlercr Moeressand: Monte Promina. DalmnUen. — Forna. 391 Lucina Haueri Zitt. Taf. Ilf, Fig. 4 a, b, c, d. Ckar. Testet minhnn, convexa suhorbicularis , lenticularis, siihacquilatera, transversim striata et plicis concentricis crenulatis ornata. Umhones minimae, obliquae, acutae. Lunula Simplex, lanceolata, profunda. Latus posticum declivct deprcssione Oriente ab umbonibus versus viarginem posticum. Vulva sinistra bidentata, altera unidentata ; dentes laterales aequaliter distantes valde promi- nentes, anticus major. Margines elegantissime cremdati. Cicatricula anterior sini- plex, permagna. Pagina interna laevigala. Sehale klein, etwas verlängert, linsenförinig, gewölbt. Die Oberfläche mit zierlich gekörnelten , concentrischen Rippen, und radialer Qiierstreifung bedeckt, die besonders sichtbar wird, wenn die concenlrischen Rippen etwas abgerieben sind. Die Buckeln sind klein, spitz und schief. Die Lunula ist ziemlich tief, lanzettlich und geht bis zum vordem Seitenzahn. Die vordere Seite ist etwas länger, als die steil abfallende hintere, auf der eine von den Buckeln gegen den liinlern Rand ziehende Depression zu bemerken ist. Das Schloss zeigt auf der linken Schale zwei Schlosszäline, auf der rechten nur einen; die in ziemlich gleicher Entfernungf von den Buckeln stehenden Seitenzähne sind wohl entwickelt. Der vordere Muskeleindruck ist sehr gross und breit, er beginnt unter dem vordem Seitenzahn und geht bis in die Hälfte der Schale herab. Die Innenfläche ist glatt. Durch den crenelirten Rand nähert sich unsere Species der Lucina Ilör- nesi, crenulata und Requicni Desh., allein die stark ausgeprägten Seitenzähne, die einfache Lunula und die eigenthiimliche, zierliche Zeichnung der Oberfläche unterscheiden sie wesentlich von allen verwandten Arten des Pariser Beckens. Vorkommen: In P'orna häufig, seltener zu Piszke bei Gran. (K. k. Hof- Jlineraliencöbinet.) lucioa crassula Zitt, Taf. III, Fig. 5 a, b, c. Cliar. Testa crassissinia, ylobulosa, conrexissima, orbicularis, aequilatera, transversim striata et epidermi lamellosa concentrica munita. Umbones inflatae, obliquae. Lunula profunda, rotundata, brevis. Cardo incrassatusbidenlatus,dentium lateralium anterior permagnus, robuslissimus. Margo crenulatus. Cicatricula muscularis anterior, magna, obliqua. Pagina interna impressione musculari. Länge S'SMillim., Breite 5-3 Millim. Schale rund, sehr dick, kugelig, sehr convex. Die Oberfläche ist radial geslreift und darüber eine eigenthiimliche concentrische, lamellenartige Epi- dermis, wie sie bei der lebenden L. Penitsylvanica vorkommt. Die Buckeln sind aufgebläht und schief. Die tief eingeschnittene Lunula ist rundlich herzförmig und sehr kurz. Das Schloss zeichnet sich besonders durch den hervorragenden Seitenzahn aus, der ungewöhnlich stark ist und über dem sich eine kleine, tiefe Grube befindet. Der vordere Muskeleindruck ist einfach, gross und schräg nach innen gerichtet. Auf der Innenfläche ist ein ziemlich tiefer, schräg liegender Muskeleindruck. Der Rand ist crenelirt. 392 Zittel. steht der Lticina Haueri nnh&, unterscheidet sieh jedoch leiclit durch die dicke Schale, die kugelige Form, das sehr verdickte Schloss und die eigen- thümliche Fpidermis. Vorkommen: Wahrscheinlich Forna, wurde von Herrn v. Handtken mitgetheilt; leider ist aber die Angabe des Fundortes verloren gegangen. — (K. k. Hof-Mineraliencabinet.) Cardita laurae Brongt. sp. (1823. Venericardia Laurae Brongt., Terr. tiap. Vic, p. 80, T. V, Fig-. 3 a, b.) Vorkommen: Ronca; Piszke bei Gran. Nocula mixta Desh. (1860. Desh. Descr. An. s. Vert. Lass. Par. I, p. 819, T. 64, Fig. l — 4.) Stimmt vollständig mit Exemplaren aus Damery überein und ist von der verwandten N. similis Sow. leicht zu unterscheiden. Bis jetzt war die Species nur im Pariser Becken bekannt und ist vorzüglich im Grobkalke zu finden. Vorkommen: Ob.-Eocän: Grobkalk und mittlerer Meeressand. — Piszke bei Gran. Leda striata Lam. (1860. Desh. Descr. .\n. s. Vert. bass. Par. I, p. 829 und 1824. Desh. Coq. foss. Env. Par. I, p. 236, T. 42, Fig. 4 — 6.) Die in Piszke nicht selten vorkommenden Stücke sind von solchen aus Farnes kaum zu unterscheiden. Vorkommen: Grobkalk von Paris und Belgien. — Piszke bei Gran. Trigonocoelia media Desh. (1860. Desh. Descr. An. s. Veit. bass. Par. I, p. 839, T. 6Ö, Fig. 3 — 7.) Die Trigonocoelia media ist von der kleinen Varietät der Tr. clelloidea L a m. bei flüchtiger Betrachtung sehr leicht zu verwechseln. Indessen der Mangel der Längsrippen an der Vorderseite und die unter scharfer Loupe sichtbare, fein gegitterte Oberfläche, die besonders am hintern Theile bemerkbar ist, charak- terisiren unsere Species recht gut. Vorkommen: Ob.-Eocän: Mittlerer Meeressand. — Forna bei Stuhl- weissenburg. Area quadrilatera Lam. (1824. Desh. Coq. foss. Env. Par. I, p. 203, T. 34, Fig. lö — 17.) Diese verbreitete und alle Abtheilungen des Grobkalkes durchsetzende Species findet sich häufig in Forna und lässt sich von französischen Exemplaren nicht im mindesten unterscheiden. Vorkommen: Ob.-Eocän: Grobkalk von Paris und Belgien. — Forna. Die obere Xumimilitenformatlon in Uiig-arii. 393 Modiola Fornensis Zitt. Taf. III, Fig. 6 u, b. Char. Testa minima, ovato-oblonga, planiuscula postice et antice obtusa, rcgulariter sulcata , sulcis rectis, longiludinalibus. Umhones sublerminales inflatae, margo cardinalis subrectus. Latus posticum paullo dilaiatum. Margines crenidati. Länge 4 Millim., Breite 2 Millim. Schale sehr klein, verlängert eiförmig, flach, an der vordem Seile herz- förmig abgerundet. Die ganze Oberfläche mit regelmässigen, einfachen Längs- furchen geziert. Die Buckeln sind ziemlich aufgebläht und liegen etwas zurück; der Sclilossrand ist gerade, geht jedoch allmählich in den hintern Band über, so dass die ganze Form der Schale rundlich-oval wird. Die Ränder sind crenelirt. Mit Modiola sulcata L am. hat unsere Species in der Form grosse Ähnlich- keit, allein die über die ganze Oberfläche gehenden Furchen unterscheiden sie leicht. Auch Modiola capillaris Desh. steht ihr nahe, weicht aber ab durch convexere Form, Grösse und die feine haarförmige Streifung, Vorkommen: Forna bei Stuhlweissenburg. IHylilus sp. iiidet. Steinkerne mit groben Längsrippen, ähnlich dem M. corrugatus Brongt. aber mehr in die Länge gezogen, finden sich bei Piszke. In Forna kommt ein kleiner, glatter Septifer vor, von dem mir jedoch nicht hinreichendes Material zur sichern Bestimmung vorliegt. Avicula trigonata Lam. (1824. Desh. Coq. foss. Env. Far. I. p. 298, T. XLII, Fig. 7 — 9.) Von den bestehenden kleinen Arten unterscheidet sich die ^1. trigonata Lam. leicht durch das mittelst einer Furche abgetrennte Ohr. Vorkommen: Ob.-Eocun: Grobkalk von Parisund Belgien. — Forna. Ostrea longirostris Lam. (1824. Desh. Coq. foss. Env. Par. I, p. 331, T. 34, Fig. 7, 8; T. 60, Fig. 1 — 3 ; T. 61, Fig. 8, 9 ; T. 62, Fig. 4, 3.) Syn. 1850. Ostrea longirostris Dixon, Geol. of Süss. p. 95, T. 4, Fig. 4. i860. „ ,, Desh., Descr. An. s. Vert. bass. Par. II, p. 110. 1861. „ „ Searles AVood, Mon. Eoc. Moll. p. 26. T. VI, Fig. 4. „ Roncana, Part seh in Samml. des H. M. C. Schon im Jahre 1850 bildete Sowerby in Dixon's Geology and fossils of Sussex eine Schale der Ostrea longirostris aus den Eocänschichten von Brac- lesliam ab, von der Deshayes selbst sagt, dass „die von Dixon gegebene Figur beinahe keinen Zweifel über die Identität des Schlosses zuliesse'^ Er 304 Zittel. führt sie jedoch in seiner Synonymik mit einem Fragezeichen an, weil der Miis- keleindruck, der bei dieser Species ein gutes Kennzeiciien bietet, allzu vag dar- gestellt sei". Searles Wood in seiner kürzlich erschienenen Monographie der britischen Eocän-Bivalven hiilt indessen die Species entschieden aufrecht, und es kann also die Existenz der Ostrca longirostrls in echten Eocänschichten alsconstatirt angesehen werden, und daher ihr Vorkommen in Forna mit fast aus- schliesslich eocänen Arten nicht mehr auffallen. Unsere vorliegenden Exemplare von For.na, die von Herrn Prof. Rom er eingesandt wurden, gehören unzweifel- haft zu Östren longirostrls und sehen Stücken aus der Gegend von Paris zum Verwechseln ähnlich. Eine in Ronca am Monte del Costa vorkommende und bis jetzt unbeschriebene Auster wurde von Herrn Partsch in der Sammlung des Hof-Mineraiiencahinets mit dem Namen Roncana bezeichnet, sie gehört übrigens wahrscheinlich zu unserer Species und zeichnet sich nur durch ihre gewaltige Dicke und grosses Gewicht aus, allein sowohl das Schloss als der Muskel- eindruck stimmen mit der typischen Östren longirostris überein und dass auch die bedeutende Docke kein Unterscheidungsmerkmal von Bedeutung bieten kann, beweist ein zur Vergleiehung vorliegendes Stück der Ostrea longirostris von Gardigan (Gironde), das die Roncanerstüeke an Grösse und Dicke noch übertrifft. — Es Märe überflüssig an dieser Stelle die Unterschiede zu wieder- holen , durch welche sich die ähnlichen Miocänenarten Ostrea gryphoides Seh lo th sp. und Ostrea Bollei Rens s unterscheiden, ich verweise hiefür auf die Bemerkungen von Herrn Prof. Reuss. (Reu SS. Tert.-Schichten Böhm. p. 28, Taf. 6, Fig. 3. Sitzb. Akad. Wiss. Bd. XXXIX, S. 207.) Vorkommen: Ob.-Eocän: Londonclay; Ronca; Forna. — Oligocän; Sables de Fontaincbieau ; Gironde, Dordogne. Ostrea supranummuHtica Zitt. Tuf. Ill, Fig. 7 a, b, c. Syn. Ostrea sp. Peters,, Jahrb. d. geol. Reichsanst. X. p. 497. Char. Testa ovato-deformis , infcr7ie dilafata, depressissima. Valva infe- rior Inornata, plana, gibbosa, interne sulcis duobus ab umbone orientilms. Valva superior minor , concentrice striata. Uinbones acutae , plus minusve contortae, satis longae , fossnla triangulari. Cicatricnla niiiscularis magna, ovata , rix impressa. Höhe (von den Buckeln zum Stirnrand) 35 — 4ü Millim., grösste Länge 25 - 35 Millim. Schale unrcgelmässig oval; unten etwas ausgebreitet, sehr flach. Die grössere untere Klappe ist meistens ohne alle Verzierung und unregelmässig höckerig; die kleinere ganz flache Klappe dagegen ist regelmässig concentrisch gestreift. Die Wirbel sind spitz, mehr oder weniger gerade oder nach der Seite gerichtet. Die nach aussen durch Furchen begrenzte Area der untörn Klappe besitzt eine regelmässig dreieckige Vertiefung, die wie die ganze Area gestreift ist. Die verhältnissmässig grossen Muskeleindrücke sind kaum sichtbar, sehr wenig verlieft und liegen so ziemlich genau in der halben Höhe der y.ittfl. Dicohei-i' \unniiiilit<'iit\inii;ittoii in rTi;/!irii ■l'nl'.l /;, Xrh.inr, n ,1 . X.,t.,,e : .,,. litJ,. .Lu.r,IJ.Jr. fM ,.. .yt„„t.,;l ryrl„-re I. A,/(il/iir„i /,ra/„/i,f/ni '. i/t ('■ /'Irinolouin Ü,s/,H,/,:,,//ti »'■i,lfi/,i i>„r,nn,„ 1 ^ wi.frrii .\ i/f :■,, j!,iür„/i,n, flro,,,,/. '/. /''usus /Hili/i/,>r,i'.v l.itn, mir. '/ l>„ir„l um /!,nii(jf. ■>■ /,i,l;i>/ftiii-c f,a,n. ( /i//>) "' .Vrr,lim> h,h;i ..itf. Silv.,m..,sl.(l.k..\k;,.l (l\V .n.tkn.üurvvl'! \ l.VI Hd 1. Ahll. lü^'' Zittfl. Die olirrr Xumnmlilc ..iiiiatioii in Tno;, ral'U, R.XMiirn i,j/.J,rt.„ei u.hth. Jjrr il k. /,: Tfnf II . . Sh,„Uilri,fh-n-ri . / f, rit/u'inii l/n/N/iirnf/i/i ', lU ■> C/iri/i nif-.fi, xfri/i/i.'.xiiiin , •^ (iniiiiiii in Hroiiiil tfi 0' Ft/riia Ff>/iirn-;>.v '< Hl > A'fi/irti ifii/Jtii/,l,tn ',///. f. Eii/n/Ki Hiiirlilit/iri .'■ iff. / J/c/ariiii fli.uii/irhi . ,i// 'V, 'irtfrh'l/fi iunnilnhi Xltf. .<>. ')iriilrl/fi ,li '•ift. S,l/.lin...sl.(l k Akiul .1 W nKill.Mwtuiw.ll Xl.Vl.Hd I. Al.lh.lfKil 7ii((fl. Dir ohtTf XmiiiinilileiiroriMiilioii in rn'jm T:,r ff. Yr /,«,>» „ (f..V„^.f,f:.c i. lith A„..,/.k.h.Hnfn\faf,, '■^v/r/fi-Ar, / Jri)/nt//(iri'a perr/ .\hi f>roiif/f . 'f. /ji(fr//ri Ntrtari , ,'Vy/. l C'or/inhi />/aiiafa , 'iiU. .;. __ r,r,.,.v,,/r, . ,"///; :}. Ci/t/irrr,i Prfrr.u , 'if'ff. f! ./////////..• Fnrnrii.vi.v .'i r'U. }, Ostrcd .yiif>riif/iiiiu/ni////r,r ..f'f/. SitMiiio-sb.d.k.Akad.il W Mi;itli. ii;.ti[rw.(I.XLVI.RJ.l. Ablli. I!?() Die (il)ore Niiminiilid'iiformalion ii> Uiigjirii. 305 Schale. Die Furchen, welelie die Area nach den äusseren Seiten begrenzen, setzten sich weit in das Innere der andern Sehale fort und erstrecken sich bis über die Hälfte der Schalenhöhe. Die Ränder sind meist einfach, bei einigen verdickten Schalen zeigt sich jedoch zuweilen in der Nähe des Schlosses eine Crenelirung. Einzelne Varietäten der Ostrea cxcnllaris- Lam. haben Ähnlichkeit mit unserer Species, aber die gewölbte Form der Schalen jener Art verhindert jede Verwechslung. Die Zahl der eocänen Austern ohne gefaltete Unterschalen ist unbedeutend, und diese sind alle sehr verschieden, so dass die Unterschei- dung unserer Species keine grosse Schwierigkeit macht. Vorkommen: Bei Dorogh bildet die Ostrea supranummiditica nach Prof. Peters ganze Bänke; die abgebildeten Exemplare stammen von Piszke und sind häufig n\\{ Sei-pula überzogen. Änomia sp. indet. Eine einzige vorhandene Schale von Piszke zeigt viel Übereinstimmung mit A. temiistriata, indessen scheint die Identificirung nach diesem einzigen Stücke allzugewagt. Von Forna liegt ebenfalls das Anheftestück einer Anoraia vor. Brach iopoden. Terebratalina striatula Sow. (Davidson, Pal. -Soc. 1832, p. lö, Taf. I, Fig. 16.) Verglichen mit englischen Exemplaren stimmt unsere Species vortrefflich, im Pariser Becken ist sie bis jetzt nicht nachgewiesen, doch finden sich dort einige sehr nahe stehende Formen. Vorkommen: Londonclay von Sheppy; — Piszke und Mogyorös bei Gran. 300 XXIV. SITZUNG VOM 23. OCTOBER 1862. Folgende Abhandlungen wurden eingesendet: 1. „Beschreibung zweier Schwertfische" von dem c. M. Herrn Conservator H. Freyer in Triest. 2. „Über Volumsbestimmungen mit Zuziehung der Schwer- punktstheorie" von Herrn Gabr. Blazek, Hörer der Philosophie in Prag. 3. „Über rolhen Schnee" vom Herrn Dr. Span gl er, Apotheker im k. k. St. Johanns -Spitale zu Salzburg. Der Secretar legt photographische Abbildungen des Mondes und der Sonnenflecken, so wie Darstellungen von Planeten von Herrn De la Rue vor, die derselbe erhalten hat, und nun der Aka- demie zur Verfügung stellt. Herr Prof. C. Ludwig übergibt eine vorläufige Mittheilung, betreffend eine „Untersuchung über die Abhängigkeit der Muskel- arbeit von der Stärke des Nervenreizes" von den Herren F. Tachau und A. Fiek. Herr Prof. Dr. C. Heller legt den I. Theil seiner „Unter- suchungen über die Litoralfauna des adrialischen Meeres" vor. An Druckschriften wurden vorgelegt: Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss., zu Berlin, Monats- bericht. Juli & August 18Ü2. Berlin; S«- — der Wissenschaffen, Kaiserl., zu St. Petersburg , Memoiren. Bandl. Heft 1. St. Petersburg, 1862; 8«- — XHI. Zuerkennung der Demidow'schen Preise. St. Petersburg, 1861; So- Astronomische Nachrichten, Nr. 1384. Altona, 1862; 4«- Austria, XIV. Jahrg;ing, XLII. Heft. Wien, 1862; 8o- Bibliotheque Universelle de Geneve: Archives des sciences phy- siques et naturelles. N. P. Tome XIV*, No. 56. Geneve, Lau- sanne, Neuchattl, 1862; 8o- Comptes rendus des seances de l'Academiedes sciences, TomeLV. No. 13. Paris, 1862; 4o- 397 Cosmos, XP Annee, 21* Volume, lö^Livraison. Paris, 1862; 8o- Cotta, Bernhard von. Die Gesteinslehre. Zweite umgearbeitete Auflage. Freiberg, 1862; 8«- Czyrnianski, Teorya tworzenia sie polaczeu chemiczriych na podstawie ruchu wirowego atomow. W Krakowie, 1862; 8o- Genootschap van Künsten en Wetenschappen, Bataviaascb, Ver- liandelingen. Deel XXVII «& XXVllI. Batavia, 1860; 4»- — Tyd- schrift voor indische Taal-, Land- en Volkenkunde. Deel VIF. (III. Serie, D. I), Afleveiing, 1 — 6. 1858; Deel VIII (III. Serie, D. II), Afl. 1. Deel IX. (III. Serie, D. 111), Afl. 1—6. 1860; Deel X (IV. Serie, D. I), Afl. 1 — 6. Batavia, 1861; So- Gesellschaft, kötiigl. Ungar, naturwissenschaftliche, zu Pest. Mit- theilungen, 1862. III. Band, 1. Theil. Pest; 8«- — physikalisch-niedicinische, Würzburger naturwissenschaftliche Zeitschrift, III. Band, I. Heft. Würzhurg, 1862; 8o- —Würz- burger medicinische Zeitschrift, III. Band, 2. «& 3. Heft, Würz- burg, 1862; 8o- Land- und forstwirthschaftliche Zeitung, XII. Jahrgang. Nr. 30. Wien, 1862; kl. 4o- Leseverein, Akademischer, in Wien, Jahresbericht über das Ver- einsjahr 1861—62. Wien; So- Lot os. Zeitschrift für Naturwissenschaften, XII. Jalirgang. Septem- ber 1862. Prag; So- Nagy, Charles, Memoire sur le Systeme solaire et sur l'explication des phenomenes Celestes. Paris, 1862; So- Pest, Universität, akademische Gelegenheitsschriften für das Jahr 1861-62. Ofen; So- Reise der öslerreichischenFregatte Novara um die Erde. Nautisch- physikalischer Theil. I.Abth. Geographische Ortsbeslimmungen undFluthbeobachtungen. Mit 3 beigebundenenCurskärtchen und einer Beilage von 7 lithogr. Plänen. Wien, 1862; 4o- «Sc Folio. Robida, Karl, Gruiidzüge einer naturgemässen Atomistik. 1. und 3. Heft. Klagei.furt, 1860 & 1862; So- Rostock, Universität, akademische Gelegenheitsschriften aus dem Jahre 1861 — 62; So-, 4o- & Folio. Schlagintweit, Hermann, Adolph and Robert, Results of a Scien- tific Mission tolndia and High Asia. Vol. II. With an Atlas of Pano- ramas, Views, and Maps. Leipzig, London, 1862; 4o-&Gr.-Fol. 398 Sociediul de Natiiralistas Noo-Graiiadiuos , Coiiti'ihiiciouos de Co- lombia a las ciencias i a las artes por E. Uricoechea. Ano 1., pag. 139—194. Bogota & Londi-es, 1860; So- Society, TheLiferaryandPhilosophical — , ofManfliester, Mernoirs, P' Series, Vol. 111. Wari-iiigton, 1790; 8o- — II* Series. Vol. I. Manchester, 1805; So- — III'^ Series. Vol. I. London & Paris, 1862; So- — Proceedings, Vol. 11. Manehester& London, 1S62; So- — Rules. Manchester, 1861; 8o- — The Royal Astronomical—,Memoiis. Vol.XXX. London, 1862; 4o' — The Natural History — , of Montreal: The Canadian Naturalist & Geologist. Vol. VIL No. 3 & 4. Montreal, 1862; So- Steiclien, Memoire sur le caicul des variations (Extr. du t. XIV dos Mem. de l'Academie R. de Belgique). Bruxelles, 1862; 8o- Tü hingen, Universität, akademische Gelegenheitsschriften aus dem Jahre 1861. 8o- & 4o- Upsala, Universität, akademische Gelegenheitsschriften fiirlS6J/62. 80- & 4or Vereeniging, Kön. natuurkundigc, inNederlandsch Indie, Natuur- kundige Tijdschrift voor Nedcrlandsch Indie. Deel XXIII. (V. Serie. Deel IIL Aflevering IV— VI.) Ratavia, 1861; So- Wiener medicinische Wochenschrift, XII. Jahrgang. Nr. 42. Wien, 1862; 40- Woch en-Rlatt der k. k. steierm. Landwirthschafts-Gesellschaft, XI. Jahrg. Nr. 26. Gratz, 1862; 4o- Würzburg, Universität, akademische Gelegenheitsschriften aus den Jahren 1860—1862; 8o-&4o- Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, herausgegeben von Emil Erlen mey er. V. Jahrg., Heft 17 & 18. Heidelberg, 1862; So- Poliorny. Hin Moiisüiiin mit Apiusopie. :i99 Ein Monstrum mit Aprosopie. Als ein kleiner Beitrag zur Anatomie der Monstrositäten beseluieben von Dr. Karl Pokorny, Prosector in Wien. (Mit 1 Tafel.) (Vorgelegt in der Sitzung am 16. October 1862.) Durch die besondere Gefälligkeit des Herrn Hofrathes Prof. Hyrtl wurde mir die Gelegenheit zur Zergliederung einer in ihrer Art seltenen menschlichen Missbildnng geboten, und ich habe, da mir das Ergebniss der Präparation Einiges von Interesse für den Anatomen und Pathologen zu bieten schien, das Wichtigste hievon als einen kleinen Beitrag zur Anatomie der Monstrositäten beschrieben. Die beigefügten, bezüglichen Abbildungen sind mit der Idee entstanden, der Verständlichkeit zu Hilfe zukommen, der sich meine als Anfänger wenig geübte Feder kaum erfreuen dürfte. Wie weit ich meine Absicht dadurch erreicht, darüber mache ich mir keine grossen Hoffnungen, da es das erste Mal ist, wo ich mich in anatomi- schen Darstellungen versuchte. Wer diesen Umstand in Berücksich- tigung zieht, wird mich gewiss mit jener Nachsicht beurtheilen, die man um so lieber dort spendet, wo man das Streben erkennt, nach Möglichkeit das Beste zu leisten, und die vielen Unvollkommenheiten dem Mangel an Übung nicht am guten Willen zuschreiben muss. Schliesslich kann ieli nicht umhin, meinem hochverdienten Lehrmeister, dem Herrn Hofrath Prof. Hyrtl, der alle meine wissen- schaftlichen Bestrebungen mit der grössten Bereitwilligkeit unter- stützte, und auch zu dieser meiner Arbeit, mit welcher ich das erste Mal in die Öffentlichkeit zu treten wage, seine freundliche Anregung bot, den herzlichsten und wärmsten Dank auszusprechen. Äussere Besichtigang. Das von mir Fig. 1 (mit Hals und Kopf) abgebildete Monstrum zeigte den Körper eines reifen, aber schwächlichen, kurz nach der Geburt gestorbenen Kindes männlichen Geschlechtes. Derselbe erschien mit Ausnahme einer nicht selten vorfindlichen Deformität der linken Hand — Vermehrung der Fingerzahl auf sechs — und des SiUb. il. miiUicin.-naturw. CI. XLVI. Bd. I. AbHi. 27 400 PoUorny. auffallend kleinen Kopfes normal entwickelt. Letzterer auf einem breiten, kurzen Halse sitzend, ist mit der Bemerkung gesichtslos zu nennen, als Augen-, Mund- und Nasenöffnung ohne eine Andeu- tung gänzlich mangeln, und von den Gesichtsöffnungen blos die Ohrmuscheln vorgefunden werden. Dieselben liegen symmetrisch zu einander, erscheinen jedoch nicht seitlich am Kopfe, sondern vorne an demselben untergebracht mit nach ein- und abwärts gerichteter Convergenz ihrer Längsdurchmesser. Ihre Grösse steht in Relation mit dem kleinen Kopfe, ihre Form ist mit der Bemeikung normal zu nennen, als sich an ihnen alle Theile einer regelmässig gebauten Ohrmuschel, jedoch weniger markirt hervortretend und unvollkom- mener entwickelt voriinden. Man sieht (Fig. 1) den HeHv(Ji), AntiheILv{), die ihr linkerseits mangelte. Bei Eröffnung des Pharynx fand ich selben mit Schleimhaut ausgekleidet, welche an seiner hintern Wand eine Summe markirt vorspringender, parallel nach abwärts laufender Längsfalten bildete, an der Innenfläche der vordem Wand jedoch gegen die Epigottis hin , hügelartig vorspringende (den durch die Glandid. lenticul. der Zungenschleimhaut erzeugten Hügekhen entsprechende), unre- gelmässig angebrachte Erhebungen, weiter nach aufwärts theils zerstreut liegende , theils reihenfiirmig angeordnete, den Papill. filif. ähnelnde Excreszenzen zeigte. Bezüglich der Wände des Rachens sei noch erwähnt, dass man an demselben füglich nur eine vordere und hintere annehmen konnte, welche mittelst einer winkeligen ümbiegung in einander übergingen und mit ihren einander zugekehrten Flächen in Contact erschienen, wenn sich nichts im P/t«r7/wa-* befand. Beim Einblasen von Luft in denselben trieb das eingeleitete Medium seine Wände aus einander und der Rachen schwoll an. Seine hintere Wand war verhältiiissmässig sehr dünn, die vordere dagegen über l'-'S dick. Bevor nun die vordere Rachenwand durch die erwähnte winkelige Ümbiegung in die hintere überging, zeigte sie jederseits eine spaltförmige, mit ihrem über 1 Lin. grossen Längsdurchmesser fast senkrecht gestellte Öffnung, indem letzterer nur wenig nach auf- und einwärts convergirte. Sie war so angebracht, dass man an ihr einen vordem glatten und einen hintern durch Faltungen der sich in diese Apertur hineinziehenden Schleimhaut wie gekerbt aussehenden Rand unterscheiden konnte. Durch benannte Öffnung gelangte man in einen mit der Fort- setzung der Rachenschleimhaut ausgekleideten, schräge nach aus- und aufwärts aufsteigenden, 2 Lin. langen und O'-'ü weiten Gang, (C^ial), welcher in jenem Theile der vordem Wand eingebettet war, der bereits als oberer, seitlicher und stärkster Theil derselben und an iSemAnmdus tymp. und seiner Umgebung adhärent beschrie- ben wurde, und dort begann, wo der Meat. audit. ext. cart. endigte, am genannten Aimuliis tympani. Durch diesen Umstand wurde eine Verbindung beider Canäle (Gänge), deren Axe in einer geraden Linie von oben und aussen nach ein und abwärts fortlief, eingeleitet, und da die Membr. tymp. Ein Monstrum mit Aprosopio. 407 sich rechterscits als eine unvollständige Scheidewand zwischen dieselben einschob, möglich gemacht, Stoffe der Aussenwelt durch die rechte Ohrmischel in den Pluirynx und von da in den Laryn.v und Ösophagus zu leiten. Muskelsystem. Was dieses anlangt, so verdienen nur die in das Bereich der Missbildung fallenden Partien desselben mit ihren durch die par- tielle Agenesie gebotenen Modificationen, da im Übrigen sich nichts von der Norm abweichendes nachweisen Hess, eine Erwähnung. Von den Kopfmuskoln mangelten entsprechend der fehlenden Augen-, Mund- und Nasenöffnung die zur Erweiterung und Verenge- rung derselben be;-:tinimten Muskelgruppen ganzlich. Die Ohrmuschel, die einzige am Kopfe vorhandene Gesichtsöffnung hatte drei Muskeln aufzuweisen. Zwei von der Pars masi. des Schläfebeines entsprin- gende Retrahentes auriculae, und eine Summe von Muskelbiindeln, die dem LevaL auriculae entsprachen. Von den Muskeln des Unterkiefers war bei Ermanglung eines solchen keiner vorhanden. Die Muskeln des Halses im engern Sinne verhielten sich vollkommen normal, von denjenigen, welche den in der Halsregion gelegenen Organen angehören, fehlten die Zungen- muskeln, so wie der Muse, mylohyoid. und Genio-hyoid. gänzlich, der Muse, biventer maoc. inf. war durch das Fehlen des Unter- kiefers auf Einen Muskelbauch reducirt, der von der Pars mastoid. oss. temp. entspringend, sich, nach ab- und einwärts laufend, in eine anfangs rundliche, später flacher werdende Sehne verwandelte, die am obern Rande und an der vordem Fläche des Zungenbeinkör- pers adliärent erschien. Gefüsssystem. Was dieses System betrifft, habe ich nur der Art. carotid. zu gedenken, da die übrigen Schlagadern des Monstrum so wie die hoch- und tiefliegenden Venen nichts Erwähnenswerthes darboten. Die Carotis communis steigt als astloser Stamm fast senkrecht am Halse bis in die Höhe des grossen Zungenbeinhornes empor und theilt sich daselbst in zwei Hauptäste. Der eine (der Lage nach der hintere) läuft, sich nach aussen und oben wendend, dem untern Rande (des bereits oben beschrie- benen) Biventerbauches entlang, vom Kopfnicker bedeckt, zum Muse. 408 P o k o r n y. splenius capit., unter welchen er sich verbergend, in seinen» ferne- ren Laufe dem Verästelungsgebiet einer normalen Art. occipital. entspricht. Der andere (der Lage nach als vorderer zu bezeichnen) steigt anfangs vom M. hivent. max. inf. bedeckt, dann über die Basis des Processus styloid. des Schläfebciiies hinten dem Ohre (wo die beiden Muse, retrahentes auricul. über ihn hinwegziehen) senkrecht bis zum Scheitel des Schädeldaciies empor, um sich mit seiner Endaus- breitung in den Weicbgebilden daselbst sowie in denen der Seiten- wandbeinregion des Monstrums zu vei-ästein. Während seines Laufes gibt er folgende Seitenaste ab : 1. Gleich über der Tbeilung der Art. carot. comim. eine Art. thyreoid. superior mit ihrer Laryngea. ■ 2. Dicht über der Art. thyreoid. sup. eine zur hintern Rachen- wand aufsteigende Art. pharyngca aseendenSf deren Fortsetzung durch das Forum, jugul. in die Scbädelhöhle zur Dura mater zieht. 3. Seinen ansehnlichsten Zweig, der an jener Stelle abgeht, wo der sehnig gewordene hintere Bauch des M. bivent. max. inf. über ihn hinweggellt. Derselbe begibt sich nach ein- und aufwärts und theilt sich nach einem kurzen Laufe , während welchem er einen Seitenast zur vordem Racbenwand, über die er wegstreift, abschickt, in zwei gleich starke Zweige, die durch zwei für dieselben bestimmte Ölfnungen in die Scbädelhöhle eindringen, um sich daselbst sowohl in der Dura i7iater auszubreiten als auch die Gehirnsubstanz in das Bereich ihres Verästelungsgebietes zu ziehen. Die genannten Öffnungen befinden sich zwischen beiden oben beschriebenen, ein- wärts und unterhalb den Ohrmuscheln g<'legenen, den Annulus tymp. einschliessenden Wülsten, die eine (Fig 2 II) in der Mitte zwi- schen beiden, die andere (Fig. 2 I) dem rechten anliegend, der Stelle entsprechend, wo i\ü\' Aiimdus tgmp. an dev Squama adhärent erscheint. Die Untersuchung des Schläfebeins zeigte, dass diese Öffnungen in zwei kurze, nach rück- und aufwärts führende, die verwachsenen Schuppentheile nahe an ihrem untern Rande durch- setzende Canäle leiten. Die Gefiisse begaben sich durch letztere in jenen Raum, der zwischen der Innenfläche der Squamae und dem Rudimente des Keiibeinkörpers übrig blieb, um von dart aus Zweige nach aufwärts zur Dura mater und nach rückwärts zum Gehirn zu schicken. Besonders letzterer Umstand lässt sie als Stellvertreter Ein Monstrum mit Aprosopie. 400 der Art. carotides int. erscheinen , die in Ermanglung eines CmuiL caroticns diesen ungewöhnlichen Weg in die Schädelhöhle nahmen. Sie entsprangen mittelst eines kuizen gemeinschaftlichen Stämmchens aus dem rechterseits gelegenen vordem Haiiptaste der Art. carot. comm. , da wir linkerseits an der Stelle ihres Abganges einen unbe- deutenden Rai'henzweig erblicken. 4. Mehrere Zweige zur convexcn Fläche der Ohrmuschel lau- fend, und 5. einen über die Pars mastoid. des Schläfebeines hinzie- henden Hautzweig. NerTcnsystem. In dieser Hinsieht musste ich wegen der Untanglichkeit des Gehirns zu einer genaueren Untersuchung, auf eine solche ver- zichten. Rückenmark und Sympathicus boten nichts abnormes. Von den Gehirnnerven waren der partiellen Agenesie des Monstrum entsprechend, einzehie gänzlich mangelnd, wie dev N. olfactoriiis, N. opticus, N. oculomot, N. ahdiicens, N. pntheticus und der N. facialis, andere rudimentär und unvollkommen entwickelt, wie der N. glossopharyngeus und der N. hypoglossus. Vom ersteren war blos sein Ilamus ad muscul. stylopharyng., der dem Laufe dieses Muskels folgend an seinem innern Rande nach abwärts lief und in mehrere Zweige gespalten dessen Fleisch versorgte. Zwei zum Pharynx ziehende, ungemein feine Ästchen erschienen als Seiten- zweige demselben. Der N. hypoglossus fand sich auf jenen Seitenast redu- cirt, der als Ramus descendens durch die bekannte Anastomose mit dem Plexus cervicalis die Ansa hypogl. bildet. Sein Aus- tritt aus dem Cavum cranii erfolgte, wie gewöhnlich, durch das For. condyloideum anterius. Vollständig entwickelt fanden sich von den Gehirnnerven blos der N. acusticus, der N. vagus und Recurrens Willisii. Der Ra7n. auricul. n. vagi kam ni^ht aus dem Ganglion jugul. vagi, sondern ging unterhalb desselben aus dem Stamme des Vagus ab; ich fand ihn, aus einer dem äussern Segmente des Os tym- panicum hart anliegenden Öffnung hervortretend, sich, in mehrere Zweigchen gespalten, in die Haut der convexen Seite der Ohr- muschel und des Meat. uudit. ext. cart. verlieren. 410 P o k o r n y. Ein Moiistium mit Aprosoiiie. Von den Halsnerven liisst sich, da ihr Verbreitungsgebiet nur in sehr geringem Grade mit der besehriel)enen Hemmungs- bildung zusammenfällt, nur sehr wenig Nennensweithes sagen. Dass vom JV. auricularis tnagns die Verbindungszweige mit dem N. cotmmiccüis faciei, bei dem totalen Mangel des lelzteren, fehlten, ist sachverständlich. Sonst fanden sich bei den übrigen Halsnerven, so wie bei den Rückenmarksnerven überhaupt unbe- deutende, häufig in den Secirsälen zur Beobachtung kommende Anomalien, die keine hesondere Aufzeichnung verdienen. Erklärung' der Abbildungen. Fig. 1. Kopf und Hals des Aprosopus. h. Uelix. a. Antihelix. f. Fossa scaphoidea. m. Lobulus auricnlae. w. Grössere iuissere Ohrklappe, o. Kleinere innere Ohrklappe. Fig. «. Respirations- und Verdauun^sorgane (letzlere bis zum Duodenum) in Ver- bindung mit der Basis cranii. S. S. Verwachsene iS^^^amrted. Schläfe- beines. Mas. Pars masloidca d. Schliifebeines. Sty. Processus styloid. des Schliife- beines. Sy. Ligamentum stylo-hijoid. Z. Linke nach aufwärts umgeschla- gene Ohrmuschel. rrr. Meatus auditorius ext. cartilagi- neus. m. Linker, dem Annulus tymp. ent- sprechender halbkreisförmiger Vorsprung. X.L r. p. A. I. IL K. K. f-f- LI. M. tr. g.h. Am. Bm. a.h.c d.f. Oes. Mag. Annulus tymp. blossgelegt. Membrana iympani. Öffnung in der Membrana tymp. Vordere Rachenwand. Öffnungen, durch welche die den Art. carolid. int. entsprechenden Schlagadern in die Schädelhöhle dringen. Zungenbein. Kleine Hörner des Zungenbeines. Cartilago thyreoid. cornua majora der Cartilago tJiyreoid. Cornua minora der Cartilago thyreoid, Ligamenta thyreo-hyoid. tat. Ligamentum thyreo-hyoid. me- dium. Cartilago crieoidea. Trachea. Rronchien. Rechte Lunge. Linke Lunge. . Lappen der rechten Lunge. Lappen der linken Lunge. Oesophagus. Magen. i'okoriiy Ein .Moiislnitii mit .V]>ri»s()])i«v Fig. /. iy^.2 S i JT ,r - /'%-^r'.'-v- Är/i /. % i^. r\ .:' FoXorny n.A.¥at.gez,.T)?^-Elffn^sr lith. -1 : i '^ ^: >' " SifAini) Dr. C. Strahl. Über einige neue Thalassinen. Siehe Monatsberichte der königl. Akademie der Wissenschaften zu Kerlin, Sitzun;,' der physikalisch-mathenialischen Classe vom 9, December 1861; S. 12. Un(ersticliungen lilter die Litoralfiiuna ili'S adriatiseljeii MeiMt's. 4o7 Exemplare mangelte. — Die näheren Unterschiede weiden sich liei der nun folgenden Beschreibung der Gattung ergehen. Der Cephalothorax ist vorn und hinten etwas vcischmächtigt und wird durch eine beiderseits über den äusseren Antennen begin- nende und gerade nach hinten verlaufende Nalhlinie(^/?7<i(oi'iiIf:iiiii:i dos adrintlsflien Moores. 44^ Name der Thiere I II III IV V Lysmata setlcandata R i s s o Gnathophylhim clegans Latr Pandalus Ralhkü Hell. . Pontonia tyrrheua Latr. Typton spongicola Costa Pelias scriptus R o u x . . Palaemon squilla Fabr. . AtJianas nilescens L e a eh. Alpheus platyrhyncJms H e 1 „ dentipes M. E d \v. „ ruher M. Edw. . „ lacvimaiius Hell. Hlppolyte Cranchii L e a c h. Virbius varians Leach. . „ viridis Otto . . „ gracilis Hell. . . Penaens Caramote R i s s o Lesina Lissa, Lesina Lesina, Lissa Lesina Lesina, Lissa Lesina , Lissa, Ragusa Lesina, Lissa Lesina, Lissa, Ragtisa Lesina Lesina, Lissa, Ragusa Lissa, Lesina Lesina Ragusa Erklärung der Abbildungen. Tafel I. Fig. L Goniodiscus ptacentaeforiuis. Hälfte der Seheibe von der Rflckenseite. w 2. ,, „ „ „ „ „ „ Rauchseite. „ 3. „ acutus. „ „ „ „ „ Rückenseite. « 4. „ „ „ „ „ „ „ Rauehseite. Tafel II. Fig. 5. Pectinura Forbesi. Von der RücJcenseite. „ 6. „ „ „ „ Rauchseite. „ 7. „ „ Armglieder von der Rauchseite. 8. „ „ „ „ „ Seite. 9. Amphiura squamata. Armglieder von der Rauehseite. , iO. Op/tiura ciliata. Mundschild. H. „ albida. Ansicht von der Rückenseite. 12. ,. ,. Ein Mundschild, .10" 448 Heller. Untersuchungen über die Litoralfauna des adriat. Meere». Fig. 13. Ophiura Grubii. Ansicht von der Rückenseite. 14. „ „ ,, >, j. Bauchseite. 15. ^^ „ Armglieder von der Bauchseite. 16. „ „ » » » Seite. „ 17. Ophiopsila aranea. Rückenansicht. 18. „ „ Bauchansicht. i9. „ „ Armglieder von unten. 20. „ „ Ein Seitenstachel vergrössert. Tafel III. Fig. 21. Ebalia Costae. Rückenansicht. „ 22. Calliaxis adriatica. Seitenansicht. 23. „ „ Äussere Maxiiiarfüsse. 24. „ „ Mittlere 2o. „ « Innere „ 26. „ „ Äussere Maxille. 27. „ » Innere „ 28. „ „ Mandibel. 29. „ „ Schwanzflosse. 30. „ „ Abdominalfuss. 31. Pandalns RathkiL Seitenansicht. CHpUpi-. liil.Tsii.liiiuo.'ii nlMTilicl.iloralfauii;» .IcrAilna. Taf. ^-^ 1^ \ ^arJidiit.'^ c^vü^ Süzunösb.der k.Akad.d.W. luaÜuai.iiaUinv.ri.XLVl.Bd.IAbÜi.l C.Heller. Untersurhim<5pn libevdit'l.itoralfjnm;! diM-Adr Taf.n. r-^ (i JM--r:\ ^^jrf-H**^ HeiUmaim.-Gesl.v.GebliaA. Aus dJck.Hofu.Slaatsdru.... Sitzungslj.deT k.Akad.d.W. matliem. nalurw.Cl.XLVI.Bd.I.Ablli.l862. C.Heller, l'nlersurliiiiiöeii iiberdie l/iloraliuuiia der .\tlvia . Taf.lU. Sitzmiö^lK der k. Akad .d .W. matlieiu. naUlnv^ ri.TiLVI.Bd.l.Al)lli.lft6^ 449 XXVI. SITZUNG VOM 13. NOVEMBER 1862. Herr Hofiath V^^. Hai ding er übersendet eine Abhandlung, betitelt: „Die October-Feuermeteore in den Wiener Blättern 1862". Das c. M., Herr Prof. Dr. Tb. Wertheim in Gratz, dankt mit Schreiben vom 10. November I. J. für die ihm zum Behufe seiner Untersuchungen über das Coniin und Piperidin bewilligten 250 fl. Das c. M., Herr Prof. Di\ Const. Ritter von Ettings hausen überreicht eine für die Denkschriften bestimmte Abhandlung: „Die Flächen-Skelete der Farnkräuter, ein Beitrag zur vergleichenden Phytotomie so wie zur Bestimmung der fossilen Pflanzen". An Druckschriften wurden vorgelegt: Academie Imperiale des Sciences, Arts et Belies - Lettres de Dijon, Memoires. 2" Serie, Tome IX^ Annee 1861. Dijon& Paris, 1862; 8o- Accademia Pontificia de' Nuovi Lincei, Atti. Anno XIV. Tomo XIV. Sess. 4^— 7\ Roma, 1861; Anno XV. Tomo XV. Sess. V—Z\ Roma, 1862; 4o- Akademie der Wissenschaften, königl. bayer. , zu München, Sitzungsberichte, 1862. 1. Heft 2 & 3. München; 8- Astronomische Nachrichten, Nr. 1386—1391. Altona, 1862; 4o- Au Stria, XIV. Jahrgang, XLV. Heft. Wien, 1862; 8o- Bibliotheque Universelle de Geneve, Ar.chives des sciences phy- siques et naturelles. N. P. Tome XV% No. 57. Geneve, Lau- sanne, Neuch;.tel, 1862; 8o- Cosmos, XP Annee, 21" Volume, 19^ Livraison. Paris, 1862; 8o- Comptes rendus des seances de TAcademie des sciences, Tome LV. No. 16 & 17. Paris, 1862; 8o- Gesellschaft, Naturforschende, zu Emden, 47. Jahresbericht. Emden, 1862; 8o' — Kleine Schriften. IX. Emden, 1862; 4o- 450 Gesellschaft der Wissenschaften, königl. Sächsische, zu Leipzig, Abhandlungen. VI. Band. 2. & 3. Heft. Leipzig, 1862; kl. 4o- — Berichte über die Verhandlungen. Mathem.-phys. Classe. 1861. I. II. Leipzig, 1862; 8o- — Schlesische, für vateiliindisclie Cuitui-, 39. Jahresbericht. Breslau, 1862; 8o- — Abhandlungen. Abtheilung für Natur- wissensch. und Medicin. 1861. Heft. 3; 1862. Heft. 1. Breslau; So- Gewerbe-Verein, niederösterreicbischer, Verhandlungen und Mit- theilungen, Jahrgang 1861, 10. Heft. Wien; 8o- G runer t, Job. Aug., Archiv der Mathematik und Physik. 38. Theil. 4. Heft. Greifswald, 1862; 8o- Jahrbuch, Neues, für Pharmacie und verwandte Fächer. Band XVIII. Heft 2 & 3. Heidelberg, 1862; So- Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie. Von Herrn. Kopp und Heinr. Will. Für 1861. I. Hälfte. Giessen, 1862; So- Land- und forstwirthschaftliche Zeitung, XII. Jahrg., Nr. 32. Wien, 1862; kl. 4o- Lesehalle der deutschon Studenten zu Prag. 1848 — 1862. Prag, 1862; 8o- Maak, Bichard von. Reise nach dem Amur, unternommen 1853 auf Veranlassung der sibirischen Abiheilung der k. russ. geogr. Gesellschaft. Mit einem Atlas von 36 Tafeln, Petersburg, 1859; 40 & Folio. — Reise nach dem Flussthale von Usur, unternommen auf Veranlassung der k. russ. geogr. Gesellschaft. Band I & II. Petersburg, 1861; 4o- (Kussisch.) Mayr, Gust. L., Myrmekologische Studien. (Verhandlungen der k. k. zoologisch - botanischen Gesellschait in Wien. 1862.) Wien, 1862; 8o- Memoirs of the Geological Survey of India. Palaeoiitologia Indica. 1. The Fossil Cephalopoda of the Cretaceous Rocks of Southern Iddia. By H. F. Blanford. Calcutta, 1861 ; 4o- Mitth eilungen aus J. Perthes' geographischer Anstalt, Jahrgang 1862, X. Heft. Gotha; 4o- Perrey, Alexis, Notes sur les trcmblements de terre en 1838 et 1839, avec Supplements pour les annees anterieures. (Extraits du t. Xn. des Mem. couronnes et autres Mem. de TAcad. R. de Belgique, en 80 et du t. XIIL des Mem. de la meme Acad.) So- 451 Prestel, M. A. F., Die mit der Hohe zunehmende Temperatur als Function der Windesriclitung. Mit 3 Figuren. (Verhandlungen der K. L. - C. D. A. Band XXIX.) Jena, 1861 ; 4»- Regnault, V., Relation des experiences entreprises par ordre de S. E, M. le Ministre des travaux publics etc. pour determiner les lois et les donnees physiques necessaires au calcul des machines äfeu. Tome IL Paris, 1862; 4o- Societe Imperiale de Medecine de Conslantinople: Gazette medi- cale d'Orient. \T Annee. No. 6. Constantinopie, 1862; 4o- Societe Provinciale des Arts et Sciences d'Utrecht, Programme. 1862-63. Society, The Royal — , of London, PhilosophicalTransactions for the Year 1861. Vol. 151. Part 1 — 3. London, 1861-62; 4«- — Proceedings. Vol. XIL No. 49. London, 1862; S»- — Morgan, Aug. de, Contents of the Correspundence of Scientific Men of the seventeenth Century, printed at the University Press. Oxford in 2 Volums Octavo, 1841. Oxford, 1862; So- — The Chemical—, Journal. Vol. XV. 5-9. No. LXI— LXV. London, 1862; S^' — The Royal Dublin -, Journal. Vol. III. No. 24 - 25. Dublin, 1862; 80- Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde. XVIIL Band, 2. Heft. (Jahrgang 1862. IV.) Wien, 1862; 8o- Wiener medicinische Wochenschrift. XII. Jahrgang, Nr. 45. Wien, 1862 ;4o- Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts- Gesellschaft. X. Jahrgang. Nr. 21. Gralz, 1861 ; 4«- Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, herausgegeben von Emil Erlenmeyer. V. Jahrgang. Heft 19. Heidelberg, 1862; 8«- röZ Et t iu g- sliuusen. Beiträge zur Kenutniss der Flächen- Skelete der Farnkräuter. Von dem c. M. Prof. Dr. Constantm R. v. JBttingshaasen. (Auszug- aus einer für die Denkschriften liestiinmten Abhandlung.) Die Vertheilung und Anordnung der Gefässbündel an den Flächenorganen der Filices ist von den Systematikern schon seit Langem beachtet worden. Man hat jedoch bisher immer nur ein- zehie hervorragende Merkmale zum Behufe der Charakteristik der Arten aufgesuclit und alles Übrige , das für diese Charakteristik als überflüssig oder nicht verwendbar erschien , unberücksichtigt lassen. Bei Gattungen und Arten mit besonders ausgezeichneter FructiGcation hat man, wenn schon diese hinlänglich sichere Merk- male der Unterscheidung darbot , die Untersuchung des Flächen- Skelets gänzlich vernachlässigt; eben so bei Gattungen z. B. Adian- tum, deren Arten oberfläeblich betrachtet, die gleiche Anordnung im Flächen-Skelete zu haben scheinen. Die bisherige Methode in der Terminologie und Beschreibung der Nervation der Filices kann nicht für vollkommen genügend gelten , denn sie stammt von einer Zeit her, in welcher man die Skelete der übrigen Pflanzen noch nicht gehörig gekannt hat. Die Erfahrungen aber, welche die Erforschung der Blatt-Skeiete der Dikotyledonen lieferten, geben oft genug Anhaltspunkte für die richtige Auff'assung der ähnlichen Verhältnisse bei den Farnkräutern. Aus diesen Gründen hielt ich eine eingehende Untersuchung des Flächen-Skelets der Filices für zeitgemäss und wünschenswerth. Aber noch einen wesentlichen Grund zur Vornabnne einer solchen Arbeit habe ich anzugeben. Von den Pflanzen der vorweltlichen Flora spielen die Farne eine hervorragende Rolle. Die Mehr- zahl der fossilen Farnkräuter ist gegenwärtig noch ungenügend bestimmt oder vielmehr nur beliebig benannt worden. Dies zeigt uns schon ein flüchtiger Blick auf die Gattungen Cyclopteris, Neiiropteris, Sphenopteris, AJethopteris und Pecopterift, welche Fläclien-Skelete der Farnkiäuler. 4:0 O eigeiitlicli zum Sammelplatz für das noch nicht gehörig geordnete und bestimmte Material geworden sind. Wenn man aber die Flächen- Skelete der jetzt lebenden Pdanzen genauer kennt, so wird man die fossilen Pflanzen besser bestimmen können. Ich habe es versucht , eine solche Bearbeitung vorzunehmen, und zwar im gleichen Sinne und nach demselben Plane, wie in meinem im Jahre 1860 erschienenen Werke „Die Blatt-Skelete der Dikotyledonen, mit besonderer Piücksicht auf die Untersuchung und Bestimmung der fossilen Pflanzenreste". Von dieser Arbeit ver- öfTenlliche ich hiemit einen Theil als selbstständige Abhandlung. Ein besonderes Gewicht musste ich auch hiebei auf die Anwendung des Naturse'ihstdruckes legen, welcher für die Darstellung und Unter- suchung der Flüchen-Skelete unentbehrlich ist. Da die Lehre vom Flächen-Skelete einen integrirenden Theil der vergleichenden Anatomie der Pflanzen bildet, so mag die vorge- legte Arbeit als ein Beitrag zu diesem erst einer spätem Zukunft angehörenden Wissenschaftszweige gelten. Im Nachfolgenden gebe ich eine Übersicht der untersuchten Arten, deren Auswahl mit besonderer Berücksichtigung der Analogien und Yergleichungen mit den fossilen Arten vorgenommen wurde. Zum Schlüsse halte ich es für meine Pflicht , der liberalen Unterstützung dankend zu erwähnen, welche mir die Herren Prof. Fenzl und Hofgarten-Director Schott dadurch zu Theil werden Hessen, dass sie die reichhaltigen Farnsammlungen des kaiserlichen botanischen Museums und des kaiserlichen Hofgartens zu Schön- brunn mir zum Studium und zu den Untersuchungen jederzeit zur Verfügung stellten. Conspeclus specieriim. Gen. ACROSTICHUM Linn. 1. Hyphoptei'is retdiata, Acrostichum bifurcatuiu S w. Nervis bl-tl-ifurcatis ramis angulis acutissimis diver- gentibus. A. pellatum S w. Nervis dichotomis. 2, Cyclopteris sitnple.v aequalis, A. spheDophjliuiu Kunze. Nervis dichotomis; raniulis craspedodroniis ante rnarginem apice obtuso desinentibus. 454 Etti ngshausen. 3. IVeiiropteris acvostichacea. aj Nervis secundariis sub angulis 60 — 80^ divaricatis. A. Gni'diieriaiiuu) K u nze. Nervis secundariis basi abbrevialis; ramis ramulisqiie remotiusculis. A. iiliiiiiüsuiu Fee. Nervis secundariis basi apiceque sensini abbrevialis; ramis et ramulis remotiusculis. A. hjbriduiu Bory. Ramulis craspedodromis remotiusculis, cum nervo primario angulos 7o — 90" includentibus; nervis secundariis prominentibus. A. Lingua Ra ddi. ) Ramulis craspedodromis approxiniatis cum nervo pri- A. Sca!|)clliiiu Mart. j mario angulos 73 — 90" formantibus. li_) Nervis secundariis sub angulis 30 — 5S" divaricatis. A. Morilzianiiui Kunze. Nervo primario subflexuoso, infra apicem valde atte- nuato, ramis craspedodromis 2 — 3 millim. inter se remotis. . ,, ,. ., , 1 Nervo primario recto; nervis secundariis inaequilongis, A. lloenseHook. / ^. , , . ... . . „ ^ > ramis craspedodromis approximatis, cum nervo pri- A. conforme S w. ■ \ m <~fia e *u J mario angulos 09 — /O" lormantibus. A. vlscosuin Swa r tz. ^ Nervo primario recto; nervis secundariis tcnuibus A, saliclfoiiiiiu Willd. > subaequilongis; ramis craspedodromis densis A. Prcslianiiiu Fee. ) cum nervo primario angulos 70 — 80" formantibus. A. peri'Icgans Fee. Nervo primario pervalido , recto; nervis secundariis valde arcuato-divergentibus; ramis craspedodromis approximatis angulos 7o — 85" cum nervo primario includentibus. A. saxicola Mor. Nervo primario recto; nervis secundariis tenuissimis, abbre- viatis; ramis craspedodromis angulos SO — 60" cum nervo primario for- mantibus^ densis. 4. Taeiiiopteris orthoneuris. A. lineare Fee. Nervis secundariis 3 — 5 millim. longis, remotiusculis vix paral- lelis. A. villosiiiu Swartz, Nervis secundariis 10—20 millim. longis, parallelis. 3, Taeiiiopteris campyloneuris» A. rauiosissiinuin Fee. Nervo primario vix prominente, nervis secundariis distinctis, approximatis. ,.,,,.,„ 1 "i Nervo primario basi prominente, infra apicera A. iiiloselloides Presl. / * * , ^ , . , -- 13 1 . n > valde attenuato; vervis secundariis tenuis- A. Jamesonii Hook et Gre V. ( ; simis VIX distinctis. A. Martiiiiceiise Desv. Nervo primario valido, prominente; nervis secundariis angulis acutissimis egredientibus, abbreviatis, remotiusculis. 6. Dictyopteris simplex appendiculata, A. axillare Cav. Nervis secundariis angulis acutis exeuntibus, brevissimis dictyodromis. Fläclien-SKclele iler l^iinkiiiiitei-. 435 7. Mßicfyopteris composita appentlivulaltt, A. Feejaimm Ett. Nervis secuiulariis angulo reclo vel subrecto exeuntibus, fle- xuosis. S, Dictyopteris actinoüromn. k. Vespcrtiliü Mett. Nervis primariis 5 — 9, dichotomis; rumis flexuosis; nuicu- Jis prominentibus, appendicibus numerosis rcplclis. Gen. DRYOSTACHYUM J. Smith. Drjoslacbjuiii pilosiim J. Smith. Drynaria rcgiilaris, nervo primario iatcrali; segmenlis tcrtiariis regulariter rhomboidalibus; appendicibus libcris pro- minentibus. I). spleiideiis J. Smith. Drynaria reguiaris, nervo primario lateraii; segmcntis tertiariis irregulariter rhomboidalibus; appendicibus liberis tcnuibus. Gen. OLFERSIA Raddi. Olfersla ccrvina Kun ze. Brochidopteris nervo primario laterali, valido; nervis secundariis anguiis subacutis egredientibus, tenuibus, crebris, approxiraa- tis, marginem versus paullatim convergentibus ; arcubus laqueorum in ner- vum marginalem eonfluentibus. Gen. CHRYSODIÜM Fee. f. Pleocneniin Memiteliae. Cbrjsodiiiin scalpluratuiu Mett. Radlis interruptis. Ch. serratifolluiu (Heteroneuron s. Fee). Radiis perviis. 2» Dictyopteris shnplex exappendiculata. Cb. vulgare Fee. Nervo primario pervalido; maculis oblongis , prominentibus, pluriseriatis. 3. Dictyopteris composiUt eaaappendiculata. a) Nervis secundariis camptodromis. Ch. flagelllfenim Mett. Nervis secundariis in distantia Vis — Vie; "lacuiis Dic- tyopterldis aequaiibus, regulariter ellipfico oblongis. Ch. |iunctat(iiu Mett. Nervis secundariis in distantia V15— Vi3' maculis Dietyo- pleridis medianis inaequalibus irregulariter angulatis. Ch. (livcrsifolium (Heteroneuron d. Fee). Nervis secundariis in distantia V30—V35 '■> maculis Dictyopteridis primariis et secundariis inaequalibus, irregulariter angulatis. b) Nervis secundariis craspedodromis. Ch. ftiioyaniim (Heteroneuron G. Fee). Nervis secundariis pauUo flexuosis, pro- minentibus; maculis Dictyopteridis aequaiibus; lateralibus uniseriatis. 456 Ettin gshausen. 4. Dictyopteris composita appendiciilata. Cb. alienum Me 1 1. Nervis secundariis flexuosis craspedodromis; maculis late- ralibus 2-seriatis. Gen. LOMARIOPSIS Fee. 1, Craspedopteris vera, Loinariopsis sorbifolia Fee. Nervis secundariis numerosis, tenuibus rectis, subae- qualibus. Ä. Taeniopteris orthoneuvis, L. longifolia Ett. Nervis secundariis angnlis 50 — 60 egredientibus. l. Borjaiia Fee. ) xt • j •• ,• «v ^o„ ,. ... - ih 1 F ' \ Nervis secundariis angulis 7ö — 85o egredienlibus. 3* Taeniopteris campyloneuris» 1. Sinilbii Fee. Nervis secundariis circ. 2-3 miilim. inter se remotis. , ., , „ , > Nervis secundariis 1 — 1*3 miilim. inter se remotis. l. cuspidata Fee. ) 4. Brochidopteris Stenochlaenae* L. scandens Mett. Nervis secundariis tenuibus , valde approximatis, margiaem versus arcuato-convergentibus. 5, Dictyopteris simplex exappendicultita, 1. Raddiana Mett. Maculis Dictyopteridis triangularibus ; lateralibus 2 — 3- seriatis. 6. Orynaria regularis, L. Horsfieldii Mett. Nervis secundariis flexuosis, brochidodromis; tertiariis anadromis ; segmentis rhomboidalibus , maculis appendicibus liberis repletis. Gen. POLYßOTRYA Humb. et Bonpl. 1, Craspedopteris ctenodes. Poljbotrya Lecbleriana Mett. Nervo primario simplici e rhacbide angulis acutis egrediente. 2» Pecopteris sphenopteroides, P. intermedia J. Sm. Nervis secundariis anadromis; tertiariis angulis acutissi- mis exeuntibus. Fliiohcn-Skelele der Farnkräuter. 457 3. Pecopterts Asplenii, a) Nervis marginem versus arcuato-divergentibus. P. scrulala J. S m. ) Nervis seeundaris sub angulis 65 — 7a° divaricatis, ner- P. rhizopbjlla Presl. f vis tertiariis perpaucis, internis elongatis. h) Nervis versus marginem plus minusve arcuato-convergentibus. P. iiu(ans Kunze. n P. cau(la|ihjHuin Zenk. Ramulis crasp^dodromis apices dentium attingentibus. P. (eiielluiu Forst. Ramulis craspedodromis ante marginem apice clavato desinentibus. 5. Netiropteris ucrostichacea, P. ausliale Mett. Nervo primario versus apieem flexuoso; nervis .secundariis angulis aculissimis egredientibus, basi sensiin abbreviatis. 460 E tt i ngshau s en. 6, Goniophlebium verum. P. ailiciilatiiin Desv. Nervis secundariis prominentibus , marginem versus arcuato-convergentibus; nervis tertiariis paullo convergentibus, radiis longioribus. P. franiniroliiiin Jacq. Nervis secundariis vix prominentibus flexuosis; nervis tertiariis subreetis, radiis longioribus. P. dissiinile Linn. Nervis secundariis paullo prominentibus; tertiariis subreetis radiis breviorihus. „ ../.,. T II Nervis secundariis sub angulis 50—60° divari- P. uieniscifolium Langsd. i ,■ „ ■ ^ ,■ ■■ <• j- . ^ catis , flexuosis, tertiariis rectis, radiis bre- P. nerelfoliiim Swartz. , . ., } vioribus 7, Goniophlebium marginarioides, P. siibaurirulatum Blume. Nervis secundariis angulis 43 — S5° exeunlibus tenuibus, flexuosis approximatis; radiis inaequilongis. P. gladiatuiu Kunze. Nervis secundariis angulis 6S — 75° exeuntibus, arcuato- convergentibus flexuosisque , i-amulis craspedodx'omis , ante marginem terminatis; nervis tertiariis radiis plerumque interruptis brevioribus. P. loriceuin Langsd. et Fisch. Nervis secundariis angulis 70— 80° egredien- tibus, arcuato-convergentibus flexuosisque, ramulis craspedodromis mar- ginem attingentibus; nervis tertiariis radiis brevioribus. P. iaetuiu Raddi. J Nervis secundariis flexuosis; nervis tertiariis angulis P. clliatum Ett. } 60 — 70° exeuntibus, radiis interruptis longioribus. S» marginaria incompleta, P. cartilagincuin Presl. i Nervo primario flexuoso; nervis secundariis paucis. P. incaiium Swartz. ) tenuissimis inaequilongis subhypbodromis. P. Pluuiula Willd. Nervo primario flexuoso ; secundariis numerosis, tenuissi- mis, aequilongis, subhypbodromis. P. Otites Linn. Nervo primario recto vel infra apicem subflexuoso; nervis secundariis arcuato-convergentibus; ramulis inferis saepe conjunctis laqueis margini approximatis parallelisque. P. Paradlseae Langsd. et Fisch. Nervo primario valido recto; secundariis numerosis flexuosis; ramulis inferis liberis, laqueis margini non parallelis. 9. Marginaria genuina. P. Lachnopus Wa II. Nervo primario laterali; secundariis angulis 30 — 40 exe- untibus, tenuibus maculis Marginariae rotundatis vel obovatis; radiis abbre- viatis, maculis lateralibus uniseriatis. P. pallens Blume. Nervo primario laterali, recto, secundariis angulis 60—70° egredientibus, numerosis; maculis Marginariae rotundato-cllipticis; radiis infimis inter se conjunctis, reliquis liberis. P. californicuiii Kaulfs. Nervo primario laterali, flexuoso; nervis secundariis angulis 60 — 70° egredientibus; maculis Marginariae ellipticis; radiis trans- versariis elongatis, liberis. Fliiclien-Skelete der Fiirnkriintor. 461 \ Nervo primario rhachidromo, (lexuoso; nervis P. vaociiiifoliiim Langsd. et/ secundariis angulis 40—50° exeunlibus , Fisch. maculis Marginariae elliptico-oblongis,ramo P. rardioplijUiiiii Kit. l libero arcuato; arcubus laqiieoruin margini ^ haiid parallelis; radiis inter se conjunctis. \ Nervo primario rbachidromo flexuoso; nervis P. Iiilosellüidcs Linn. J , .. ,. .„ „„o ,. ,., „ ' , ^ I seeundarus angulis 40 — 50 egredientibus, P. Haciikeanuiu Ett. f ,.,,.. . , ^ , .i „ „ ^ V maculis Marginariae rotundato vel oblongo- P. Cavcniiense Desv. > ... .. . ... ,, ,. „ , . I ellipticis; ramo libero paullatim arcuato; P. scriiens Linn. \ , , • • . n i- „ \ arcubus laqueorum margini subparallelis; P. aiirispluiii Raddi. ) » •• • . • .• / radiis inter se conjunctis. 10. Cyrtophlehium verum, P. tacniosum Wil Id. Nervo primario rbachidromo, pervalido, recto; nervis secundariis angulis 40 — 50 exeunlibus, versus marginem arcualo-diver- gentibus; maculis irregularibus, 1 — 3-seriatis. P. Phjllitiiüs Linn. Nervo primario rbachidromo, pervalido; nervis secunda- riis angulis 55 — 7Ö egredientibus, flexuosis; nervis teitiariis angulis 40 — 50° exeuntibus, maculas reguläres 6 — l6-seriatas formantibus. P. deourrens Piaddi. Nervo primario laterali; nervis secundariis angulis G5 — 80° egredientibus, flexuosis; nervis terliariis angulis 70—85° exeiin- tibu', maculas reguläres, 5 — 8-seriatas formantibus. P. iiKIdiiin Kaulf. Nervo primario rbachidromo ; nervis secundariis et terfi- ariis angulis 60 — 70° exeuntibus; maculis regularibus 6 — 8-seriatis. P. fasciale Willd. Nervo primario rbachidromo; nervis secundariis basiii versus sensim abbreviatis, angulis 65— 75°, tcrtiariis angulis 40 — 50° exeuntibus, maculis regularibus 3 — 5-seriatis. P. niiiuiuulariiiiu Mett. Nervo primario rhachidronio, versus apicem flexuoso denique evanescente; nervis secundariis basi vix abbreviatis, maculis regu- laribus 2 — 3-scrialis. 11, CyrlophJebiutn Aspidii. P. riipcsfrc R. Brown. Nervo primario basi prominente, versus apicem evanes- cente; nervis secundariis paucis. P. biroior Mett. Nervo primario prominente percurrente; maculis regularibus subrhomboideis. 12, üietyopteris siniple.v ttppendiculnt€t, P. pothifüliiim Mett. Nervo primario laterali ; nervis secundariis angulis 60 — 75° exeuntibus; maculis Dictyopteridis triangulatis, prominentibus. P. glabruin Mett. Nervo primario rbachidromo; nervis secundariis angulis variis acutis exeuntibus; maculis Dictyopteridis ellipticis vel oblongis. 13, Dictyopleris cotnposita appendiciUuta, P. Billardieri R. Brown. Nervis secundariis et tertiariis angulis 50—60° egre- dientibus; maculis Dictyopteris aequalibus; lateralibus 3 — 5 seriatis; radiis inter se conjunctis; appendicibus liberis. Sitzb. il. malhem.-iiatiiiw CI. XLVI. Hil. I. Ai.th. 31 4G2 Ettingsliaii seil. I*. piisliiintiiiii Forst. Nervis seeiindariis angulls 70 — 80 , tertiariis aiiKulis 60 — 70° egredientibus, niaculis Dicfyopteris inaeqiialibus ; laleralibus i — 2-seriatis; radiis et appendicibus liberis. :Si» ßietyopteris ftctitiofJroma, P. i'wnjugahiiii Kaulf. Nervis primariis dieliotomi?!, ramis ramulisque craspe- dndromis; nervis seeundariis dictyodromis; maculis appendices numerosos inpludentibiis. f .S. PhJehotiuim exr.piientUcidaUitn. P. angiistiiiü Mett. Nervo primaiio laforali; maculis medianis oblonp;o-lanceo- latis; laqueis Phlebodii externis rhotiibnideis, internis obiongo-obovatis vel ellipticis; maculis lateralibus uniseriatis. P. !('|)i(l»liim Willd. Nervo primario rhachidiomo ; maculis medianis oblongo- lanceolatis; laqueis Pblebodii externis rliomboideis; internis obovatis ve rotundalo-elliptieis; maculis lateralibus 2- 3-seriatis. \ Nervo primario laterali; maculis medianis triangu- P. aiireiiMi Linn. / latis vel oblongo-cunoatis, prominentibus, laqueis P. areoladiiii Willd. > Pblebodii externis semi-ellipticis, latioribus, irre- P. atteriiialiiiii Kunze. \ gulariter angulatis ; maculis lateralibus 3^ — S- seriatis. 16. PMehofUum uppentlieuliAum» P. affine Blume. Nervo primario laterali; nervis seeundariis angulis 7Ii— 00° egredientibus; maculis medianis inaequalibus; laqui'is Pblebodii aequalibus, regulariter polygonatis; appendicibus nuuierosis, P. Pliyiiialodes Linn. Nervo primario rhachidromo; nervis seeundariis angulls 40—60° egredientibus; maculis medianis rbomboidalibus; laqueis Phlebo- dii inaequalibus; appendicibus numerosis. P. nijriürarpiiiu Mett. Nervo primario rbacbidromo; nervis seeundariis angulis (50 — 70° egredientibus; maculis medianis inaequalibus; laqueis Pblebodii aequalibus, rotundato-ellipticis vel oblongis; appendicibus numerosis. \ Nervo primario rhachidromo; seeundariis an- P. prsirariacfoliui.. Schrad. ^ gulis53-65°exeuntibus; maculis medianis P. Ijroiiodioldes Linn. - suhaequalibus; laqueis Phlebodii »qualibus P. pernissuni Cav. j semi-ellipticis; appendicibus pluribus. P. saliclfoliuin Willd. Nervo primario rhachidromo ; seeundariis an:j;ulis (lä — 71)° exeuntibus, maculis medianis suhaequalibus; laqueis Phlebodii rbom- boidalibus, aequalibus, maculis lateralibus plerumque uniseriatis; appen- dicibus paucis. P. luvrtillirolium Kaulf. Nervo primario rhachidromo, flexuoso, versus apicem furcato, plerumque evanescente; nervis seeundariis angulis 35 — 45 egre- dientibus; maculis medianis rbomboidalibus, laqueis Pblebodii paucis; niaculis lateralibus uniseratis; appendicibus perpaucis, plerumque liberis. 403 iPt'ffn ai'ia regit Juris » Nervo priiiiarlo lateral! ; nervis secundariis an- ji[iilis 60—70 efjiedienfibiis; nervis terlia- P. iiiaetjiialu Ett. l riis inlimis maculas inediaiias prominentes P. diversifuliiim R. Brown. ( oblongo-lanceoiatas v. ctineatas formaiiti- bus; segmentistertiariisirreguiaiibus.appen- dicibus plerumque inter se conjunctis. \ Nervo primnrio laterali; nervig secundariis angulis P. (jiiercifolliim Linn. [ äo — CS° egredientibu«; nervis tertiariis intiinis P. aiigiislilübtiiii Ett. ( abbreviatis; segnientis tertiariis irreguiaribus; j appendicibus plerumque inier se conjuncfi'!. P. roroiians Wall. Nervo primario laterali; nervis secundariis an|,'ulis 70— 8K° exeuntibus; nervis tertiariis anadromis; segnientis tertiariis regularibus, rbomboidaiibus; maeulis appendiees liberos includentibus. P. braiiraefoiium Presl. Nervo primario laterali; nervis secundariis angulis 75 — 90 exeuntibus; nervis tertiariis anadromis; segmentis tertiariis ob- longis; maeulis transverso-ellipticis; appendicibus plerumque liberis. P. trans|iarcns Ett. Nervo primario rliaehidromo ; nervis secundariis angulis 70 — 80 exeuntibus; tertiariis lenuibus, anadromis, segmentis tertiariis irrei,fularibus; maeulis polygonatls; appendicibus plerumque liberis. P. saxatile Mett. Nervo primario rliaehidromo, recto; nervis secundariis angu- lis 35 — 63 exeuntibus, prominentibus snbrectis vel paullulalim flexuosis; nervis tertiariis catadromis; segmentis tertiariis rhomboidalibus; appen- dicibus plerumque liberis P. oodcs Kunze. Nervo primario rhachidromo, versus apicem paullatim flexuo- so , saepe furcato vel evanescente; nervis secundariis angulis 30— 60 exeuntibus, tenuihus flexuosis ; nervis tertiariis catadromis; segmentis tertiariis rhombuidalibus appendicibus plerumque liberis. S8, Mßri/nayia irregularis, P. hcinionitideuiu Wall. Nervo primario rliaehidromo, valido, recto; nervis secundariis angulo subrocto vel recto egredientibus; nervis terliariis ana- dromis; segmends tertiariis inaequalibus irreguiaribus; appendicibus ple- rumque liberis. Gen. GYMNOGRAMME Desv. S, SMyphopteris simpleiv, Gjiniiogrammc ficxuosa Desv. "> G. Kunze! Mor. I »t • . .. ^ . . , , . . „ , „ , „ V Nervis primariis lurcatis; ramis abbreviatis, G. retrofracfa Kunze. / \, ,. ,. . ' . _,,,,,„ angulis acutis divaricatis. G. k'iitophvna S w. l ° G. ni.Yrioplivlla Sw. .' :{1' 464 2. Xeuropteris verii, ti. Irifoliala Desv. Nervo priiiiario valido, recto; nervis secundariis angulis 30 — 40° exeuntibus, versus basim sensini abbreviatis; raniulis craspedo- dromis densissiniis. G. louientosa Desv. Nervo primario mox evanescente; nervis secundariis angu- lis 23 — 33° exeuntibus, basi liaud abbreviatis. 3. IVettropterls acrostichacea» G. raiidata Presl. Nervis secundariis dicliotoniis. G. javanica Blume. Nervo primario valido; nervis- secundariis simplicibus furcatisque. 4. IVeuropteris irregularis» G. Caloinelanos Kaulf. ) o . „ . ... „ „ , r> ( Nervis secundariis ansrulis 15 — 25 , innmisacutionbus G. Peruviana Desv. > =" „,.,,, r, , 1 exeuntibus. G. bidenlata Pres). ; G. tarfarea D e s V. Nervis secundariis angulis 25 — 33", infimis obtusioribus exeuntibus. 5, Sphenopteris vera, G. lascr|tllilfoIia Kunze. ) Nervis secundariis angulisSO — 65°, superioribus G. inohriaefonuis Kunze. l aeutioribus divaricatis. G. chaerophjlla Desv. Nervis secundariis angulis 30—50°, superioribus acutio- ribus divaricatis. G. rosea Desv. Nervo primario basi vix prominente, flexuoso; nervis secun- dariis perpaucis, angulis 15—25" exeuntibus, paullatim arcuato-diver- gentibus. 6, Dictyopteris uctinodrotna, G. paliuala Link. Nervis primariis flexuosis, medio vix validiore; maculis Dictyo- pteris prominentibus. G. sagittata Ett. Nervis primariis 3, medio longiore multo validiore, recto; apicem versus evanescente. Gen. ADIANTÜM Linn. 1. Cyclopteris shnplex nequalis. a) Nervo mediano baud validiore. AdlantuiH rcniforme Linn. Nervis primariis numerosis, subaequalibus; extremis angulum 190*' vel majorem includentibus. A. subcordatuiu Sw. Nervis primariis numerosis, medio elongato. extremis an- gulum 120—1700 includentibus. Klachon-.Slu'lefo .ler ran.k.iiuter. 405 ,4. (iia|»hjimiin Bliiine. Nervis pi-imariis 2 — |»luribiis; fiirculis obliisc anguhi- rihus; i-aniiills in apiccs ilenüuni excurrcnlibus. ] Nervis primariis 3 — ."J, tenuibus, acqiialibus; ramis A. aetliioiiiciiiii Linn. ( i ,• <• i- u. i i i- • • > olongaiis, turculis obtuse an . ,. , j • . , , , „ l ramis ramulisciue sat densis. A. luniiialiiiu Burm. ; 467 XXVII. SITZUNG VOM 20. N0VI:MBER 1802. Herr Professor R. Claus ins in Zürich iiborsondet eine Notiz „iiher Molecularbewegiingen in gasförmigen Körpern". Das e. M., Herr Dr. J. Stefan überreicht die zweite Ahfhei- haig seiner Abhandlung „über die Bewegung flüssiger Körper". An Druekschrificn wurden vorgelegt: Annalen der Chemie und Pharmacie, herausgegeben von Friedr. Wo hl er, J. Lieb ig und Herm. Kopp. N. R. Band XL VII, Heft 3; Band XLVHI, Heft 1; H. Supplementband, 1. Heft. Leipzig und Heidelberg, 1862; So- Archiv für die holländischen Beiträge zur Natur- und Heilkunde. Band Hl, Hefi 2. Utrecht, Paris, Leipzig und London, 1862; 8o- Astronomische Nachrichten, Nr. 1392. Allona, 1862; 4o- Austria, XIV. Jahrgang, XLVI. Heft. Wien, 1862; 8o- Bonatti, Vicenzo, Asfronomia naturale. Sulla causa delle Stagioni, Corolhirii etc. (Continuazione.) Adria, 1862. Fol, Canestrini, Giov., J. ßlennini Anarrhichidini e Callionimini del golfo di Genova. (Con 4 tavole.) (Extr. dalT Arch. per la Zoolog. Vol. IL Fase. 1.) 8«- Comptes rcndus des seances derAcademie des scicnces, Tome LV. No. 18. Paris, 1862; 4o- Cos mos, XP Annee, 21« Volume, 20^ Livraison. Paris, JS62;- S«- Cotta, B. V., Über Gesteine und deren Entstehung. 8"' Czyrnianski, Dalsze rozwiniecie Teoryi tworzenia sie Polaczeii chemicziiych na podstawie- ruchu wirowego Atomöw. W Kra- kowie, 1862; 8o- Donders, F. C, Astigmaiisme en cilindiische Glazen. Utrecht & Amsterdam, 1862; 4o- Gesellschaft, k. k. geographische, in Wien, Mitllieilungen. V. Jahrgang, 1861. Wien; gr. 8«- 4G8 Gloeseiicr, Ti;ute geiienil des ;ipplicalioiis de relecti-icitc.Toim* T. Paris & Liege, 186i; So- Mo rti II et, (jnl)riel de. Carte des aiiciens glaciers du versaut Italien des Alpes. (Dal Vol. III. degli Atti d. Soe. Ital. dl Scienzc Naftirali in Milano.) 8"- — Annexion a la Faune Älalacologique de France. (Extr. de la Revue Savoisienne. Nu. de Fevrier 1861.) S"- — Notes geulogiqaes sur la Savoie I, II, III. (Extr. de la Revue Savoisienne No. de Novembre 1860 et de Mars 1861.) 8«- Mühry, A., Kiimatograpliische Übersicht der Erdi«, in einer Samm- lung autbentischer Berichte mit hinzugefügten Anmerkungen, zu wissenschaftlichem und praktischem Gebrauch. Mit einem Appendix und 3 Karten -Skizzen in ilolzsidmitt. Leipzig und Heidelberg, 1862; 8o- Musset, Cb., Nouveües reeberches exi)erimentales sur Pheterü- genie ou genei'ation spontanee. (These poiu- le Doctorat es sciences naturelles.) Toulouse, 1862; 4o- — Refutation de Tune des experienees capitales de M. Pasten r, suivie d"etudt;s physio!ogiques sur rheterogenie. Par M. M. N. Joly et Cii. Musset. (Extr. du Moniteur scienliliqiie.) 4"- Pringsbeim, N., Beilräge zur Morphologie der Meeres -Algen. (Abbandlungen der Königl. Akad. der Wissenschaften zu Ber- lin 1861.) Mit 8 Tafeln. Berlin, 1862; 4o- Schön fehl, E., Astronomische Beobachtungen auf der grossberzogl. Sternwarte zu Mannheim. I. Ablheikmg. Mannheim, 1862; 4"- Societe geologique de France, Bulletin. 2" Serie. Tome X1X% Feuilles 33—45. Paris, 1861 a 1862; 8»- V'er eeniging, Natuurkundige, in Nederlandscb Indie, Verbande- iingen. Vol. V; Vol. VL (Series nova Vol. L) Batavia. 1859; 4»- — Natuurkundige Tijdschrift voor Nederlandscb Indie. Deel XVIII & XIX. (Vierde Serie Deel IV <& V.) Batavia, 1859; 8«- Wiener mediciuische Wochenschrift, XU. Jahrgang, Nr. 46. Wien, 1862; 4o- \\^ocben-Blatt der k. k. steierm. Laudwirtbscliafts-Gescllschaft, Xll. Jahrgang, Nr. 2. Gratz, 1862; 4o- Wolf, Rudolph, Mittheilungen über die Sonnentlecken. XllI tVr XIV, Deeember 1861 und August 1862; ¥• SITZUNGSBEUICHTE KAISEIiLiniEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. MATHEMATISCH -NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE. XLVI. MSÜ. ERSTE ABTIIEILüNG. Kntliält die Ahhaiulluiiyen aus dem Gebiete der Mineralogie, Bolaiiik, Zoologie, Anatomie, Geologie und Paläontologie. 469 XXVIII. SITZUNG VOM 4. DECEMBER 1862. Herr Regierungsrath A.Ritter v. Etti ngshausen macht auf einen neuen, von Stud. phil. Herrn Otto von Littrow conslruirten Spectralapparat aufmerksam, den dieser hierauf vorlegt und erläutert. Herr Aug. Murmann, Assistent der k. k. Sternwarte, über- reicht die Fortsetzung seiner Abhandlung „über die Bahn der Europa'^ An Druckschriften wurden vorgelegt: Academia Real das Scienciüs de Lisboa. Memorias: Classe de Sciencias malheniaticas,pliysicas e naturaes, Nova Serie, Tomo II, Parte 1 & 2. Lisboa, 1857 & 1861; ^'^- — Portiigaliae monu- mdiita Idstorica. Vol. I. (Leges et consuetudines.) Fase. 2. 1838; Vol. I.(Scriptores.)Fasc. 2<^3. 1860(^^1861. Folio.— Annaes das Sciencias eLettras : Sciencias mathematicas, physicas e naturaes, Tomo I. Outubro de 1857 — Fevereiro de 1858; Tomo II. Mar^o — .Iiilho de 1858. — Annaes: Sciencias moraes, politicas e Bellas Lettras. Toino I. Agosto de 1857 — Fevereiro de 1858; Tomo IL Mar^o — Novembro de 1858; 8«- — Corpo diplomatico Portuguez. Por Luiz Augusto Rebello da Silva. Tomo L Lisboa. 1862; 4o- Academie Imp. des sciences de St. Petersbourg. Memoires: VIP Serie, Tome III, No. 12 et dernier, Tome IV, No. 1—9; 4o- — Memoires (Collection in 8o-): Tome I. 2, St. Petersbourg, 1862. (Russisch.) — Bulletin: Tome IV, No. 3—6; 4o- American Journal of Science and Arts. Vol. XXXIV. No. 100 & 101. New Haven, 1862; 80- Astronomische Nachrichten, Nr. 1393 & 1394. Altona, 1862; 4'»- Austria. XIV. Jahrgang, XLVII. & XLVIIL Heft. Wien, 1862; 8o- Bauzeitung, Allgemeine. XXVII. Jahrgang, IX. & X. Heft. Nebst Atlas. Wien, 1862; 4o & Folio. 470 Bericht übei" die vierte Jai)resvers;uriniiung des Centralvereines Deutscher Zahnärzte, abgehalten zu Wien am 4., 5. & 6. August 1862. Wien. 1862; So- Bibliüthefjue Universelle de Geiieve: Archives des sciences phy- siques et naturelles. N. P. Tome XII% No. 46. Geneve, Lau- sanne & Paris, 1861; S»- Cüinptes rendus des seaiiees de TAcademie des sciences. Turne LV, No. 19. Paris, 1862; 4o- Cos mos, XP Anuee, 21'' Volume, 21" & 22'' Livraison. Paris, 1862; 80- Gesellschaft, der Wissenschaften, Königl. Sachsische zu Leipzig. Abliandhingen. Philülog.-liistor. Ciasse. IV. Band, Nr. 2 & 3. Leipzig, 1861 & 1862; 4o- — Berichte über die Verbandlungen. 1861. II., 111. & IV. Heft. Leipzig, 1862; 8»- — der Wissenschaften, Königl., zu Göttingen. Abhandlungen. X. Band. Von den Jahren 1861 «& 1862. Göttingen, 1862; 4«- Grüner t, Juh. Aug., Archiv der Mathematik und Physik. 39. Theil, 1. lieft. Greifswald, 1862; 8o- Land- und forstwirlbschaftliche Zeitung. XII. .labrgang.Nr. 33 & 34. Wien, 1862; kl. 4o- Marburg, Universität. Akadeniisclie Gclcgenheitsschriften aus dem Jahre 1861 -1862. 8«, 4« & Folio. Observatoire pbysique central de Russie. Annales, pour Tannee 18o9. St. Petersbuurg, 1862; kl. Folio. — Correspondance meteorologique. Annee 1869. St. Petersbourg, 1862; kl. Folio. Societas, Itcgia, scieiitidrum Upsniensis, Nova acta. Seriei 3''"' Vol. IV. Fase. 1, 1862. Upsaliae; 4"- Society, The Royal — . Proceedings, Vol. XII. No. 50. London, 1862; 80- — The Royal Geographica! — , of London. Proceedings. Vol. VI., Nu. ö. London, 1862; 8«- — The Linnean — . Transactions. Vol. XXIII, Part 2''. London, 1861; 4<>- — Journal: Botany, Vol. VI, No. 21—23; Zoology: Vol. Vi, No. 21—23; List 1861. London, 1881 ; So- Verein, Naturw., für Sachsen und Thüringen in Halle: Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften. Herausgegeben von C. Giebel und W. Heintz. Jahrgang 1861 & 1862. (XVHI. »S: XIX. Band.) Berlin, 1861 v5c 1862; S«- 471 Verein, Natiirforscliendei-, zu Big«, Correspondonzblittt. XII. .lalir- gang. Riga, 1862; S"- — für vaterländisclie Natui künde in Württeniberj?. Juliresheffe. XVIII. .lahrgang, 1. — 3. Heft. Stuttgart, 1862; So- Wiener niediciniselie Wochenschrift. XII. Jahrgang, Nr. 47 «& 48. Wien, 1862; 4o- Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthsehafts- Gesellschaft. XII. Jahrgang. Nr. 3. Gratz, 1862; 4"- Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, herausgegeben von E. Er- lennieyer. V. Jahrgang, Heft 20 & 21. Heidelberg, 1862; 8o- — des österreichischen Ingenieur- Vereines. XIV. Jahrgang, IX. Ueft. Wien, 1862; gv. 4o- 472 XXIX. SITZUNG VOM 11. DECEMBER 1862. Herr Hofrath W. Haidinger übersendet eine Ahliandlung, betitelt: „Psoudomorphosen-von Glimmer nach Cordierit von Grein- burg im Mühlkreise in Österreich ob der Enns". Herr Hofrath Prof. J. Hyrtl hält einen Vortrag über den Bau der Fisch-Niere. Herr Prof. C. Ludwig theilt die Resultate der von Herrn Dr. Ilolmgren aus Upsala im Laboratorium der k. k. mediciuisch- ciiirurgischen Josephs-Akademie ausgeführten Untersuchungen „über die Ausscheidung der Kohlensäure und des Sauerstolfes aus dem Blute" mit. Herr Dr. E. Mach, Doccnt der Physik an der Wiener Univer- sität, überreicht eine Abhandlung „Ober die Gesetze des Mit- schwingens". An Druckschriften wurden vorgelegt: Alma nach der österreichischen Kriegsmarine für das Jahr 1863. Herausgegeben von der hydrographischen Anstalt der k. k. Ma- rine. II. Jahrgaug. Wien; 12o- Annalen der Chemie und Pharmacie, herausgegeben von Friedr. Wohl er, J. Lieb ig und Herm. Kopp. N. R. Band XLVIII, Heft 2. Leipzig & Heidelberg, 13G2; S»- — der körtigl. Sternwarte bei München. XI. Band. München, 1862; So- Arcoleo, Gius., Sulla tubercolosi oculare e sui mezzi curativi. Palermo, 1862; 8«- Atti dell I. R. Ginnasio Liceale ai S. 8. Gervasio e Protasio in Vene- zia. Anno I» (1862—63). Venezia, 1862; 8"- Astronomische Nachrichten. Nr. 1395, Altona, 1862; 4o- Au Stria. XIV. Jahrgang, XLIX. Heft. Wien, 1862; gr. So- 473 Bavai-ia, Landes- und Volkskunde des Königreiclis Bayern, II. Band, I. Abtlieilung. (Mit 2 Karten und einen» Trachten-Bilde in Holz- schnitt.) München, 1862; S«- & Folio. Bibliotheque Universelle de Geneve: Archives des seiences phy- siques et naturelles. N. P. Tome XV*, No. ö8. Genewe, Lausanne, Neuch;.tel, 1862; So- Bond, G. P., On the Companion of Sirius. (From the Am. Journ. of Sc. & A. Vol. XXXIII.) 8o- — Account of the Comet II, 1861. (From the Advanced Sheets of the Am. Journ. Sei. For Sept. 1861.) 8o- — Continuation of the Account of the Comet II, 1861. (Fron» the Am. Journ. of Sc. & A. Vol. XXXIL) S»- — On the Outline of the Head of the Comet of Donati, 1868. (From the Proceed. of the Amer. Acad. Oct. 1861.) S«- — On che Great Comet of 1844—45. (The Astron. Jouim. Vol. I, No. 13.) 4o- — W. C. , On the new Ring of Saturn. (From the Astroi». Journ. Vol. II, No. 1 & 2.) 4«- — Wm. Craneh, William C. and Georg P. , Occultations and Eclip- ses ohserved at Dorchester and Cambridge. (Communicated to the Academy, Aug. 12"' 1846.) 4o- Comptes reu d US des seancesde l'Academie des Sciences. Tome LV, Nr. 20. Pai-is, 1862; 4o- Cos mos, Xl" Annee, 21* Volume, 23" Livraison. Paris, 1862; 8o- Ehrenberg, C. G. , Üher die seit 27 Jahren erhaltenen Oiganisa- tiuns-Präparate des mikroskopischen Lebens. (Abhandlungen der k. Pr. Akad. der Wissenschaften zu Berlin 1862.) ßei-lin; 4o- Gesellschaft, Königl. bayerisch-botanische, zu Regensburg. Denk- sch.-iften. I. Band, 1. «fc 2. Abth. 1815 & 1818; IL Band, L Alith. 1822; III. Band. 1841. Regensbui-g; 4o- Harvard College: Annais. Vol. HI. Cambridge, 1862; 4o- —Report of the Conimitee of the Obsei-vei-s. 1859, 1860, 1861. Boston, 1860, 1861 & 1862; 8<»- — Moon Culminations. 1859; So- Jahrbuch, Neues, für Pharmacie und verwandte Fächer, heraus- gegeben von F. Vorwerk. Band XVIII, Heft 1. Heidelberg, 1862; 80- Land- und forstwirthschaft liehe Zeitung. XII. Jahi'gang, Nr. 35. Wien, 1862; kl. 4o- Martins, Karl, Friedr. Piiil. v. , Über die Ptlanzennamen in der Tupi-Sprache. (Bulletin der k. bayer. Akademie der Wissen- 474 Schäften 18S8, Nr. 1 — 6.) München, 1858; 4»- — Denk- rede auf Johann Salomo Christoph Schweigger. München, i858; 4o- Fand er, Christ. Heiiir., Üher die Ctenodiplerinen des devonischen Systems. (Mit 9 T;ifeln.) St. Petersburg, 1858; 4o- — Über die Saurodipterinen, Dendrodonten, Glyptolepiden und Cheiro- lepiden. (Mit 17 lithogr. Tafeln.) St. Petersburg, 1860; 4'>- Hothlauf, Kaspar, Über Verllieilung des Magnetismus in cylirulri- schen Stahlstäben. (Mit 1 Tafel.) München, 1861; So- Sa fford, T. H., A Catalogue of the Decliuations of 532 Stars near the Zenith of the Obseivatory of Harvard College. (From the Mem. of the Amer. Acad. N. S. Vol. VIII.) Cambridge, 1861 ; 4o. — On (he Proper Motion of Sirius in Declination. (Astro- noniical Notices Nr. 28.) S»- Societe Imp. de Medecine de Constanlinople: Gazette medieale d" Orient. VI" Annee, No. 7. Constantinople, 1862; 4o- Wiener medicinische Wochenschrift. XII. Jahrgang, Nr. 49. Wien, 1862; 4o- Worms, Henry, The Earth and its Mechanism. London, 1862; 8o* 475 XXX. SITZUNG VOM 18. DECEMBER 18G2. Herr Prof. Dr. Joseph Herr übermittelt eine unter seiner Auf- sicht von seinem Bruder, Herrn Moriz Herr mit Zugrundelegung von Argelander's Uranometrie, ausgefiilirte Sterniiarte des nördlichen Himmels nebst einem Horizonte für die Polhöhe voir Wien. Herr Prof. R. Kner legt seine Untersuchungen über die sogenannten Spornschuppen und die Fettflossen der Fische vor, insbesondere mit Hinweisung auf die Gattung Gonorhynchus. Herr Hofrath Prof. .1. Hyrtl hält einen Vortrag über den Bau der Niere bei den Amphibien. An Druckschriften wurden vorgelegt: Annalen der k. k. Sternwarte in Wien. Dritte Folge. XI. Band- Jahrgang 1861. Wien, 1862; So- Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen- burg. 16. Jahr. Neubrandenburg, 1862; 8"- Austria. XIV. Jahrgang, L. Heft. Wien, 1862; gr. S"- Comptes rendus des seances de TAcademie des sciences. Tome LV. Nr. 21. Paris, 1862; 4o- Cosmos. XP Annee, 21' Volume, 24" Livraison. Paris, 1862; 8o- Gesellschaft, Deutsche geologische. Zeitschrift. XIV. Band, 2. Heft. Berlin, 1862; 8o- Gewer b e- Verein, nieder-üsterreich. Verhandlungen. Jahrgang 1862, 11. Heft. Wien, 1862; 8o- Meteorologische Beobachtungen an der Wiener Sternwarte von 1775 — 1855. III. Band. 1810—1822. Wien, 1862; 8o- Saussure, Henri de, Coup d'oeil sur Thydrologie du Mexique, principalement de la partie Orientale accompagne de quelques observations sur la nature physique de ce pays. I'" Partie. Geneve, 1862; 8o- Sella, Quintino, Sul modo di fare la carta geologica del regno d'Italia. (Estr. dagli Atti della Societä Ital. di Sc. nat. in Milano Vol. IV.) Milano, 1862; 8o- Süzl). <3. mnthem.-naltiiw. Cl. XLVI. Od. I. Al.lli. 32 476 Society, The Asiatic— , of Bengal. Journal. N. S. Nr. II. 1862. Calcutta, 1862; 8o- — The Natural History — , of Montreal: The Canadian Naturalist & Geologist. Vol. VII, Nr. 5. Montreal, London, Paris & New- York, 1862; 8o- Verein, Siebenbürgischer Museum-, Kalender für das g. J. 1863. Klausenburg, 1862; 8o- Wiener medieinische Wochenschrift. XII. Jahrg. Nr. 50. Wien, 1862; 4o- Wolf, Ferdinand, Le Bresil litteraire. Histoire de la litterature Bresilienne suivie d'un choix de morceaux tires des meilleurs auteurs Bresiiiens. Berlin, 1863; So- Zeitschrift, für Fotografie und Stereoskopie. III. Jahrgang, Nr. 11—16. Wien, 1862; 8o- 477 Über die sog. Sponischuppen der Fische und ihre Bedeutung für die Sgstematik. Von dem w. M. Prof. R. Küer. Es gibt bekanntlich eine beträchtliche Anzahl von Fischen, welche über der Basis der paarigen Flossen lange spornähnliche Anhänge besitzen, die man gewöhnlich als Schiippenanhänge (nppeyi- dice ecailleiix) oder auch Spornschuppen bezeichnet, ohne ihnen aber nähere Aufmerksamkeit zu sciienken, die sie jedoch in mehr- facher Hinsieht verdienen. Denn 1. erweisen i>ie sich durchaus nicht von gleichem Bau und BeschaiYenheit, 2. stehen sie nicht nur mit den Flossen, sondern auch den Hartgebilden der Haut, namentlich den Schuppen, in inniger Beziehung, und 3. geben sie für die Charakte- ristik und Systematik ein brauchbares Merkmal ab, da sie entweder nur an den Bauclitlossen oder beiden Flossenpaaren vorkommen und vielen Gruppen und Familien g